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Jüdische Wochenschau · 1963-01-25 · 1996 (25.1.1963) · p. [Seite 12]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
1996 (25.1.1963)
Date
1963-01-25
Page
[Seite 12] (sequence 12)
Language
German, Spanish
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© fifi SS , t g s or*** o * o w fc» 4> <ü FRANQUEO PAGADO Concesión 908 TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 ANO XXIV MANA ISRAELITA BUENOS AIRES, VIERNES 25 DE ENERO DE 1983 No. 1996 EL EJEMPLAR en toda la República PUEÏRREDON 2190 1? teq. T. E. 8S 2613 Buenos Aires Alle marschieren gegen alle l^anun *®H »*<»? CJ O * *w von KURT U n in IhrII Die Arabische Liga soll zusammengerufen weiden. Vielleicht hat bereits eine geheime Tagung stattgefuuden, um noch einmal den Versuch zu unternehmen, die wachsenden Zwistigkeiten in der arabischen Welt zu überbrücken. Natürlich wissen sie es alle, dass es heute keinen Ausgleich von R. B. SAMUEL erkannt, während die sozusagen legale Regierung sich noch nicht ergeben hat. Sau di Arabien ist an die Seite des Yemen getreten: auch Transjordanien hat seine Sympathien für den Kampf des Yemen um seine Unabhängigkeit von Aegypten mehr geben kann. Hass und | ausgedrückt. Die ..Drei Kö- Eifersucht, aber auch völlig abweichende Ziele und Parolen bilden Tren'uuügsmauern. die nicht beseitigt werden können. Immer stärker tritt in Erscheinung, dass Nasser wieder eiamal den frontalen Versuch der Machtübernahme eingeleitet hat, um seinen alten Traum der Herrschaft über die muselmanische oder doch wenigstens die arabische Welt zu realisieren. Sicherlich wird die Liga, in welcher Rumpfbesetzung sie auch zusammentreten wird, nur die ,,Palästinafrage V in den Vordergrund ihrer Debatten stellen, da es über diesen Punkt nur eine Meinung gibt: Israel muss zerstört werden. Die reichen Schätze des blühenden jüdischen Landes, die in riesigen Dimensionen die Träume aller arabischen Habenichtse beschäftigen, lokken als Beute für die ..ruhmreichen Krieger der Wüste“, die von ihren Fiih rern an die Front geschickt werden sollen. Natürlich wissen die arabischen Dele gierten der Liga, dass im Augenblick ganz andere Sorgen die arabischen Länder erfüllen, weil Zwietracht und Bürgerkrieg beinahe alle Länder bedrohen, weii ausländische Mächte sich in die arabische Politik einschalteten und Nasser selbst nur zum Spietball der Kreml Pläne geworden ist. Während man also von der Arabischen Liga spricht, die würdige Repräsentanz der arabischen Völker, während von Einheit und geschlossener Aktion die Rede ist. sieht die arabische Wirklichkeit ganz anders aus. Nasser hat eine Militär Revolution im Yemen entfacht oder unterstützt, die Nordamerikaner haben die Rebellen-Regierung an-! nige aus dem Morgentande“, die sich in unsere Ta ge retten konnten, nämlich man zu entfesseln, der aber wie so viele andere zuvor fehlschlug. Der königliche Geheimdienst hat bis heute nicht versagt. In Transjor danien versuchte man die Nassersehen Gelüste durch harte Angriffe auf Israel zu dämpfen. Es half nichts. Israel selbst wies darauf hin. dass nur dank seiner Existenz Nasser den grossen Wurf einer Eroberung Trans ne Unabhängigkeit erhalten. Die extremen Elemente sind von den furchtbaren Kämpfen und blutigen Aus einandersetzungen an die Oberfläche gespült worden, unter ihnen der Ministerpräsident Ben Bella, der es für richtig hielt, vor Antritt seines Amtes eine hemmungslose Rede gegen Israel zu halten. Aber Ben Bella hat auch noch andere Provokationen wagen dürfen, ohne dass der Westen einschritt. Technische Hilfe für Afrika mmm wmmm AFRIKAS JUGEND WIRD IN ISRAEL AUSGEBILDET die Könige von Transjordaj nien. dem Yemen und Saudi Arabien, wehren sich gegen den Ansturm der neuen Zeit, die sich in der Person j des ägyptischen Diktators! jordaniens nicht wagen konnte. Denn jede Veränderung des status quo würde von Israel als Casus belli angesehen. Hierauf wurde auch angesichts einiger prowie ein böser Schatten auf nasseristischer Demonstra diese königlichen Gefilde senkt. Nasser hat auch bereits wieder einmal versucht, einen Putsch in der tr^nsjordanischen Hauptstadt Am- DER FALL RAUFE Santiago. — Der chilenische Generalstaatsanwalt. Urbano Marin, empfahl in einem zweiunddreissig Seiten umfassenden Bericht, dem Präsidenten des Gerichtshofes die Ablehnung des Auslieferung.santrages der Bundesdeutschen Regierung, welche die Auslieferung des früheren SS-F'ihrers Hermann Rauff ver langt hatte. Zur Begründung führt der Staatsanwalt an. dass nach der chilenischen wie internationalen Rechtsaufassung die strafrechtliche Verfolgung durch Verjährung des Deliktes ausgeschlossen sei. Rauff wird bekanntlich beschuldigt, an der Er mordung einer s-ehr grossen Anzahl von Personen, insbesondere JXiden führend beteiligt gewesen zu sein Er wurde vor einigen Wochen in Punta Arenas durch die chilenische Polizei verhaftet. Ueber das Gesuch des Staatsanwaltes hat nunmehr der Präsident des Obersten Gerichtshofes inner halb von fünf Tagen zu entscheiden. Gegen diese Entscheidung kann noch einmal appelliert werden. Wie weiter bekannt gegeben wurde, beteuert Rauff seine Unschuld. Wenn er wirklich unschuldig ist, so fragt man sich, aus welchem Grunde stellt er sich dann nicht den deutschen Gerichten, um vor aller Oef fentlichkeit den Beweis für seine Unschuld zu führen? Stattdessen soll Rauff erklärt haben, im Falle seiner Freilassung Chile verlassen zu wollen, um vor den „israelischen Kommandos“ sicher zu sein. Am sichersten wäre er wohl in Deutschland, wenn er sieb dem Gericht in Hannover zur Verfügung stellt, das die Anklage gegen ihn erhoben hat. tionen in dem arabischen Teil Jerusalems mit Nachdruck hingewiesen. Der Streit mit den drei Königreichen ist aber nur ein kleiner Teil der heutigen arabischen Auseinan dersetzungen. Frohlockend meldete Radio Kairo, dass sich erhebliche Teile der syrischen Armee gegen die au genblickliche Regierung er hoben hätten. Die äugen, blickliche Regierung ist diejenige, die Syriens Unabhängigkeit von Aegypten erkämpft und durchgesetzt hat. also in ihren politischen Zielen die Absichten Nassefs durchkreuzt. Auch nach Damaskus hat Nasser seine Hände erneut ausgestreckt. Es war nicht die erste Revolte, die er anzettelte. Jedenfalls verstummt der Lärm der Waffen im Orient nicht. Die UN haben es noch nicht für erforderlich gehalten. einmal energisch einzugreifen und zu Friedensverhandlungen zu schreiten. Inzwischen ist eine andere arabische Front aufgerissen worden, die bisher jedenfalls wenige Gegensätzlichkeiten aufwies: zwei der jungen nordafrikanischen Länder. Tunis und Algier, sind in Konflikt geraten. Beide Länder gehörten lange Jahrzehnte zu Frankreich. Algier hat erst vor kurzem seivon dem er lebt. Bekannt lieh hat Ben Bella Herrn Dr. Fidel Castro umarmt, nachdem er vorher bei den UN gewesen ist. Vor einigen Wochen wurde ein Komplott gegen Bourguiba entdeckt. Es hatten zahlreiche Verhaftungen stattgefunden. Todesur teile wurden ausgesprochen. Jetzt wird Algier beschuldigt, efc habe zahlreichen Personen, die am Attentat gegen Habib Bourguiba beteiligt gewesen sind, ein Asyl geboten. Daraufhin hat Tunis seine diplomatischen Beziehungen zu Algier abgebrochen. In einer Rede vor mehr als 100.000 Menschen rechnete Bourguiba mit sei nen Gegnern ab und beschuldigte das Ausland, diesen Bestrebungen Vorschub geleistet zu haben. Wenige Stunden später war es klar, wen er mit .das Ausland' gemeint hatte. Wie weit die ägyptische Politik für die unruhige Situation in Tunis verantwort lieh ist, kann schwer üt>ersehen werden, Tatsache ist, dass sich Bourguiba bisher mit Erfolg dagegen gesträubt hat. die wilde antiisraelische Politik Nassers mitzumachen oder sich ganz allgemein als einen Spielball nasseristischer Interessen behandeln zu lassen. Andererseits war Ben Bella vor seiner Rückkehr nach Al gier, das er unter französischer Herrschaft verlassen musste, bei Nasser in Kairo zu Gast gewesen. Seine antiisraelische Drohrede hatte er offensichtlich auf Vervon KURT KAISER-BLUETH Kurt Jaager, seines Zeichens Erster Staatsanwalt im bundesdeutschen Land Schleswig-Holstein, ist von Natur sangesfreudig. Seit seiner frühesten Jugend liebte er männlich-patriotische Lieder. Wenn er in früheren besseren Zeiten, im sogenannten „Grossdeutschen Reich“, in die verdienten Ferien ging, pflegte er in Borkum das Borkumtied zu singen, das mit der literarisch nicht einwandfreien, gesinnungsmässig jedoch perfekten Strophobeginnt; „Und wer hier naht mit platten Füssen, mit Nasen krumm und Haaren kraus, der darf nicht diesen- Strand geniessen, der muss hinaus, der muss hinaus!“ Von diesem Ausflug in die Lyrik in den prosaische»- Alltag des vierten deutschen Reiches zurückgekehrt, hatte der Erste Staatsanwalt Jaager die Gewohnheit, 17 Jahre nach dem Tode eines gewissen Adolf Hitler in de» Gängen des Schleswüger Justizgebäudes und in seinem Amtszimmer das Horst Wessel Lied zu singen. Es gab Leute, denen diese mit Lautstärke durchgeführten Sangesübungen des republikanischen Staatsanwaltes selbst in Schleswig auf die Nerven gingen. Eine Untersuchung wurde eingeleitet, bei der indessen nicht viel heraus kam. Das Zentralorgan der demokratischen Widerstandskämpfer- und Verfolgten Organisation, „Die Mahnung“, wandte sich deshalb mit einer Beschwerde an das Bundesjustizministerium in Bonn. Die. Antwort, die aus Bonn kam, war verblüffend. Sie lautete folgendermassen: „Nach Mitteilung des Herrn Justizministers des Landes Schleswig-Holstein ist das Verhalten des Ersten Staatsanwaltes im Ruhestand sowohl in strafrechtlicher als auch in dienstrechtlicher Hinsicht geprüft worden. Der Straftatbestand des Paragraphen 4 Versammlungsge setz — der hier wohl allein in Betracht käme — ist nach dem Ergebnis dieser Feststellungen nicht erfüllt, da das Horst Wessellied nicht öffentlich gesungen wurde. Dia dienstrechtliche Beurteilung des Verhaltens des Ersten Staatsanwalts i. R. Jaager obliegt nach der verfassungsrechtlichen Ordnung der Bundesrepublik allein den Justizbehörden des Landes Schleswig-Holstein. Zu deren Ansicht, eine Kürzung des Ruhegehalts des Ersten Staatsanwalts i. R. Jaager wegen Singens des Horst Wessel Liedes sei durch das Dieustgericht nicht zu erwarten. kann ich daher nicht Stellung nehmen.“ Die Skepsis der offiziellen Justizbehörden in Schleswig-Holstein lässt allerhand interessante Schlüsse über die Mentalität der Herren des „Dienslgerichtes“ in diesem Lande zu. Sie haben offenbar einen so soliden antirepublikanischen Ruf, dass die Kieler Justizfunktionäre davon überzeugt sind, dass sie es als durchaus in der Ordnung finden, dass die aktiven Staatsanwälte in der Bundesrepublik nationalsozialistische Kampflieder in ihren Dienstzimmern gröhlen und damit zivilisiertere Zeitgenossen in den Gängen des Gericht provozieren . Der Bundesjustizminister aber wäscht sich seine Hände in Unschuld. Und damit man sich ja keinen Illusionen hingebe: S.A.-Maun Jaager ist nicht etwa wegen seiner NS-Konzerte im Justizgebäude vom aktiven Dienst in den Ruhestand hinübergewechselt, sondern allein deshalb, weil er als staatsanwaltlicher Gehilfe des berüchtigten Roland Freisler im noch berüchtigteren „Volksgerichtshof“ an zahlreichen Urteils-Vexbrechen aktiv und entscheidend mitgewirkt hat. Noch am 25. April 1945 hat dieser Gentleman, der trotzdem 13 Jahre als öffentlicher Ankläger den republikanischen Staat repräsentieren durfte, 27 politische Häftlinge, die im Zuchthaus Brandenburg sassen, umbringen lassen; er war es, der den Befehl' zur Hinrichtung des antinazistischen Oberlandesgerichtspräsidenten Dr. Draeger gegeben hat. Nachdem diese Untaten zu oft in der Oeffentlichkeit diskutiert wa ren. ist der Gehilfe dieses Freisler freiwillig in den Ruhestand gegangen und verzehrt jetzt, mit „Frieden in der Seele“ seine vierstellige Monatspension. langen Nassers oder a'ber deswegen gehalten weil er seinem mächtigen Gönner einen Gefallen tun wollte. Ben Bella war insoweit ein Instrument Nassers, Bourguiba aber nicht. Im Gegenteil, man kann Bour guiba als einen der Gegenspieler Nassers betrachten. Vielleicht sollte auch er gerade deswegen beseitigt werden? Man verliert sich leicht auf den verschlänge nen Pfaden der orientalischen Politik in der überall gegenwärtigen Wüste... Waffen für Yemen London. — Wie die ye menitische Luftwaffe mitteilte. wurden hier Bomber von grossem Aktionsradius geliefert. Es wurde aber nicht mitgeteiit, wer diese modernen Flugzeuge an den Yemen verkauft hat. Z Jahre Gefaengnis Jerusalem. — Schalem Schtarkes wurde zu d-rei Jahren Gefängnis für die Entführung des Jugendlichen Jossele Schuhmacher verurteilt. Erster Platz für Israel Helsinki. — In einer Gallup-Umfrage, die durch die Helsinki-Messe in Verbindung mit dem Architektenverband ausgeschrieben wurde, errang der Israel- Pavillon den ersten Platz, — wie der israelischen Messe- Gesellschaft telegrafisch mitgeteilt wurde. 20 Nationen nahmen an der Messe in der finnischen Hauptstadt mit eigenem Pavillon teil, ' darunter England. Frank reich. Schweden. Dänemark und Deutschland. Der israelische Pavillon wurde vom Jerusalemer Architekten N. Maron geplant und von H. Voremberg geleitet. Registro de la Propiedad Intelectual No. 735 104 Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831

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