Mannheim
Compact Memory

Jüdische Wochenschau · 1963-01-01 · 1993 (1.1.1963) · p. [Seite 11]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
24 (1963)
Issue
1993 (1.1.1963)
Date
1963-01-01
Page
[Seite 11] (sequence 11)
Language
German, Spanish
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/9616703-9613667-9613668--2557-9613679
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Viernes, 4 de Enero de 1963 SEMANA ISRAELITA Ano XXIV. — No. 199 Besuch bei den Juden in Polen von BORIS SMOLAR New York. — Seit Beendigung des Zweiten Weltkrieges wanderten über 350.000 Juden aus Polen aus. Die Mehrheit von ihnen ging nach Israel, und nur noch rund 30.000 verblieben im Lande. Was hält nun diese Juden in Polen, obwohl die Regierung ihnen erlaubt, unter Mitnahme all ihrer Habe auszuwandern? Dies war eine der vielen Fragen, die mich während meines Besuches in Warschau und Krakau beschäftigten. Aus den Antworten, die ich von mehreren Seiten erhielt, ging hervor, dass verschiedene Faktoren hierzu beitragen. Wie ich hörte, gibt es noch in über 20 Städten jüdische Gemeinden unter die sich die 30.000 Juden verteilen. Der wich ligs’te Grund ist das in Polen bestehende Pensionssystem, nach dem die Juden vorgeschrittenen Alters als volle Bürger eine staatliche Altersrente beziehen. Die Mehrzahl der heute in Polen lebenden Juden haben das 60. Lebensjahr überschritten und sind zu alt und schwach, um in einem anderen Land ein neues Leben zu beginnen. Mit der Pension, die ihnen die Regierung zahlt, und der Lnterstützung die sie von den lokalen Hilfsbüros des Joint empfangen.’ halten sie es für das Beste, die ihnen noch verbleibenden Jahre in ihrem Geburtsland zu verleben. Ein zweiter wichtiger Faktor sind die Mischehen. Vie ]e der heute noch in Polen wohnenden Juden haben überlebt, weil sie nach Russland flüchteten, als die Nazis Polen besetzten. Dort haben sie sich mit nichtjüdischen Frauen verheiratet, mit denen sie später als Repatriierte nach Polen zurückgekehrt sind. Sie wollen ihre christlichen Frauen nicht verlassen, die es vorziehen in Polen zu bleiben anstatt in irgendein Land ausuzwandern. wo man sie als Fremde ansehen würde. Sie schikken ihre Kinder in die jüdischen Schulen in Polen, Sind bestrebt, sich in das jüdische Leben einzugliedern, und beteiligen sich an der jüdischen kulturellen Tätigkeit. Ein weiterer Faktor ist die Hoffnung, denn viele Juden bauen darauf, dass eines Tages ihre nächsten Verwandten in der Sowjetunion das gleiche Glück wie sie selbst haben und nach Polen kommen w-erden. Es gibt eine beträchtliche Zahl von Juden, die mit dieser Hoffnung in Polen leben und sehnsüchtig auf ihre Angehörigen warten. Sie stehen mit ihnen in Briefwechsel, und manchen ist es sogar gelungen, ein Visum für Russland zu erhalten und sie zu besuchen. Es gibt aber auch Juden, die im Kriege und unter der Nazi-Besetzung von polnischen Familien gerettet worden sind und sich ihnen verbunden fühlen. Ferner gibt es die jüdischen Kommunisten, die ehrlich an das heutige polnische Regime glauben, das das jüdische Kulturleben im Lande finanziell und in anderer Form unterstützt. Und schliesslich sind jüdische Handwerker da, die sich nach ihrer Rückkehr aus dem Krieg in das polnische Wirtschaftsleben eingegliedert haben und keine Lust verspüren, ihre Existenz aufzugeben, um in irgendein anderes Land auszuwandern. Alle diese Faktoren zusammen erklären, warum es heule noch 30.000 Juden in Polen gibt. Hierzu zählen noch weitere ungefähr 15.000 Juden, die sog. Marranen, denn diese wollen nicht zugeben, dass sie Juden sind, sondern ziehen es vor, als Polen betrachtet zu werden. Frau Dr. Lipsehitz in Israel Jerusalem. — Die Witwe des ehemaligen Berliner Innensenators Lipsehitz flog auf Einladung des israelischen Aussenministeriums mit einer Maschine der El Al für drei Wochen nach Israel. Frau Dr. Lipsehitz verbrachte u. a. einige Tage im Kibbuz Maayan Zwi bei Zichron Jaakow. 1AWZ) Neue Einwanderer in Australien Synagoge in Bne Brak Tel Aviv. — In Bue Brak fand unlängst unter Mitwirkung von Oberrabbiner Raw Landau und Rabbi J. M. Lewin, sowie des Wischnit zer Rabbis und anderer prominenter Redner die feierliche Einweihung einer neuen Synagoge des vor sechs Jahren gegründeten agudistischen Kirjia statt. In den unteren Räumen des Prachtbaus ist ein Kinderheim für die Siedlungs I bew'ohner eingerichtet. Melbourne. — In den letz len drei Monaten sind 220 jüdische Einwanderer ins Land gekommen, zumeist nach Melbourne. Von Amsterdam aus sind weitere 70 Einwanderer, darunter 29 Kinder, nach Australien unterwegs. Die jüdischen Wohlfahrtsgesellschaften in Sydney und Melbourne haben ihre Einordnung übernommen. „Fleuroß“*K«Rgre$s Haifa. — In Haifa tagte unlängst der Kongress der Blumenversand - Unternehmen ,,Fleurop“ und „Inter flora“. 110 Delegierte aus zwölf Ländern vertraten 30.000 Blumenhändler. Im letzten Jahr wurden durchschnittlich täglich 50.000 Bestellungen ausgeführt — (AWZ) JUEDiSCHE WOCHENSCHAU in Monlevidee/Urupay Einzelnummer 70 Centesimos Jahresabono 45.— $ urug. LUFTPOST VERSAND DURCH ..PLUNA" ANZEIGENANNAHME RIO BRANCO 1231 TeL 83887 ABONOS — COBRANZA Sra. L. Loeblowitz PARAGUAY 1164. piso 2. cxpt. 9 Distribuidor: KI0SK TUREN CONSTITUYENTES 1757 Tel. 42 640 « m MMM Wm * : llÉÉI » * Die Hebraeische Universitaet und die anderen Hochschulen nehmen einen ungeahnten Aufschwung. Die wissenschaftliche Forschung in ISRAEL ist führend in der Welt. 44.000 ABSOLVENTEN DER UlPAN- Dies alles ist moeglich durch die Opfer der faden in der ganzen Welt zum Aufbau des nationalen und staatlichen Lebens in ISRAEL durch die: ANNAHMESTELLEN: CAMPAÑA UNIDA PRO ISRAE1 COMITE CENTROEUROPEO Sarmiento 2376, 3^, T. E. 47-3820 UND SAEMTLICHE SEKRETARIATE DER ANGESCHL0 SENEN ORGANISATIONEN UND GEMEINDEN Gentileza de LA SEMANA ISRAELITA

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.