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Jüdische Wochenschau · 1963-04-05 · 2006 (5.4.1963) · p. [Seite 12]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2006 (5.4.1963)
Date
1963-04-05
Page
[Seite 12] (sequence 12)
Language
German, Spanish
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*1“ FRANQUEO pagado Concesión 908 t £ H 2 m a Ni I« < U TARIFA REDUCIDA Conces?ón 1629 ISRAELITA r ASO XXIV BUENOS AIRES, VIERNES 5 DE ABRIL DE 1963 No. 206« EL EJEMPLAR en toda (a República PUEÏRREDON 2190 1? fcq. T. E. 83 2613 Buenos Aires Knesset-Debatte gefordert Wacht an den Grenzen Jerusalem. — Der Sprecher des Aussenministeriums erklärte in der ersten offiziellen Reaktion auf die Stellungnahme der deutschen Bundeßregierung zu der Affäre der deutschen Atomtechniker, die am Rü stungsprogramm Aegyptens mitarbeiten, dass die Position Israels ..durch die konkreten Massnahmen, die Bonn ergreifen werde, bestimmt sein würde. Der Kommentar des Spre schaftlichen Arbeit völlig im j einzige Delikt,' das für die : klaren sind und wissen, gegen wen das von ihnen vor- . bereitete Werk zur Massenj Vernichtung gerichtet ist, : und dass ihre Arbeit völlig 1 freiwillig geschieht“. UNTERSUCHUNG IN DER SCHWEIZ Basel, — Ein schwczer Beamter verhörte Joseph , Ben'Gal über seine angebli- I che Teilnahme an einem im Februar unternommenen schweizer Behörden zählt ist die Anklage, dass Gal und Joklik einen Versuch der Nötigung gegen Fräulein Heidi Goerke unternommen haben, damit diese ihren Vater, den Prof. Jens Goerke, überreden solle, seine Arbeit für die Aegypter einzustellen. UEBERRASCHENDER RUECKTRITT ,_ , „ . , c -Jerusalem. — Ministerpräc ers bezog sich nur auf den , Mordversuch an einem deutj sident Ben Gurion kündigte ™ d.e£ Erklärung- | schen Wissenschaftler, wesdem Kabinett an, dass er ”;-^Ue i wegen die Bundesregierung j den Rücktritt des Chefs des ge.^et li-he und adminibtra-; sejne Auslieferung verlangt I israelischen Sicherheitßdienhat. Wie verlautete sieht j stes, dessen Namen traditive Mittel studiert, um zu verhindern, dass deutsche Staatsbürger durch ihre Aktivitäten im Ausland poetische Spannungen verursachen könnten“. Er nahm je doch keinen Bezug darauf, dass Bonn in Abrede gestellt hat. dass Deutsche an der Entwicklung amotarischer bakteriologischer oder chemischer Waffen arbeiten. REAKTION IN USA Washington. — Der Botschafter der Bundesrepublik Heinrich Knappstein, empfing eine Delegation der Bne Brit, die ,,schnelle und positive Massnahmen“ verlang te. damit die deutschen Wissenschaftler. die in Kairo an Waffen zur Massenvermchtung arbeiten, zurückgerufen würden. Die Delegierten brachten die „schwere Besorgnis der Bne Brit über die skandalösen Umstände und die dadurch bedingte Gefahr des Völkermordes“ zum Ausdruck. Im Sitz der Bne Brit liefen „eine beträchtliche Zahl von Anfragen und Protesten ein, die von dem erregten ■ Gemütszustand und der : Besorgnis der jüdischer,; Gemeinschaft“ über das deutsch-ägyptische Raketenprogram zeugen. Besonders erhellt aus die»en Zuschriften .,die unglaubliche Ironie, i dass die deutschen Wissen , schattier ihre dem Nazire. gime geleisteten Dienste mit der Versicherung zu rechtfertigen suchten, sie hätten etwa» tun müssen, was sie persönlich nicht billigten, j während sie sich heufe über den Zweck ihrei wissensich Ben Gal nicht allein der relativ geringfügigen schweizer Anklage wegen „Nöti gung“ gegenüber sondern hat die mögliche Auslieferung an Deutschland aufgrund eines Ersuchens des Staates Baden-Württemberg j erwarten. Nach dem schweizer Gesetz genügt ein ] von einem deutschen Rich- ¡ ter gestelltes Auslieferungs- : begehren ohne Angabe der Gründe gegen den Verdächtigen. Ferner wird darauf verwiesen, dass Ben Gals Behauptung, er sei des Verbrechens, dessen ihn die Deutschen anklagen, nichf schuldig, zur Verschlimme- rung seiner Situation angetan ist, denn der einzige Grund, aus dem er an ein «schweizer Gericht appeJie^ ren kann, wäre die Angabe, dass er aus „politischen Motiven“ gehandelt habe. Wie es heisst, hat der Schweizer Bundesrat Informationen über den Fall verlangt und dürfte bemüht sein, die Auslieferung zu verhindern, indem er die Findung eines mehr oder weniger annehmbaren lega len Auswegs betreibt. Das tionsgemäss nicht bekanntgegeben wird, angenommen habe. Ben Gurion setzte den Ministern und später einer Sonderkommißsion der Knesset auseinander, er habe diesen Rücktritt provoziert, weil er mit der „politischen Einschätzung“ nicht einverstanden sei, die dieser Mann im Fall der kürzliehen Ereig nisse im Zusammenhang mit den Enthüllungen über die Beschäftigung deutscher Wissenschaftler bei der Ifer. Stellung verbotener Waffen in Aegypten an den Tag gelegt habe. Der Ministerpräsident teilte mit, er habe einen Stellvertretenden Chef des Sicherheitsdienstes er nannt. Wie der Ministerpräsident ausführte, geschah dieser Rücktritt, nachdem er seiner Missbilligusg mit der „politischen Einschätzung“ Ausdrupk verliehen hatte. Er betonte, er erkenne die von dem Chef des Sicherheitsdienstes früher geleistete Arbeit hoch an und würdigte „seine wertvolle Mitarbeit mit mir in vergangenen Jahren“. Die Zustim- Gartenzwerge erobern die Welt Oer Sfaafspraesident ■Jerusalem. — Staatspräsident Ben Zwi wurde für die voraussichtliche Dauer von 10 Tagen im Hadassa-Krankenhaus interniert, wo er sich einer Reihe von Untersuchungen unterziehen wird. Obwohl sein Büro be kanntgab, es handele sich um eine „Routine- Unterßuchung“. musste Ben Zwi den Empfang des norwegischen Aussenministers Halvard Lange absagen. welcher als offizieller Gast zu einem aehtägigen Besuch mit seiner Gattin im Lande weift. Auf Wunsch des Präsidenten überreichte ihm der erste Botschaf ter von Malagassy. Pierre Razi Anriamihaingo. seine Kredentialien einen Tag früher als im offiziellen Programm vorgesehen war. (ITA) Manchmal kann man ihnen noch in den Vorgärten I entlegener Grosstadt-Vülen begegnen, den unförmigen und pausbäckigen Gartenzwergen, die das Grauen der geistig besser Situierten , und die Wonne des an irre- : geleiteten Gefühlsleben allj zu reichen Kleinbürgers wa- J ren. Diese Gartenzwerge , kamen alle aus Deutsch-; land. Inzwischen schienen die : einem eher schlechten Fass, Schuhnummer 48, eteht. Aber da der „Zwerg“ de Gaulle schliesslich kein Go liath sein kann, muss man sich schon mit der mangelnden Proportion der Anatomie bei diesem gaullistischen Gartenzwerg abfinden. Etwas andereß ist es, dass — nach den in der Presse publizierten Bildern — der Zwerg de Gaulle wie der fürchterlichste aller Gartenzwerge da» Zeitliche j Zwerge, der Zwerg Hitler, aussieht. Offenbar handelt es sich hier um einen Produktionsfehler aus künstlerischem Missverständnis. Im übrigen läuft das Geschäft gut an. 68.000 Vorbestellungen für die politische Zwergen Kollektion liegen bereits vor. 37.000 Zwerge werden in Deutschlands Gärten gehen, die anderen ins Ausland, dazu allein 19.000 nach den Vereinigten Slaa ten. Der König Saud von Saudi Arabien hat für sich allein 20 mal die Viererserie bestellt. Selbst der Negus im heissen Abessinien soll sieh für Deutschlands Gargesegnet zu haben und in eine bessere Welt abgewandert zu sein. Wer Optimist genug war, das anzunehmen. wurde jetzt eines Schlechteren belehrt. Denn sie sind wieder fröhlich auferstanden, die Zwerge, und beleben von neuem den deutschen Export. Kitsch muss sein und kennt keine Grenzen, und Lieschen Müller lässt sich auch ins Englische. Französische und Amerikanische übersetzen. Aber die Gartenzwerge von heute belästigen nicht mehr ein imaginäres Schneewittchen, eie sind in die Politik eingestiegen. Vier Gar i tenzwerge interessieren. tenzwerge wurden zurzeit in der Bundesrepublik in Serienproduktion hergestellt. Die Zwerge Adenauer, Krutschew (mit einem unbeschuhten Fuss). der Zwerg Kennedy und der Zwerg de | Gaulle, der im allgemeinen mit den Zwergmassen auf! Da kann man nur sagen: Der deutsche Gartenzwerg in der Welt voran! Und schliesslich — besser ein toter Gartenzwerg als ein lebendiger Hitler! Der Fort schritt in Deutschland ist mit den Händen zu greifen. CHARLES ROESMER mung des Kabinetts zu diesem Rücktritt ist nicht erforderlich, da dieser Posten direkt von dem Büro des Ministerpräsidenten besetzt wird. Abschliessend bezog sich Ben Gurion auf die Affäre der deutßchen Wissenschaftler, die in ägyptischen Diensten stehen. Vor Beendigung der Sitzung teilte ein Sprecher mit, dass der Ministerpräsident sein Einverständnis mit allen bisher unternommenen Schritten sowie mit den über dießen Fall von Aussenminister Golda Meir abgegebenen Erklärungen ausgedrückt habe. Dieser letzte Satz wird alseine erneute Widerlegung der verschiedentlichen Versionen ausgelegt. dass Golda Meir ihren Rücktritt einreichen könnte. Die Gerüchte von einer Uneinigkeit unter den Ministern über die im Fall der in Aegypten beschäftigten deutschen Raketer»pez,alisten angezeigte Politik, hatten sich am letzten Wochenende verdichtet. Es wurde allerdings behauptet, Ben Gurion habe die Regierung wissen lassen, er sei mit | dem „gefährlichen“ Um- , schwung der israelischen Politik von einer antiägyptii schen zu einer antideut-! sehen Tendenz nicht einverj standen. Wie es heisst,, stand : der abgetretene Chef des Si- : cherheitsdiensteß hinter diej ser neuen Strömung. KNESSET-DEBATTE Tel Aviv. — Ein Antrag auf Abhaltung einer Son-derdebatte in der Knesset über den Fall der deutschen Raketenspezialisten, die am Bau fortgeschrittener Waf fen in Aegypten arbeiten, wurde mit mehr als den notwendigen 30 Unterschriften! von den drei Parteien der Opposition, Cherut, Map am und Liberale, formuliert.! Das Präsidium der Knesset j dürfte wahrscheinlich das Datum für die Sondersitj zung auf den 4. April, vier ] Tage vor Pessach, festlegen, | wie es aus gutinformierten ■ Quellen heisst. j Anzunehmenderweiße wird! die Debatte unter Aus-; Schluss der Oeffentlichkeit j stattfinden. Aus Pressestimmen ist jedoch zu entneh men, dass die Liberalen und die Mapam bemängelt hätten, Ministerpräsident Ben Gurion habe der Knesset- Kommission für auswärtige Angelegenheiten nicht genügende Aufklärungen über die Affäre der deutschen Wisj senschaftler in Aegypten j und de*1 erzwungenen Riick- tritt des Chefs des Sicher- \ heitedienstes erteilt. Man hoffe daher, dass der Pre- | mierminister in der bevor-1 stehenden Debatte weitere! Einzelheiten mitteilen werde. Absage an den „Stahlhelm“ Bonn. — Der Verteidigungsausschuss des Bundestages hat den „Stahlhelm“ von der Liste der Organisationen gestrichen, die zum staatsbürgerlichen Unterricht der deutschen Soldaten herangezogen werden, teilte die SPD mit. (AWZ) Während die israelischen Bauern die Felder bestellen und mit Traktoren der Wüste neue Böden abgrewinnen, beobachtet ein ¡sraeifcscher Soldat d*e Bewegungen an der syrischen Greiwe. Gefaengnisstmfe bestaetigt London. — Colin Jordan, der „Führer“ der englischen Nazis, muss seine Gefängnisstrafe von zwei Monaten ab. Sitzen, wie das Appellationsgericht entschied. Der richterliche Spruch lautet, dass das Urteil zu unrecht aufge. hoben wurde. Jordan hatte diese Strafe für seine Teilnahme an einer antisemitischen Kundgebung auf dem Trafalgar Square in London erhalten. Obetrichter Parker entschied, dass „der Fall absolut klar ist“. Augenblicklich 1 sitzt Jorden eine andere Stra-; fe von neun Monaten ab. — ‘ (ITA) UN VERURTEILEN RASSENHETZE Genf. — Während der kommunistische Block entschieden die Annahme einer UN-Erklärung gegen religiöse Diskrimination bekämpfte und die westlichen Delegationen, ein israelischer Repräsentant und ein Sprecher für die jüdischen Weltorganisationen für einen solchen Beschluss entraten, billigte die UN-Kommission für Menschenrechte eine Reßolution, die die rassische Diskriminierung verurteilt. Dagegen wurde beschlossen, über eine getrennte Massnahme gegen daß religiöse Vorurteil nicht zu debattieren, sondern die Einzelheiten der religiösen Diskrimination in einer anderen Sitzung zur Diskusßion zu stellen. Der israelische Sprecher und ein Delegierter der jüdisc—en Organisationen übten scharfe Kritik an dem in Sowjetrusßland herrschenden Antisemitismus. Dr. Zwigniewski aus Polen verweigerte Vertretern des Jüdischen Weltkongresses das Wort ebenso wie Repräsentanten der Agudat Israel, der nordamerika nißchen Quaker, der internationalen Konföderation der freien Gewerkschaften, dem Internationalen Frauenrat und der Internationalen Organisation für Personenrecht. Der polnische Präsident gestattete dagegen dem ukrainischen Delegierten, das Wort zu ergreifen. Ohne auf die gegen die Sowjetunion erhobenen Beschuldigungen direkt einzugehen, führte dieser erneut an, dass die russische Verfassung die Gleichheit aller Bekenntnisse ebenso wie der Atheisten gewährleiste. Vorher hatten der Israel Botschafter Mosche Bartur, welcher die Anklagen gegen die sowjetische Regierung in ßeiner Eigenschaft als Beobachter bei dieser Kommission scharf formulierte, und Dr Warburg im Namen des Koordinierungs-Ausschusses der jüdischen Organisationen gesprochen. (ITA) * IN Registro de la Propiedad Intelectual No, 735 104 Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831

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