Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 24 (1963)
- Issue
- 2017 (21.6.1963)
- Date
- 1963-06-21
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/9616703-9613667-9613934--2814-9613936- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
2 — Viernes, 21 de Janie de 1K3 LA SEMANA ISRAELITA Afie XXIV. — Ne. 2017 Ein Mann machte Geschichte (Schluss von Seile 1) Staat' . Die Zeitschrift selbst verfolgt eine streng katholi sehe Linie, berichtet regelmiiissif über die Bewegun gen. die heute innerhalb der Kirche bestehen und folgt der liberalen, weltoffenen Linie die Papst Johannes XXIII. vorgezeichnet hat. Da,s die Frankfurter Monatshefte überhaupt einen kritischen Aufsatz über einen Papst veröffenllicnen, ist ungewöhnlich. Dass sie den Ausführungen von Otto Köhler etattgafcen, bleibt überraschend. Die gegen die Haltung von Pius XII. vorgebrachten Argumente sind scharf, mitunter viel schär fer. als sie* im Buch von Hochhuth ausgedrückt wer den. Man darf dabei unterstellen, dass Kogon selbst, jahre’anger KZ-Häftling in Buchenwald, vergeblich auf ein päpstliches Wort gewar tet hat, als er, der gläubige Katholik, in der nazistischen Hölle schmachtete. Schon allein die Erklärung: „Es ist das Verdienst des Protestanten Rolf Hochhuth. mit seinem Drama ,,Der Stellvertreter" der katholischen Kirche endlich die lange unterschlagene Diskussion über ihr widerspruchsvolles Verhalten zum Nationalso zialismus aufgezwungen zu haben ', hebt die Debatte und auch das Drama, das Hochhuth ja eine .christliche Tragödie' nennt, auf ein ganz anderes Niveau als das, auf dem bisher die Auseinandersetzung stattfand. WHWWHWHHHWM Dr. FREY ABOGADO PUEVRREDON 2190 1* isq. nachm. 16—19 Uhr Neue Tel Nr.: , 80-6930; REAL PEN Füllhalter I REPARATUREN j Spezialgeschäft « CORRIENTES 569 Í T. E. 49-5850 $ Jaime Liebling: S. A. I SPEHRHOELZER i HOELZER* DIAZ VELEZ 5224 : TeLï 89-9349. 33-9305' PROPIEDADES FRANKENBERG S. R. L. berät Sie kostenlos and inverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN VIRREY DEL PINO 2262 T. E. 73-7887 Niehl immer haben wir bei i den heftiger. Debatten den! Eindruck gewinnen können,I dass hier wirklich offen und! aufrichtig um die Lösune ei- | ner Frage gekämpft wird,; die nicht uur für Juden oder i Christen von Wert und Be 1 deutung ist sondern für alle kommenden Geschlechter, die darum ringen, Vergangenes zu erkennen und ver- 1 stehen zu wollen. Der schar i fe polemische Charakter, vielleicht durch einige nicht glückliche Stellen des sonst j hervorragenden Schauspiels | provoziert, sollte verschwinj den. Denn auf diesem Wege; werden neue Gegensätze aufgerissen, der historischen Wahrheit aber wird kein Dienst erwiesen. Wir wollen nicht annehmen, dass es Kreise gibt, die daran interessiert sind die historische Wahrheit zu verschleiern. Der Berliner Männerseel sorger, Monsignore Hans Gerhaid Müller, z. B. erklärte gegen Hochhuth: , Im Papst ist jeder einzelne von uns persönlich geehrt, aber auch persönlich beleidigt, denn wenn wir schwiegen, dann wären wir feige, ja verbrecherisch“. Das und nichts anderes ist aber die Frage Hochhuths: Warum hat der Papst zu den Verbrechen geschwiegen, deren Opfer Millionen Juden gewesen sind? Mit Recht weist Köhler in den Frankfurter Monatsheften in diesem Zusammenhang darauf hin, dass der Papst überhaupt nicht die zentrale Figur in Hochhuths Stück ist, sondern der junge Jesuitenpater Ricardo Fontana, der vergebens versucht, den Papst zum Protest gegen die Deportation der Juden aus Rom sowie gegen die Massenvernichtungen zu bewegen. Es ist ein katholischer Priester, nämlich dieser Fontana der sieh den Judenstern anheftet und den Todesmarsch mit den Opfern nach Auschwitz antritt. Wie kann man da noch «egen, Hochhuths Werk sei ein antikatholisches Drama? Noch eine andere Episode beweist, dass die Auseinan der Setzung mit dem Problem wie ’st die Haltung des Papstes Pius XII. gegenüber dem Nationalsozialismus zu erklären?, nicht auf einer sachlichen, sondern auf einer polemischen Ehe ne ausgetragen wird. Das ist die Bemühung, Hochhuth wegen der Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener vor Gericht zu ziehen. Auf diesem Wege kann eine von allen objektiven Beobachtern als berechtigt konzedierte Frage gewiss nicht ei ner Klärung zugeführt werden. Gewiss hat die Kirche einmal den Nationalsozialismus in der Enzyklika „Mit brennender Sorge“ verurteilt. Aber diese Enzyklika wurde } SCHENK0LEWSK! \ KULTUSSTICKEREIEN ¡« 'f Schahbosdecken - TaIJis-i ■, beute) Käppchen - Vlaz-J |i zot-Tasehen Hand- und % { Älasi hinensticker-: von J Bett und riscbwäsche J ¡; Dr. P. I. RIVERA 2585 *. % (fr. Bebedero) ¡J T. E. 73-9155 ------- nicht von Pius XII., sondern von Pius XI. erlassen. Die Verteidiger Pius’ des XII. bemerken hierzu, dass ,,Pa celli im Gegensatz zu seinem temperamentvollen Vorgänger nicht leicht zu einer öffentlichen Stellungnahme zu bewegen war“. Dennoch hat auch Plus XII. wiederholte Male klar Stellung ge nomrr.en, nur nicht in der Frage des Nazismus und der Massenvernichtungen von Juden. Ein Verteidiger des Papstes hat eingewandt, dass er auf die Frage, ob man gegen die Massenmorde nicht proteßtieren müsse, geantwortet habe: „Was soll ich denn machen? Lieber Freund, vergessen Sie nicht, dass in den deutschen Heeren Millionen Katholiken sind Soll ich sie in Gewis «enskrnflikte bringen? Sie haben-geschworen. Sie müssen gehorsam sein’’... Der Autor in den Frankfurter Monatsheften fragt u. a.: „Dann war es weniger wichtig, die Juden vor den Ver nichtungsöfen in Auschwitz als die katholischen Wehrmaehtangehörigen vor Gewissenskonflikten zu bewahren? Dann war der Gehorsam vor Hitler mehr als der Gehorsam vor Gutt, der da gebietet, dass alle Menechen auf dieser Erde gleicherweise als seine Kinder angesehen werden und ihr Leben unantastbar ist?“ Diesen Fragen ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Keinem Henker ist dieser Gewissenskonflikt er spart worden. Alle rechtlich denkenden Menschen sind der Auffassung, dass die Gehorsamspflicht gegenüber den Machthabern eine Grenze dort findet, wo das Recht und das sittliche Gesetz beginnen. Kein Verbrecher kann sich vor einem deutschen Gerichr auf seine Gehorsamspflicht gegenüber einem höheren Befehl berufen. Man verlangt mit Recht, dass jeder das Ungesetzliche der Judenmorde habe erkennen müssen. Sogar die brutalen Henkers knechte, die jene Mordbefehle skrupellos ausgeführt haben, werden strafrechtlich verfolgt, ganz abgesehen von der hohen morali sehen und sittlichen Schuld, die sie durch ihre Taten auf sich geladen haben. Und dann hätte ein päpstliches Wort, den katholischen Soldaten in Hitlers Heeren Gewissenskonflikte bereiten JACOB LAPIDUS ï Jipi. Mohei;! NEUE ADRESSE { < VIA MONTE 2037, 4>. B.Í £ 46 1716 and 48-2L34 5 Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS Awvmwwwv i; MOHEL N. PLAKSIN * Superi 2719 I. E. 76-6784 n. 76-2312 Nazi bittet am Schutzhaft Marseille. — Der Franzose Jean Barbier, der während der Besetzung Frankreichs durch die Nazis Gestapo-Offizier war und der Folterung und Erschiessung Hunderter von Juden und Antinazis angeklagt wurde, ist auf eigenen Wunsch vom marseiller Militärgericht eingesperrt worden. Barbier, welcher nach der Befreiung Frankreichs in contumaciam zum Tode verurteilt worden war, lebte friedlich viele Jahre lang unter dem Namen Leroyer in Marseille. Man wusste, dass die Polizei seit 1961 sein Vorleben kannte, nachdem ein 13jähriges Mädchen ihn wegen gewalttätiger Belästigungen angezeigt hatte. Eine polizeiliche Untersuchung führte zur Euthüllung der wahren Identität Leroyers, aber das Militärgericht von Marseille gestand ihm vorläufige Freiheit zu. Jetzt hat Leroyer darum ersucht, gefangen gesetzt zu werden, weil er wohl befürchtet, dass Ueberlebende der nazistischen Foltermassnahmen angesichts der vom Gericht bezeugten Milde ihn löten könnten. Barbier begründet sein an die Militärjustiz gerichtetes Gesuch mit der Möglichkeit, das« er „jetzt die ganze Wahrheit sagen“ könne. Wie es heisst, erhielt er zahlreiche Drohbriefe. Während der Besetzung lei tete er die Sonderabteilung der Gestapo in Grenoble, (ITA) U SEMANA ISRAELITA Blsemanario — aparece .os Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. V ir antwortlich: Dr. Hardi Swarsensky PueyrredAn 2190, 1» izq. T. E. 83-2613 80-6930 Abono- Preise: Argentinien. 6 100.— pro Quartal Ausland 6 600 — jährl können? Man muss zu der gegenteiligen Ueberzeugung gelangen: Ein Wort dee Papstets hätte das gesunde sittliche Empfinden der Soldaten gestärkt, und nicht nur das der Katholiken. Denn sie selbst hatten sehr wohl Zweifel, ob dieses Massenmorden verantwortet werden kann. Wir wissen ferner, dass die Ankündigungen der Alliierten, die Mordtaten würden nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches ihrer gerechten Strafe zugeführt werden, in einem nicht zu unterschätzenden Umfang dazu beigetragen haben, die Mordgier der Führung und ihrer Helfer einzudämmen. Warum sonst haben sich eo viele um ein Alibi bemüht, als sie erkennen mussten, dass der Krieg für die Nazis verloren ist? Die von Hochhuth aufgeworfene Frage, ob der Papst durch ein klares Wort der Verdammung der Verbrechen nicht die Maseenver. nichtung der Juden hätte eindämmen können, ist zu eng gefasst. Denn das Schweigen des Papstes erstreckte sich auch auf die vielen frommen Christen — unter ihnen nicht nur Katholiktu —. die um ihres Glaubens willen in die Konzentrationslager gesteckt worden waren. Die Berechtigung der Fra- Dr. J. P. Krell Bieber INNERE MEDIZIN n. RHEUMATISMUS Arzt am Hosp. Plrovano Mo., Mitt. Frei. 15-20 Uhr 3 de Febrero 2030 76-0266 Privat 52-7734 Dr. B. Schwanz ZAHNARZT ESTQMBA 2283 52-8214 RAYOS X PARADENTOSE TELE F. VORANMELDUNG -;-!---- -: 1 ■ —! BERNARDO STERN Ausfuehrung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 T. E. 58-4052 ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE: 78-0286 73-1049 gen, die Hochhuth in seinem Drama aufgeworfen hat, sollte durch keine Polemik geleugnet werden unabhängig davon, welche Antwort hierauf erteilt wird. — Der 26. Zionistenkongress Jerusalem. <— Der 26. Zionistische Kongress soll einem Beschluss des Zionistischen Generalrate zufolge im August 1964 stattfinden. (ITA) Werwolf-Führer freigesprochen Graz. — Der ehemalige SA - Standartenführer Richard Hochrainer wurde vom Grazer Geschworenengericht von der Anklage, der Anstiftung zum Meuchelmord freigesprochen. Das Urteil hat in Oesterreich deshalb Aufsehen erregt, weil Hochrainer im vergangenen Jahr zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilt worden war. Der Oberste Gerichtshof hatte jedoch seiner Nichtigkeitsbeschwerde stattgegeben und die Wiederaufnahme des Verfahrens verfügt. Hochrainer wurde erst 1961 verhaftet. Er stand unter der Anklage, im Mai 1945 mehrere Tage nach der Kapitulation auf einer entlegenen Alm in den steirischen Alpen den Befehl zur Erschiessung von neun Juden gegeben zu haben. — KINDERARZT Dr. SAMUEL CORN MEDICO DEL HOSPITAL DE NNOS VIRR. LORETO 1756, 2° SPRECHZEITEN T. E.: 93-0459 Montag, Mittw., Freitag 73-7661 von 15—20 Uhr *S3333*lM3*SSSBNMS3SM3i*33S3i3SBMSiS3S**«l«alieSilSSai3Si3Ü I Dr. BERNARDO GOLDSTEIN I 3 : S MEDICO g S ■ s Cardiologia — Hospital Fernaitdoz § g Radio X — Durchleuchtung — Electrocardiogramme 5 i CUBA 2141 — T. E. 73-8782 a. 73-6817 g « g S Consultas: Montag bis Freitag: 15—18 Uhr g S Sonnabend: 14—16 Uhr g jjj S säaSII3I31333HglE3«S31313S83E13S«3t3»3331S3333»»»rrSSS»3I8M3k9 VARICES-ULCERAS DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS Dr. SAUL UMANSKY Sarmiento 3M6 T. E. 87*1362 VON DER STUDIENREISE ZURUECK Sprechstunden nach telef. Vereinbarung Psychologische Beratung : HABEN SIE EIN PROBLEM? \ TRAGEN SIE AN EINER SEELISCHEN LAST? J Dann wenden Sie sich an p Livia Nonmann \ Verlangen Sie Sprechstunde: J 32 0684 zwischen 9 und 11 Uhr j uinmniautiininisiaunnnaaiHiiiHiiHsnuinHtK §Dr. BENJAMIN LIPNIZKY® g ZAHNARZT S S ROENTGENSTRAHLEM — ZAHN ZIEHER — BE- S g HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG - REGU- - S LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG S g Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnsbend 5 i nach vorheriger Vereinbarung. S S JOSE HERNANDEZ 2518 T. E. 76-MT3 und 73-0500§ Dr. L. KLEIN - Medico Magen, und Darmkrankheiten Röntgen Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: Montag, Dienstag, Mittwoch u. Freitag von 15—19 Uhr Es wird gebeten, &ch vorher telefonisch anzumelden SANTA FE 1391 T. E. 44 9493 u. 44-1542