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Jüdische Wochenschau · 1963-04-26 · 2009 (26.4.1963) · p. [Seite 12]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2009 (26.4.1963)
Date
1963-04-26
Page
[Seite 12] (sequence 12)
Language
German, Spanish
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12 — Viernes, 26 de Abril de 1963 LA SEMANA ISRAELIT.A Año XXIV. — No. 2009 LA D.A.I, Abril 1, de 1963. Dr. Isaac Goldenberg Presidente de la Delegación de Asociaciones Israelitas Argentinas Pasteur 633 BUENOS AIRES De nuestra consideración: Le dirigimos la presente nota para manifestar que los rumores en contra de nuestra compañía que actualmente circulan entre ciertos sectores de la colectividad israelita de esta ciudad son completamente falsos e infundados. Ignoramos la procedencia de los referidos rumores, pero le podemos asegurar que la dirección de esta empresa no ha variado en su orientación en los 20 años de actuación en el país, ni ha desarrollado una política en perjuicio de ninguna raza, credo o nacionalidad. Nuestros embotelladores, accionistas y funcionarios representan las más variadas razas y credos, y ninguno de ellos ha sido escogido o excluido por su origen, pensamiento o religión. Esperamos que lo arriba expuesto esclarezca nuestra verdadera posición ante los maliciosos y absurdos rumores a que nos referimos. Saludárnosle muy atentamente, Firmado: Marcos Schwarz Director Firmado: Lorenzo H. J. Kingsland Presidente Buenos Aires, abril 8 de 1963. Señor Presidente de Coca-Cola S. A. D. Lorenzo H. J. Kingsland CIUDAD De «nuestra consideración: Cúmplenos acusar recibo de su atenta carta lechada el 19 del corriente mes, relacionada con rumores últimamente circulantes acerca de la empresa cuyo Directorio preside. Hemos considerado con la debida atención su contenido y, al tomar nota con satisfacción de lo allí ex- 4 puesto, saludamos a usted con nuestra cordial consideración. . , Firmado: Dr. Abraham Gorbatt Secretario Firmado: Dr. Isaac Goldenberg Presidente ymuHiaisymfaia Der sogenannte Anschluss]^™^™^ Neo-Naasmus Als vor nunmehr 25 Jahren die Republik Oeser. reich, schon von innen her erheblich ,,unterwandert“, von den Nationalsozialismen unter Anwendung von Dro hungen und Tricks, von Nerventerror und brutaler Gewalt usurpiert wurde und, wie man annimmt, 60.000?>lensch-en, Aristokraten, Kir. chenmänner und Juden, Christlich- Soziale, Sozialisten. Kommunisten und andere verhaftet, gequält, in die Konzentrationslager gebracht wurden, lebten in diesem Lande, dem Bundesfreistaat, knapp 200.000 Glaubensjuden, die 2,8 Prozent der Genamtbevölkerung ausmachten Der weitaus grösste Teil, über vier Fünftel, war in Wien ansässig, während der Rest sich auf Niederösterreich (rund 8.000), Oberösterreich (rund 1.000), das Burgenland (3.600). die Steiermark (2.200), Tirol (350), Salzburg (250), Kärnten (250) und Vorarlberg (50) verteilte. Auster in Wien gab es damals grössere jüdische Gemeinden in Baden bei Wien *2.500), Graz (2.500), Linz (1 250). Innsbruck (400) und Salzburg (250). Schon in der Periode zwi sehen 1918, als die Donaumonarchie zerfiel, und 1937 waren aus Oesterreich r.a hezu 20.000 Juden, vorwiegend jüngere Menschen, auisgewandert. Dieser Fak tor und ein seit 1919 einsetzender Sterbeüberschuss, der 1926 mehr als 1 000 betrug und 1936 bereits die Ziffer 1-800 erreicht hatte, erklären den zahlenmässi gen Rückgang der jüdischen Bevölkerung des Landes, besonders Wiens, gegenüber dem Stand von, sagen vir. 1920, als Oesterreich rund von Dr. E. G. LOWENTHAL 25.000 Juden zählte (davon über 200.000 in Wien). Man erinnere sich, dass im alten Oesterreich-Ungarn 1910 ungefähr 1,4 Millionen Juden lebten! Der Rückgang setzte sich, beginnend mit dem unseligen 12. März 1938, in einem rapiden Niedergang fort, nicht allein bevölkerung ¡politisch. Allee das, was sich an antijüdischen Massnahmen, wirtschaftlicher Ausschaltung, rechtlicher Aechtung und persönlicher Bedrohung. im Deutschen Reich innerhalb von fünf Jahren ereignet hatte, mussten die österreichischen Juden in wenigen Wochen und Monaten erdulden. Wie aus einem Bericht der Wiener Kultusgemeinde von Anfang 1939 hervorgeht, flohen al-- lein im März und April 1038, also unmittelbar nach der „Eroberung“ Oesterreichs, 4.710 Juden, ohne den Rat oder die Hilfe einer jüdischen Organisation in Anspruch genommen zu hatten. Als die Büros der bis zum Juni des gleichen Jahres an der Arbeit behinderten Kultusgemeinde wieder geöffnet wurde, wurde organisiete Auswanderung vordringlichste Aufgabe, unter dem von Abgabenaussaugung begleiteten Druck der von Eichmann geleiteten „Zentralstelle für jüdische Auswanderung“. Ihrer Tätigkeit beraubt, täglich von Misshandlungen und Abtransport in ein KZ bedroht, verliessen in der Zeit vom Juni bis zum Oktober 1938 weitere 12.000 Juden das von den Nationalsozialisten „gleichgeschaltete“ Land. Man hat sich später zuweilen gefragt, wie es zu erklären sei, dass der Exodus der Juden aus Oesterreich bis Ende 1938: etwa 85.000, bis zum Kriegsausbruch: über 40.000, insgesamt also wenigstens 110 000 — so viel schneller vomstatten ging als die Emigrat.on der Juden aus dem Reich. Abgesehen von dem noch Anspruch nicht berechtigt Karlsruhe. — Das bundesdeutsche Oberste Gericht hat entschieden, dass polnische Staatsbürger, die in Auschwitz interniert waren, keinen Anspruch auf Entschädigung für die dort geleistete Sklavenarbeit an Westdeutschland stellen können, solange zwischen der Bundesrepublik und Polen kein Abkommen besteht Das Gericht stellte sich auf den Standpunkt, ohne ohne Vorhandensein eines Vertrages, der die Fragen der Repatriierung regelt, sei keine Grundlage für einen Entschädigungsanspruch gegeben. Keine Auskunft wurde über den Namen des Klagers erteilt, der Entschädigung für ArztkCfSien und Bezahlung seiner zwangsweise geleisteten Arbeit, sowie für die Minderung seiner Erwerbsfähigkeit durch die im Lager erlittenen Misshandlungen beanspruch te. (ITA) intensiveren, noch scho nungsloseren politischen Druck von aussen, dürften dafür noch mehrere andere Gründe mitentßcheidend gewesen sein: sowohl die wirtschaftliche Sicherheit als auch die Verflochtenheit der Juden mit der Wirtschaft waren hier nicht dieselben wie in Deutschland. Die Handwerke waren unter den Juden Oesterreichs stärker vertreten, und die verfolgten jüdischen Menschen selbst waren, auch aufgrund der Tatsache, dass viele von ihnen schon einmal hatten zum . Wanderstab greifen müssen (während des Ersten Weltkrieges, aus den Ostprovinzen der ehemaligen Donaumonarchie vornehmlich nach Wien), umtjtellungsbereifer und emigrationseotschlos.sener. Die Wiener jüdische Gemeinde gab in der Wiener Ausgabe des „Jüdischen Nachrichtenblattes“ vom 15. September 1939 eine Statistik der BerufsumschiotPung nach dem Stand vom 30 August bekannt; danach waren bis dahin 1827 Kurse abgehalten und von 16.211 Männern und 13.453 Frauen besucht worden. Dann aber fiel die Tür, die bis zum 3. September den Weg in die Freiheit ermöglicht hatte, zu. Das Schicksal des Restes, von wenigen abgesehen, die bis 1941 sich noch zu retten vermochten, war besiegelt. Gerald Reitlinger schätzt im Anfang zu seinem Buch überdie Endlösung“ die Zahl der Juden Oesterreichs, die zu Opfern der Gewaltherrschaft wurden, auf mindestens 58.000 und höchstens 60.000, womit er nicht weit von der Wirklichkeit entferni. sein dürfte.- Die „Internationale Union des Widerstands und der Deportation“ hat unlängst sehr interessantes Material über den Weltapparat des Nazismus und seine vielfachen Verästelungen in allen Erdteilen der Oeffentlichkeit zugänglich gemacht. Die nazistische Internationale ist ausgezeichnet organisiert. Ihre Mittel kommen vor allem aus faschistischen oder faschisierenden Ländern, wie Spanien, Portugal und Argentinien. Geldgeber sind starke industrielle GruppenJ oder besonders finanzkräftige rechtsextremistische Einzelgänger. Die Internationale hat Verlagßhäuser und mehr oder weniger regelmässig erscheinende Publikationen in Neuseeland. Australien, Südafrika, im Nahen Orient, in Südamerika, Kanada, Mexiko, Irland, Grossüritannien und Westeuropa. Alle diese Gruppen und Griippehen und ihre Broschüren und Zeitschriften haben internationalen Charakter und beschränken eich nicht auf die propagandistische Bearbeitung des Landes in dem sie ihre organisatorischen Zellen aufgebaut haben. Sehr aktiv sind vor allem die Organisationen der faschistischen Exilierten aus dem ehemaligen Nazi-Deutschland und aiis den Ostländern in Spanien, Argentinien, Australien und Westdeutschland, dort vor allem in München. Die „National-Zeitung und Soldaten-Zeitung“ in Westdeutschland ist das Sprachrohr zahlreicher neonazistischer Gruppen, so der HAIG (Hilfsgemeinschäft der ehemaligen Waffen-SS). Zu zitieren sind noch als besonders aggressiv die publizistische Tätigkeit von Ammandruz in Lausanne, die üblen antisemitischen Hetzbestrebungen der sogenannten „Malmöer Internationale“, die Individuen wie Per Enghai und Oredson in Schweden dirigieren, die internationale Gruppe der Rockwell und Colin Jordan, die ,,\Tohn Birch Society“ in den USA. die Mosl-ey-Bewegung in England, die „Stimme des Westens“ in Lissabon, der neofaschistische MSI in Italien, „Junges Europa“ in Brüssel und peronistische Gruppen in Argentinien. All das ist eng miteinander verflochten, tauscht seine Erfahrungen aus, empfängt seine Geldspenden von politisch engagierten Millionären oder von ganzen Industrie- gruppen, die sich vom Faschismus gewisse berufliche Vorteile versprechen, und zählt in seinen Reihen zahlreiche „erfahrene“ Töter der alten Hitler-SS, die wieder zu jedem Verbrechen bereit sind. Es konnte festgestellt werden, dass die braunen Wühlmäuse in letzter Zeit sichtlich aktiver geworden sind. Ihre Organisationen arbeiten straffer und wirksamer, als es früher der Fall war, und der pöbelhafte antisemitische Ton steigt sichtlich an. Nachdem die antisemitische Agitation der internationalen neonazistischen Gruppen vor Jahresfrist noch £her gedämpft und indirekt war, wird sie jetzt ausgesprochen drohend und von einer brutalen Massivität, die an die schlimmsten Exzesse der ,,Stürmer“-Aeia erinnert. CHARLES ROESMER

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