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Jüdische Wochenschau · 1963-04-13 · 2007 (13.4.1963) · p. [Seite 4]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2007 (13.4.1963)
Date
1963-04-13
Page
[Seite 4] (sequence 4)
Language
German, Spanish
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Organisierte jüdische Jugend yon MEIR FAERBER Die Mitgliederzahl der Verbände jüdischer Jugend- Weher in der Welt ausser halb Israels hat eine halbe Million erreicht und ist weiter im Ansteigen begriffen, ■wie sich aus den Erhebungen ergibt, die zur Vorbereitung der Weltkonferenz der jüdischen Jugendverbände veranstaltet wurden. Es gibt fast 200 Verbände än 42 Ländern der Diaspora mit zusammen an die 500.000 Mitgliedern, davon befinden sich 384.000 in englisch sprechenden Ländern, 44.000 in Lateinamerika und 21.000 im französischen Sprachgebiet. Den chaluzischen Bewegungen, die zur landwirtschaftlichen Ansiedlung nach Israel ziehen, gehören 36.000 Mitglieder an, den anderen zionistischen Jugendbewe gungen 47.000 und den allgemeinen jüdischen Verbänden 366.000. In der letzten Zeit macht sich ein ständiges Anwachsen der allgemeinen jüdischen Jugendorganisationen bemerkbar, und beispielsweise die Bnei Brit- Jugend der USA hat bereits über 50.000 Mitglieder, die Jugendgruppen der konservativen Gemeinden 28.000. W'ährend in Frankreich vorläufig nur 6 Prozent der jüdischen Jugend organisiert ist. sind es in den Vereinigten Staaten schon 20 Prozent und in England und Holland gar 35 Prozent, wie Elijahu Dobkin, Mitglied der Zionistischen Exekutive, unlängst auf einer Pressekonferenz in Jerusalem bekanntgab. Kürzlich fand in London eine Vertreter-Beratung der jüdischen Jugendverbände aus aller Welt statt, die die Einberufung des zweiten Weltkongresses beschloss, der vom 3. bis zum 10. August 1963 in Jerusalem stattfinden soll. An der Beratung nahmen Repräsentanten der jüdischen Jugendgruppen aue Nord- und Südamerika, Europa und Israel teil. Während die erste Weltkonferenz der jüdischen Jugendverbände von der Zionistischen Organisation (Jewisb Agency) veranstaltet worden war, wird die zweite nun von den Verbänden selbst organisiert, wae einen wesentlichen, grundsätzlichen Unterschied bildet, da die Organisatoren auch die Verantwortung für ihre Konferenz tragen und sich d.e Teilnehmer an d.e Beschlüsse der Konferenz eher gebunden fühlen werden, was in die Richtung der Schaffung und Wahrung einer gewissen Disziplin wet.:\ Voriges Jahr hatten fünf Distrikts-Konferenzen stattgefunden, drei in den USA. eine in Montevideo für Laleinamerika und eine in Paris für die europäischen Länder. Dort wurden Dü striktsräte eingesetzt, und diese «sandten nun ihre Sprecher zur Vertreter-Beratung. In London herrschte ein Geist von ausserordentlichem Willen zur Verständigung, fast alle Beschlüsse wurden einstimmig genehmigt. und in vielen Fällen waren die Vertreter der nichtzionistißchen Verbände bereit, die Vorschläge der zionistischen Minderheit zu akzeptieren, besonders auch, was die Steilung der hebräischen Sprache und des Staates Israel als Leuchtturm der jüdischen Jugend ln der Welt anbelangt. Heute erkennen bereits al- 1« jüdischen Jugendverbände der Welt an, dass der persönliche Zusammenhang des einzelnen mit dem Staate Israel einen integralen Bestandteil seiner Zugehörigkeit zum Volke Israel bilde und daher das Rückgrat der jüdischen Jugenderziehung in der Diaspora sein müsse. Je nach ihrem Charakter mehr oder minder betont erkennen heute alle die Notwendigkeit, hebräisch zu lernen. Diese Erkenntnis ist bereits so weit gediehen, dass auch nichtzionkitische Verbände die Jugendabteilung der Jewish Agency um Entsendung von Instruktoren ersuchen und dass von den 120 „Schlichim“ dieser Abteilung bereits 16 in allgemeinen, nichtzionistischen Jugendgruppen in England, Frankreich, Belgien und Südamerika tätig sind. Alle jüdischen Jugendverbände, abgesehen von einigen kommunistischen, be stellen Informationsmaterial von der Jugendabteilung der Sochnut, auch die mindestens 80 Prozent, die von den Gemeinden, den Bethausvereinen und den Sportverbänden organisiert sind und sieh nicht aks zionistisch erklären. Auch die nichtzionistischen Jugendlichen schicken ihre Funktionäre zu Kursen nach Jerusalem, wo sie ein Ausbildungsjahr mitmachen und sich verpflichten, innerhalb ihrer Organisationen zwei bis drei Jahre als Instrukfceiden letzten Jahren erhiel. ten hier 93 solche Instruktoren allgemeiner Jugendgruppen, besonders aus den USA, ihre Ausbildung, Die Jugendabteilung der Jewish Agency organisierte auch in diesem Jahre ein Seminar von zehn Monaten für 32 Studenten von 7 südamerikanischen Universitäten, ferner gab es für Leiter von Jugend-Klubs der Gemeindeverbände drei Seminare für Gäste aus England, ein Seminar für Gäste aus Frankreich Seminare für Leiter der Hillel-Stifdentenheime der Bne Brit aus den USA, und auf der londoner Vertreter-Beratung wurden weiter« Vereinbarungen für Seminare und Kurse für Instruktoren und Jugendführer aus Europa und Amerika getroffen. Der Zustrom jüdischer Jugendlicher, die die zwei Monate ihrer Sommerferien in Israel mit Ausflügen, Arbeit in der Landwirtschaft uni in Kursen verbringen, ist hn letzten Sommer bereits über 2.000 gestiegen, abgesehen von den Touristen und Ausflüglern. Dae Interesse an diesen Besuchen ist noch viel grösser, aber es stehen nicht genügend Aufnahme, möglichkeiten zur Verfügung. Nach den bisherigen Erfahrungen kehren 15 Prozent der Teilnehmer solcher Ferienaktionen nach Beendigung ihrer Studien und ihrer Ausbildung in ihren Wohnländern als Einwanderer nach Israel zurück. Die Jewfeh Agency plant, um mehr Interessenten aus der Diaspora aufnehmen zu können, die Errichtung eines Jugendzentrums oder eines Jugendbezirks bei Jerusalem. Hier sollen den unterschiedlichen Jugendgruppen Häuser oder mehrere Pavillons zur Verfügung gestellt werden, wo sie ihrer spezifischen Lebensform ge recht werden können. Die einzelnen Gruppen werden an der Finanzierung und durch persönliche Mitarbeit auch an der Errichtung ihrer Baulichkeiten teilnehmen. Dieser Vorschlag wurden von einigen Gruppen bereits freudig akzeptiert. Das Institut für Jugendin struktoren aus der Diaspora hat bisher in 30 Kursen 2.450 Absolven aus 38 Ländern ausgebildet, im letzten Jahre etwa 900. An der ganzjährigen Ausbildung nahmen 110 Jugendliche, vornehmlich aus den USA, teil, und an der Hebräischen Universität in Jerusalem lernten im letzten Jahre 70 Jugendliche aus Nordamerika. Im nächsten Schuljahr soll diese Einrichtung auch auf Jugendliche aus Südamerika ausgedehnt werden. Ferner gibt es die Einrichtung eines „Dienstjahres“, zu dem Jugendliche aus Westeuropa und England herkommen. Auch die Einwanderung aus den westlichen Staaten nahm im letzten Jahr um 25 Prozent zu, besondere auch dank dem Anteil von 950 Chaluzim und 485 Absolventen von Universitäten und Angehörigen freier Berufe in jugendlichem Alter. So gering diese Zahlen auch erscheinen mögen, sie beweisen immerhin wachsenden Einfluss des Zionismus auf die Jugend der Diaspora. Die Weltunion jüdischer Studenten macht von Paris aus Wiederbelebungsversuche, deren Ergebnis noch abzuwarten bleibt. Dan Bitan aus Israel, der in Paris studiert, bemüht sich um die Einberufung einer Konferenz der jüdischen Studenten an europäischen Universitäten. Die 3.500 jüdischen Schulen und Sonntagsschulen der USA haben in diesem Schuljahr 600.000 Kinder (340.000 Knaben und 260.000 Mädchen) aufgenommen, von denen die Hälfte nur am Sonntag jüdischen Unterricht betoren tätig zu sein. In den Jüdisches Lehrhaus (2. Studienjahr) Eröffnungsveranstaltung DIENSTAG. DEN 23. APRIL, UM 21 UHR IN DEN RAEUMEN DER ACIBA. ARAOZ 2854 Kurse (Mlaegig): Prof. Dr. Günter Ballin: PAEDAGOGISCHE PROBLEME Rabbiner Hanns Hart: JUEDISCHE STAEDTEBUDER Rabbiner Dr. Meir Rosenberg: „DER G’TT, MIT DEM WIR RECHNEN“ (Hiob, Psalmen, Weisheitsliteratur1 (Einzelheiten werden noch bekanntgegeben) WEITERE KURSE SIND GEPLANT. HEBRAEISCHE KURSE des Jüdischen Lehrhauses gemeinsam mit JJCAJ 1) Anfaengerkurs ohne Vorkenntnisse: Dienstag und Donnerstag 17 Uhr 2) Leichtfortgeschrittene I: Dienstag und Donnerstag 18 Uhr 30 3) Leichtfortgeschrittene ü: Dienstag und Donnerstag 15 Uhr 30 4) Fortgeschrittene (Unpunktierte Lektüre, Tenach und Sidur). Montag 17 Uhr 30 und Mittwoch 18 Uhr 30 ★ Der Unterricht beginnt am 2. APRIL 1963 in Cramer 2070. FiMvAlkASktn cäiid unter 76"7452 sii wirogeo« LITER ATI! ■ Zwei Haggadot ms h In Heinrich Heines Familie gab es zwei Pessach- Haggadot, die besondere bibliophile Bedeutung erhalten haben. Die eine gehörte ursprünglich Heines Urgrossvater Lazarus van Geldern (1653—1727), der Hoffaktor in Düsseldorf und Hannover war. Die andere kam auf abenteuerlichen Wanderungen in die Landesbibliothek in Darmstadt und erhielt daher den Namen „Darmstädter Pessach Haggada“. Ueber die erstgenannte Haggada sind wir durch Prof. David Kaufmanns Forschungen in seinem Buch „Aus Heinrich Heines Ahnensaal“ (Breslau 1896) unterrichtet. Danach gab Lazarus van Geldern dem Sofer Moses Jehud'i, einem Sohn des Benjamin Wolf Brodas aus Trebitsch, den Auftrag, ihm eine Haggada zu schreiben. Sie wurde ihm 1723 übergeben. Man darf vermuten, dass sie als Erbstück in Heines Elternhaus in Düsseldorf an den Sederabenden hervorgeholt wurde, und dass sich der zukünftige Dichter an den hübsch illustrierten Blätren erfreute. In seiner Legende „Der Rabbi von Bacharach“ schildert er une das „abenteuerliche Buch, das die Agade heisst, und dessen Inhalt eine seltsame Mischung ist von Sagen der Vorfahren, Wundergeschiehten aus Aegypten, kuriceen Erzählungen, Streitfragen, Gebeten und Festliedern“. Und weiter schreibt der Dichter: „So sass die sehöne Sara und sah beständig nach den Augen ihres Mankommt. Während die Zahl der jüdischen Kinder in den letzten zehn Jahren um 300.000 gestiegen ist, nahm die Schülerzahl der jüdischen Schulen nur um 270.000 zu. Im Alter zwischen 5 und 14 Jahren gibt es jetzt in den USA 1.040.000 jüdische Kinder, von denen 400.000 überhaupt keinen jüdischen Unterricht gemessen. In ganztägigen jüdischen Volksschulen sind nur 50.000 Kinder, in den Schulen der Orthodoxie 43.000 Tagesschüler. UM DIE IDEOLOGIE Die jüdische Jugend in der Welt sieht sich allgemein - menschlichen, wirtschaftlichen und sozialen Problemen gegenüber, die in unserer Zeit der generellen politischen Unsicherheit einerseits und andererseits nach der Katastrophe der europäischen Judenbeit und dem Wiedererstehen des Judenstaates eine Umwertung der Werte und eine tiefgreifende geistige Umstellung im jüdischen Volk bedingt. Daher ißt diese Jugend heute, soweit sie nicht der Assimilation an ihre Umwelt anheimfällt, für den grossen. positiven Gedanken der Erneuerung des Judentums im eigenen Lande aufgeschlossen und aufnahmebereit, aber die Problemklärung mu»ss auf hoher geisti ger und moralischer Ebene erfolgen und für das Gespräch und die Auseinandersetzung mit den Führern dieser Jugend müssen allgemein und jüdisch gebildete, hochstehende Menschen mobilisiert werden, die zu aufgeworfenen Fragen auch der politischen und wissenschaftlichen Entwicklung der Welt und nicht nur der soziologischen Begriffe Stellung zu nehmen und die Auffassung zu vertreten wissen, die die Position und die Bedeutung des Volkes und des Staates Israel in der Welt verständlich und klar macht, - -t+-, ■ yon ß) S, nes; dann und wann schalte sie auch nach der vor ilr liegenden Agade, dem huV sehen, in Gold und Samt g* bundenen PergamentbueBi. einem alten Erbstück mi verjährten Weinflecken au den Zeiten ihres Grösster s, und worin so viel keck und bunt gemalten Bi der, die sie schon als klenes Mädchen, am Paochi abend, eo gerne betracht« te.. Prof. Kaufmann hat sich über dies« Haggada des L;- zarus vah Geldern in reell poetischer Sprache geäi ssert. Aber in einer sachlich - nüchternen Fussno:e bemerkt er: „Das Kunst werk, das sich im Besit* des Herrn Rabb. Dr. ¿t Frank in Coeln befinde, trägt nach meiner 1888 de selbst genommenen Cop« den folgenden Schreibeve: merk: „...gehört dem..,, Elieser ben Juspe Düssedorf, dem Schwiegersoll des Schimon s.A. aus Wien " (in Hebräisch). — Der Rat biner Dr. Abraham Frani «starb im Jähe 1917 in Köln, Vor seinem Tode gab er die Haggada seinem Sohn, dem Rechtsanwalt Dr. Hein Frank in Köln. Als ich ei«, mal zu einer Plauderei b« dem sonst viel beschäftigte Askan der Gemeinde sas, holte er aus dem Bücherschrank die Haggada uni zeigte mir mit sichtliche® Stolz auf den Besitz die „verjährten Weinflecken', von denen Heine gesprochn hatte. Die erklärenden Begleitworte Dr. Franks sild leider meinem Gedächtöj entschwunden, so dass i<ü nicht weise, auf welche Wdse das Buch in den Besia seines Vaters gelangte. Dr. H, Frank wurde v<® den Nazis aus Holland de portiert und kehrte niclt mehr zurück. Ob einer sei. ner beiden Söhne am Leb«j ist, entzieht eich meine Kenntnis. Sieber aber scheint mir zu sein, dass mit de reichhaltigen und wertvoller Bücherei auch die Haggada verschleppt worden ist. Die „Darmstädter Pej. sach-Haggada“ iet diesem Schicksal glücklicherweise entgangen; sie befindet sieh noch immer in der hessischen Landesbibliothek uad bildet eines der kostbarstes Stücke in seinen Bücherbt, ständen. Es ist das V«r. dienst des Rabbiners Dr. Bruno Italiener s.A., das Prachtwerk in 350 Exempla. ren originalgetreu Bücher freunden zugänglich ge macht zu haben. Sie kamen im Verlag Karl Hiersemana (Leipzig, 1927) heraus, unter ihnen 15 Exemplare in einem Ledereinband, der dem Original bis in die gering, sten Einzelheiten entspricht Ich hatte vor kurzer Zeit Gelegenheit, einen dieser Drucke in der Universitäts- Bibliothek sehen. Da trug <ieu j Madrid. über naeh eam doch ge sind, von Merae' ihm Ruhe Freilich, drid sagt n letzte Stre aus, Welt der Wand* gada von an gewest sind wir d von einig ierriebtet. wert, dass David Ki «eit ich st Existenz gewusst, wir eine < lung über dem Tex Daistädt« geben w Darin Schmidt te der E deren) Hiipscbs schon 1 Bachracl Freiman) haben d schwer h tragung i die Haggi Jahrhund Händen Chajsm K Kaufmam van Geh sach bei Heidingsf ken aui. dort wie nährte von Büci vermute) jim Kas< IsraelK. wesen, n Geldern erworben holt am üeher au. te er re- Barn® v< ächbek und ihrr kauft ha .. zwei( führung mit als Buch, d mehr z dem zu würde wöhnjje, gelegt. ..Der ( dem“ (Querid dam B und sei •e Frar des Lee 13: Agr zeichne: Gebers« manu vom Ab DerL ss« Bi nur Analye« uianns der bk VUELVE EL MAYOl EL DECI] de PADDY CHAYEFSKY con la direccion de OSCAR ] t * t t L, Todos los dias a la,-^ dos a las 18 hs. y 2^ »‘ e*o< -;Vd

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