Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 24 (1963)
- Issue
- 2010 (3.5.1963)
- Date
- 1963-05-03
- Page
- [Seite 5] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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Auf dem Bild war er mager und hitte einen dichten Schopf Haare. Aber das konnte der Fröhlichkeit nichts anhaben. In Geiste waren sie alle «och jung. „Issar, erinnerst Du Dich an die Geschichte mit den Streichhölzern?" Isear erinnerte sich nur zu gut, denn Feuer gegeben. ,,Und Du erinnerst Dich auch noch?“ Jeder rief sich irgendeinen peinlichen Augenblick ins Gedächtnis, der aber heute nicht mehr peinlich war. Die vergangenen 19 Jahre Bussen ihn ein wenig komisch,' ein wenig traurig erscheinen. Es gab viele freundliche Begrüss-ungen mit Handschlag und auf-die-Schulterklopfen. Man rief sich die Worte des alten Palmachliedes ü^cr die Erinnerungen an di^wundervolle Zeit ins Gedächtnis. Diese Erinnerungen tauchten jetzt auf. Man stieg in die Autobusse und fuhr südwärts, zum Ma’ale Akrabim (Skorpionspass), von wo aus man einigermassen jenen denkwürdigen Marsch von vor 19 Jahren rekonstrieren konnte. UEBDNGEN IN DER WUESTE Vor 19 Jahren... Die dritte Kompanie der Untergrund-Organisation war in die Wüste Juda hinausgezogen, um sich zum ersten Mal im Freien in Kompaniestärke im Waffengebrauch zu üben. Ein weiterer Zweck dieses Ausfluges war Rekognoszierung und Erforschung der Wüste. Ihr Lager hatten sie in den Bergen hinter Sodom aufgecchlagen, wo die britische Polizei nicht oft hinkam. Die Beduinen hatten jedoch die bewaffneten Juden gesehen, und infolgedessen brachten die ägyptischen und transjordanischen Zeitungen Berichte unter der Schlagzeile „17.000 jüdische Jugendliebe bilden sich in der Kriegführung in der Ne gew-Wüste aus". Obgleich es den Engländern klar war, das« diese Berichte stark übertrieben waren, beschlossen sie, die wirkliche Stärke der Ausbildungstruppen festzustellen. Daraufhin erhielt die „dritte Kompanie“ den Befehl, sich quer ddreh die Wüste nach dem Kibbuz Rewiwim zurückzuziehen und Strassen und Pfade zu meiden, um den britischen Ka mel-patrouillen aus dem Wege zu gehen. So begann der berühmte Marsch. Die „dritte Kompanie“ verliess Sodom und zog zum Wadi Fukra (Nachal Zin). So wenig Spuren wie möglich hinterlassend, machten sie einen Zickzack weg zu dem Kleinen Krater, zogen hindurch und gelangten auf die Tamar Hochebene (über die heute die Beer Sehewa- Solom-Landstrasse führt). Dann kletterten eie wieder in da« Wadi Fukra hinunter, umgingen den stark bewachten Skorpionspass und betraten die tiefe Schlucht des Spuren Wadi Jemen. Bei diesem Wadi bestand keine Gefahr des Entdecktwerdens, denn niemand, ■ der es kannte, könnte sich voretellen, dass es ein Rückzugs weg für eine Militärtruppe sein küente. Aber etwas wusste die dritte Kompanie damals nicht, nämlich, dass es keinen Ausgang auß dem Wadi gab: es wurde von einer senkrechten, 300 Meter hohen Wand abgeschlossen, die selbst für die Gazellen zu steil war. Nach einer kurzen Beratung war die Lage klar. Entweder musste man die Wand hinaufklettern oder riskieren, auf eine britische Poli zeistreife zu stossen. Die Entscheidung war bald gefällt, denn sie hatten keine Zeit zu verlieren: „Wir klettern hinauf“. Die Arbeit begann. Mit Spitzhacken und Messern grub eine Vorhut unsichere Tritte in den steilen Fels und iiese dann ein Seil für die anderen hinunter. Das Erklimmen dauerte acht Stunden, und schliesslich waf der Letzte oben. Als sie in den Abgrund hinunterblickten, schallte ein kräftiges Palmachlied durch die Schlucht: „Wir, der PaJmach, wir sind immer voran!“ Die Beduinen, die an «ler Quelle auf dem Gipfel des Felsen« hockten, wollten ihren Augen nicht trauen. Waren diese Männer aus dem Wadi Jirka gekommen? Das hatte noch niemand fertiggebracht. Ihr Scheich erhob sieh und sagte, dass die Stelle von jetzt an „Nakeb ei Jahud“ — der Judenpass, heissen werde. Die Palmaehnikß wollten, dass er der „Pass der dritten Kompa nie“ genannt werde, aber das war dem Scheich zu kompliziert. Er bestand auf dem Namen „Nakeb el Juhud“. „MA’ALE PALMACH“ Diesen Namen hat der Pass seitdem behalten, ü.h. bis zum letzten Chanukkafest, als die Veteranen der dritten Kompanie zum Rande der Schlucht kamen, um eine in den Felsen gemeisselte Inschrift an der Stelle zu enthüllen, wo sie den Gipfel des Felsens erklommen. Die Inschrift lautet: „Ma’ale Palmach“ (Palmach-Pass). Wieder hallte das Lied „Wir, der Paimach, wir sind immer voran“ von den Felsen und Schluchten wider. Viel« sagten voller Staunen: „Das können wir doch nicht getan haben!“ Die Sonne ging unter, und ein grosses Freudenfeuer wurde am Rande der Schlucht angezündet. Einer nach dem anderen erzählte die Geschichte der Palmachmärsche zum Berge Hermon, zu der grossen Wüste in Jordan und in das Herz der unbekannten Negew- Wildnis. Die Kinder eperrten Augen und Mund auf. Niemand bemerkte das verlassene Lagerfeuer der jungen Leute aus Petach Tik. wa, die sieh unter die Menge gemischt hatten und der nicht so alten Geschichte aus dem, Munde derer lauschten, die sie gemacht hatten. Sie hörten «chwei gend zu. Sogar Meir hatte nichts dazu Zusagen. IM0| t i-2804! f i fer'a' \ ,c.ónj Schenkt Euren Kindern BUECHER IN SPANISCHER SPRACHE AUS DEM VERLAG EDITORIAL CANDELABRO — Pasteur 351 Buchausfellung in Jerusalem Jerusalem. — Bei der feierlichen Einweihung der ersten jerusalemer internationalen Buchauestellung, auf der 20.000 Bücher von 25 Natioren zur Schau gestellt sind, hielt Bürgermeister Isch ühalorn die Eröffnungsrede. Innenminister Mo sehe Shapiro, der im Namen der Regierung sprach, gab dem Bedauern Ausdruck, dass keine Bücher aus arabischen Ländern ausgestellt werden konnten. Er forderte die arabischen Schriftsteller auf, gemeinsam mit ihren jüdischen Kollegen für eine Annäherung zwischen Arabern und Israelis einzutreten. Auf der Ausstellung werden Bücher in zehn Sprachen gezeigt. (ITA) Musik in Buenos Aires “BALLET DU XXEME SIECLE“ Das in Brüssel ansässige, von dem französischen Tan » zer und Choreographen Maurice Béjart geleitete „Ballett des 20. Jahrhunderts“ ist von seinem ständigen Sitz, dem „Theatre Royal de la Monnaie“ auf seine erste Südamerika- Tournée geschickt worden und stellte sich in unserem Opernhaus in drei Programmen vor, die insgesamt elf Schöpfungen enthalten. Die Gruppe macht ihrem Namen Ehre und widmet sich ausschliesslich dem modernen Tanz; nahezu alle Schöpfungen sind ven Béjart selbst oder Janine Charat inspiriert, jener wundervollen Tänzerin, die wir vor mehreren Jahren hier bewundern durften, und die vor kurzem bei einer Feuersbrunst fast tödlich verletzt wurde und nun, siech, aber geistig ungebrochen zum Wohle Terpsichores weiterwirkt. Die Kompositionen, die den Schöpfungen zugrundegelegt sind, reichen von Igor Strawinsky — ihm ist ein volles Programm mit „Pulcinella“, „Jeux de Cartes" und dem „Sacre du Printemps“ gewidmet, bis zur allermodernsten funktionellen und elektroniscben Musik, zu deren Spiel die Truppe Tonbänder mit sich führt. Der interpretativ-musikalische Teil wurde dem „Orquesta Filarmónica de Buenos Aires“ anvertraut, welches unter Leitung des belgischen, hier schon bekannten Dirigenten André Vandernoot steht. Namen dieser wohl zur Zeit homogensten Ballett- Gruppe sind für uns Schall und Rauch; die Disziplin, die durch Béjart geweckte und wach gehaltene künsvlerischen Ambitionen, Interesse und Expression stehen auf hierzulande ungewohnt hoher Ebene. Koordination, Ensemblegeist und bis ins Letzte aùsgefeilte und geprobte Details tragen das ihrige dazu bei, das „Ballett du 20eme Siecle“ zu einem einzigartigen und nachhaltigen Erlebnis werden zu lassen. Unter diesen elf Stücken, deren jedes einzelne in sich vollendet zur Geltung kam, seien jedoch drei ganz besonders erwähnt: der „Sacre du Printemps", die „Symphonie pour un Homme seul“ (konkrete Musik von Pierre Henry und Pierre Schaeffer) und der Raveische „Bolero”. Im ers en Stück war der Solist der grossartige Germinal Casado, der auch die „Symphonie“ tanzen sollte, aber er krankte, sodass der Meister Béjart persönlich einspra.ig; die drei weiblichen Soloparts wairen in der „Primaballerina“ Tania Bari yer- Hebraeischer Untertickt rvnnyn n:sn rahn tfVto m? “irr onax ,*?rn intf x »o^tfiTa n^o ,nri oral ,rniD nrrntf rna*? *?rn .-itos na nrrntf Vä'-rraftn o^inn nx n»-]öT nnx .aña1?: xi;?1? —a imias? nx *m p^odíi t V t * : înç?x DV in: trpni Vgtfa naa tsio .na^aoa cisan t * : ” ' t : ” t □"xa onss n^açto cratznn /rso-iax1? snattfa ¡ras?? .■jiatfrn ivna» ib1?1? nia -,n nna m vr nDorrma . T * - V •* ** 5 isñn trbap?? ixan ,rrcto -'-ata Dnsan^a laton *; - T : - T V T .o^irra niisntf na t \ : * T (TV’S*?!» nna» ivna ntesina) 1= •T!| 'I T 101? nx nhw airP diu? xsa ,DnSu?rr nna a^in TT * “ t : **t: t. ninsu?D u?Dm oi^an du? lasa asan .içoninsa ,nfpT rrn PSD1? TilD 1ST Datons?! a^¡pn wt vC? pisn-^ya!nna n^s-nwi .ina •’mann iman nn bxiv * TSV*" I * : " * T T 3 ,niin»n mpion Di?Da Pa nrran naPP Dipaa t t : ~ - V V t : iDaP iay x^an nnaa aia Dja nxi inu?x nna nx .u?inn"7a ]Di?n TStrpxP nain annnx m ,anas Pu? nnsufa lia T T ~ V T T : -lanxa laau? ^oixaaa^x * ». t ■“ T » LOS “TZABARIM“ Y LOS NUEVOS INMIGRANTES (Columna derecha) Cuando hace tres años Jejiel Erez llegó al pueblecito de los nuevos inmigrantes en las montañas de Yerushaiaylm, encontró (allá) 55 familia« de Curdistán. La situación de la aldea era difícil, pues a p^sar de que los inmigrantes sabían como ciudar los frutales, no sabían lo que es un “presupuiesto“ y un trabajo cooperativo. Jejiel vino como instructor social de la Agencia Judía. Pero en lugar de volver a su casa cada noche como es costumbre, trajo consigo a la aldea a su mujer Edna y a su pequeño hijo de un mes de edad. Después de ellos, otra familia de “Tzabarim“ llegó a Even-Sapir: David Aijenbaum. que trabajaba en la universidad (Columna izquierda) de Yeruehalayim, su esposa Raje!, una maestra, y su hija Dina de 10 años. Rajel enseñó a los habitantes al principio leer y escribir. Algo más tarde, David deje su trabajo en Yerushalayim y abrió con su mujer un centro rural de cultura para todas la« aldeas de los alrededores. 60 pobladores de 7 aldeas vienen dos veres por semana a Even-Sapir para aprender el Ivrit y aritmética. En la escuela hay tamhién un curso secundario donde la juventud obrera de todas las aldeas alrededor recibe eneeñanza especial. „ZABRES“ (1) UND NEUE OLIM (Rechte Spalte) Als Yechiel Eres vor drei Jahren zu der Siedlung der neuen Olim in den Bergen Yeruschalayims kam, fand er dort 55 Familien aus Kurdistan vor. Die Lage im Dorf war schwer, denn — obwohl die neuen Einwanderer die Ofcctbäume zu pflegen wussten, fehlte (2) ihnen jede Kenntnis von einem Budget und von kooperativer Zusammenarbeit. Yechiel kam von der Jewish Agesey als Sozial Instruktor. Anstatt jeden Abend wie üblich nach Hause zu fahren, brachte er seine Frau Edna und ihren kleiueq Sohn von einem Monat mit sich ins Dorf. Nach ihnen kam noch eine Familie von „Zabrcß“ nach Even-Sapir: David Aichenbaum, der in der Universität (Linke Spalte) in Yeruschaiayim arbeitete, seine Frau Rachel, die Lehrerin war, und ihre 10jährige Tochter Dina. Rachel lehrte die Einwohner zuerst lesen und schreiben. Bald danach hörte David mit seiner Arbeit in Yeruschaiayim auf und eröffnete gemeinsam mit seiner Frau ein ländliches Bildungszentrum für alle Dörfer in der Umgegend. 60 Siedler aus 7 Dörfern kommen zweimal in der Woche nach Even- Sapir, um Iwrit und Rechnen zu lernen. In der Schule gibt es auch eine Mitteisehulklasse, in der Arbeiterjugend aus all den Dörfern ringsum besonderen Unter rieht erhält. 1) Zabre ist die saftige, aber stachelige Frucht des Kaktus; hier sind die in Israel Geborenen gemeint. 2) wörtlich: wussten sie nicht, was ist... W ohliahxtsfonds Zum Präsidenten der Organisation der jüdischen Wohlfahrtefonds in New York wurde Louis Stern, New Jersey, gewählt. eint, die mit unglaublichem Können und ansprechender Erscheinung das „porteno“- Publikum zu orkanartigen Applaus-Salven hinriss; in einer Pressekonferenz hatte diese junge, bescheidene holländische Tänzerin den Titel „Primaballerina“ ausdrücklich abgeleugnet und gesagt, jede einzelne ihrer Kolleginnen könnte ihre Parts genauso gut oder schlecht wie sie selbst tanzen... Vandernoot hatte oft seine liebe Not mit dem Orchester, welches völlig uneinheitlich und an jedem Abend verschieden klang. Der Besucher möge sich mit mir trösten. Ich sah vor etwa einem Jahr das Bai ett in seinem brüsseler Stammsitz. Ich war von der einmaligen Qualität der Gruppe, dort wie hier, hingerissen. Und die Orchester, dort wie hier, klangen gleich. Cwt. B. M. Weissstein Schriftsteller verhaftet Der Schriftsteller Bruno Apitz, Verfasser des Buches „Nacht unter W'ölfen“, sollte auf einem Autorenabend der Deutschen Jugendgemeinschaft in Dortmund sprechen. Die Polizei nahm den Autor fest und schob ihn über die Grenze nach der DDR ab. Stiftung Jesse und Milton Lowenthal und und ihre Schwester, Mabel L. Lewit, alle aus den USA, haben dem Institut für asiatische und afrikanische Studien an der Hebräischen Universität in Jerusalem 30.000 Dollar gestiftet, um ein Werk zu Ehren ihres verstorbnen Vaters. Henry Lowenthal, zu fördern, das letzten Endes einer Verbesserung der israelisch-arabischen Beziehungen dienen soll. Mit Hilfe der neuen Stiftung «ollen klassische und moderne arabische literarische Werke ins Hebräische und umgekehrt übersetzt werden. Anlässlich des so unerwarteten Hinscheidens meiner geliebten Frau, KAETE LUFT geb. WILßAU sind mir von lieben Freunden und Bekannten Imii. tutionen, Vereinigungen. Gemeinden usw. ßö zahlreiche Beweise de« Mitfühlens und der Anerkennung ihres segensreichen Wirkens zugegangen, dass ich auf diesem Weg« meinen herzlichen Dank aussprechen möchte. Dr. PABLO FEDER1CO LUFT Buenos Aires, Junta 1399 April 1963