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Jüdische Wochenschau · 1963-05-10 · 2011 (10.5.1963) · p. [Seite 7]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2011 (10.5.1963)
Date
1963-05-10
Page
[Seite 7] (sequence 7)
Language
German, Spanish
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ibbiner Leo Baeck mserer Tori2en ne Artikelserie w Yorl[er“, die rregt hat, ^j[ auPtungen un. Rabbiner rperten, irühedoIf Leschnit. retung der Ju. äi« Verdacht! :hnitzers Aus. 811 wünschen Amerika gegeiews in den Boehm hat >ch einen Pro. üt, in dem er r Leben und te zutreffend is ganze Ka. sen sich die ls unhrauchi die These lag stimmen, iüdische Gee und andere ichkeiten ih. m nur noch (lieb als Rabbiner bei seiner «emeinde. Aber nicht nur, im sie darauf vorzubereiten, ten Tod ruhig und gefasst ainzunehmen. Baeck blieb — and das ist das Entscheidende — auch aus einem anderen Grund, nämlich um den Juden die nicht auswandern tonnten, seine Ueberzeugung tinzuflössen, dass der Nationalsozialismus und die Judenverfolgungen zu Ende ge. hen mussten, und um den Lebenswillen der Juden vachzuhalten. Baeck wusste dass ihn an ledern Tag, an dem er ervachte, Folter und Tod bedrohte. Aber er war sich zugleich dessen bewusst, dass »n jedem Tag, an dem er erwachte, der Zusammenbruch des teuflischen Systems und die Befreiung erfolgen konnte. Hinter allem, was er tat, itand diese Ueberzeugung, nicht aber, wie Hannah Arendt aus Hilbergs Buch schliessen zu können glaubt, Gefügigkeit gegenüber Drohungen und Nachgiebigkeit gegenüber Befehlen oder blosse „Humanität“. Nichts lag ihm ferner als die Resignation, dass der Tod von Mörderhand unver. weidlich war, und dass das einzige, was die jüdische Führung noch erreichen konnte, darin bestand, angesichts eines unausbleiblichen Unterganges unnötige Här. und Qualen zu vermindern. Ganz im Gegensatz zu dem, was von Hilberg vermutet und von Frau Arendt aufgenommen uud zu einer Verdächtigung aufgebauscht wird, leistete er Widerstand, tnd wo und wann er es für richtig und sinnvoll hielt. All das wird auch aus einem anderen Kapitel deutlich, Neben den Berichten über die fünf Verhaftungen Baecks, seine Deportation, den Widerstand, den er unter schwierigen Umständen bei verschiedenen Gelegenheiten leistete, stehen die Bemerkungen über die beiden Angelegenheiten, die jetzt zu Anschuldigungen gegen ihn benutzt werden. 1. Was die Einsetzung der jüdischen Ordner betrifft, so ..kooperierte“ Baeck in derselben Weise, in der gefangene Offiziere in Kriegsgefangenenlagern mit dem Feinde „kooperieren“, wenn sie gefangene Soldaten der tigenen Armee an der Aufechterhaltung der Ordnung m Lager mitwirken lassen. 2. Baecks Entscheidung, die Nachricht über die Vergasung nicht an die anderen Internierten in Theresien. stadt weiter zu geben, war offensichtlich — er gibt hierüber weit ausführlicher Auskunft als es die dreizehn ron Hilberg und folglich iuch von Hannah Arendt zitierten Worte vermuten lassen — von seiner grundsätzlichen Ueberzeugung diktiert, dass das Nazisystem jeden Tag zusammenbrechen konnte, und von seiner Einsicht, dass dieser Tod nicht alle treffen würde“. Auch hier hat er recht behalten. Seine Handlungsweise war nicht unähnlich der des Arz. tes, der in bestimmten Fällen nach reiflicher Ueberlegung den Patienten niijit über die ganze Grösse der tödlichen Gefahr aufklären will. , j¡071 Kindern ' spAHISCHER SPRACHE Pasteur 351 Die Alternative, vor der Baeck stand, bedeutete für ihn eine Situation, in die wir uns heute kaum hineinzuversetzen vermögen. Seine Güte, Menschen, kenntnis und Klugheit lie. ssen ihn eine Entscheidung fällen, die vielen Menschen gerade jetzt nachträglich als die richtige erscheinen muss, zumal der Gang der Ereignisse seine Entscheidung wohl gerechtfertigt hat. Wie schwer es für Baeck gewesen sein muss, all dies mit sich allein auszumachen, darüber schweigt er ebenso wie über vieles andere. Dies Schweigen ist ein Teil seiner Grösse, eine der Eigenschaften, die ihn für viele von uns zu einer verehrungswürdigen Gestalt gemacht haben. 3. Wie steht es nun mit der von Hannah Arendt behaupteten, allseitigen Geltung Baecks als „jüdischer Führer?“ Vergleicht man ih re und Hilbergs Angaben, so ergibt sich ein verblüffendes Resultat. Bei Hilberg steht auf Seite 292: „The Jewish Führer* in Berlin as one of Eichmann’s peopble called Rabbi Leo Baeck..." Auf derselben Seite heisst es in einer dazugehörigen Anmerkung: „The Eichmann man who called Baeck the Jewish .Führer* was Hauptsturmführer Wisliceny.“ In Hanna Arendts Darstellung wird daraus (New Yorker a. a. O. S. 42): „Dr. Leo Baeck, Chief Rabbi of Berlin, who in the eyes of both jews and Gentiles Was the ‘Jewish Führer*.” Was ein einziger Nazi, Eichmanns Gehilfe Wisliceny gesagt hat, wird von Frau Arendt als allgemeine Auffassung bezeichnet, als Vorstellung, die beiden Seiten, Juden und Christen, geläufig war. Das ist ein krasser Fall von Geschichtsklitterung — es sei denn, dass Frau Arendt sich hier noch auf anderes, von ihr nicht erwähntes Material stützt. Wir glauben, dass Frau Arendt, nach sorgfältiger Prüfung des reichlich zur Verfügung stehenden Materials allen Grund haben wird, ihre Aeusserungen zu revidieren. Literarische Notizen ■ i Ausstellyingsreise Der British Council in London schliefst Israel zum erstenmal in eine Ausstellungsreise ein, die anschlie-, ssend an die Biennale in Venedig erfolgt. Die Ausstellung der Skulpturen von Hubert Dalton, die in Jugoslawien zu sehen waren, kamen Ende Januar nach Israe, in die drei grossen Städte und verlassen Irsael nach drei Monaten, um in Paris und Brüssel gezeigt zu werden. Jüdischer Israel-Studienreisen 1962 1429 Jugendliche aus 14 Ländern haben bis September 1962 Studienr?isen nach Israel gemacht. Davon kamen 600 aus den USA. 250 aus England und Skandina^ vien und 450 aus Italien, Griechenland und Deutschland. Opernsaison In der diesjährigen Sa:son wird in der Israel Oper wieder als Gast die bekannte japanische Sängerin Miciüko Sunahara in ..Madame Butterfly“ und der amerikanische Tenor Leonurd de Pardo in „Aida“ auftreten. Musik in Buenos Aires Hehraeischer Unterricht o», n n : r Ñ n : £ n *7X*?xa jixtib .*?3ri v1™ *?3ö ni*n rvnirrn rvooxn pn vfr - ru ivaa naipa nx nxxn -tsi n,T3n",’¡rn nnvx m ,rip^y niöaaa ni*a*irja np/^np ’san i^axi ,i*?a a^iya niirny * \ t t i . - -■•ans a’aatf *?tf anxia : t : V t *ib?dx npnaxa a^o .jiiCTiaa xxa*? p-rnn xin ^x^xa pxna .*7X*iira niaarma *73 ra t : * : : - ** t T i .. yapxi aitfan ■‘ia*? “roii xin Tiopñpn ’T-’py a^tf .ftf onia “*7xa pxnian nwha ai*? -»aSi anvx (2000) dss *j*?x ntëam anfión n*? •np'Dna itd'ïï (35.000) ~rp3 nnao n*?na ja-iaa p]*?« ntëam anfrp niaan .“ISO (2 5,000) üpô'mv mas ma nitsina) T >| « - T I BEZALEL-MUSEUM (Rechte Spalte) In einer stillen Strasse Yeruschalayims —‘ unweit vom Knesset(l)-Gebäude — befindet sich das Bezalel Museum. Wer das Museum besucht, spürt sofort den grossen unterschied zwischen dem Leben der modernen Stadt und der besonderen Atmosphäre, die innerhalb der Mauern des Museums herrscht. Jeder einzelne Museumsraum ist eine Welt für sich. In einem Saal kann man Chanukka, und Silberleuchter sehen, Einbände für Siddurim (2) und Machsorim (3), Behälter (4) von Torarollen, Becher und Kronen (5), Arbeiten jüdischer Kunst handwerker aus Europa, Nordafrika und dem Nahen Osten. Hier findet man Gegenstände aüs dem 13. bis zum 19. Jahrhundert. Im anschliessenden Saal sieht der Besucher Zeichnungen eines modernen jüdischen Künstlers und künstlerische Pes. sach.Haggadot (Linke Spalte) aus allen Weltteilen. Nicht nur die jüdische Kunst fand ihren Platz in diesem Haus, auch Zeichnungen vom Mittelalter bis zu unserer Zeit, tausende antiker Münzen, Keramiken alter Kulturen aus der ganzen Welt. Sogar Gegenstände primitiver afrikanischer Stämme befinden sich im Museum. Das Bezalel Museum ist das älteste von allen (Museen) in Israel und wurde vor 54 Jahren von Prof. Boris Schatz (6) gegründet. Heute besitzt es an 2.000 Bilder und mehr als 35.000 graphische Blätter. Die Museums Bibliothek umfasst 25.000 Bände. 1) Israels Parlament 2) Gebetbücher für das ganze Jahr 3) Festtags-Gebetbücher 4) In der sefardischen Gemeinde steht die Torarolle in einem Behälter. 5) Für Torarollen 6) 1866—1932 ,np23H £330 )p¡?T pnpça .‘rx^xa )iXTio xxpi jix-ïisa npastf *?a Pinjn ^nana *ra tf’na pap rrnnian t pn ,sn patf ra mi»n ,mrmn n-nxn I .. t V V \; - t t .jixTian lixTian n*rno nnx *73 a^xa .iaxp ■apa B*rw xin nTpin nix-)*? ntfsx nnx -no*? nis-a» ^os-nñiaai “ppV niari »aniTnaVi an anroi a^sraa .min n r : * : t a^aix *25? - ,npiTX nixnxa b^ii.t -nnïani jvniaxn nppnpx ]X3 xxa1? lÿpx .ai“!;?n nxan (p1? -sj^nn nxa*2 nsi n*ii»v nxn ijiaon .rniçs? ■’“jin'; Tx W arnrx npaan "isax nos"nnani nn“ia T t: - V t - :; V EL MUSEO BETZAL’EL (Columna derecha) En un tranquilo callejón de Yernshalayim — no lejos del edificio de la Knesset (1) — se encuentra el museo Betzal'el. Cada visitante siente la gran diferencia entre la vida de la ciudad y la atmósfera especial que reina dentro de las paredes del museo. Cada una de sus salas es un mundo aparte. En una sala puede verse candelabros de Januca y otros de plata, fundas para sidurim (2) y majsorim (3), estuches (4) para rollos de la Tora, copas y coronas (5) — obras de artesanos judíos de Europa. Africa del Norte y del Cercano Orinte. Aquí se puede encontrar objetos desde el siglo XII hasta el siglo IXX. En la sala contigua el visitante ve cuadros de un pintor moderno, hagadot artísticos de Pesaj (Columna izquierda) de todas las partes del mundo. No sólo el arte judío halló su lugar en esta casa sino también dibujos de la edad media hasta hoy, millares de monedas antiguas, objetos de cerámica de culturas antiguas de todo el mundo; aun productos de tribus primitivas de Africa se encuentran en el museo. El museo Betzal'el es el más antiguo (entre los museos) de Israel y fué fundado hace 54 años por el Profesor Boris Schatz (6). Hoy, el museo posee unos 2000 cuadros y más de 35.000 (grabados) gráficos. La bibliotheca del museo contiene 25.000 tomos. 1) El Parlamento de Israel 2) Libro de oraciones para todo el año 3) Libro de oraciones para los días festivos 4) En la sinagoga sefaradí la tora está parada en un estuche 5) Para los rollos de la Tora 6) 1866—1932 „L’ATI.ANTIDA“ VON MANUEL DE F ALLA Als Welturaufführung wurde die ,,obra pöstuma“ — weder Partitur noch Program .îheft tragen ehe exakte Bezeichnung wie ,,Oper“ oder „szenisch;s Oratorium“ — in unserem Musentempel gegeben. Die Premiere fand 1961 in Barcelona in konzertanter und gekürzter Form, auf katalanisch gesungen, statt. Das Teatro Colon erfülte mit dieser vollständigen, partiturgetreuen Uraufführung einen intimen Wunsch De Fallas, das Werk unter Leitung seines persönlichen Freundes Juan José Castro in Buenos Aires aufzuführen, als Dank für die Gastfreundschaft, die ihm Argentinien hat zuteil werden lassen. Seit 1926 hatte sich der Komponist mit dem Gedanken getragen, das gleichnamige Gedicht des katalanischen Jacinto Verdaguer in Töne zu setzen. Im selben Jahr noch nahm er dih Arbeit in Angriff, die er immer wieder unterbrach, da sie ihm über den Kopf zu wachsen drohte, um sie fort- 7'isetzen und sie aufs neue bei Seite zu legen. Die Dichtung: Verdaguer lässt Kolumbus als Kind Schiffbruch erleiden. Er rettet sich auf eine einsame Insel, wo ihm ein Esemit die Geschichte der sagenhaften Insel Atlantis im Zusammenhang mit der Mythologie des Herkules und Ibe riens erzählt. So entsteht im Kind der Wunsch, ebenfalls grosse Taten zu vollbringen, die dann der Gereifte verwirklicht. Die Musik: Während bei allen uns bekannten Werken De Fallas das iberische Element unverkennbar prädominiert, sprengt er hier diese Fesseln und ist universell. Wenn wir auch wissen, dass ein Meister seiner Position niemals fremden Einflüssen erliegen kennte, so müssen wir doch konkrete Anklänge an Romantik, Neoromantik und Zeitgenössisches feststellen: Anklänge an die Oratorien Hcneggers und Milhauds, Anklänge an die Opern von Strauss und Wagner, Anklänge auch an den Impressionismus von Debussy und Ravel, denen der grosse Spanier persönlich und künstlerisch stets nahe stand. Die Aufführung: Manuel De Falla gibt dem Chor — im unterbrochenen Halbkreis um das szenische Geschehen gruppiert — als Kommentator grossen Raum. Dass der Colön Chor eine grossartige Leistung vollbrachte, war bei der bekanpten Meisterschaft seines Dirigenten Tullio Boni nicht anders zu erwarten. „El Corifeo“ jener erwähnte Eremit Verdaguers, wur de von Angel Mattiella hervorragend gegeben; ausser seinen Sänger-Meriten verdient speziell die physische Resistenz erwähnt zu werden, die der Bariton offenbarte, indem er das ganze Werk auf der Bühne „durchsteht“. Marta Benegas (Isabela) und Noemi Souza (Pyrene) seien ebenso anerkannt. Während diese jedoch auf der Bühne sangen, wurden alle anderen Rollen „doubled“. Die Vokaüsten sangen, dem Publikum unsichtbar, und das „Corps de Ballet“ versuchte, die vorgetragenen Worte szenisch auszudrücken. Drei entscheidende Faktoren' konspirierten zeitweise dagegen: Die Jünger Terpsychores waren Schüler der Balletschule, weder homogen noch exakt in ihren Leistungen, die Choreographie von Jorge Tomim war wiederholt unklar, und die katalanische Sprache ist nur einem begrenzten Sektor des Colón Publikums geläufig. Dagegen verdienen als völlig geluiigen und künstlerisch erstklassig die Kostü me und projizierten Bühnenbilder von Hector Basaldua vermerkt zu werden. Die weder originelle noch klar durchgreifende Regie lag in Händen von Louis Erlo. welcher jedoch eine erstklassige, hier nahezu unbekannte Beleuchtungstechnik zur Anwendung brachte, durch die das Mystische unterstrichen wurde. , Ueber allem wirkte als Dirigent Juan José Castro, der wie kein anderer wohl die Partitur zum Leuchten brachte, und das Colön Orchester zeigte sich von seiner besten Seite. Der Applaus des zurückhaltenden Auditoriums liess die enormen und pietätvollen Anstrengungen des Theaters und seiner Künstler zu einem Höflichkeitserfolg werden. Curt B. M. Weissstein Verleihung eines Preises Der David-Rosolio-Preis für öffentliche Administration wurde in diesem Jahre deni stellvertretenden Direktor des Weizmann Instituts in Rechowot, Seew Sharef, verliehen. Sharef war von der Staatsgründung im Jahre 1948 an durch viele Jahre hindurch als Sekretär der Regierung und später als Verwa'ter der Staatseingänge im Finanzministerium tätig und gilt als einer der fähigsten Administratoren Ißraels.

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