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Jüdische Wochenschau · 1963-01-18 · 1995 (18.1.1963) · p. [Seite 10]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
1995 (18.1.1963)
Date
1963-01-18
Page
[Seite 10] (sequence 10)
Language
German, Spanish
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9 aa z 5 ~ t g 2 M a s# n* < u FRANQUEO PAGADO Concesión 9U8 TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 ISRAELITA ASO XXIV BUENOS AIRES. VIERNES 18 DE ENERO DE 1983 No. 1995 EL EJEAPLAI en todo la República! Î0.- PUEl'RREDON 2190 I? icq. T. E. 83 2613 Buenos Aires POLITIK DER WIDERSPRUECHE Die Offensive Nassers gegen die arabischen Königreiche ist noch nicht zum Stillstand gekommen Nasser hat offen zugegeben, zum Sturz des Imam vom Yemen ..beigetragen1' zu ha-!>en. Er hat die Rebellen bewaffnet und vom ersten Augenblick an unterstützt. Wahrscheinlich hat er die Revolution angezettelt. Der Imam war ein Verbündeter der USA. Nasser ist es auch. Washington vergass den verbündeten Imam und erkannte die Revolutionsregierung an. Damit verspess Jas Weisse Haus einen Alliierten. uni einen neuen dagegen einzutauschen . . Man setzte sieh mit einer Hahdbewegung und kurzen Erklärung über den Widerspruch hinweg, einen bisherigen Verbündeten im Stich zu lassen. Dia Welt zuckte die Achseln. Das ist eben von R. B. SAMUEL genden umwobenen Ibn Saud, vor einigen Jahren den USA abgestattet hat. Er war offizieller Gast der amerikanischen Nation. Er fuhr mit dem Präsidenten Eisenhower durch die Strassen nordamerikanischer Städte, der König aus der Wüste, in dessen Reich es noch immer Menschenhandel und mittelalterliche Grausamkeiten gibt, mit dem Präsidenten - General, dem berufenen Führer der freiheitlichen Welt. Prinz Feisal. der Ministerpräsident Saudi Arabiens, erbat von den USA Wafienhilfe gegen Aegypten. Das Weisse Haus hat diese Hilfeleistung zugesagt. Arneri kanische Flugzeuge werden sich also über sauditischem Gebiet ein Stelldichein gearabischen Nachbarn überfallen zu werden. Wie oft haben die Aegypter bereits versucht, den König Hussein aus Transjordanien zu stürzen, wie oft sollte er ermordet werden? Man erinnert sich der Jagd, die syrische Flugzeuge auf Hussein machten, als er nach Euro pa fliegen wollte. Nur durch Politik, sagten die meisten. 1 b^11denn auch die Aegypwornit dieser Vorfall für sie erledigt war. I Nun hat Nasser das saudi- - tische Königreich aufs Korn ’ genommen. Nasser ist ein \ Verbündeter der USA, denn j sie unterstützen ihn mit ' Waffen, mit Geld, mit Lej bensmitteln. Aber auch Sauj di Arabien ist ein Verbünj deter der Vereinigten Staa- | ren von Nordamerika. Er ist . sogar ein sehr wichtiger Alliierter, weil Saudi Arabien i eines der Länder mit dem! grössten Oei - Vorkommen 1 ist. Wer erinnert sich nicht j des Besuches, den König; Saud, der Sohn des von Le- : ter benutzen amerikanische Bomber neben vielen Migs. den schnellen russischen Kampffliegern. Die Widersprüche dieser Waffen Politik stören niemanden. Vielleicht will man die sauditischen Wüstenstriche an der Grenze mit dem Yemen zu einem neuen Experimentierfeld machen, wie wir es aus dem spanischen Bürgerkrieg her kennen. Die ägyptisch yemenitischsauditische Front ist nicht die einzige Bruchstelle im arabischen Lager. Ucberall lauern für jeden arabischen Staat Gefahren, von seinem Eine Rede Krutschews London. — Der russische Premier - Minister Krutsehew hat — nach einem Bericht des Manchester Guardian — auf einer Versammlung von Künstlern und Schriftstellern in Moskau erklärt, dass der Antisemitismus als eine Massenerseheinung in Russland verschwunden sei wenn man von einigen Ausnahmen absieht. Der Manchester Guardian ist der Meinung, dass Krutsehew diese Erklärung mit Rücksicht auf das Werk des jungen russischen Dichters Evtuschenko gemacht habe, das in den westlichen Ländern als ein Widerspruch und eine Verurteilung des gegen den in Russland herrschenden Antisemitismus betrachtet wurde. Oer Marsch der Zeit von BORIS SMÜLAR ..Forwerts“, die grösste , die jetzt ihren 65. Ge- Generationen Juden in ersten Generation han. New York. — Die Zeitung jiddische Tageszeitung der Welt burtstag feiert, hat bereits drei diesem Lande gedient. Bei der delte es sich um die Einwanderer, die vorwiegend aus osteuropäischen Ländern kamen und als Arbeiter ln Kon fektionsfabriken, als Hausierer und in anderen Gewer ben arbeiten mussten, um sich ihren kargen Lebensunterhalt zu verdienen, ihre Kinder, die zweite Generation, verachteten in ihrer Mehrheit das Milieu ihrer Eltern und entfernten sich von allem, was jüdische Angelegenheiten betraf.. Die dritte Generation ist bereits die jüdisch-amerikanische Jugend von heute, die, kulturell as -ümiliert und in hohem Grade amerikanisiert, sich jedoch ihres Judentums nicht mehr schämt und sogar zu lernen bemüht ist, was es bedeutet. Jude zu sein. Bei einem Rückblick auf die Zeit der Gründung des „Forwerts“ müssen wir uns fragen, wie tausende und tausende Juden das damalige Leben ertragen konnten Sie arbeiteten lange Stunden in stickigen Werkstätten ohne Licht, bei schlechter Bezahlung, um spät abends nach schwerer Arbeit in ihr Heim zu kommen in die dunklen Zimmer einer Mietskaserne oder in Behausunj gen eines Elendsviertels, viele von ihnen ohne sani'äre Einrichtungen und fast alle ohne Bad. Ihr einzige! „Schmuck“ war die zum Trocknen aufgehängte Wä. j sehe .. i Das Leben dieser Menschen in den überbevölkerten j Stadtteilen New Yorks kann man mit dem heutigen Le I ben der Neger und Puerto-Rieaner in den ärmsten Ge-; genden vergleichen. Ein achtstündiger Arbeitstag erschien ■ ihnen damals als ein unerreichbarer Traum, eine Utoj pie, denn die meisten arbeiteten 12 Stunden täglich, sie- < ben Tage in der Woche; es gab keinen bezahlten Ur laub. Fehlte einmal jemand auch nur einen Tag wegen Krankheit, so wurde ihm dieser Tag vom Lohn abgezogen. Es war ein Sklavenleben. Und mit jedem Schiff aus Europa kamen Tausende neuer Sklaven, mehr Juden, die nicht eine Silbe Englisch kannten, mehr Opfer des zaristischen Regimes, auf der Suche nach Freiheit und wirtschaftlicher Rettung in der Neuen Welt. In diesen Jahren liegt die Geburt des „Forwerts“, seine Gründetwaren Männer wie Abraham Cahau und andere, die entschlossen waren, den neu angekommenen Juden nicht nur bei ihrer „Amerikanisierung“ behilflich zu sein, sondern auch für bessere Lebensbedin gungen der Neueinwanderer zu kämpfen. Dieser Kampf war nicht ieicht. Doch allmählich organisierten sich die jüdischen Arbeiter in Syndikaten und konnten ihren Lebensstandard verbessern, h'tai Zufall ist er dem Attentat entkommen. Dieser Hussein hat, seine Existenz heute zu einem guten Teil Israel zu verdanken. Würde es kein Israel geben, wären Nassers Truppen längst in die transjordanische Hauptstadt Amman eingedrungen. Dass Hussein trotzdem in letzter Zeit heftige Tiraden gegen Israel ertönen liess. gehört zu den vielen Widersprüchen, denen man im Orient begegnet. Trotz dieser vielen Feindschaften im arabischen Lager soll demnächst die Arabische Liga zusammentreten. um über die Wiedereri oberung .Palästinas' zu bef raten. Wieder einmal soll | der Versuch gemacht wer I den, die Araberländer durch I den gemeinsamen Hass ge-; gen Israel zu einen. Gewiss ¡ bestehen geringe Aussichj ten. diases Ziel zu errei- I chen. Dennoch darf man die i Gefahren nicht verkennen, I die eine solche Politik mit j sich bringt. Sicherlich wäre I es ein groteskes Paradox, I wenn eine Verständigung zu- : Stande käme, aber die Ori- | entpoiitik steckt voller Wi-! derspriiehe, in die keineswegs nur die arabischen Staaten verstrickt sind, sondern auch und gerade die Amerikaner. In New York weigerten sich die Hafenarbeiter, Hilfssendungen des Internationa len Roten Kreuzes nach Algier zu verladen, weil der algerische Ministerpräsident Ben Bella nach Habanna gereist ist, wo er Fidel Castro umarmt hat. Die New Yorker Arbeiter zeigen eine Linie in ihrer Haltung, die man bei der amerikanischen Regierung vermisst. Ben Bella war übrigens auch der Mann, der ein Millionenheer aufstellen wollte, um Israel zu vernichten. Gewiss können die hungernden Massen Algiers nichts für die Politik Ben Bellas. Aber sie jubeln ihm zu. Sie folgten ihm in ihrem Kampf, (jer ihnen die Freiheit bringen sollte. Zu spät werden sie feststellen, dass sie irregeführt waren. Aber die Weizenlieferungen helfen weniger der Bevölkerung als der faschistischen Regierung in Algier, die damit eigene Mittel für Waffen freibekommt. Die Reise Ben Belias von New York nach Habanna. von den UN zum kommuni stiseben Diktator, war eine Herausforderung für die freie Welt, die nun als Antwort Weizen und wahrscheinlich auch Waffen schickt. Die amerikanische Regierung betreibt immer noch eine widerspruchsvolle Politik. Die newyorker Hafenarbeiter wollen diesen unheilvollen Kurs nicht mitro a chen. DAS OEKUMENISCHE KONZIL Rom. — Di» Hoffnung, dass das Oekumenische Konzil bei Wiedereröffnung seiner Sitzungen in diesem Jahr eine günstige Position zum Memorandum einneh men werde, das die jüdischen Organisationen überreicht haben, wurde in einer freundschaftlichen Zusammenkunft der Repräsentanten aller wichtigen Religio nenf zum Ausdruck ge- 1 bracht. Diese Zusammen-! kunft fand in der Pro-Deoj Universität, unter dem Vor- | sitz des Kardenais Augustin! Bea. des Chefs der vaPka- I nischen Kanzlei für die Ein- | heit der Christen statt. In | dem Memorandum der jüdi-; sehen Organisationen wurde darum ersucht, alle antijüi dischen Elemente aus dem I katholischen Dogma zu ent! fernen und den Antisemitis-! mus zu verurteilen .! Der Wortführer fiir die l Juden war der Richter Ser- | gio Piperno, Präsident der; jüdischen Gemeinden in Italien, der zu den 500 Würdenträgern sprach, welche der Katholischen, protestantischen. muselmanischen, buddistischen. orthodoxen und anderen Religionsge meinschaften angehöreti. Richter Piperno erklärte, dass Wahrheit und Gerechtigkeit die wichtigsten Grundlagen bei jeder jüdischen Erziehung sei. Er zitierte Maimonides: „Die Erkenntnis der Wahrheit besei tigt den Hass und das Unverständnis zwischen den verschiedenen Gruppen.“ Piperno wies schliesslich auf diese Versammlung hin, die er als ein Beispiel dafür bezeichnete, was erreicht werden könne. wenn die Stimme Gottes alle in Brüderlichkeit vereine. Gast aus Italien Tel Aviv. — Zu einem fünftägigen Aufenthalt weilte der Führer der Sozialdemokratischen Partei Italiens, Giuseppe Saragat. in Israel. Er erklärte, seine Partei befürworte den irgendwie gearteten Anschluss Israels an den Gemeinsa men EuropamarkL UTA) Theoretische Feststellungen Dr. MV.: — Die fern jeder Lebenserfahrung stehende Interpretation der Entschädigungsgesetze hat schon oftmals zur Schaffung neuen Unrechtes geführt. So ist der Sinn der ..Wiedergutmachung“ in sein Gegenteil verkehrt worden. Dies gilt für die Fristen, auf die bereits i in früheren Ausführungen hingewiesen worden ist. Uebrigens wird die Einhaltung der Fristen nur einseitig von den Opfern der Verfolgung verlangt. Die Gegenpartei, , die Wiedergutmachungs- und Entschädigungsbehörden ■ i’-'hlen sich an keine Fristen gebunden. Sollt« doch, wie; es im Gesetz heisst, die Abwicklung der Verfahren am 31. 12. 1962 beendet sein. Es ist bekannt, dass zahlrei- , che Anträge bisher überhaupt nicht in Bearbeitung ge- | nommen worden sind. Das Entschädigungsamt Koblenz z. B. beschwichtigte ungeduldige Antragsteller mit dem Hinweis, sie seien .noch zu jung, erst müssen die .älteren Jahrgänge erledigt' werden.; Zu welchen Ergebnissen mitunter die rein theoretischen Auslegungen, insbesondere durch das höchste Gericht. führen, zeigen die Fälle der sogenannten ..Heim kehrer“, die einfach ausserhalb des Entschädigungsgei setzes gestellt werden, weil sie nicht ausgewandert, sondern in ihr Heimatland zurückgekehrt seien. Ein in Berlin geborener Jude, dessen Eltern vielleicht einen polnischen Pass nach 1918 bekamen, niemals aber als Polen! geboren wurden, weil zu diesem Zeitpunkt ein Staat Po len garnicht existierte, also ein solcher, in Berlin geborener Jude hatte auch einen polnischen Pass, galt also polizeilich als Pole. Er konnte kein Wort der polnischen i Sprache, hatte Polen niemals gesehen, war ohne jede! Verbindung mit allem, was man als polnisch ansehen konnte. Er wurde verfolgt und musste fliehen. Da kam ihm der polnische Pass zugute, denn mithilfe dieses Pas- | ses konnte er sogar unter dem Schutz einer fremde« Macht Nazi-Deutschland verlassen. Ja. sagt der Bundesgerichtshof, das konnte er. denn er kehrte in seine Hei-! niat zurück, er wanderte nicht aus... Wenn er aber nicht i auswanderte, dann erfüllt er nicht die Voraussetzungen | eines anderen Paragraphen, folglich hat er keine Ansprüche. Denn auswandern, sagen die weisen Richter, kann man doch nicht in sein Heimatland. Auswanderer kann man nur in die Fremde. Mit dieser Kasualistik werden zahlreichen Geschädigten, die genauso Opfer der Verfolgung sind, wie alle anderen. die Möglichkeiten einer Entschädigung genommen. Als ob es auf philologische Auslegungen von Begriffen wie dem der Auswanderung ankäme und nicht auf den einfachen, klaren, unzweideutigen Tatbestand der Vernichtung jüdischer Existenzen durch nazistische Massnahmen. Es ist schon an der Zeit, mit dieser Art von Rechtsprechung Schluss zu machen, die nur geeignet ist, neues Unrecht an die Stelle des alten zu setzen, obwohl doch das Gegenteil beabsichtigt war: im neuen deutschen Rechtstaat wiedergutzumachen, was im nazistischen Unrechtstaat an Verbrechen begangen wurde. Ein Argument sei noch hinzugefügt. Im Oktober 1938, wenige Wochen bevor die deutschen Juden an die Reihe kamen und in die verschiedenen KZ geworfen wurden, fand eine grosse „Polen Aktion“ statt. Das war der offizielle Namen, der diesem Gross-Veibrechen von der Gestapo gegeben worden ist. Natürlich war diese Massnahme ausschliesslich gegen Juden gerichtet. Was stellte diese Aktion begriffstechnisch nach entschädigungsrechtlichen Gesichtspunkten dar? War es Auswanderung oder Ausweisung, war es Vertreibung oder war es Rück kehr ins Heimatland? Welcher Unterschied aber kann darin bestehen, dass ein polnischer Jude als Verfolgter oder aufgrund einer Ausweisung fliehen muss und dorthin geht, wohin er sich im Augenblick aufgrund eines Passes retten kann, oder ob man alle zusammen abtransportiert. Niemand, selbst der oberste deutsche Gerichtshof wird sagen wollen, dass dieser gewaltsame Abtransport durch die Gestapo eine Heimkehr ins .Vaterland1 ist. Unschwer zu erkennen, wohin diese höchstrichterlichen Begriffsspekulationen führen müssen. Wie schnell aus Recht Unrecht wird, werden wir in einem weiteren Artikel zeigen, in welchem wir uns auf die Ausführungen einer juristischen Fachzeitung berufen können. Antijüdische Ausschreitungen New York. — Antijüdische Ausschreitungen ereigneten sich kürzlich in der Haupt stadt von Honduras. Tegucicalpa. bei der Premiere des amerikanischen Films „Exodus“. Vor dem Lichtspieltheater kam es zu Demon strationen gegen die Juden und Israel. Die Parole „Tod den Juden“ sowie Hakenkreuze wurden von den Dej monstranten auf Hauswände j und Mauern geschmiert. Au- : sserdem warfen Unbekannte Tränengasbomben in das Kino. In Honduras leben rund 150 Juden, davon 40 in , der Hauptstadt. Besucher aus Nordamerika Tel Aviv. — Sechs Füh rer des American Jewish Committee, die Israel einen achttägigen Besuch abstatteten, erklärten, Israels Kultur habe „einen enormen Einfluss auf das jüdische Leben in den USA“ ui.d sie wollten diese Kultur aus der Nähe kennenlernen. An der Spitze der Gruppt* stand A. M. Sonnabend aus Boston. Die Reise erfolgte auf Einladung ‘des Aussenministers. Die Amerikaner besuchten B?n Gurion und Führer der Jewish Agency. (ITA) Registro de la Propiedad Intelectual No. 735 104 Impreso en 1° Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831

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