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Jüdische Wochenschau · 1963-03-22 · 2004 (22.3.1963) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
2004 (22.3.1963)
Date
1963-03-22
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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Viernes, 22 de Mano de 1963 J ü »ISCHE WOCHENS CHAU Afio XXIV. — No. 2004 DER MYTHOS DES UNVERSTANDES Zweitklassige Bürger (Schluss von Seite 1? selbst bezeichnte sich auf dem Umschlagdeckel seines Buches als einen „genialen Denker und begnadeten Seher“. Das Buch wird als eine Fundgrube „fundamentaler Erkenntnisse menschheitsgeschichtlicher, religions- und kulturpholosophi scher Art in schier überwältigender Fülle“ angekündigt, worin geradezu eine neue Weltgeschichte gelehrt werde. 1943 erreichte das Buch eine Auflage von mehr aie 750.000 Exemplaren, was hier nur vermerkt sei, um die Verbreitung dieses verhängnisvollen Werkes zu unterstreichen. Rosenbergs Werk 1st durch drei Faktoren gekennzeichnet: durch eine skrupellose Verdrehung der Tatsachen; durch eine willkürliche Interpretation von historischen Geschehnissen und den Auffassungen anderer; durch eine mitunter erschreckende Oberflächlichkeit und Unkenntnis. Diese Mängel versucht Rosenberg durch die Mystifizierung von Themen und Entwicklungen zu verechleiern, sodass man sein Buch einen mystifizierten Mythus des 20. Jahrhunderts nennen könnte. Rosenberg wendet sich gegen Judentum und Christentum, die für ihn letztenendes dasselbe sind. Er wettert gegen die Humanisierung der Menschheit und gegen die Verchristlichung der Welt, Ausdrücke, die immer wieder benutzt werden. Rosenberg vertritt die Auffassung, dass die germanische Rasse nur deswegen nicht untergegangen ist, Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 1« izq. 2190 nachm. 16—19 Chi T. E. 83-2613 PR0PIEDADES FRANKENBERG S. R. L. berät Sie Kostenlos und inverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN OAEÜSERN VIRREY DEL PINO 2262 T. E. 73-7887 REAL P Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschäft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 Jaime Liebling! S. A.? SPERRHOELZER J H O E L Z E R DIAZ VELEZ 5224 Tel.: 89-9349. 33-9305 „weil die Macht der germanißchen Seele den endgültigen Sieg Roms (und Jerusalems) verhindert hat.“ Hitler hat einmal in seinen Gesprächen mit Rauschning die gleichen Auffassungen geäussert. allerdings war er damals noch nicht an der Macht: „Mit den Konfeseionen, ob nun diese oder jene: das ist alles gleich. Das hat keine Zukunft mehr. Für die Deutschen jedenfalls nicht. Der Faschismus mag in Gottes Namen seinen Frieden mit der Kirche machen. Ich werde daß auch tun. Warum nicht? Das wird mich nicht abhalten, mit Stumpf und Stiel, mit allen seinen Wurzeln und Fasern, das Christentum in Deutschland auszurotten .. Für unser Volk ist es entscheidend, ob es den jüdischen Chri- «tenglauben und sein 3 weich liehe Mitleidsmoral hat oder einen starken, heldenhaften Glauben an Gott in der Natur, an Gott im eigenen Volke, an Gott im eigenen Schicksal, im eigenen Blute .. “ Seine weiteren Ausführungen wurden zu wilden Anklagen gegen alles Christ liehe. Er will das Kreuz durch das Hakenkreuz ersetzen. Er kennt nur die Alternative, entweder Deutscher oder Christ. Beides zusammen ißt, wie Hitler zu Rauschning sagte, nicht möglich. — Der „ideologische“ Kampf der Hitler und Rosenberg gegen das Christentum rief die Katholische Kirche schon früh auf den Plan. Im Kirchlichen Anzeiger der Erzdiözese Köln erschien 1933/34 eine amtliche Beilage: „Studien zum Mythus des XX. Jahrhunderts“, in der — von Fachgelehrten geschrieben — zum Rosenbergschen Mythus Stellung genommen wird. Diese bis in viele Einzelheiten gehende, wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Behauptungen Hosenbergs stellt eine greise Reihe von Irrtümern, Fehlern, falschen Erklärungen und will kürlichen Interpretationen richtig. Das dürfte aber noch nicht entscheidend sein. Die Nazis haben es nirgends mit ihren Behauptungen, Deklamationen und Feststellungen so genau genommen. Das Wesentliche für sie war nur der Versuch, sich diejenigen Fakten V *4mI/ aiM.1 C Eisschrank- und Waschmaschinen- Reparatur&n nach bester euro- :: <► «► 4* 4» 4 * ¡paeischer Ausführung!; i: 4* :: oder Begebenheiten nutzbar zu machen, die in ihr politi sches Konzept passten. Hierbei bedienten sie sich jedes Mittels, wofür dieee kirchliche Schrift den wissenschaftlichen Beweis liefert. Ein Beispiel sei hier angeführt, nämlich das Urteil Rosenbergs über Augustinus, der „unbestritten bei Katholiken und Protestanten, bei mittelalterlicher und nicht zuletzt bei moderner Philosophie als einer der grössten Lehrer des Abendlandes gilt. Für Rosenberg ist er der „unfreie, bastardisierte... sklavische Halbafrikaner“ (zitiert aus Kirchlicher Anzeiger der Erzdiözese Köln „Der Apostel Paulus und das Urehistentum“, Nachtrag zu den Studien zum Mythus des XX. Jahr hunderts“). — Einige Monate später erschien Rosenbergs Antwort unter dem drehenden Titel „An die Dunkelmänner unßerer Zeit“. Hier polemisiert Rosenberg vom sicheren Port, im Bewusstsein dass der Machtstaat Hitlers hinter ihm steht, und bringt Angriffe gegen die Kirche und auch gegen das Judentum vor, die hier genau so wenig wiedergegeben werden solln, wie seine Enteteilungen der Heiligen Bücher des Judentums im Mythus selbst Diese Auseinandersetzung hat heute wenig Sinn. Denn der Mythus ist vergessen, den Rosenberg geschaffen hat. Selbst die alten und die neuen Nazis haben diese Waffen verrosten lassen, weil sie sich als unbrauchbar erwiesen haben. Der Germanenkult und die Hymnen auf die Rassentheorien sind überholt. Mathilde Ludendorff ißt zu einer komischen Figur geworden ähn lieh den anderen Rassentheoretikern, die aus Christus ein Germanenkind machen wollten, wozu wohl von jüdischer Seite nichts zu bemerken ist. Aber der Mythus hat diese Behauptung, die von Chamberlain, Delitzsch, Dinter und Jung bereits früher aufgcßtellt worden ist, in einer vorsichtigen Form übernommen. Nicht nur die Kirche, bedeutende Historiker und Gelehrte haben diese Theorie als absurd bezeichnet (z. B. der keineswegs judenfreundliche Histo riker Eduard Meyer). — Wie weit Rosenberg in seinem Hass gegen die Juden geht, ergibt sich auß der Ablehnung der Heiligen Schriften der Juden, von der christlichen Welt allgej A. Schuster | T. E. 73-7834 | \ JUDITH i 5 SCHENK0LEWSK! i < KULTUSSTICKEREIEN Schahbosdecken - Taliisi S beute] Käppchen - Maz- % 5 zot-Taschen Hand- und N i Maschinensticker«; von ir \ Bett und Tischwäsche ■; Dr. P. L RIVERA 2585!; S (fr. Bebedero) J i T. E. 73-9153 mmcwwwmwwmv. M0HEL N. PLAKSIN Superi 2719 I. E. 76-6784 a. 76-2312 /VWWWWWWVWWWWS JACOB LAPIDUS dipl. Mohel NEUE ADRESSE VIAMONTE 2037, ij. B. 46 1716 und 48-2L'A!WW.^ Paris. — Das algerische Parlament nahm ein neues Staatsbürgergesetz an, das j von Sachverständigen als „diskriminatorisch für die nicht - mohammedanischen Einwohner“ Algeriens bezeichnet wird, zu denen rund 15.000 Juden zählen. Diese Experten vertreten auch die Meinung, dass das neue Gesetz „im Wider Spruch zum Geist und Buchstaben des französisch-algerischen Abkommens von Evian steht“, durch das Algerien seine Unabhängigkeit erlangt hat. Bei der ausgedehnten und stürmischen Debatte in der algerischen Nationalversammlung, die der Abstimmung vorausging, forderten eine grosse Anzahl von Deputierten offen ein „mohammedanisches Algerien“. Andere verlangten, dass die 170.000 Europäer das Land verlassen sollten. In dem neuen Gesetz werden die 15.000 Juden automatisch unter die europäische Gemeinschaft gerechnet. Einige Abgeordnete bezeichne. ten das Gesetz, das mit 85:33 Stimmen angenommen wurde, als „beschämend fremdenfeindlich“. Das Gesetz, das von Ministerpräsident Achmed Ben Bella in Vorschlag gebracht wurde, bestimmt, dass es in Zukunft zwei Kategorien von algerischen Staatsbürgern geben wird, nämlich solche, den mohammedanischen Zivilgerichten unterstanden, die vor der Unabhängigkeit und solche, die die algerische Staatsbürgerschaft „erworben“ haben. Der Vertrag von Evian stellt eindeutig fest, dass alle in Algerien geborenen Europäer und diejenigen, die seit einer gewissen Anzahl von Jahren im Lande gelebt haben, automatisch die algerische Staatsangehö rigkeit erwerben können, wenn sie dies wünschen. Das neue Gesetz verfügt ferner, dass bestimmten Europäern die algerische Staatsangehörigkeit. falls sie sie schon besitzen, abgesprochen werden kann. Von den 16 europäischen Abgeordneten, die an der Abstimmung teilnahmen, waren fünfzehn vor der Er langung der Unabhängigkeit Mitglieder der FLN, der nationalen Befreiungsfront. Die Mehrzahl der FLN-Führer. die an den Verhandlungen in Evian teilgenommen haben, darunter Krim Belcacem, der in dem Kampf um die Ministerpräsidentschaft gegen Ben Bella unterlag, 'gaben ihre Stimme gegen das Gesetz ab, um auf die se Weise gegen die „offene Verletzung des Abkommens von Evian“ zu protestieren. Man glaubt, dass einer der Gründe für die Annnah me des Gesetzes der Wunsch der Regierung ist, die Rückkehr der europäischen Bewohner zu verhindern, die das Land verlassen haben. (ITA) U SEMAU ISRAELITA Bisemanario — «parece ms Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. V irantwortlich: Dr. Hardi Swarsensky Pueyrreden 2190, 1» izq. T. E. 83-2613 80-6930 Abono-Preise: Argentinien: $ 100.— pro Quartal Ausland t 600 — jährl mein als „Altes Testament“ bezeichnet. Rosenberg schreibt: „Abgeschafft werden muss demnach ein für allemal das sogenannte Alte Testament als Religionsbuch. Damit entfällt der misslungene Versuch der letzten anderthalb Jahrtausende, uns geistig zu Juden zu machen, ein Versuch, dem wir u. a. auch unsere heutige materielle Judenherrschaft zu danken haben.“ Vielleicht dürfte dieser Satz allein genügen, um die Verwirrung der Gedanken bei Rosenberg und ßeinen Mythus des Unverstandes zu kennzeichnen. Vielleicht sind diese Hinweise über die weltanschaulichen Theorien des Nazismus nicht nur geschichtli- Dr. J. P. Kroll Bieber INNERE MEDIZIN u. RHEUMATISMUS Arzt am Hosp. Pirovano Mo., Mitt. Frei. 15-20 Uhr 3 de Febrero 2030 76-0266 Privat 52-7734 Dr. B. Schwara ZAHNARZT ESTOMBA 2283 * 52-8214 RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG Confitería NIZA Servicios de SALON lunch de categoría DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. 76 0286 CONDE\ 73-1049 i Gasheizungen — Installationen IN BEQUEMEN MONATSRATEN SOWIE REPARATUREN VON BADEOEFEN UND KUECHEN ALLER MARKEN 52-7438 Don Julio che Reminiszenzen an eine von uns durchlebte Epoche, die vor 30 Jahmren ihren Anfang nahm. Wir können heute beobachten, wie die höchsten kirchlichen Kreise unter Führung des Papstes Johannes XXIII. den Versuch machen, ihre Haltung gegenüber dem Judentum zu ändern. Andererseits sehen und wissen wir, dass es kirchliche Würdenträger gibt, die keineswegs mit der erforderlichen Klarheit und Energie gegen Exzesse neonazistischer Gruppen auftreten. Sie verkennen — oder haben vergessen —, dass die Vorbilder der heutigen Extremisten nicht nur einen verhängnisvollen Kampf gegen die Juden führten, der mit sechs Millionen ermordeter unschuldiger Menschen endete. Die gleichen Nazis haben die Kirche diffamiert, sie haben Geistliche und Anhänger der christlichen Religionen mit ihrem Hass verfolgt und in einer sowohl in der Form wie im Ton unerhörten Weise gegen die Gedanken der christlichen Religionen, vor allem gegen die Katholische Kirche, polemisiert. Diese Tatsachen ln die Erinnerung zu rufen, ist deswegen für alle von Nutzen. Der Antisemitismus nazistL scher -Prägung macht an jüdischen Türen nicht Halt. Das erkennen wir allein schon dann, wenn wir uns bemühen, aus den amtlichen katholischen Quellen zu studieren, welcher Art der Nazismus als System, als Regierungsform und vor allem als eine weltanschauliche Bewegung gewesen ist. liSEIiSISliilSIilHfSSilSISÏiSiaiïSIÏÏI&IIlil Eïïisîïâssïïsîrjj I Dr. BERNARDO GOLDSTEIN I S m 8 MEDICO § M B i Cardiología — Hospital Fernández a m a S Radio X — Durchleuchtung — Electrocardiogramme £ g ■ : CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 g a g I Consultas: Montag bis Freitag: 15—18 Uhr ■ 8 Sonnabend: 14—16 Uhr ■ ■ M S « EsïIïSBSIgiïBI3ESÏlSSlISSISSÏSSS*iIiI5i*£3IiS«IS*ESii*SS**ElW« VARICES-ULCERAS DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS Dr. SAUL UMANSKY Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 VON DER STUDIENREISE ZURUECK *t Sprechstunden nach telef. Vereinbarung í 0__ BERNARDO STERN Aasfnehrung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 T. E. 58-4052 ^■■EaaiaaaiiifaaaiisesBicxcitaEassiisHaMiiiissEaaHiscacaiiiati ¡Dr. BENJAMIN L1PNIZKY5 i ZAHNARZT jj 8 ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE- § g HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG — REGUg. 8 LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG 8 3 Sprechetunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend ■ g nach vorheriger Vereinbarung. •> 8 JOSE HERN ANDEZ 2518 T. E. 78-8*73 und 73-8500« Dr. L. KLEIN - Médico Magen, und Darmkrankheiten Röntgen -Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: Montag, Dienstag, Mittwoch u. Freitag von 15—19 Uhr Ei wird gebeten, cch vorher teiefoniach anaumelden.; SANTA FE 1391 T. E. 44-9493 u. 44-1542; ♦♦♦♦♦»♦0♦♦♦♦♦♦♦<♦t »♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦4

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