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Jüdische Wochenschau · 1963-04-13 · 2007 (13.4.1963) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2007 (13.4.1963)
Date
1963-04-13
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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2 — Sábado, 13 ét Abril d’ 1963 JÜDISCHE WOCHENSCHAU AS» XXIV. — No. 2(107 Die Wahrheit erforschen (Schluss von Seit« 1' Bewusstsein von Hecht und Unrecht in einem heute kaum noch vorstellbaren Ausmass im Sinne der sogenannten Rassentheorie Hitlers zu manipulieren. Seraphim sprach von einem „pervertierten Idealismus*', der vor allem innerhalb der SS gepflegt worden sei. Der Gutachter sagte aber auch, wie zuvor mehrere deutsche Zeugen, daes sich selbst SS-Angehörige auf eisen echten Befehlsnots* and nicht hätten berufen können. Es sei kein einziger Vorgang nachgewiesen, dass sich ein SS Mann, der einem verbrecherischen Befehl nicht nachkam. vor einem SS - Gericht verantworten musste oder erschossen wurde. Bekannt seien allerdings disziplinäre Massnahmen, wie Strafversetzungen, die oftmals zu einer Gefährdung von Leib und Leben geführt hätten. Immerhin hätten SS- Otfiziere in der Stellung des Angeklagten besonderen Mut und eine beispielhafte Zivilcourage aufbringen müssen, sofern sie einem Vernich tungsbefehl Widerstand zu leisten beabsichtigt hätten Ina übrigen gehe aus den erhaltenen Dokumenten über die Aussiedlung und Vernichtung der Juden in Przemysl eindeutig hervor. da»ss FeEenz zumindest hier am 27. Juli 1942 im Auftrag des SS- und Polizeiführers in Krakau der leitende SS Befehlshaber gewesen sei. Der vierzig Jahre alte wissenschaftliche Referent am Institut für Zeitgeschichte Dr. FREY :: ABOSADO PUEVRREDON 2190 1’ B4naelun. 16—19 Uhr T. E. 83-2613 REAL PEN! 4 Füllhalter * REPARATUREN l Spezialgeschäft * CORRIENTES 569 Î T. E. 49-5850 ♦ Jaime Liebling: S. A. i;; SPERKHOELZER t <; ROELZEB* DÍAZ VELEZ 5224; :¡ TeL; 89-9349. 33-9385, PROPIEDADES FRANKENBERG S. R. L. berät Sie Kostenlos und an verbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN VIRREV DEL PIN© 2262 T. E. 73-7887 in München, Dr. Hans Buchheim. hatte als historischer Gutachter des Gerichts ebenfalls dis Verantwortlichkeit des SS- und Polizei führers für die öffentliche Ordnung in Polen, die Par tisanenbekämpfung und die „Auiciedlungen“ der Juden bejaht“. Spätestens im Herbst 1941 hätte sich die SS im sogenannten Gene ralgouvernement als der massgebliche Befehlstr'iger durchgesetzt. Dr. Werner Best in Mülheim, der als Z?uge vernommene frünere Reichsbevollmächtigte für Dänemark, sagte aus, die Macht der SS- und Polizei führer in Polen sei weitaus grösser gewesen als im ehe maligen Reichßgebiet oder in anderen besetzten Ländern. Kein SS Mann sei :,in der Lage gewesen, einen verbrecherischen Befehl zu verweigern“, weil darauf die Versetzung in ein Strafbataillon oder die Einlieferung in ein Konzentrationslager gestanden habe. Diese Behauptung Ist unrichtig. Dies beweist der Fall des früheren Breslauer Rechtsanwaltes und Reserveoberleutnants der ehemaligen deutschen Wehrmacht. Dr. Albert Battel. der ftier mitgeteilt werden soll, weil dieser Mann ein Beispiel der Menschlichkeit und des persönlichen Mutes gegeben hat, zwei Eigenschaften, die man im Dritten Reich nur ganz vereinzelt antraf. — Dr. Battel war einer der wenigen Deutschen — wahri eeheinlich sogar der einzi- 1 ge —, die es bei eigener Verantwortung gewagt ha-; ben. am 26. Juni 1942 in , Przemysl mit der Waffe ge- | gen die SS- und Polizeieinj beit vorzugehendi« einen \ Transport von todgeweihten : Juden begleitete. Für den : Staatsanwalt und den Flens! burger Gerichtsvorsitzenden war diese Tat Anlass für j den Hinweis, dass es auch ‘ unter der nationalsoziabstij sehen Schreckensherrschaft! der SS in Polen für Männer ' von Charakter möglich ge- | wesen sei, ihre menschliche GewisseEßpfhcht nicht zu j verleugnen. \ Dem Flensburger Gereht lag ein längerer Aktenver- : merk „betr. Judenaussjedj hing in Przemysl“ vor, un | terzeichnet von Fellenz. Dar- , in heisst es, Fellenz habe auf einer Einsatzbesprechung am 22. Juli 1942 in Przemysl eine „Aussiedlung“ — nach dem nationalsozialistischen. Sprachge brauch das Tarnwort für „Tötung“ — der Juden „befehlsgemäss für den 27. Juli 1942 vorgesehen“. Mit dem „Einsatzleiter“, SS - Unter- Sturmbannführer Benthien, habe er die Vorbereitung, darunter die Entziehung der Arbeitsaiwweise der Juden, besprochen. Dana sei der Wehrmachts-Kommandantur mitgeteilt worden, dass eie VSAWVWWVVWWVW^ JUDITH | SCHENKOtEWSK! RULTUSST1CIUEREIEN «‘ Scbabbosdecken Tailis» ¡* «{beutet Käppchen - V:iz-«J % zot-Taschen Hand- und '• f Maschinettstieker« von .[ % Bett und Tischwäsche ►, \ Dr. P-1. RI VERA 2585 > S (fr. Bebedero) 5 7 T. E. 73-9153 $ JW.V.V die bei ihren Dienststellen beschäftigten Juden für die „Aussiedlung“ freizustellen habe. Die Wehrmaeht-Ortskommandantur in Przemysl unter Major Liedtke habe jedoch mit dem Hinweis, auf die jüdischen Hilfsarbeitskräfte nicht verzichten zu können, Einspruch erhoben. Der Protest der Wehrmacht war jedoch vergeblich. Der Adjutant des Wehrmachts - Kommandanten, Oberleutnant Battel, glaubt« daher auf eigene Verantwortung handeln zu müssen. Nach dem Bericht des Fellenz postierte Oberleutnant Battel, um den Todeszug der Juden zu verhindern, am 26. Juli 1942 auf einer Brücke über den San Soldaten mit Maschinengewehren und gab den Befahl, gegebenenfalls auf die Bewachungsmannschaft der Juden zu schiessen. Dazu kam es allerdings nicht, weil sich die SS-Polizei auf ein Gefecht nicht einlies« und sich zurückzog. Am darauffolgenden Tag will Feltenz. wie es in dem Aktenvermerk heisst, in Verhandlungen er reicht haben, dass die Wehrmacht die Brücke wieder freigab. Die Tragödie der Juden von Przemysl hat auch der Oberleutnant Bat tel nicht verhindern können. Der Stab des Reichsführers SS nahm gegen ihn am 9. September 1942 die Ermittlungen auf. In einem Fernschreiben wurde der Höhere SS-und Polizeiführer Krüger in Krakau aufgefor dert, auch die persönliche und berufliehe Tätigkeit Batte1,5 in der Vergangenheit zu überprüfen. Nach den dem Flensburger Gericht vorliegenden Akten sandte der Kommandeur der Sicherheitspolizei und des SD in Krakau am 17. September 1942 einen entsprechenden Bericht" der Staatspolizeistel le Breslau an Krüger. Darin heisst es, Battel habe „keine Verdienste um die Bewegung aufzuwer'ßen. er habe im Gegenteil schon früher Juden begünstigt“. Ein ent- AWWVWVWVWVWWVWV», | MÖBEL N. PLAKSM | Superi 2719 | i. E. 76-6784 u. 76-2312 Gedenksta«tte in Auschwitz London. — Die auf dem Gelände des Todeslagers Auschwitz von der polnischen Regierung errichtete Gedenkstätte wird einzeln« Säle für eine jede verfolgte Nationalität enthalten, doch keine besondere jüdische Abteilung, wie jetzt aue Warschau verlautete. Das Andenken an die in Auschwitz ermordeten polnischen Juden wird im polnischen Saal geehrt werden, und für die jüdischen Opfer anderer Länder werden wahrscheinlich in den betreffenden Sälen Gedenktafeln Aufstellung finden. (ITA) : sprechender Gesamtbericht i über den Fal Battel wurde j am 19. September 1942 dem I Reiehsführer SS, Himmler, übergeben. Obwohl nun die höchste Kommandostelle der SS in Berlin auf vollen Touren lief, blieb der mutige Oberleutnant von sebwerwiegen den disziplinarischen Massnahmen verschont. Offensichtlich bestanden schon 1942 erhebliche Differenzen zwischen der Wehrmaebtsleitung und der SS- und Po lizeiführung. Die diszipl narische Erledigung des ..Falles Battel“ wurde vom Oberkommando des Heeres dem General Unruh übertragen, der vor dem ver sammelten Offizierskorps Battel und die an der Behinderung der SS-Aktion Beteiligten „rügte“. Battel wurde dann zu einer Frontein heit versetzt und geriet in russische Kriegsgefangenschaft. Er überlebte sie und kehrte 1946 nach Deutschland zurüek. wo er am 12. März 1952 starb. — Das ist der Fall dee Dr. Dr. J. P. Kroll Bieber INNERE MEDIZIN u. RHEUMATISMUS Arzt am Bosp. Pirovano Mo., Mitt. Frei. 15-20 Uhr 3 de Febrere 2630 76-0266 Privat 52-7734 Ï JACOB LAPID US V dip!. Möbel % NEUE ADRESSE \ VIAMONTE 2637. B. S 46-171« «id 48-2134 Dr. "I B.Sihwaru j ZAHNARZT t ESTOMBA 2283 52-8214 4 RAYOS X PARADENTOSE TEL£F VORANMELDUNG J. P. LANDSBERG wvjwJW’auvwJVA-JV Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE j 76-0286 73-IMS VERSICHERUNGEN JEDER AST Bme. MITRE 430 V. Of. 550 T.Ea 30-1474 Gasheizungen — Installationen IN BEQUEMEN MONATSRATEN SOWiE REPARATUREN VON BADEOEFEN UND KUECHEN ALLER MARKEN 52-7438 Dm Juli* BERNARDO STERN Ausftiekräng saemtlicker MALERARBEITEN HELGUERA 1915 T. L 50-4052 j Battel, wie der Chronist be. i merkt, wahrscheinlich der I einzige deutsche Offizier,! der es gewagt hat, sich mit \ der Waffe in der Hand gegen SS zu stellen, um die Ermordung von Juden zu verhindern. — Das Ergebnis des Pro2es ises gegen Fellenz war, dass das Gericht die Tötungsabsicht des Angeklagten nicht als biß ins" Letzte erwiesen angesehen hat. Nach Anrechnung der Untersu chungshaft hätte der Angeklagte für seine Verbrechen noch einen Monat ins Zuchthaus gehen müssen. Aber auch das war nicht der Fall, denn der Haftbefehl wurde aufgehoben. Das Urteil hat überall Aufsehen erregt. Zur Aberkennung der bür. gerlicben Ehrenrecht« war nach Ansicht des Gerichts keine Veranlassung, obwohl der Angeklagte immerhin in | einigen Fällen wegen Bei- I hilfe zum Mord verur teilt worden ist. „Selbst unter Berücksichtigung der dama ligen laxen MoralvorsteNunj gen hat sich Fellenz damit | eindeutig eines Verbrechens schuldig gemacht“, sagte der Vorsitzende.; Ein Urteil voller Wider j sprücbe wurde erlassen, das j möglicherweise vom Bundes- : geriehtshof revidiert wird. Darauf kommt es aber j | nicht an. Wesentlich ist al j j lein, dass aus diesem Urteil : | ein nicht gesundes Rechtsj empfinden «pricht und Men- | sehen freigelassen werden, j die bei den schwersten Ver- LA SEMANA ISRAELITA Bisemanarie — aparece -os Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. V arantwortlich: Dr. Hardi Swarsensky Paeyrredén 2190, 1’ u<j. T. E. 83-2613 80-6930 Abono-Preise; Argentinien. $ 100,— pro Quartal Ausland * 600 — jährl. brechen mitgewirkt haben. Der Suche nach der Wahrheit, die heute mit Ernst betrieben wird, ist ein schlechter Dienst geleistet worden. Ob es sich um eine Konzession an die Ewiggestrigen handelt, soll nicht entschieden werden. Ein Zenge, der den Angeklagten entlasten wollte, meinte: Es geht mir gegen den Strich, wi« man hier heute diese Prozesse führt“. Das konnte man dem Zeugen glauben, dem der Vorsitzende wegen dieser Bemerkung das Wort entzog. Wie jämmerlich sind doch diese „Helden“ von gestern, die nicht den Mut besitzen) zu ihren Verbrechen zu stehen. Sie verstecken sieb, leben mit falschen Pässen und versuchen sich ihrer Verantwortung zu entziehen. Dass die Verbrechen began gen wurden, bestreiten sie nicht. Nur wollen sie es nicht gewesen sein. \ Psychologische Beratung; HABEN SIE EIN PROBLEM? J TRÄGEN SIE AN EINER SEELISCHEN LAST? * Dann wenden Sie sich an * Livia Neamann \ Verlangen Sie Sprechstunde: J 32-0684 zwischen 9 und 11 Uhr ¡J«3BSSWS53íSB3S“3SBSBSS*SS*SSfllSSS8aaaSS3Si83»E**BS3«SBSZíSaR3jí! Dr. BERNARDO GOLDSTEIN! m g S MEDICO g s «« § Cardiología — Hospital Ftrnándoz | S Radio X — Durchleuchtung — Electrocardiogramme 5 ¡ CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 ¡ g S ■ Consultas: Montag bis Freitag: 15—18 Uhr jjj 2 Sonnabend: 14—16 Uhr j* 2 5 ÍSSSSP*SB»#l*«S»3SMSi«ISSS3SSíaSMIIS15RSSSSOSMSSSSSSS'BBSIS?! VARICES-ULCERAS BE U HERMA — ARTERIOSCLEROSIS : Dr. SAUL UM AN SK Y J Sarama!« 3118 T« 5« 07-1362 5 VON DER STUDIENREISE ZURUECK! Sprechstunden noch telei. Vereinbarung ¡aSSSOBMRSBHSSmU LIPNIZKYs SMeeaseeeswassw»»»® iDr. BENJAMIN Ï ZAHNARZT ¡ 2 ROBNTGEW*TRAHLEN — ZAHNZIEHEN — «*- B » HANDLUNG MIT GASBETAEDBUWG — RXGlf- ■ S LUCHUNG DSU ZAHMSTELLUNG S S Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Soenabend - 2 nach vorheriger Teretabaning. S 2 JOSE HERNANDEZ 2518 T. E. 7#-8*T3 md n-tset « Dr. L. KLEIN - Médico Magres, and Darmkrankheiten RöntgenUntersuchungen 9FEBCHSTUNDEM: ' Montag, Diensteg, Mittwoch a. 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