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Jüdische Wochenschau · 1963-07-05 · 2019 (5.7.1963) · p. [Seite 8]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2019 (5.7.1963)
Date
1963-07-05
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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Correo Central B Argentino FRANQUEO PAGADO Concesión 908 TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 SEMANA ISRAELITA ANO XXIV BUENOS AIRES, VIERNES 5 UE JULIO DE 1963 No. 2019 EL EJEMPLAR 10en toda la República PUEÏRREDON 2190 1? Izq. T. E. 83 2613 Buenos Aires Begegnung mit Glubb Pascha Die „Schwarzen Moslems 44 ' Glubb Pascha, der einstige Befehlshaber der Arabischen Legion, der Mann, dessen Soldaten 1948 Jerusalem belagerte«, sass mir gegenüber, hielt ein Glas Cherry in der Hand und von seinen Lippen kam es, wie ein Stosseufzer: „Glauben Sie mir: ich bin müde! Müde davon, dass mich alle hassen. Die Araber bewar fen mich mit Schmutz und Beschuldigungen und auch die Israelis, Jahre um Jahre. Ich habe es satt, ich will vergessen!“ Er hat graues Haar, einen weissen Schnurbart, wasser blaue Augen und ein kindliches Gesicht Obwohl er 36 von den 66 seiner Lebensjahre im Mittleren Osten ver bracht, mit den Arabern zusammengelebt, mit ihnen ihre Sprache in etwa einem Dutzend von Dialekten gesprochen, sie in den Krieg geführt hat, wirkt er von Kopf bis an die Zehenspitze als vollendeter englischer Gentleman, der nie sein Gut verlassen: er ist ruhig mit pedantester Eleganz geklei det, beherrscht, hlflieh und — trocken. Doch leuchete es wie ein Blitz in seinen Augen auf, als er mich fragte: „Die israelisch transjordanische Waffenstillstandskommission existiert immer noch? Sitzt und debattiert man da noch weiter? Und wie ist die Lage an der israelisch - transjordanischen Grenze? Wird geschossen oder herrscht Ruhe dort?“ Glubb Pascha oder Sir John Glubbs Domizil liegt in der kleinen Ortschaft Mayfield, zwei Stunden Fahrt von London entfernt. Hier lebt er in Stille und Zurückgezogenheit, seit er vor sieben Jahren in Transjordanien den Laufpass bekam. Der Taxichauffeur, der mich zu ihm hinbrachte, meinte ganz stolz: „Der General? Oh, er ist ein bezaubernder. ein prachtvoller Mensch!“ „Seine Exzellenz, der General höchstselbst“ lebt in einer Residenz halb aus Holz, halb aus Stein, ähnlich wie sie bei Jerusalemer Häusern angewendet werden. Die Wände in den Räumen sind mit arabischen Schwertern, mit Auszeich nungen bedeckt und in seiner Bibliothek wimmelt es von Büchern in arabischer Sprache. Wir sassen in einem Zimmer, fast so gross wie ein Saal, mit antikem doch Die Juden in Russland Genf. — Auf der in Genf tagenden Internationalen Arbeitskonferenz (ILO) wandte sich der USA-Delegierte Bert Seidman höchst energisch gegen die Diskrimination der Juden in der Sowjetunion. Er forderte, dass dieser Fall der zuständigen UN-Kommission unterbreitet werden miisise, denn es sei unvereinbar mit den Prinzipien, die die Diskrminierung bei Anstellungen und Berufsaußübung verbieten, dass in Sowjetrussland bei Stellengesuchen! der „ethnische Ursprung“ angegeben werden mucc. Sofort erhob sich der sowjetische Delegier.e Semjon Iwa now und bezichtigte Seidman der Lüge. Chaim Raday der israelische Delegierte, schloss sich den Anschuldigungen seinee amerikanischen Kollegen an. obwohl er es vermied, sich direkt auf Russland zu beziehen. „Die gan. ze Welt kennt die Tatsache Jer Wiedergeburt des Antisemitismus in Russland“, führte Seidman aus, „wo eine bewusßte und entschiedene Politik den Zweck verfolgt, die Juden dem öffentlichen Schimpf preiszugeben und ihnen sowohl die Möglichkeit der Religionsausübung so | wie die gleiche Behandlung in der Erziehung und auf dem Arbeitsmarkt vorenthält. Der Jude ist in Russland ein Bürger zweiter Klasse und wird nur dann ale Mit glied einer nationalen Gruppe betrachtet, wenn ihm dies schaden kann.“ Iwanow entgegnete. die Behauptungen SeidmanS. dass die Juden in Russland diskriminiert werden, seien erfunden und unwahr. Ihm pflichtete Pepo Cohen von der bulgarischen Delegation bei der versicherte daes „alle bulgarischen Juden von der Kommunistischen Partei und dem bulgarischen Volk während der Nazizeit gerettet worden seien. Er fügte hinzu: „In den sozialistischen Län. dern sind die Juden zum ersten Mal in der zeitgenössischen Geschichte frei, und sie haben ohne Diskrimination Zugang zu allen Posten und Aemtern. Die wahren Festungen gegen den Antisemitismus und die Diskrimina tion jeder Art ßind die sozialistischen Länder und allen voran die Sowjetunion.“ Der israelische Delegierte erklärte, es „verstehe sich von selbst, dass das Thema der Diskrimination gegen die jüdische Minderheit ,.in einem wichtigen Mitgliedstaat der ILO“ für die Israelische Delegation von besonderem Interesse sei. Obwohl man die Ansicht vertreten könne, dass „die religiöse und ethnische Diskrimination im Vergleich zu der Diskrimination bei Anstellungen un erheblich sei, 60 wissen wir doch alle, dass die Diskri mination in Wirklichkeit unteilbar ist. Man kann nicht einer ethnischen, religiösen oder sonstwie gearteten Gruppe in der Praxis die gleichen Rechte zur freien Ausübung ihres Glaubens oder ihrer Weltanschauung versagen, ohne eine offene oder stiilßchweigeude Diskrimination in allen restlichen Sphären der Gesellschaft zu ver Ursachen. Wo es einen Numerus clausus gibt, der die akademischen oder beruflichen Möglichkeiten einschränkt, uid der nach ausdrücklichen schriftlichen Anweisungen gehandhabt wird, dort existiert auch de facto ein Nume rus clausus“. Israels Delegierter erinnerte daran, dass alle Delegierten vorher in der Sitzung ihren Abscheu gegen die Politik der Apartheid bekundet hatten, welche sich auf die sogenannten «sozialen Gesetzen gründet i«d in der Praxis rücksichtslos zur Durchführung gelangt. (ITA) bescheidenem englischen Mobiliar ausgestattet. — „Ich frage: „Betracnten Sie sich als einen enttäuschten Menschen?“ Glubb: „Das weis« ich nicht. Bis 1948 waren wir restlos glücklich. Der Mittlere Osten — ein Paradies auf Erden. Aber der Hass, der Hass macht das Leben unerträglich. Ich möchte nur, dass eine neue Generation kommt und ihm endlich ein Ende bereitet. Ich glaube nicht, €6 lässt sich eine Lösung für die Probleme des Mittleren Ostens finden bevor die Alten gegangen sind. Ich für mein Teil fühle mich in Mayfield glücklich und zufrieden.“ „Auch in der Vergangen heit bot sich manche Chan, ce, Frieden zu schliessen“, gebe ich zu bedenken. „Nehmen wir nur die grosse Be gegnung Elijahu Sassone mit Abdallah nach dem Befreiungskrieg?“ Glubb zögerte einen Augenblick, bevor er antwortet: „Nach diesem Treffen kam Abdallah zu mir und sagte: „Um zu einem Einverständnis zu kommen, müssen beide Seiten Zugeständnisse machen. Aber die ■Juden sind ja nicht zum geringsten Kompromiss bereit. Wie kann man da ein Abkommen erreichen?“ Glubb fügt traurig hinzu: „Kein Wort mehr über Abdallah! Er war mein Freund. Ich habe ihm viele Jahre ge dient. Was immer ich auch über ihn nun sagen würde, seine Feinde werden es sofort aufgreifen, um sein Andenken zu besudeln.“ „Glaubten Sie, als Ihnen 1948 der Befehl gegeben wurde, nach Israel einzumarschieren Sie werden eiegen? Glaubten Sie, die Arabische Legion werde Zahal bezwingen?“ „Nicht eine einzige Minute glaubte ich an einen Sieg der Legion“ erwidert Glubb „Noch bevor es lee ging und während der Woche auf dem Kampffeld, war ich überzeugt, war es für mich sonnenklar, dass der Sieg euer bleibt Das W'usste jeder, der sich in Sachen des Mittleren Orients auskannte. Ihr wart nur ein Häuflein an Zahl, aber mobilisiert und organisiert bis auf den letzten Mann. Die Araber hingegen gespalten, uneinig, unvorbereitet, was sie an Soldaten ins Feld schickten, war auch quantitativ fast Null.“ Glubb lässt seine Worte ruhig, mit bedächtiger Müsse falleu und das Lächeln Neues Gesetz gefordert Bcnn. — Der deutsche Bundestag erßuehte einstimmig die Regierung, ein Gesetz vorzübereiten, das allen Deutschen verbietet. fremden Ländern bei der Produktion von Waffen zur Massenver nichtung Hijfe zu leisten Der CDU - Abgeordnete Karl Weber bezeichnete en solches Gesetz für er forderlich, um den ,,im Ausland hervorgerufenen Verdacht an den friedlichen Absichten de« deutschen Volkes zu beseitigen“. (ITA) weicht keinen Augenblick von seinem Gesicht, als gäbe es gar keinen Zusammenhang zwischen ihm und den Ereignissen, von denen er spricht, „Welcher von den Kämpfen, an denen Sie teilgenommen haben, war der schwerste?“ frage ich. „Ich weiss es nicht. Es ist mir nicht erinnerlich . “, sagt Glubb und fährt fort: „Ich weißs nur eines: die Jerusalemer Operation ging mir sehr zu Herzen. Dass die Kämpfe in der Heiligen Stadt tobten, tat mir bis ins Innerste weh. Wir wollten es beim status quo bewenden lassen: die Altstadt für Transjordanien, die Neu stadt für Israel. Aber die Israelis wollten nicht, sie wollten beide Teile beherrschen! Die fremden Konsulate mischten sie in die Sache ein, wandten sich wiederholt an uns, das Feuer einzustellen. Taten wir das aber, sofort gingen die Israeliß zum Sturmangriff auf uns über. Im Sturm auf uns los... So dauerten die Kämpfe um Jerusalem eben bis zum Beginn der Waffenstillstandsverhandlungen weiter.“ Dann wurden Glubb und eine Gruppe britischer Offiziere. welche die Arabische Legion befehlitgten, be kanntlich aus Transjcrdanien ausgewießen Begonnen hatte es 1920, als die Tür ken aus der Mittelostzone vertrieben und die Engländer ihr« Herren wurden. Während seiner Dienstjahre. die er anfangs als britischer Offizier zusammen mit den Arabern verbrachte und später in Diensten Abdallahs, erfolgte Glubb Paßchas .berühmte Metamorphose“ — er wurde „ei ner der ihren”, legte die arabische Tracht *n, lernte ihre Sprachen, adoptierte drei arabische Kinder, organisierte die Wüstentruppen, versuchte Disziplin in die Reihe der Beduinen hineinzutragen und bemühte sich, den ewigen Stämmefehden ein Ende zu setzen. Aus jüdischen Untergrundorganisationen drangen zu Glubb immer wieder Todes drohungen, und als er 1948 nach London fuhr, wurde ihm von der englischen Armee eine Leibwache zur Seite gegeben. Aber nach dem Tode Abdallahs, seines Freundes und Beschützers, begann sein Stern zu erlöschen und das Rad des Ge schicks sich gegen ihn zu wenden. 1953, nach der Aktion „Kibija“, demonstrierten die Araber gegen ihn, weil er keine Vergeltungßaktion gegen Israel unternom men hatte, doch Glubb erwiderte das Waffenstillstansabkommen verpflichte Transjordanien, nicht zu reagie ren. Davon wollten viele Araber nichts wissen und behaupteten, Israel korrumpiere ihn. 1955 fanden wieder Demonstrationen gegen ihn statt, wegen Transjorda niens Beitritt zum Bagdadpakt. Anfang 1956 nannte ihn der Führer der parlamentarischen Opposition sarkastisch den „ungekrönten Kaiser von Transjordanien“ und forderte seinen Rücktritt. Dann rollten die Ereignisse sehr rasch ab;, es dauerte im ganzen nur noch ein paar Wochen und Glubb Pa¬ Ton MILTON FRIEDMAN Die Verschärfung der Rassenspannung in den USA hat zu einem Ausbruch des Anti-emitiemus vonseiten der „Schwarzen Moslems“ geführt, einer relativ kleinen, aber äusserst kämpferisch gesinnten Partei unter den Sei. warzen. Malcolm X., der Sprecher der Schwarzen Moslems, erklärte im Bildfunk in Waßhing ton, New York und Boston, dass die Juden als erste bestraft werden sollten. Seine Worte, die bei vielen helle Empörung hervorriefen, waren: „Die meisten Juden haben ein schlechtes Gewiseen, wem man von Ausbeutung spricht, denn sie kontroL Heren 90 Prozent des Handels in jedem Negerzentrum in den Vereinigten Staaten und erzielen mehr Nutzen aus der Kaufkraft der Farbigen als diese selbst oder irgendein weisser Sektor.“ Ferner behauptete er: „Wenn man von der Ausbeutung der Neger spricht, eo glauben die meisten Juden, man meine sie, und um ihre Schuld zu bemänteln, klagen sie uns an, Antisemiten zu sein.“ Er pries hierauf George Rockwell, der ein guter Freund der Schwarzen sei. Der Nationalverband für den Fortschritt der Farbigen und andere Negerorganisationen wurden von Malcolm X. angegriffen, weil sie Juden als Mitglieder aufnehmen. Er sagte, der Präßident dieses Verbandes sei ein Jude, aber die Juden würden nicht erlauben, dass ein Farbiger Präsident der Bne Brit oder einer anderen jüdischen Organisation werde. Er machte sowohl Juden wie Christen für die hohe Kriminalität unter den Negern verantwortlich, da „die jüdisch-christliche Gerellschaft jene Faktoien geschaffen habe, die dazu angetan sind, dass so vie- 1 ie Neger ins Gefängnis wandern.“ Die Schwarzen Mosmels betätigen sich als Agitato- ’ ren für Rassentrennung und Rassenhetze. Sie werben für einen chauvinistischen Nationalismus der Schwarzen und . "erachten Reverend Luther King und alle Negergruppen, die gegen Gewalt auftreten. Dagegen predigen sie den Farbigen, die „weissen Teufel“ zu hassen. Ungefähr 1 100.000 Neger gehören der Sekte der Schwarzen Moslems I scha hatte die Landesverweisung in der Tasche. In Wirklichkeit war Glubb in all den Jahren seines transjordanischen Dienstes oder Herrschaft ein geschworener Feind Israels und der Juden. Kurz vor Ausbruch des Befreigungs. krieges schrieb er in der Zeitung: „Die Ideologie der Juden ist nicht weniger totalitär und grausam, als die der Nazis. Viele Juden emigrierten aus Deutschland nach Israel nachdem sie von den Nazis in ihren Methoden genau unterwiesen und das System ihrer grausamen Herren übernommen haben.“ Doch wie sich herausstellt, hat die Zeit auch bei Glubb ihre mäsßigende Wirkung nicht verfehlt. „Meine Zeit im Mittleren Orient ist vorbei. Ich bin nicht mehr dort und werde dorthin auch in 'Zukunft nicht zurückkehren“, sagte er. „Doch ich bete um den Frieden für eure Zone. Das ganze Uebel ist nur, dass ihr einander immer wieder die alten Sünden von vor zehn, zwanzig, vierzig Jahren vorwerft und nicht begraben wollt, was gewesen ist.“ „Ihr müsst eine Lösung für die Zukunft finden“, ßagt! er mit forderndem und zu; gleich von Nachdenklichkeit beschwertem Ton in der Stimme. Dann unterbricht er sich plötzlich, macht eine Gedankenpause, wägt schliesslich jedes Wort, als er sagt: „Glauben Sie nicht, ich sitze hier i:«d sehne den Untergang Israels herbei. Im Gegenteil, ich hoffe zutiefst und wünsche, der Augenblick, in dem Israel an die I Wand gedrückt werde, möge I nie eintreten.“ — 1 VARDI MOSHE I Das neue Kabinett Israels Jerusalem. — Ministerpräsident Levi Eshkol be stätigte vier Vizeminister in den Aemtern, die sie im Kabinett Ben Gurion innehatten, nämlich Schimon Peres für Verteidigung, Rabbiner Kalman für Erziehung, Jizchak Rafael für Gesundheit und I. S. Benmair für drß Innenministerium. Jizchak Korn wurde nicht als Vizeminister für Finanzen wiederernannt, ind der Posten des zweiten Vizeministers für Erziehung. der seit dem Tode Ami Asafs nicht besetzt worden ist, blieb vorläufig noch offen. Pinehas Sapir, Minister für Handel und Indußtrie, präsidiert ausserdem das ministerielle Wirtschafts- Comites. Man vermutet, dass Mosche Dajan, der seinen Austritt aus der Mapai erklärt hat, auch sein Portefeuille als Ackerbauminister niederlegen dürfte. Ein Sprecher der Gruppe „Junge Mapai“ enthüllte, dass noch verschiedene andere Mitglieder auf ihre Partei angehörigkeit verzichten würden, falls die Ansichten dieser Gruppe weiter ignoriert werden sollten. Die jüngere Generation dieser Fraktion rechnet mit der Unterstützung des Entwicklungsministers Josef Almo gi und des Leiters der haifaer Parteifiliale, Bürgermeister Aba Jushi. (ITA) Registro de la Propiedad Intelectual No. 735 104 Impreso en la Imprenta POLIGLÖTA — Rivadavi» Ml

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