Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 24 (1963)
- Issue
- 2008 (19.4.1963)
- Date
- 1963-04-19
- Page
- [Seite 5] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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HE WIDERSTAND der Ghetto-Kaempfer ) JAHRESTAGE) Denn schon seit Dezemoieile ijj. 1942 waren im War. süauer Ghetto Unruhen zu m»h '«zeichnen, zumeist Uebert 'vr % aU^ deutsche Soldaten, ‘7Wld# Juden zur Ermordung faer|!' fmtschieppen wollten. Darf" aiithin hatten die Nazis die , er’ so minimale Lebensmittellt wer- Versorgung völlig eingeranzu stellt, wras wiederum jüdimmör- ¡tjg Gegendemonstrationen ’r v°l. aiislöste. Einen ersten orgaiass in iuierten Widerstand hatte 1 Jä«ü. e< bereits am 17. März geetio in ein Vernichtungslager t '! iligen geben. Von errichteten- Bar. machrikaden aus waren die Einehen) dringlinge beschossen vvor- (mit den. Die Deutschen gaben chien, damals 50 Mann Verluste nmarzu; dies war der Auftakt mit zum Aufstaqd vom 18. April. >„ er Es ist ein Fall bekannt, in „ Midem es gelang, Juden, die Tank« zur Hinmetzelung geführt Reihe wurden, zu retten; ein Zug itcten. mit mehreren hundert Ju-;S dede® war von Freischärlern befreit und die Begleitmannschaften waren getötet worden. Unter diesen Partisanenverbänden waren jüdische Abteilungen. Ee waren auch, zum Teil erfolgreiche, Attentate gegen den Nazi- Gouverneur und Polizeibeamte organisiert worden, die für die Massenmorde verantwortlich waren. Wa« de« so tapferen Kämpfern und allen, die davon wussten den aliertiefsten Schmerz bereitet haben dürfte, war die Gleichgültigkeit der grossen Weltöffentlichkeit. Jahrelang, während polnische und andere Widerstandskämpfer von den Alliierten gefeiert wurden, ging man an den jüdischen Helden vom Warschauer Ghetto achtlos vorüber; er«t sehr spät widerfuhr ihnen Gerechtigket vonseiten der Grossen der Weltpolitik. Am 23. April 1943, also fünf Tage nach Beginn des ungleichen, mörderischen, Kampfes, richteten die restlichen Kämpfer einen Aufruf durch das Radio an das polnische Volk und die gesamte Kulturwelt; „Durch den Donner der Geechütze, die -unsere Heime, unsere Frauen und Kinder, unsere Eltern und Verwandten, bombardierten, durch Wolken von Rauch und Feuer, über die Ströme von Blut, senden wir, die Gefangenen des Ghetto, euch unsere brüderlichen Grüsse. Seid cersichert, das« jede Schwelle eine Festung ist und bleibt, dass wir, sollten auch alle untergehen, uns nicht ergeben werden. Dies ist ein Kampf um Freiheit, um unsere und eure menschliche und nationale Würde. Wir wollen die Verbre< hen von Auschwitz, Treblinka und Maidanek rächen. Es lebe die Freiheit, Tod .den Henkern!“ Am Fest der Freiheit gedenken wir Juden in Liebe und Dankbarkeit unter allen Märtyrern unsere« Volkes mit ganz besonderer Innigkeit der Kämpfer von Warschau, die der Menschheit ein bis dabin nicht vorstellbares Beispiel von Mut. Treue und Aufopferung gegeben haben. — Curt Wilk entfliehe mach, ff und im i«* eibitm livische sGeäsend nd in wor ppen\ it war ie Lü- Goebischen m faßt Rfizifr d H®1dies, zwei ie des;ie r sollte ie daS ¡sehe» en r rauch-;ung“- i/sche dass jeden iiit er- » 2 poin>' , P*- ib: *}" poim- Trip- » V* eit J“' liicher au ir Polen verweigerte Visen Tel Aviv. — Die israelische Delegation zur Gedenkfeier des Ghetto-Aufstandes in Warschau, die unter Führung des zurückgetretenen Generalstaatßanwalts Guideon Hausner am Wochenanfang nach Polen reisen sollte, erwog die Möglichkeit, von der Teilnahme an dieeer Veranstaltung Abstand zu nehmen, da drei Delegierten das polnische Visum verweigert wurde. Die Delegation repräsentiert den Weltverband polnischer Juden, Jad Waschern, das Comité für polnischisraelische Freundschaft, die Organisation ehemaliger Partisanen, Organisationen von während der Naziverfolgungen Verwundeten und das Museum der Ghetto-Kämpfer. London. — Polen hat es abgelehnt, englischen Zeitungs- und TV-Berichterstattern, die der Feier zur Erinnerung an den 20. Jahrestag des Aufstandes des Warschauer Ghetto beiwohnen wollten, Vieen zu erteilen. Als Grund hierfür gab der Erste Sekretär der polnischen Botschaft, Stanislaw Kosarski, an. „die in Warschau vorhandenen Hotels seien derart überfüllt, das« nur die Leute untergebracht werden können, deren Angehörige direkt an dem Ghettoaufstand teilgenommen haben.“ Michael Cliffe, Abgeordneter der Labour Partei, unter dessen Leitung eine 12köpfige Delegation nach Warschau reisen wollte, erklärte, er habe der polnischen Botschaft „in nicht misszuverstehenden Ausdrücken“ sein Befremden erklärt. Er fügte hinzu, dies sei „die bedauerlichste Entschuldigung, die mir jemals zu Ohren gekommen ist. und sie dürfte wenig freundschaftliche Gefühle erwecken.“ (ITA) Washington. — Die 5köpfige offizielle Delegation des Weltverbandes polnischer Juden kann ihr Vorha ben, an den Feierlichkeiten zur Erinnerung an den 20. Jahrestag des Warschauer Ghettoaufstande« teilzunehmen, nicht durchführen, weil das polnische Generalkonsulat die Pässe der Delegierten nicht rechtzeitig visiert hat. Am Sonntag wird in der Carnegie Hall in New York eine Gedenkfeier stattfinden, die von 30 jüdischen Organisationen veranstaltet ist und bei der Senator Herbert Lehman den Vorsitz führen wird. <e~ Ä'*“ Wl#?'- *»-**Ki*,* ■ÿ.+y)ï s * Amnestie für Frei. Sitte Jerusalem. — Staatspräsident Ben Zwi oegnadigte den jüdischen Wissenschaftler Prof. Kurt Sitte, der der Fühlungnahme mit awändiseben Agenten für schuldig beiunden wurde. Sitte, der ein angesehener Wissenschaftler in der Tschechoslowakei war, kam mit einem Anst-ellungsvertrag für das Technion in Haifa nach Israel. Im Jahre 1930 wurde Sitte zu 5 Jahren Gefängnis verurteilt. Der Präsident sprach die Begnadigung auf Ansuchen ausländischer und israelischer Wissenschafter au,;. Sitte hätte im kommenden Oktober wegen giter Führung aus dem Gefängnis entlassen werden sollen — (ITA) Wehrlose Frauen und Kinder werden von deutschen Bewachungs-Mannschaften aus dem Warschauer Ghetto ab ge führt. (Diese Aufnahme ist von deutscher Seite gemacht worden). msse Heut? trifft Sharett ein Wie bereits mit ge teilt wurde, trifft heute der frühere israelische Ministerpräsident und Aussenminister, Moshe Sharett, in Argentinien ein, wo er die diesjährige Vereinigte Kampagne für Israel proklamieren wird. Der grosee Festakt ist für den kommenden Montag, den 22 April, im Cine Metro ange seizt, zu dem man sich Ein trittskarten besorgen muss, die u. a. in der Kampagne (T. E. 47-3820) erhältlich sind. Auf dieser Veranstaltung wird Sharett das Wort ergreifen und gewiiss auch zu den aktuellen Prob'emen Israels und des Mittleren Ostens sprechen. Als Prrisi dent der Jewish Agency wird Sharett auch über die Lage der bedrängten Juden neue Informationen geben. Man darf seinen Ausführungen mit grossem Interesse ebtgegensehen Der Besuch Sharetls in Argentinien wird sich nur auf einige Tage begrenzen, in denen er sich in erster Linie den Aufgaben der Vereinigten Kampagne widmen wird. Es ist auch der Besuch verschiedener jüdischef Institutionen und Schulen vorgesehen. Wahrscheinlich wird Sh .nett auch einige Städte des Landesinnern besuchen.— Prof. Dr. G. M. Gilbert Im Klub Las Her is sprach auf Einladung des „Instituto Judío Argentino de Cultura e Información“ und der „Asociación Bené Brith“ Dr. G. M. Gilbert, Professor lür Psychologie an der Long Island-Universität in Brook- . iyn, ehemaliger Delegierter der Alliierten Regierungen beim Nürnberger Prozess, zu Vertretern der argentinischen Presse über die Ge fahren de« Rassenhasses. Dr. Gilbert kam nach Argentinien als Ehrenpräsident des VIII. Interamerikanischen Kongresses für Psychologie, der soeben in Mar del Plata tagte. Der Referent berichtete über die Ergebnisse «einer psychologischen Untersuchungen der nazistisenen Haupträdelsführer, die ihn in sämtlichen Fällen zu der Diagnose führte, das« sie alle. Hitler, Goebbels, Göring, Himmler, Streicher und Genossen Neurotiker und Psychopathen waren, wobei er im einzelnen die Besonderheit der Symptome ihrer geistigen Affektionen erkläite, die entweder auf widrige Erlebnisse in früheren Jahren, auf Gefühls- oder Körperschäden zurückzufähren seien. Wie Dr. Gilbert auseinandersetzte véurden .lie Nazis Antisemiten, weil sie ein Ventil für ihren neurotischen Hass brauchten and die Juden ¿as leichieet? Opfer waren, das sie cem deutschen Volk vorwerfen konnten, um es für ihre Machtgier zu missbrauchen. Diese psychologischen Zusammenhänge müsse man vergehen, um zu begreifen, wie wichtig überall in der Welt eine freie Presse ist, die sich stets ihrer Auigabe bewusst sein sollte, um solche Strömungen aufzuzc-igen und für die Verbreitung der Wahrheit zu cor gen. Zahlreiche Fragen Die zahlreichen Fragen, die besonders von nichtj ldischen Journalisten dem Redner vorgeiegt wurden, bewiesen das grosse Interesse dieser Kreiße an dem Thema Antisemitismus. Dr. Gilbert bemühte sich, seine Anlworten wissenschaftlich klar und verständlich zu fun dieren. Er musste jedoch leider selbst zugehen, dass er picht glaube, dis Lehren des Nürnberger Prozesc.es könnten einen Rückfall der Menschheit in Kriegswahnßiim und Rassenvorfolgimg verhindern. Doch dieser Prozess dürfe als Warnung an die verantwortlichen Leiter der Völkergeschicke gewertet werden, weil erstmalig in der Geschichte die Urheber der entfesselten Katastrophe bestraft worden «eien. Vom Standpunkt des Psychologen aus miiese man den Antisemitismus als eine Krankheit betrachten, die für den davon Befallenen zur Selbstvernichtung und zum Selfcßthass führt. Diese Erkenntnis sei durch die Feststellung der psychologischen Defekte der führenden Nazis in Nürnberg bekräftigt worden. Ueber die Grünere für den in Argentinien \ lrulenten Antisemitismus befragt, entgegnete Dr. Gilbert, diese« Phänomen verwundere die Amerikaner sehr, und er habe sieh bemüht, die Gründe heranszufinden, was ihm jedoch bei seinem kurzen Aufenthalt im Lande nicht erschöpfend möglich gewesein sei. Seiner Meinung nach dürfe diese Erscheinung nicht überschätzt werden, denn soweit er es beurteile, sei hier nur eine kleine Gruppe von Jugendlichen am Werk, die aus egoistischen und jpportunistischen Motiven handeln, was auch auf die in den USA agitierenden Rockwell-I.eule zutreffe. Doch Wachsamkeit sei vonnöten, denn auch die nazistrnche Bewegung habe sich aus den kleinsten Anfängen zu einer Lawine entwickelt, die Tod und Ver derben über die Welt gebracht hat. Seminar in Lima Nach einem dreiwöchigen Aufenthalt in Lima kehrte Herr Mcßche Amiran, der Gesandte der Jewish Agency und Scheliach der CEN- TRA für Südamerika, wieder nach Buenos Aires zurück. Während seiner Mission in Lima, die hauptsächlich der Abhaltung eines Machana- Seminars galt, gewann Herr Amiran den besten Eindruck von der Bereitschaft der dortigen jüdischen Jugend zur Mitarbeit an den jüdischen Aufgaben, denen sich die Jugendlichen, die in einer „Chazit Kineret“ genannten Institution organisiert sind, auch schon bisher mit Eifer gewidmet hatten. Besonderen Anteil an diesem Seminar nahmen auch Rabbiner Dr. Goldsehtain, der die religiösen Andachten abhielt, sowie der dynamische und junge Präsident der „Sociedad de Ber.efic-iencia Israelita de 1870“, Herr Hans Wachtel, welcher die technischen und orgini, satorischen Vorbereitungen übernommen hatte. Zum Dank für seine in Lima geleistete Arbeit überreichte - der Präsident Mosche Amiran zum Abschied ein Schreiben der J-üdischen G-smeinde von Lima, in dem die Anerkennung der verdienstvollen Tätigkeit zum Aufdruck kommt, zugleich mit einer peruanischen Goldmünze, die Mosche Amman stets daran erinnern solle, dass er die Herzen der Ju- AN UNSERE LESER Die nächste Ausgabe der JUEDISCHEN WO CHENSCHAU erscheint als Sondernummer für den JOM HAAZMAUTH. In dieser Ausgabe wird auc-h die nächste Veröffentlichung des Hetiäischen Unterrichts gebracht werden. gend für die Ziele jüdischer Kameradschaft und Einheit gewonnen habe. Nach Beendigung seiner Arbeit in Lima veransta“fite Mosche Amiran einen Pantomimen - Abend, denn eeit 10 Jahren betätigt er sieh in diesem Kunsttach und gilt als einer der vier ersten Vertreter der Pantomimik in Irael. Den Ge imterlös dieser Vorstellung, die rund 400 Dollar erbrachte. wird zugunsten der jüdischen Jugend von Lima verwandt werden. Im Rahmen der fruchtbaren Arbeit, die Scheliach Amiran in den letzten mer Monaten geleistet hat, verdienen folgende Veranstaltungen besonderer Erwähnung; das Seminar ,.Ch»zit Chawerim“ in Asuncion (Paraguay), das Machane-Seminar „Chazit Sibra“ in Porto Alegre, das Seminar „Chazit Ari“ in Rio de Janeiro, das Seminar „Chazit CIP“ in Sao Paulo, ein Besuch in der Ferienkolonie des Lamroth Hakol von Buenos Aires in Cordoba, das Internationale Seminar des „Chazit Noar Drom Amerika“ für Madrichim in Melocotón (Chile), und letztens da« Machan-e-Seminar des „Chazit Kineret“ in Lima (Perü). Herr Amiran w-ird noch ei, nige Wochen in Buenos Aires bleiben, um hierauf noch ein ausgedehntes Programm für die der Chazit Noar Drom Americait angesch'ossenen Jugendverbände in verschiedenen Ländern Lateinamerikas durchzu führen, bevor er gegen Ende des Jahres nach Israel zurüekkeiten wird. IHR INSERAT in der JUEDISCHEN WOCHENSCHAU bringt immer Erfolg Auskunft: 83*2613 VUELVE EL MAYOR EXITO TEATRAL DE 1962 EL DECIMO HOMBRE de PADDY CHAYEFSKY con la dirección de OSCAR FESSLER POR UN MES SOLAMENTE en el TEATRO SAN TELMG CHACABUCO 966 T. E. 33-2804 Todos los días a las 22 hs. (excepto Lunes). Sábados, Domingos y feriados a las 18 hs. y 22 hs. Localidad, en venta con 5 días de anticipación..