Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 24 (1963)
- Issue
- 1994 (11.1.1963)
- Date
- 1963-01-11
- Page
- [Seite 9] (sequence 9)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, 11 «i» Enero «le 1963 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Año XXIV. — No. 1994 — 9 Ueber die Juden Russlands London. — Das in Mossau in englischer Sprache erscheinende Blatt ..Moskau er Nachrichten“ veröffentlichte kürzlich so viele statistische Einzelheiten wie noch nie über den jüdischen Anteil am sowjetischen Leben, anseheinend als Ant wort auf die aus allen Kreisen' unaufhörlich erhobenen Proteste gegen die Behandlung der Juden in der Sowjetunion. Die „Moskauer Nachrichten“ ist eine .’on den sowjetischen Gesell schäften für Freundschaft und kulturelle Beziehungen mit dem Ausland herau ¡gegebene Wochenzeitung. Der betreffende Bericht ist in Form einer Antwort auf einen Brief von „Joseph Hoffman aus den USA“ abge fasst, der nicht näher identifiziert wird, sondern, wie es heisst, Auskunft über die Lage der sowjetischen Judenheit erbeten habe. Der Autor des Artikels, dessen Titel „Juden — Nationalität“ lautet, ist Avrom Gontar, Redakteur der in Moskau in Jiddisch er scheinenden Zeitschrift „Sowjetisches Heimland“. Er berichtet, dass, wie die Volkszählung vom Jahre 1959 ergeben habe, 2.268.900 Juden in Russland leben, was 1,1 Prozent der Bevölkerung ausmacht, „aber doch stehen die Juden an dritter Stelle unter den Studenten (nach den Russen und Ukrainern). 427.000 Juden haben studiert oder höhere Schulen besucht und bekleiden, verschiedenste Aemter. Von den Aerzten sind 15 Prozent, von den Schriftstellern und Journalisten 10 Prozent und von den Rechtsanwälten über 10 Prozent Juden.“ Ferner heisst es: „Die luden sind aktiv in der Entwicklung der Wissenschaft, Kultur, Kunst und im Staatsdienst. Im vergangenen Jahr wurden über 7.500 Juden zu Abgeordneten in die Vertretungen der einzelnen Republiken gewählt. Verschiedene Deputierte «es Obersten Sowjet der Ukraine, in Bielorussland und anderen Republiken und auch im Obersten Sowjet Russlands (z. B. Benjamin Dym Tel Aviv, Jarkonstr. SO Tel. 237II (Vorherige Zimmerbestellung ist unbedingt erforderlich) •♦♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ► .♦ ♦ ♦ ♦ ♦♦♦♦♦ ♦ ♦♦♦ ♦ ♦ 4 HOTEL DAPHNE IHR HOTEL IN HAIFA - Israel VORHERIGE BESTELLUNGEN RATSAM HAIFA. Hadar Hakarmel, schitz, der Vizepräsident des , Ministerrates der USSR, Ge- | neral Jacob Kreiser und der Schriftsteller II ja Ehrenburg) sind Juden. Die Volkszählung hat gezeigt, dass ,,20 Prozent der i russischen Juden (mehr als! 470.000) Jiddisch als Mutter- | spräche ansehen. Für sie ] wird die Zeitung „Sowjeti | sches Heimland“ in 25 000 l Exemplaren gedruckt, die | eine grössere Auflage als irgendeine andere jüdische I Zeitschrift in der Welt besitzt. In den USA. wo über 6 Millionen Juden leben, erscheinen die literarischen Zeitschriften in Auflagen von 1.000 bis 1.200 Exemplaren. Dasselbe gil) für Israel. „Sowjetisches Heimland“ hat über 100 Mitarbeiter, welche Mitglieder des sowje | tischen Schriftstellerverbandes sind und in Jiddisch schreiben. In den letzten sieben Jahren haben die Verlage rund 200 Bücher jüdischer Schriftsteller mit insgesamt 12 Millionen Exemplaren gedruckt. Die jüdischen Klassiker er scheinen in grossen Auflagen, bis zu 300.000 Exemplaren in russischer und 30 000 Exemplaren in jiddischer Sprache. Scholem Alechem wurde in 32 Sprachen übersetzt. die von den Sowjetvölkern gesprochen werden. Die Gesamtauflage der von dem sowjetischen Dichter Lev Kwitko seit 1952 gedruckten Bücher übersteigt bis zur Stunde 5 Millionen.“ Der Artikel enthält „einige Worte über Religion“. Es wird versichert, dass die Bedingungen für die jüdische Religion die gleichen sind wie für das mohammedanische. orthodoxe und katholisch« Glaubensbekenntnis. „In vielen Städten gibt es Synagogen, in denen die frommen Juden beten und die Feiertage feiern. Es trifft zu. dass die Zahl der Gläubigen ständig im Abnehmen ist.“ Paris. — Die Politische Abteilung des Sowjet-Ministeriums für Kultur hat eine volkstümliche Uebersetzung eines im 19. Jahrhundert erschienenen Buches herausgegeben, in dem die jüdische Religion angek’agt HOTEL ARMON ISRAELS SCH0ENES TOURISTENHOTEL 1 4 Die beste Küche | Angenehmer Aufenthalt ] X 4 i X i Nordaustr. 4 * 4 ’ 4 ► 4 ► 4 ' Dr. MAX FLEHH Berater für Investitionen und Finanzgeschaefte in Israt} — Lang- und kurzfristige Anlagen — Auskünfte jeder Art TEL AVIV, Israel — 18, George Elliot Str. wird, „die gläubigen Juden zu Raub und Mord zu erzie hen“. Ferner heisst es in diesem Buch, der Geist Gottes „ermutige die blutdürstigen Krieger, entzünde die Kühnheit der Rebellen und Verräter und finde Gefallen an Verrat und Unzucht.“ Der Verfasser dieses Machwerks ist ein gewisser Paul Henry Golbach ein raj biater deutscher Atheist,; der im vorigen Jahrhundert in Paris lebte. Er behauptet, „die Kinder Israel seien seit je mit diesen Ideen; genährt worden und es dürfe daher nicht wundernehmen. dass sie grausam, verj räterisch, rebellisch, fana- : tisch und verlogen seien“. Diese Charaktereigenschafi ten trügen sie bis auf den : heutigen Tag, und man müsi se dies auf die . Lehren Moj ses und ähnlicher Prophe-; ten zurückführen.“ Die russische Uebersetzung, die den Titel „Allego-! rie der Heiligen“ trägt, hat I eine Auflage von 175.000 i Exemplaren und ist gleichj zeitig ein Angriff gegen das Christentum. cITA) Ml Der Hafen tfon Haifa verfügt über dis ir.odernsle« Einrichtungen, die eine Voraussetzung für das Laden und Löschen der Schiffe bilden, welche den überaus regen Handelsverkehr zur See mH Ländern in allen Kontinenten aufrecht erhalten. 40 Jahre Bet Alpha und Chefziba Chefziba und Bet Alpha wurden jetzt vierzig Jahre alt. Sie wurden im November 1922 gegründet, gehören heute zu den blühend sten Siedlungen des Emek Jesreel und sind ein Muster landwirtschaftlichen Un.ernehmungsgeistes. WARNUNGEN SCHRECKEN NICHT Bet Alphat wurde von einer Gruppe kühner Piomere der Haschomer Hazair- und Gordonia-Bewegung gegründet. Ihr Entschluss, sich in dem seit Jahrhunderten brachliegenden Jesreel-Tal niederzulassen, wurde nicht einmal von den zionistischen Instanzen gefördert. Ein Brief in diesem Sinne wurde an die ersten Siedler, die ihre Zelte am Fusse des Gilboa aufgeschlagen hatten, gerichtet: „Die beabsichtigte Besiedlung von Bet Alpha ist ausserordentlich gefährlich. Die Malaria-Abteilung der staatlichen .Gesundheitsbehörde in Haifa warnt uns vor den Gefahren der von Moskitos verseuchten Sümpfe. Falls Ihr doch darauf besteht, dorthin zu gehen, werden wir Euch im Falle einer Katastrophe nicht helfen können.“ , . Weder dieses Schreiben noch die Malaria selbst, die im ersten Jahrzehnt der Siedlung ihre Opfer forderte, konnten die Pioniere abschreeken, auch nicht die sporadischen Angriffe, Ueberfälle. Viehdiebstähle und unzählige andere Belästigungen der Araber. Lange,,Zeit blieb Bet Alpha die einzige jüdische Siedlung im nordöstlichen Emek. Die Siedler lebten in Zelten, bestellten den Boden mit Spitzhacken. Scnaufeln und mit von Mauleseln gezogenen Pflügen. Nach dem sie einen Teil der Malariasümpfe trocken gelegt und den arabischen Nachbarn einen gesunden Respekt vor ihrer Fähigkeit, sieh gegen Angriffe zu verteidigen. "eingeflösst hatten, gelang es ihnen, festen Fuss zu fassen. TEILUNG IN ZWEI SIEDLUNGEN Die Gordonia Gruppe gründete bald eine neue Siedlung, Chefziba genannt. Die beiden Kibbuzim werden gewöhnlich als „Zwillingssiedlungen“ bezeichnet. Die Teilung war auf gewisse Unterschiede in der Ideologie und der wirtschaftlichen Auffassung zurückzuführen. Heute gehören Bet Alpha und Chefziba nicht nur zu den wohlhabendsten, soovon M ALK AH RAYMIST dern auch zu den schönsten Siedlungen, besonders, wenn man sie von den Bergstrassen, die ins Tal fühlten, erblickt. Die weissen Haus chen glänzen im iipp gen Grün; die Haine von Fichten und Eukalyptus, die Weinberge, Obstgärten und Felder sind säuberlicn in Quadrate geteilt, die verschiedene Schattierungen von Grün und Gelb, je nach Pflanzungen und Jahresteii, zeigen. Der grosse Fischteich ist eine wuchtige Einnahmequelle. aber die Spezialität von Bet Alpha ist der Ostbau. Vierzigjährige Erfahrung und liebevolle Arbeit hauen neue Obstsorten geschaffen, die sich einen Namen gemacht haben. Nach oen Aepfeln, Birnen, Aprikosen, Pfirsichen und Pflaumen aus Bet Alpha besteht grosse Nachfrage für den ein- Ueberproduktion an Bananen Tel Aviv. — lm Jordantal wurden in diesem Jahr so viele Bananen produziert, dass grosse Mengen dieser Frucht wahrscheinlich ver nichtet werden müssen, trotzdem der Verbrauch an Bananen und der Export im letzten Jahre erheblich gestiegen ist. heimischen Konsum und die Konservenindustrie sowie für den Export. Wie viele andere Kibbuzim, die Fahr ken und Werkstätten unterhalten, betreibt Bet Alpha mit grossem Erfolg eine Fonmechanikwerkstatt. die fein mechanische Werkzeuge und Ersatzteile für das ganze Land liefert. Eine Bezirasschule dient nicht nur öen Kindern beider Siedlungen, sondern auch Tei Amal und anderen Kibbuzim der Umgebung. MARMOR Während Bet Alpha hauptsächlich durch sein Obst und andere landwirtschaftliche Erzeugnisse bekannt Ist. hat sich Chefziba, das auch eine blühende Landwirtschaft hat, vor allem durch seine Marmorsteinbrüche einen Namen gemacht, die ausgezeichneten Marmor für Bauzwecke in einer ganz einzigartigen Farbenskala produzieren. Obgleich man in Israel keinen weiten Marmor findet, gibt es kein anderes Land der Welt, in dem so viele Arten von farbigem Marmor Vorkommen wie in Israel. Kürzlich wur de im Gebiet von Arad schwarz-vveiss und schwarzrot geäderter und grauer Marmor gefunden. Die Stoinbrüche von Chefziba liefern sechs Grundfarben von Marmor: weiss, schwarz. £?.au, beige, rot und gemischt, seit einiger Zeit auch blauweiss. Infolge dieses Reichtums an farbigem Marmor wurden in diesem Gebiet farbige Mosaiken hergesiedt. Im Jahre 1928 wurde ein schönei*. gut erhaltener Mosaikfussboden einer allen, aus dem sechsten Jahrhundert stammenden Synagrge entdeckt. Ausser mehreren rein ornamentalen Moti -en stellt das Mosaik einige biblische Themen dar: die Bundeslade, den Tierkreis und die Opferung Isaaks. Die Zeichnung ist ziemlich unbeholfen und naiv und ähnelt in vieler Hinsicht oen frühen byzantinischen Mosaiken und Zeichnungen. Jetzt sind die Zvviili lgs. siedlungen vierzig Jahre alt. Ein noch bedeutsameres Jubiläum war das 25jähr ge, denn damals — so war man übereingekommen — war der von David gegen die Berge von Gilboa geschleuderte Fluch endgültig getilgt. Die unfruchtbaren, steinigen Berglehnen und ihre Umgebung sind -licht mehr verdammt, eine Wildnis zu bleiben, „wo kein Regen fallen und kein Grashalm wachsen soll“. Das Blut Jonathans wurde durch Arbeit und Liebe gesühnt, und es wurde bewiesen, dass die Wüste in einen Garten verwandelt werden kann. INDUSTRIAL & | COMMERCIAL BANK (ISRAEL . LATIN AMERICA) LTD. ASOCfADO CON BANC HAPOALIM INVESTMENT & TRUST, Co. Lid. TEL AVIV — ISRAEL 1 JV CO B INVESTMENT & TRUST Cia. (GALERIA DEL OBELISCO) Av. CORRIENTES 1145 Ti Ei 35-6586