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Jüdische Wochenschau · 1963-01-11 · 1994 (11.1.1963) · p. [Seite 12]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
1994 (11.1.1963)
Date
1963-01-11
Page
[Seite 12] (sequence 12)
Language
German, Spanish
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*_! FRANQUEO PAGADO 3 .5 * i Concesión 90S j £ £ * i---i; ' j t, 2f í ■ TARIFA REDUCIDA < W i Concesión 1629 ¡ i AÑO XXIV BUENOS AIRES, VIERNES 11 DE ENERO DE 1963 No. 1991 EL EJEMPLAR en toda la República PUEYRREDON 2190 1? fcq. T. E . 83 2613 Buenos Aires Hitler und sein Regime Zeitgeschichtler. ernsthafce Historiker und Autoren verschiedenster Qualifikation nahmen sich letzthin des Themas Hitler und Na zismus an. Davon zeugt eine immer zunehmende Ueberi'üüe an Publikationen, die zum Teil aufhellend, zum Teil aber auch verdunkelnd wirken, denn Nazismus in der einen oder anderen Periode sogar zu ..rechtferti-. gen" suchen. Gemeinsam ist den meisten Abhandlungen zu diesem Thema der im mense Fleiss, mit dem das Material aus verschiedensten Quellen zusammengetragen wird, wenngleich in bedauernswert vielen Fi,len aus dem vorhandenen Material falsche Schlussfolge rungen gezogen werden. Der typische Fall dafür ist der erste Band einer grossangelegten Darstellung der ..Hitlerbewegung“ von Dr. Georg Fran-Willing. Dieser Teil beschäftigt sieh mit dem Ursprung des Nazismus, er behandelt die Jahre 1919 bis 1922. Mit bestechender Aribie erschloss hier der Autor bisher z. T. unbekannte Quellen, schöpfte Material aus privaten und öffentlichen Archiven, um überaus präzise Angaben über die Männer und Kräfte zu machen, die der Na- - zi - Bewegung vorausgingen oder zu ihren Mitbegründern gehörten. Hätte sich der Autor da mit begnügt, die Tatsachen aufzutischen, seinem Werk wäre eine gewisse Bedeutung nicht abzusprechen. Doch Dr. Georg Franz-Willing liess sich nicht von kritischen Kommentaren abhalten, die hoffentlich nicht nur in jüdischen Kreisen Bedenken auslösen. Die frühen Nazis erscheinen ihm keineswegs als Irre oder zu mindest mit Vorsicht zu geniessende Fanatiker, sondern als blitzsaubere Idealisten, die kein Opfer scheu ten, um Deutschlands nationale Schande auszutilgen und die ,,nationale Selbstbehauptung“ zu predigen. Ihr Einsatz galt der Ausmer zung der Folgen von Versailles und der Revolution von 1918. wie überhaupt Versailles und die Revolution für so manches herhalten müssen. Auch für den zoologischen Antisemitismus bat Dr. Franz-Wiiling eine ..Entschuldigung“ parat: sie ist die Reaktion auf die führende Rolle der Juden während der Revolution, wie der SA Terror nur demjenigen der Kommunisten Ein halt zu gebieten hatte. Bei derartiger, die Wahrj heit verzerrender Darstellung der Dinge hat es kiurn I viel Sinn, sich mit dem! Werk auseinanderzusetzen, j Es bleibt nur abzuwarten, | wie der Autor in der Dar- Stellung späterer Jahre den! Massenmord an politischen; Feinden und Juden ..wissenschaftlich“ erklären wird. Während das Buch Franz- Willings die ..Massen“ be-! trifft und die Rolle des ..Führers" nur wenig berücksichtigt, ist der erste | Band der von Max Domavus heraus0egeben?n Reden und Proklamationen Hitlers in erster Linie dem rhetorischen Phänomen des Bierkeiler-Demagogen gewidmet. Der heutige Archivdirektor Domarus hatte als Student und Reporter Gelegenheit. Hitlers Technik und Methodik zu studieren. Sein Werk 'beschränkt sich aber nicht nur auf die — teils bedau ernswert gekürzten — Reden Hitlers, sondern umfasst auch Bekanntmachungen, Glückwunschadressen, ja so- : gar Texte von Gesetzen und j Erlassen sowie Interviews! mit der Ausiandspresse. Hier ist der Kommentar, des Herausgebers nicht nur 1 zweckmässig, sondern auch dem Zweck vollkommen ent! sprechend. Denn Domarus ' weist den Leser darauf hin, wie sehr Hitler in seinen Reden von Wiederholungen I und leeren Phrasen lebte er! setzt den Zeigefinger auf I die sachlichen Widersprüche, Unrichtigkeiten und Lüi gen. die die „heil“ enden I und heulenden Zuhörer von 1 1 damals allzu willig überhörj i ien. I Domarus beweist ziemlich überzeugend, dass man die verbrecherischen Ziele des Nazismus aus Hitlers Reden deutlich ablesen konnte, wenn man nur wollte! Und wenn der Herausgeber iestjtellt, „Hitler war ‘im April 1945 nicht verrückter, als er es im Jahre 1919 war“, so kann man ihm nur beipflich teil. Nach der Lektüre des ersten Bandes „Triumph" der sich auf die Jahre 1932/1936 erstreckt, kann man dem zweiten Band „Untergang“ erst recht mit Interesse entgegensehen. Wer sich von dem Titel „Der Reichstagsbrand — Legende und Wirklichkeit“ aus der Feder des Amateur Historikers Fritz Tobias verspricht, nun endgültig die Wahrheit über einen der ungewöhnlichsten politischen Kriminalfälle der jüngsten Geschichte zu erfahren, wird spätestens bei der Lektüre der Eingangsworte des Autors feststellen müssen, dass er sich auf dem Holzweg befindet. Ueber das Spektakuläre der „Spiegel’'-Serie ist Tobias auch in seinem grossangelegten Buch nicht hin ausgekommen. Auch Tobias hat — wie die anderen Autoren der obengenannten Werke zur NS-Zeit — fleissig Material gesammelt und studiert, doch seine Interpretation ist willkürlich. er springt zu offensichtlich mit der Wahrheit nach eigenen Bedürfnissen am. als dass seine Beweisführung für die angebliche Alleintäterschaft van der Lübbes und die Unschuld der Nazis an dem Di« israelische Ausfuhr •Jerusalem. — Die israelischen Exporte erreichten einen Gesamt wert von 277 Millionen Dollar im Jahre 1962, was eine Steigerung von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr ausmacht. Dies besagen die ersten Ziffern, welche hier bisher über das absei aufene Kalenderjahr veröffentlicht wurden. Die industriellen Exporte erfuhren während des Jahres eine Steigerung von 183 Millionen auf 211 Millionen Dollar, während die Ausfuhr von Zitrusfrüchten von 40 Millionen auf 49 Millionen Dollar erhöht wurde. (ITA) Reichstagsbrand überzeugend wäre. Es ist heute kaum mehr von ausschlaggebender Bedeutung, ob die Nazis neben den übrigen haarsträubenden Verbrechen auch noch dasjenige des Reichstagsbrandes auf dem Gewissen haben. Es gibt manche Anzeichen dafür, dass sie es haben; Tobias’ Version von der AUeinschuld van der Lübbes kann sieh sogar kaum gegen die Tatsache I behaupten, dass die Nazis ] und nur sie allein vom! Reichstagsbrand profitier-! ten. Doch sollte es jemand i für wichtig halten, dieses | Verbrechen restlos aufzukläi ren, so müsste er mit weit solideren wissenschaftlichen | Werkzeugen ans Werk gehen und stichhaltigere Nachweise für seine eigene Versioh bringen als Tobias dies tat. Die wahren Ziele Nassers von MILTON FRIEDMAN Washington. — Noch niemals hat Nasser in den USA eine so geringe Popularität genossen wie zu Anfang des neuen Kalenderjahres 1963. Die Oeffentlichkeit beginnt, ihn als den Fidel Castro des Mittelostens zu betrachten. Die ägyptische Intervention in Jemen bildete einen schlagenden Beweis, dass | Nasser ein Diktator ist und; auf Raub und Angriff ausgeht. Der Zynismus, mit dem Nasser, der sich als Reformator und Feind des Feudalismus aufspielte, das marxistische Gedankengut fiir seine Zwecke missbrauchte, hat ihn als falschen Befreier entlarvt. Die wahre Rolle Nassers Gefaengnis für arabische Spione Tel Aviv. — Zwei israelische Araber, beide 17 Jahre alt, wurden von dem Bezirksgericht in B»et Schew'a wegen Spionage zu 6 Jahren Gefängnis verurteilt. Die" beiden Minderjährigen erzählten dem Richter, sie seien durch die ägyptischen Radionachrichten dazu veranlasst worden, die Gaza-Grenze zu überschreiten, und sie beschrieben Gaza als ein „ir * disches Paradies“. Ais sie nach Gaza gekommen seien, hätten Offiziere der ägyptischen Spionageabwehr* sie verhaftet und über verschiedene Dinge, so über die israelischen Wasserleitungen und militärischen Einrichtungen in Israel befragt. Später wurden sie. wie sie berichteten, vom ägyptischen Spionagedienst in Begleitung bewaffneter Fedajin nach Israel zurückgeschickt, ih. le eigenen Familien übergaben sie den israelischen Behörden als sie in ihre Dörfer helmkehrten, (ITA) als Agent vom Schlage Castros hat einflussreiche proarabische Kreise in Washington in Aufregung versetzt. Dies spiegelt sich in den Kommentaren verschiedener Zeitungen und Zeitschriften wider. „Newsweek“ stellt ganz offen fest, dass „Nassers Aktion im Jemen Teil eines Meisterplans ist, um sich ‘in den Besitz der Petroleumgebiete in Transjordanien und Saudi Arabien zu setzen." Der englische Abgeordnete Neil McLean schreibt in einem vom „National Observer“ abgedruekten Artikel, das „republikanische“ Regime in Jemen werde von straff organisierten Kommunisten unterstützt, die mit Nasser zusammenarbei j ten. „Ich glaube, dass das ägyptische Eingreifen in Je- | men die erste Phase eines j weitgesteckten Plans ist, | den Nasser geschmiedet I Hat“, führt McLean aus, „um die sog. arabische so- > zialistische Revolution auf; der Arabischen Halbinsel I auszudehnen und den Ein-j fiuss Englands und der USA zu zerstören“, und er fügt hinzu: „die jemenitischen Stämme können nicht verstehen, warum die Welt sich miissig verhielt, als ägyptische Flugzeuge ihre Dörfer bombardierten.“ Die Zeitschrift „Time“ behauptet, trotz der Anerkennung der Marionetten Regierung Jemens durch Nordamerika denke Nasser in Wirklichkeit nicht daran, seine Truppen zurückzuziehett. Der „St. Louis Globe“ schreibt, dass „die westli che Position in Mittelost den Realitäten immer weniger Rechnung trägt und Israel verliert, während Nasser gewinnt“. Die „Washing. ton Post“ veröffentlicht ei nen „Brief an den Herausgeber", und protestiert, weil der jemenitische Rundfunk Kennedy einen .Freund der Blutsauger“ und die Amerikaner eine „Bande von Piraten" nennt. „US News and World Report“ berichtet, Nasser habe einen Streit gesucht, weil ihm „in Wirklichkeit daran gelegen sei, an Arabiens Petroleumreichtümern teiizuhaben“; wenn er in den Besitz ..schwarzen Geldes treten werde, so würde nie mand mehr das „Arabische Reich Nassers“ aufhalten können. Wegen der Inanspruchnahme Amerikas durch den Kuba-Konflikt. haben die USA nach Ansicht des „Portiand Oregonian“ es versäumt, die Bemühungen Nassers um die Errichtung eines militärischen Stützpunktes auf der Arabischen Halbinsel mit der gebotenen Aufmerksamkeit zu verfolgen. Blick in die Welt von HAROLD SCHWARCZ Dr. Hewetett Johnson, der „rote Dean“ von Canterburry, wird von seinem Amt zuriiektreten. Der Rücktritt ist von der englischen Königin bereits angenommen worden. Der „rote Dean“ wird jetzt 89 Jahre alt. Wie die Frau dieses seit langem hart umstrittenen Geistlichen mitteilte, erfolgte der Rücktritt, damit Dr. Johnson mehr Zeit zum Schreiben habe. — Der deutsche Bundeskanzler, Dr. Konrad Adenauer, beging vor wenigen Tagen seinen 87. Geburtstag. — Die vom indischen Ministerpräsidenten Nehru der UN zur Verfügung gestellten Truppen sind siegreich in Katanga vorgedrungen. Einige Kommentatoren meinen, es wäre besser, wenn Nehru seine Truppen in Indien zur. Verteidigung gegen das rote China einsetzen würde. — Das Auslieferungsverfahren, das die deutsche Regierung gegen den in Punta Arenas verhafteten Kriegsverbrecher Rauff angestrengt hat, wird erst in einigen Wo chen abgeschlossen werden können. Hartnäckig erhalten sich die Gerüchte, dass auch Martin Bormann, der Stellvertreter des .Führers* und andere bekannte Nazis in Chile Zuflucht gefunden haben, insbesondere nachdem ihnen der Boden in Argentinien zu heiss geworden ist. — Der Papst Johannes XXIII. lobte in einer seiner Feiertagsbotschaften sowohl Kennedy wie Krutschew. weil sie alles getan hätten, um einen bewaffneten Konflikt in der Kuba-Frage zu vermeiden. — Der neue amerikanische Militärkommandant in Berlin erklärte, dass Berlin (Westberlin) auch in Zukunft verteidigt werden würde. Die Frage nach der Zukunft Berlins wird auch weiterhin auf der Tagesordnung der internationalen Debatten stehen. — Die Ministerpräsidentin von Ceylon. Frau Sirimav» ßandaranaike, — übrigens die einzige Frau in der Welt, die einen so hoben Ministerrang bekleidet, — hatte eine Besprechung mit ihrem rotchinesischen Kollegen. Tschu En Lai, um ihn zu bewegen, in direkte Friedensveehand lungen mit Indien einzutreten. Tschu En Lai erklärte, dass die bisherigen Vorschläge der indischen Regierung keine Basis für ernste Verhandlungen abgeben würden. Antrag gegen einen Moerder Flensburg. — Tn dem Prozess, der vor dem Schwurgericht in Flensburg gegen den früheren SS Offizier. Martin Felienz, geführt wird, beantragte der Staatsanwalt lebenslängliche Zwangsarbeit und Aberkennung der Bürgerrechte auf Lebenszeit. Fellenz ist angeklagt, an der Ermordung von etwa 40.000 Juden im Gebiet von Krakau in den Jahren 1941 und 1952 beteiligt gewesen zu sein. Israels Armee Tel Aviv. — Der frühere israelische Generalstabschef, General Zvvi Tsur, erklärte, dass alle Länder des Fernen Ostens grossen Respekt vor der israelischen Armee haben. Diese Erklärung gab er nach Beendigung einer Reise durch Burma, Thailand und Japan ab. Der General informier te auch den Aussenminister j über seine Besprechungen mit Staatsmännern des Fernen Ostens sowie über Unterhaltungen, die er mit militärischen Führern dieser Länder gehabt hat. In einer Pressekonferenz 1 erklärte .der General- Zwi i Tsur, Israel könne noch viel von anderen Ländern lernen, insbesondere von Ja pan, wo grosse Anstrengun- : gen zur Benutzung der moi dernen elektronischen Fori schungen in den verschiej densten militärischen Zwei gen gemacht werden. Auch i von Burma und Thailand | könne Israel noch viel 1er- ' nen. I Schliesslich wies der Ge- 1 neral darauf hin, dass Is-; rael diesen Ländern mit sei- ' nen Erfahrungen helfen könnte, insbesondere auf dem Gebiet der Organisation halb militärischer und halb landwirtschaftlicher Verbände, wie Nahal. sowie allgemein bei der Organisierung militärischer Dienste. I Angriffe auf Missi«na«t Jerusalem. —Sieben Schüler einer Jeschiwa wurden | angeklagt, einen Angriff ge- : gen eine finnische Mission» | schule und eine christliche Mission gerichtet zu haben, bei dem sie Fensterschei- ] ben zertrümmerten. Der Religionsminister Dr. Wahr-; haftig. nahm gegen diese 1 Uebergriffe scharf Stellung | und betonte, dass Gewaltak I te nicht der richtige Weg 1 sei, um gegen die Tätigkeit , der Missionare aufzutreten. In Algerien verbliebene Juden Paris. — De. Henri Gozlan. der neue Präsident der neu gebildeten algerischen jüdischen Gemeinde, zollte der Regierung Ben Bellas Lob für das „Verständnis“, das sie der algerischen Judeuheit entgegenbringt, wie jetzt hier verlautete. In seinem Bericht teilt Gozlan mit, dass rund 25.000 Juden noch in Algerien verblieben sind, wäh- | rend die Zahl der Juden zu dar Zeit, als Algerien eine; französische Kolonie war, 125.000 betrug. Die jüdi \ sehen Kreise in Paris, die hierüber befragt wurden, , äusserten, dass es heute nicht mehr als 6.000 Juden | in Algerien gibt. (ITA) Registro de la Propiedad Intelectual No. 735 104 Impreso ca in LuyifiiUa POLIGLOTA — Rivadavia 831

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