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Jüdische Wochenschau · 1963-05-03 · 2010 (3.5.1963) · p. [Seite 8]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2010 (3.5.1963)
Date
1963-05-03
Page
[Seite 8] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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franqueo pagado gj“ Concesión 908 S!S U MB < o TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 ASO XXIV ISRAELITA BUENOS AIRES, VIERNES 3 DE MAYO DE 1963 No. 2«10 EL EJEMPLAR Ifl en toda la República PUEYRREDON 2190 1? teq. T. E. 83 2613 Buenos Aires Eine Geste des guten Willens Am 27. März 1963 wurde in der südfranzösischen Gemeinde Gurs der zentrale Friedhof für die in der Deportation gestorbenen Juden aus feaden feierlich eingeweiht. Es soll sich weniger um einen offiziellen Akt der Wiedergutmachung begangenen schweren Unrechts handeln, sondern mehr um eine Geste ehrlichen guten Willens aller, die sich mit Scham daran erinnern, was einst in deutschem Nainei geschehen ist. Am 22. Oktober 1940 erging der NS-Befehl an zahlreiche badische Gemeinden, ihre jüdischen Mitbürger zu beneanen und zur Deportation bereitzuhalteu. Damals traten nahezu 20.000 Juden aus Süddeutschland, darunter 5.603 jüdische Mitbürger aus Baden und der Pfalz, ..die Reise“ nach Südfrankreieh, und zwar in das Lager bei Gurs, Noe und zwei anderen kleinen Gemeinden, an. Für viele war es eine Reise ohne Wiederkehr. 1250 badische Juden fanden ihre letzte Ruhestätte in Gurs. während andere in umliegenden Gemeinden beerdigt wurden! Die meisten waren an den Entbehrungen gestorben. Die übrigen teilten später das furchtbar« Los der Millionen, die der systematischen Ausrottung zum Opfer fielen. Jahre nach diesen Ereignissen berichtete eine Karlsruher Zeitung über den trostlosen Zustand des Friedhofes in Gurs. Auf Veranlassung des Karlsruhe Oberbürgermeisters Klotz, wurde nach Besprechungen mit dem Oberrat der Israeliten Badens im Jahre 1957 eine städtisch-jüdische Kommis ßion für eine würdige Gestaltung des Deportationsfriedhofes in Gurs gebildet. Voraussetzung dafür war eine finanzielle Gemeinschaftsleistung der badischen Stadt- und Landkrei se. Die Instandsetzung sah eine Summe von 335.000 Mark vor. Schon nach kurzer Zeit hatten sich 33 badische Stadt- und Landkreise zur Teilnahme an der Ak tion bereit erklärt Den anteilmässig grössten Befrag stellten dabei die Stadt Mannheim mit 118 000 Mark. Karlsruhe mit 55 000 Mark und Freiburg mit 20 000 Mark und Pforzheim mit 10.000 Mark. Im August wurde ein Beschluss des Gemeinderates von Gurs über die Verpachtung des Friedhofsgeländes an den Oberrat der Israeliten Badens auf 99 Jahre zur Genehmigung an des französische Innenministerium in Paris weitergeleitet. Dem Karlsruher Oberbürgermeister sowie einer Intervention des Auswärtigen Amtes in Bonn und der deutschen Botschaft in Paris war es zu verdanken, dass die langwierigen Verhandlungen am 7. Juli 1960 erfolgreich abgeschlossen werden konn ten. Di« Aufträge zur Instandsetzung erfolgten dann am 13. März 1961, wobei als offizieller Auftraggeber in Frankreich der Oberrat der Israeliten Badens, Nachmann, fungierte. Die Planung und Bauleitung wurde in die Hände der Stadt Karlsruhe gelegt, während mit der örtlichen Bauleitung Architekt Marestip. aus Oloron St. Marie betraut wurde. Bereits im Jahre 1962 war die Ehrenstätte für die badischen Juden fertig Auf dem grossen Friedhof ragt ein schlichtes Mahnmal empor, das von einheitlichen Grabsteinen aus grauem Marmor umgeben ist. Die Steine tragen als Trschriften die Vor- und Zunamen sowie Geburts- und Todesjahr der Verstorbenen. Die weiträumige Anlage bietet noch Platz für die Um!>ettung weiterer KZ-Opfer. die auf nahegeiegenen Friedhöfen bestattet sind und die zu einem späteren Zeitpunkt übergeführt werden sollen. (Aus einer deutschen Zeitung) Trauer um Ben Zwi IN OESTERREICH Wien. — Der Präsident Adolf Schärf und Kanzler Alfons Gorbach übermittele ten dem israelischen Ministerpräsidenten David Ben Gurion Beileidsbezeugungen zum Tode des Präsidenten Ben Zwi. HOLLAND Den Haag. — Beide Kammern des niederländischen Parlaments nahmen feierliche Beileidsresolutionen zum Tode des israelischen Staats des hervorragenden Staatsmannes, Gelehrten und zweiten Präsidenten Jizchak Ben Zwi, mit dem uns lange und herzliche Beziehungen verbunden haben. Seine grossen Dienste für sein Land und sein Volk sichern ihm eine unvergängliche Erinnerung, und sein Ableben wird von allen Völkern in der Welt betrauert, die ihn gekannt und wegen seiner Bescheidenheit und Weisheit hochgeachtet haben. Wir teilen den Schmerz des Volkes Juden dürfen nicht auswandern Kürzlich weilte Krutsehews- Schwiegersohn unu Chefredakteur der Regierungsta geszeitung „Isvestija“, Alexej Adscliubej. auf aer Durchreise in Wien und benützte diese Gelegenneit, um vor etwa 200 in- und ausländischen Journalisten als Antwort auf Fragen seine bereits in Italien geäusserten Thesen zu wiederholen und damit unter Beweis zu stellen, dass die Sowjetunion weder von ihrem politischen noch von ihrem ideologischen Wega auch nur einen Fussbreit abzuweichen bereit ist So auch in der Frage der Auswanderung russischer Juden, sowohl nach Israel als auch nach anderen Ländern. Georg Künstlinger, Chefredakteur von dei ,,Neuen Welt“, Wien, (unseren Lesern als Mitarbeiter der J. W, bekannt — D. Red.) r.chtete an Aschubej folgende Frage: „Herr Chefredakteur, ich möchte nicht Fragen über ein Thema wiederholen, welche, soweit mir bekannt ist, von Ihnen bereits in anderen Ländern beantwortet worden sind Für uns ist es von besondrer Wichtigkeit zu erfahren, ob in der Frage der Wiedervereinigung von Familien — nicht nur Israel betreffend — seitens der Sowjetunion eine prinzipielle Haltung be steht und ob mit einer positiven generellen Regelung gerechnet werden,kann. | Sollte dies nicht der Fall sein, möchte ich an Sie als - Chefredakteur der Regie-; rungszeitung die Frage rich- , ten, ob Sie aufgrund der im | Ausland gesammelten Eri fahrungen bereit wären, in Ihrer Zeitung für dieses soziale und menschliche Problem einzutreten.*' Alexej Asehubei. der nur russisch sprach, antwortete, nachdem ihm Dolmetscher Grünberger die Worte des Chefredakteurs Künstlinger übersetzt hatte, dass, die Sowjetunion, ebenso wie andere Staaten, ihre Gesetze Gedenkfeier in Moskau London. — Wie kürzlich hier eingelaufene Nachrichten aus Russland besagen, iand in dei Grossen Synagoge in Moskau eine eindrucksvolle Trauerandacht zur Erinnerung an den 20. Jahrestag des Aufstandes im Warschauer Ghetto rtatt. Oberrabbiner Jehuda Leib Levin leitete den Gottesdienst und Kantor David Sfeinberg sang las EI Male Racham.V.. Es ist bemerkenswert, dass 15.000 Juden, darunter 500 Frauen, an dieser Feier teilnahmen, denn für gewöhlich erscheinen zu den Andachten nur 50 bis 60 Personen. Auch der Israel Botschafter Jorof Tekoach war anwesend, und wie berich et. folgten ihm viele Menschen nach Beendigung des Gottesdienstes auf die Strasse und drückten ihm wortlos und schluchzend die Hand. (ITA) Registro de la Propiedad Intelectual No 735 104 Impreso en la imprenta POLIGLOTA — Rivadovia 831 ¡ r und Verordnungen habe und sich nach diesen richte. Sowohl Gruppen wie Einzelpersonen erhalten ohne weiteres Erlaubnis, ins Ausland zu reisen, und individuell — beispielsweise in Fällen von Heiraten zwischen Russinnen und Ausländern — werde auch eine Auswanderung bewilligt, ge nerell bestehe aber keine Notwendigkeit, die gegenwärtige Praxis zu ändez-n. Was die Juden betreffe, so repräsentieren diese eine Volksgruppe in der Sowjetunion, die gleiche Rechte und gleiche Pflicnten habe wie andere Volksgruopen und in keiner Weise zurückgesetzt oder benachteiligt werde. Juden hätten eigene Synagogen, eigene Schulen, Theater sowie Zeitungen und werden in keiner Weise an der Ausübung ihrer religiösen und kulturellen Gebräuche behindert. Als Beweis für die künstlerische Entfaltung führte Adschu'bej die Tatsache an, dass die Schallplatte, die er Bürgermeister Jonas als Geschenk übergeben habe, auch jiddische Lieder, von sowjetischen Sängern vorgetragen, enthalte. Mach hinsichtlich des Fortkommens und der Karriere geben für die -luden gleiche Masstäbe wie für alle anderen Sowjetmenschen, sie können bei entsprechender Befähigung allerhöchste Positionen erreichen. So sei zum Beispiel der stellvertretende Chefredakteur der „Isvestija“ der in seiner Abwesenheit die gesamte Leitung der Zeitung innehahe, ein Jude, ebenso wie der Leber des aussenpolil'schen Teiles Einli-itend gab Adschubej mit einem Anfiug von Sarkasmus seiner Verwunderung darüber Ausdruck, dass es immer . die srleiefie Art von Mens-her. der giei eben Art von Z irungep ,st, j die die gleiche Art von Frai gen an ihn richten.“ Trauerfeier auf dem Herzl-Berg Jerusalem. — Wie alljährlich wurde am Vorabend des Jom Haazmaut in Israel der Tag des Gedenkens an die Toten aus dem Freiheitskrieg begangen. Im ganzen Lande wurden Fackeln zu Ehren der Gefallenen entzündet, und das Heulen der Sirenen kündigte den Beginn des zwei Minuten währenden Schweigens an, in denen Verkehc und Arbeit ruhen. Bei der Feier auf dem Herzl-Berg defilierten die Veteranen der Hagana vor Justizminister Dow Joseph und Bürgermeister Isch Shalom. Zur gleichen Zeit wurden auf alle» Militärfriedhöfen und in den Gotteshäusern Kerzen angezündet. Der Dekan des Diplomatischen Korps, Russlands Botschafter Michail Bodrow, besuchte den Stellvertre.- tenden Präsidenten Kadisch Lus. um ihm die Glückwünsche der Diplomaten zum 15. Unabhängigkeitstag ziLÜberbringen. Bei dieser Gelegenheit kondolierte er auch zum Tode des Staatspräsidenten Ben Zwi. In der Knesset fand ein Diplomaten-Empfang anlässlich des Unabhängigkeitstages statt, bei dem jedoch in diesem Jahr wegen der Staatstrauer kein Orchester spielte. (ITA) Präsidenten Ben Zwi an und brachten ihre aufrichtige Anteilnahme am Schmerz des Volkes von Israel in an die Knesset gerichteten Kabelbotschaften zum Ausdruck. Aussenminister Dr. Joseph Luns veröffentlichte ein Communiqué, in dem es heisst: „Die Regierung der Niederlande teilt den Schmerz Israels um den Tod seines Präsidenten.“ WESTDEUTSCHLAND Bonn. — Der Präsident der Deutschen Bundesrepublik Dr. Lübke übermittelte dem Präsidenten der Knesset Kaddish Lus sein Beileid und das dem deutschen Volkes zum Ableben des israelischen Staatspräsidenten, dessen Wirken er vorbildlich über die Grenzen seines Landes hinaus nannte. Bundeskanzler Dr. Adenauer richtete eä:i Telegramm an Israels Minister Präsidenten Ben Gurion, dem er sein tiefes Bedauern über den schweren Verlust, der Israel betroffen hat, aussprach. URUGUAY Montevideo. — Uruguays Nationalrat und Abgeordnetenkammer ehrten das Andenken des verstorbenen Präsidenten Israels, Jizchak Ben Zwi. Die jüdischen Kaufleute Montevideos schlossen ihre Geschäfte für eine Stuu.de zum Zeichen der Trauer. VEREINIGTE STAATEN Washington. — Das Weisse Haus gab ein besonde-! res Communiqué anlässlich | des Ablebens des israeii- , sehen Staatspriisideiren Ben Zwi heraus, in dem es I heisst, „wir teilen den : Schmerz d s Volkes vrn Israel“. Der Wortlaut ist folgender: ,,D'e Vereinig en Staaten beklagen den Tod von Israel -um den unersetzlichen Verlust.“ VEREINTE NATIONEN UN. — Generalsekretär U Thant gab seinem „aufrichtigen Beileid“ zum Tode des Präsidenten von Israel Ben Zwi Ausdruck, den er als einen Mann bezeichnete, welcher „sein hohes Amt mit Würde auszuüben verstand.“ U Thant hatte die Bekanntschaft Ben Zwis anlässlich seines Besuches in Israel im Jahre 1955 gemacht. Auf Anordnung U Thants wurde die Fahne der Vereinten Nationen zum Zeichen der Trauer auf Halbmast gehisst. FRANKREICH Paris. — Die französische Presse würdigte die Persönlichkeit des verstorbenen Präsidenten Israels, Jizchak Ben Zwi, in den wärmsten Worten. Ben Zwi wurde „aer gute Samaritaner“ genarnt, „dessen Haus stets den Bedürftigen offen stand“, und seine „Grösse und Mut als Staatsmann und Gelehrler“ wurden überall hervorgehoben. KOENIGIN ELISABETH If. London. — Königin Elisabeth II. von England sandte an den Knesset-Pi'äsidenten Kadisch Lus ein Konctolenzkabel folgenden Wortlauts: „Die Nachricht vom Ableben des Präsidenten Ben Zwi hat mich erschüttert, und ich spreche Ihnen und dem Volk von Isri.el mein Beileid aus.“ AUS GUATEMALA Ciudad de Guatemala. — Sämtliche Minster, hohe Staatsbeamte und das Diplomatische Korps wohn‘eu dem Trauergottesdienst bei, der in der Magen David- Synagoge für Israels Präsidenten. Jizchak Ben ZwL abgehalten wurde. AUS SUEDAFRIKA Johannesburg. — Die Anteilnahme Südafrikas an dem Verlust, den Israel durch das Ableben seines Staatspräsidenten erlitten hat, kam in zahlreichen Beileidsbezeugungen aus Kreisen der Bevölkerung und der Regierung zum Ausdruck. Präsident Ch. Swart übermittelte der israelischen Regierung offiziell das Beileid der Südafrikanischen Union. Dr. EUGEN GERSTENMAIER Bonn. — Der Präsident des westdeutschen Bundestages. Dr. Eugen Gerstenmaier, sandte der Regierung in Jerusalem telegrafisch eine offizielle Beileidsbotschaft. Im Staatsanzeiper erschien ein ausführlicher Nachruf auf Jizchak Ben Zwi. Jom Haazmauth-Parade in Haiia Haifa. — Israel beging seinen 15. Unabhängigkeitstag mit einer Militärparade, bei der 28 neue Mirage 3-Kampfflugzeuge und Bomber sowie Helikopter und moderne Luftabwehr und Antitank-Geschütze, teilweise zum ersten Mal, gezeigt wurden. Nahezu 400.000 Menschen sahen von den Hängen des Karmel der Parade zu, über der zum Zeichen der Trauer um den verstorbenen Staatspräsidenten die Fahnen auf Halbmast wehten. Auf der Ehrentribüne standen der Stellvertretende Präsident Kadish Lus, Ministerpräsident Ben Gurion, Generalstabschef Zwi Tsur, der Präsident der Zionistischen Weltorganisation Nachum Goldmarn und Frau Vera Weizmann, die Gattin des ersten Präsidenten Israels. An der Spitze der ersten motorisierten Kolonne fuhren Jeeps mit den Fahnen der verschiedenen Einheiten, alle mit ev.em Trauerwimpel versehen. Ihnen folgten 32 Centurion- und Sherman-Tanks und kleinere Panzerwagen. Hinter diesen fuhren die Kanonen der Artillerie. Als sich das Dröhnen der Motore in den Vorstädten verlor, erschienen am Horizont Torpedoboote, Zerstörer und Unterseeboote. Der nunmehr folgende Vorbeimarsch der Truppen wurde von Marineeinheiten angeführt, die in Sechserreihen marschierten, dann kamen die Fallschirmspringer, die Ingenieure und Sappeure, die Frauenbataillone, Offiziersschüler, Abteilungen der Sanitäter, Polizei und Grenzschutz. Den Schluss bildeten Jugendformationtn und Einheiten der Nachal. Während in früheren Jahren die Parade mit einem Volksfest endete, lastete dieses Mal die Trauer um den Staatspräsidenten auf der Menge, die sich still und ernst zerstrnde.

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