Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 24 (1963)
- Issue
- 1993 (1.1.1963)
- Date
- 1963-01-01
- Page
- [Seite 12] (sequence 12)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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o 33 FRANQUEO PAGADO Concesión 90S fc £; <j ïf £; TARIFA < O REDUCIDA Concesión 1029 ASO XXIV RUEMOS AÍRES. VIERNES 4 I»E ENERO DE IteSS Ni». 1993 EL EJEMPLAR \ñ m ' en toda la República j PUEÏRKEDON 219« 1“ fr«,.! T. E. S3 2613 j Buenos Aires I Symbol eines grossen Humanisten Vor 25 Jahren, im Herbst 1937, schloss ein Mann im Alter von 87 Jahren für immer die Augen, der für die ganze Welt das Symbol des grossen Humanisten gewesen war und der von seinem Volke geehrt wurde wie selten eiue Persönlichkeit des öffentlichen Lebens, Thomas G. Masaryk, der nach Jahrzehnten eines he roischert und oft verzweifelten Ringens sein Lebenswerk. die Befreiung seines Volkes, von Erfolg gek.-önt sah und von Geburt des tschechosla wischen Staates an sein von niemandem bestrittener erster Bürimr war. Noch kurze Zeit vor seinem Tode war der greise. jViasaryk von neuem zum Präsidenten gewählt worden, und seine Fahrt durch die Stadt, in der Hunderttausende i..m zujubclten, bis hinauf zur Burg, zum Hradschin war der Triumphzug eint-s Weisen, zu dem das Volk wirklich wie zu einem Vater aufblickte. Die Tschechoslowakei unter Thomas G. Masaryk war ein authentischer demokratischer Staat. Toleranz war das erste Gebot von Masarvks Humanismus und nichts war diesem Manne mehr zuwider als Rassenhass und ererbte Vorurteile. Es gab niemanden in der von Kl HT KAISER-BLIETU Tschechoslowakei der Vor. i dem Gedächtnis des Vo kes kriegszeit, der populärer j herauszureisseu. Die Musawar und mehr Autorität bej ryk-Strasseu verschwanden sass als dieser sanfte Ge-! durch autoritäres Verbot, I lehrte, der nicht laut zu man zerstörte die Masatyksprechen brauchte, um ge-! Denkmäler, man fälschte hört und verstanden zu werj im Schulunterricht dièse den. leuchtende Persönlichkeit in j In unzähligen Städten i einen bourgeoisen Hohlkopf \ wurden nach seinem Na-! und Schwätzer um. der im J men die grossen Boulevards 1 bezahlten Dienst kapitalisti benannt. Es gab Masarvk Bahnhöfe im Lande und nicht eine Stadt, die kein Denkmal, des Präsidenten besass. der die Publizität hasste und der nur ein überlegenes und mitleidiges Lächeln für all das hatte, was man heute ..Kult der Persönlichkeit“ nennt Aber seine Leistung war so gradlinig und so zorbildlich und sein iutei'.ek tuelles Geschenk an seine Nation und weit darüber hinaus an die Welt so wesentlich. dass dieser Kult ohne jede Lenkung von o'aen spontan aus den Massen zu einem wahren nationalen Selbstbestätigungs - Bedürfnis werde. Die kommunistische Re. volution hat versucht, Tho mas G. Masaryk, der eine der profiliertesten Persönlichkeiten der europäischen politischen Welt zwischen zwei Weltkriegen war, aus Aerzte als Verbrecher von JAKOB KATZ-ROGASEN Die Nachricht der Israelitischen Kultusgemeinden über den Fall Beigeiböck sollte nicht einfach zur Kenntnis genommen und dann der Vergessenheit preisg^geben weiden. Proiessor Dr. Wilhelm Beigeiböck sollte auf einem österreichischen Aerztekongress in . der Wiener Hofburg ein Referat halten. Die sehr gut informierten Kuitusgemeinden der Juden in Oesterreich protestier'en hiergegen und erklärten, die Vergangenheit dieses Professors mache seine Teilnahme am Aerzte-Kongress un möglich. Die Vergangenheit des Prof. Beigeiböck ist mit wenigen Worten erläutert: ,,Dr. Beigeiböck war Mitarbeiter Professor Eppin. gers, der unmittelbare nach Ende des Zweiten Weltteile ges Selbstmord verübt hat. Dies geschah nach der ersten gerichtlichen Einvernahme Professor Eppingers, als er über Experimente an Menschen, zumeist Häftlingen aus dem KZ-I.ager, Auskunft geben sollt?. Professor, Eppin ger befasste sic-h im Auftrag der SS mit Versuchen über die Geniessbarkeit von Meerwasser für Menschen. Es sollte erprobt werden, ob l>eispielsweise abgeschossene deutsche Flieger, die im Meer landen, ihren Durst mit Meerwasser stillen könnten. Professor Eppinger entsandte seinen engsten Mitarbeiter, Dr. Beigeiböck ins KZ. Lager Dachau, wo die menschlichen Versuchskaninchen bereits in einet- Sonderbaracke untergebracht waren. Es handelte sich um Häftlinge aus Dachau, wie aus atme len Lagern. ,,Dr. Beigeiböck liess den Häftlingen zunächst eine sehr gute Verpflegung und zwar eine solche, wie sie nor malerweise Flieger bekommen, verabreichen, um sie einerseits auf ,die Höhe“ zu bringen, andererse.ts für die geplanten Versuche die Normalbedingungen zu schäften Nur eines bekamen die Häftlinge nicht — Wasser. Als sie unmenschlich an Durst litten, erhielten sie — Meerwasser. ..Beigeiböck hat mit wissenschaftlicher Akribie die Reaktionen dieser menschlichen Versuchskaninchen fest, gehalten.“ — Die meisten Opfer dieses Professors, der den Namen Arzt führte, starben unter unsäglichen Qualen Nach dem Krieg erhielt Herr Beigeiböck die auffallend milde Strafe von 15 Jahren Kerker. Viele Leute setzten sich für ihren alten Kumpanen ein. Er wurde begnadigt. An ihm erwiesen einen Gnadenakt Menschen, die sich offenbar der Schwere seiner Verbrechen nicht bewusst ge wesen sind. Denn kein Verbrechen kann grösser sein, ais die Würde und die hehre Mission des ärztlichen Berufes zu schänden. Anstatt zu heilen, verursachte ei Schmerzen und Tod. Und nicht nur begndigt wurde Oener Professor-Arzt“. Er. wurde in eine leitende Steile einer”Klinik in Buxtehude berufen. Und nun sollte er souar auf einem Aerzte Kongress in Wien referieren! Haben denn die Wiener Aerzte nicht mehr gewusst, welche Verbrechen Beigeiböck begangen hat? Wer wird ihnen ihr« Entschuldigung abnehmen? — Und die Hamburger Klinik in Buxtehude?.». scher Interessen gestanden : habe. Aber all diese in eressierten und die Wahrheit [ verzerrenden Schmähungen haben — das ist die Ansmht vieler kluger Beobachter — die Erinnerung an den grossen Humanisten nicht im Volke aitsiöschen können und sein Bild, visuell nicht mehr sichtbar, lebt wie eine kostbare Erbschaft in zahllosen Herzen weiter. Masaryk, Vorkämpfer der Toleranz auf allen Gebieten, war zwangsläufig ¡<& kompromissloser Feind des Antisemitismus. Man weis», mit welchem Dynamismus und mit welch ethischem Pathos er seine warnende Stimme in der berüchtigten Hilsneraffäre erhoben hat, jener Ritualmord-Schauergeschichte. die dem österreichischen Antisemitismus eine Gelegenheit gab, die Dümmsten und Kritiklose, »ten in der Bevölkerung bis zur Weissglut gegen die Juden aufzuhetzen. Dies mannhafte Eintreten Masaryks für die .Juden und die Gerechtigkeit hat ihm damals in seinem eigenen Volke, das ihm später so schwärmerisch zugetan war, Feindschatt und sogar Hass gebracht. Als Masaryk nach seiner aufsehenerregenden Aktion gegen blinde und verbrecherische Vo: urteile nach Prag zuriiekkenrte. demonstrierte der Mob gegen ihn. und\FanatiKer warfen ihm die Fensterscheiben ein. Studenten, an der Spitze des Rückschutts und der Urteilslosigkeit, liimmeltgn Hin in der Universität an, eine gesinnungslose Presse zog ihn in Ijjlen Schmutz und erklärte ehn als ,.ein von den Juden Plkauftes Subjekt^, in eigens gegen Mas einberufenen Versarfimlungen wurde der ,, Judenknecht Masaryk" mit Strick und Kugel bedroht. Dem damals stark im tschechischen Volke wurzelnden Antisemitismus hat Masaryk dann mit'/ unerbittlicher Konsequenz den! Kampf angesagt tmd’eii ist ‘ ihm auch im weitesten Umfange möglich gewesen, ihn aus dem Volkskörper auszutilgen. Aber Masaryk war nicht nur Zeit seines Lebens ein Judenfreund, er hatte auch betonte Sympathien für den Zionismus. Schon im Jahre 1898 erklärte er in seinem Buch ..Die soziale Frage — die philosophischen und soziologischen Grundlagen des Marxismus ", dass die Juden ..ein eigenes Volk“ seien. Das hinderte ihn indessen freilich nicht, der Idee eines jüdischen Staates in Palästina mit einiger Skepsis gegenüber zu stehen. N'cht aus Antipathie, sondern aus Zweifel an den Möglichkeiten einer Realisation. Doch er war nicht der einzige, der in jener Zeit plie Dinge unter diesem Winkel sah Zehn Jahre vor seinem Tode, als 77-Jähriger, be suchte Thomas G Masaryk Palästina und seine jüdischen Kolonien. Die Kibbuzim Sarid und Bet Alfa be redeten dem greisen Staatspräsidenten einen besonders begeisterten Empfang. Das war kein Zufall, denn diese Siedlungen waren das Werk von Einwanderern aus der Tschechoslowakei. Der Tod des grossen Weisen im Prager Hradschin war ein Tag der Trauer für die ganze gesittete Welt. Mit ihm ging einer von denen aus dem Leiten, deren Abschied e:ne Lücke löst, die nur schwer wieder zu schliess-en ist. j Kennedy empfing Golda Meir Palm Beach. — Israels Aussenminister erklärte nach einer Audienz von über einer Stunde beim Präsidenten John F. Kennedy, den sie im „Winterhaos“ aufsuchte, die Unterhaltung habe sieh um internationale Fragen bewegt, wobei auch die Lage im Mittelosten zur Sprache gekommen sei. Frau Meir bezeichnete die Unterhaltung als ,äusserst angenehm“ und fügte hinzu, sie habe die Ge legenheit ergriffen, um mit Kennedy über diese Situation persönlich zu sprechen. Der Israel-Botschafter Abraham Harman nahm an der Unterredung teil, die länger als »vorgesehen währte. Auf die Frage, ob’das Problem ddr Raketen berührt worden sei, entgegne. te Golda Meir: „Ueber derartige unangenehme Dinge haben wir uns nicht unterhalten.“ Den Gesprächen, die bei einer „Einladung zum Kaffee“ geführt wurden, wohnten der Beigeordnete Staatssekretär für Mittelostfragen Phillip Talbot und der Sonderberater des Präsidenten Myer Feldman bei. Aus Washingtoner Quellen verlautet man giau be trotz der verneinenden Auskunft Golda Meies, dass die Raketen für den Miftelosten zu den beiiandelten Themen gehörte. HTA) ( GOLDA MEIR INFORMIERT DAS KABINETT ‘ ■ Jerusalem. — Das israelisch« Kabinett trat zu ei ner Sondersitzung zusammen, um den Bericht von Aussenminister Golda Meir über ihre vorwöchige Unterhaltung mit dem Präsidenten Kennedy anzuhören. Frau Meir kehrte am vergangene^ Sonntag aus den USA zurück, wo sie die Führui^derMsrael-Delegation vor den UN übernommen hatte. Einzelheiten über den Inhalt ihres Gesprächs mit Präsident Kennedy wurden nicht enthüllt. Der einzige Kommentar, den Golda Meir bei ihrer Ankunft ab gab, lautete: „Ich habe mich von Präsident Kennedy mit dem Eindruck verabschiedet, dass ein grosser Mann an der Spitze einer grossen und freundschaftlich gesinnten Nation steht.“ Ferner äusserte sie, Kennedy habe sie auf ihren Wunsch empfangen. Zu der inzwischen beendeten Tagung der UN-Versammlung berichtete Frau Meir, Israel nabe recht gut abgeschnitten. „Kein« der vor der Sitzung existie ¡■enden Drohungen hat sich erfüllt, und die Araber haben das Ziel, das sie sich gesteckt hatten, nicht erreicht“, bemerkte sie. wobei sie allerdings unterstrich, dass die Probleme weiter bestellen. Ueber ihren Besuch in Kanada teilte Aussenminister Meir kurz mit, sie sei dort in allen Kreisen auf Freundschaft und Verständnis gestossen. (ITA) Washingtons Mittelost-Politik Washington. — Die USA; gang. Hierzu äusserten die informierten kürzlich die syrische Regierung, dass die nordamerikanischen Behörden jedwedes arabisches Er suchen um Verkauf von Ilawk - Luftabwehrraketen, wie sie Israel im Prinzip zugesagt worden seien, ebenfalls in Berücksichtigung ziehen würden. Die USA- Funktionäre fügten jedoch hinzu, dass kein arabischer Staat bisher offiziell einen solchen Antrag gestellt ha be. Inzwischen nehmen seit Wochen die Verhandlungen mit Israel über Bezahlung und Lieferungsbedingungen der von Israel beste! .ten Hawk-Raketen ihren Fort- Hinrichtungen in Russland London. — Von den 90 Sowjetbürgern, die in den anderthalb Jahren, seit in Russland auf sogenannte Wirtschaftsverbrechen die Todesstrafe steht, für solche Delikte hingerichtet worden sind, befanden sich 50 Juden, wie aus Berichten des ..Daily Herald“ über die autijüdisehe Haltung der sowjetischen Regietung hervorgeht. Das Biatt nennt diese Zahl ..aufschlussreich“ und bezeichnet die betreffenden Urteile als „Zeichen einer vorgefassten Politik, welche die Juden zum Sündenbock für die allgemein üblichen Unterschlagungen und Schiebungen machen will“. Die letzten Beispiele dafür, wie die Juden bei weitem härter bestraft werden als andere Sowjetbürger, werden von der Zeitung im Zusammenhang mit den kürzlichen Prozessen in Kischinew und Tschernovitz aufgeführt, wo die zehn zum Tode verurteilten Angeklagten ohne Ausnahme Juden waren. Der „Daily Telegraph“ zitiert dagegen den Fall eines gewissen Tespura, eines nichtjüdischen Leiters einer staatlichen Farm in Irkutsk, der wegen „zahlreicher Vergehen“ prozessiert und zu 10 Jahre« Haft verurteilt wurde, während sein Un tergebener, ein Jude namens Jüdin, mit dem Tode bestraft worden ist. (ITA) Beamten, bisher liege noch „kein« Bestätigung vor, dass Aegypten oder ein andeies arabisches Land LuPabwehrgeschosse gekauft halte. Der Sprecher des State Department, Lincoln White, hob hervor, di? grossprecherisehe Ankündigung Jemens, dass es moderne Raketen besitze und sie zu Angriffszwecken benützen werde, sei „nicht dazu a.ige tan, dem Frieden im Mittelosten zu dienen“. Er führte aus. die Prahlereien und Drohungen Jemens dürften kaum dazu beitragen, eine militärische Entspannung in dieser Zone oder den Rückzug der ägyptischen Streitkräfte aus Jemen zu iör. Lübeck ehrt Widerstandskaempfer Lübeck. — In dem Lübekker Stadtteile Marli sind zwei Strassen nach gei Glichen Widerstandskämpfern der nationalsozialistischen Zeit benannt worden, wie aus einem kürzlich veröffentlichten neuen Stadtplan ersichtlich ist. Eine Strasse des Neubauviertels trägt den Namen des evangelischen Pastors Stellbr>nk, eine andere den des katholischen Kaplans Prassek. Stellbrink und Prassek sind gemeinsam mit Vikar Lange und Adjunkt Müller am 10. November 1943 zur gleichen Stunde wegen ihres Glaubens hingerichtet worden. Im Stadtteil St. Gertrud wurden einige Strassen nach den Widerstandskämpfern Stauffenberg. Goerdeier, dern. Andererseits fügte er j Witzleben, Stülpnagel und hinzu, es handele sich nicht j den Geschwistern Scholl bedarum, die erst vor kurzem j nannt. (AWZ) dem neuen nasserschen Re- | gime in Jemen durch die j USA erteilte Anei kennung j zu befreien, wenn es uns zut uckzuziehen. | gelungen sein wird, unsere Inzwischen wurde hier der | innere Front zu organisie- Wortlaut der letzten Rede 1 reu und die arabische (Jedes VAR-Präsidenten Abael aktion zu unterdrücken. ‘ Nasser bekannt, der sich seines Sieges im Jemen rühmt, den er als einen Schritt zur Vernichtung Israels bezeichnet, denn, wie er es ausdrückt, sei „die - Befreiung Jemens ein Schritt auf dem Wege zur Ausrottung des Zionismus“. Er erinnert an seine Voraussage, dass „wir imstande sein werden, die uns geraubte palästinensische Erfasser behauptete. Israel lebe in „einem Zuslaod der Angst“ seit dem Ausbruch der Revolution in Jemen. und Israel unterstütze die Könige Saud und Hussein. Er erklärte, dass „die Weltjudenbeit die jemenitische Revolution bekämpfe, weil diese sich gegen den Zionismus, den Imperia'ismus und die Ziele der Reaktion wende.“ (ITA) Registro de la Propiedad Intelectual No. 735 104 Impreso en la Imprenta POLIGLOTA - Rivadavia RM wJsäMi