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Jüdische Wochenschau · 1962-12-28 · 1992 (28.12.1962) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1992 (28.12.1962)
Date
1962-12-28
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German, Spanish
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Vi*rnes, 28 de Diciembre de M2 J ü D I S C H E WOCHENSCHAU Año XXIII. — No. 1992 — 9 Den jetzt in Brüssel ver" tagten Verhandlungen mit der EWG kommt für die Zu kunit der industriellen Entwicklung Israels und semes Exports eine überaus grosse Bedeutung zu. Dies wusste Fjnanzminister Levi Eshkol in seiner Rede bei der Eröflnungssitzung der Verhandlungen mit allem Nachdruck zu unterstreichen. Man hatte in den Kreisen der EWG es gar nicht ¿er ne gesehen, dass Levi Eshkol selbst die Israel-Delegation führte und diese so von vorneherein auf ein höheres Niveau zu heben gewusst hatte, als die EW7G-Beum tenschaft dies vorgesehen hatte. Auch die Betonung des Zweckes der Verhandlungen. nämlich zu einem möglichst weitgehenden und allumfassenden Handelsabkommen zu gelangen, war diesen Kreisen unerwünscht. Sie wollen eine möglichst enge Begrenzung der Verhandlungsthemen und denken lediglich an eine Reihe von Sonderzöllen für Artikel. an denen Israel besonders interessiert ist. Israel aber könnte sich mit einer solchen Lösung — die keine Lösung ist — nicht zufrieden geben, und lies wurde auch von den israelischen Delegierten an Hand des umfassenden Materials, das für die Verhandlungen vorbereitet worden war, eingehend dargelegt. Es wurde hierbei auch eine Liste von 350 Artikeln, an denen Israel interessiert ist. vorgelegt. Wenn auf der anderen Seite bei der Beamtenschaft der EWG eine gewisse Tendenz besteht, keine zu weitgehenden Verpflichtungen einzugehen. so ist der Hauptgrund dafür. dass man keine Präzedenzfälle schaffen will, auf die sich später auch andere Verhandlungspartner bei Gesprächen mit der EWG stützen könnten. ISRAEL UND DIE EWG Die Länder Europas und darunter natürlich in erster Linie auch die Länder der EWG stellen das natürliche Absatzgebiet der Industrie Israels dar. Dies nicht nur aus der geographischen Lage heraus, sondern auch weil die Industrie Israels Israels Verhandlungen mit der EWG Produkte erzeugt, die einen Markt in entwickelten ludu striestaaten voraussetzen. Noch stärker trift dies auf den landwirtsehaftlicnen Export zu und hier in erster Linie den Zitrusexport. So ging denn auch in den .ctzten Jahren rund 70 Prozent der israelischen Ausfuhr nach Europa. Gewiss, Israel hat sich in den letzten Jahren intensiv auch um die Erschliessung neuer Absatzmärkte in afrikanischen und asiatischen Ländern bemüht, aber der Export dorthin stellt doch erst 10 Prozent seiner Ex port« dar. In den letzten Jahren stieg Israels Ausfuhr nach den Ländern der EWG nicht unbeträchtlich und belief sieh auf 68 Millionen Dollar im Jahre 1961. oder 27 Prozent aller Exporte. Insgesamt waren die Exporte nach den Ländern der EIVG in den Jahren 1956—1961 um 350% gestiegen, wobei di« Steigerung nach Westdeutschland und Italien bssonders kräftig war. Aber seit dem vo rigen Jahr hat sich das Tempo dieser Entwicklung bereits sehr verlangsamt, und während in den früheren Jahren die Steigerung im Jahresdurchschnitt 40% betragen hatte, waren es im Jahre 1961 nur noch 9 Pro zent und im ersten Halbjahr 1962: 11.7 Prozent. Umgekehrt aber war die Steigerung der Importe aus den Ländern der EWG weiter sehr erheblich; so «tie gen die Importe von 114 Millionen Dollar im Jahre 1959 auf 146 Millionen Dol' lar im Jahre 1960 und auf 181 Millionen Dollar im Jahre 1961, wodurch für dieses Jahr allein ein Import«oerschuss von rund 112 Millio¬ <» < > < > . > < > < «« Dr. MAX FLESCH Berater für Investitionen und Finanzgeschaefte in Israe \ — Lang- und kurzfristige Anlagen — Auskünfte jeder Art TEL AVIV, Israel — 18, George Elliot Str. ♦ ♦ ♦ ♦♦ ♦ ♦♦♦♦♦♦♦♦ ♦ HOTEL DAPHNE! IHR HOTEL IN \ HAIFA - Israel | VORHERIGE BESTELLUNGEN RATSAM J? HAIFA. 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Dies aber : muss als ausgeschlossen an- ' gesehen werden da die Be~ NEUE STADT IN DER WUESTE « ♦ ♦ ♦ ► ♦♦♦♦♦♦♦* Etwa 2.000 Personen, einschliesslich des Ministerpräsidenten David Ben Gurion, des Arbeitsministers Jigai Allen, des Ministers für Wohnbau Josef Almogi. Diplomaten, Knessetabgeordneten, Richtern, Offizieren, Beduinenscheichs, Vertretern öffentlicher Institutionen und einer Abordnung der Studenten des afnrasiatischen Seminars, versam melten sich unlängst zur Einweihungsfeier in Arad. Die ersten Familien haben bereits ihre Wohnungen in der neuen Stadt bezogen. Dies ist nicht der erste Versuch von jüdischer Seite das Gebiet zu besiedeln. Eine Gruppe von fünfzehn ent lassenen Soldaten der Jüdischen Legion des ersten Weltkrieges waren die ersten Pioniere in diesem Be zirk. Sie hatten von dem britischen Hochkommissar die Erlaubnis, sich dort niederzulassen, sowie eine Anleihe von 800 Pfund erhalten. Aber da sie kein Wasser hatten, schlug das Experiment fehl. Die geologischen und hydrologischen Untersuchungen. die von den britischen und später von den israelischen Behörden unternommen wurden, ergaben, dass in diesem Gebiet keine Möglichkeit für umfangreiche landwirtschaftliche Siedlung vorhanden sei. Es war daher offensichtlich. dass die Entwicklung des Bezirks sich nur auf Industrie gründen und die Stadt Arad eine wichtige Station auf dam Wege vom Toten Meer nach B( er- Sc-hewa werden könne, ihre Wirtschaft soll auf den in der Gegend vorkommenden Rohmaterialien aufgebaut werden: Petroleum. Gas, Phosphate, Marmor usw. „FRIEDENSARMEE“ In seiner Rede sagte Minister Allon: „Genau heute vor vierzehn Jahren eroberte die Israel-Armes das Gebiet von Arad. Wenn man die heutige Entwicklung sieht, so war es den Kampf wert“. Die Siedler seien ei ne ..Friedensarmee“, die die Eroberung vollendete — nicht durch Krieg, sondern durch die Arbeit ihrer Hände. Arad sei bestimmt, die Strasse von Aschdod nach Eiat zu beherrschen und die Strassen zwischen dem Roten Meer und dem Mittelmeer offen zu halten. Sie würde ein lebenswichtiges Glied in der Kette sein, die Israel mit den neuen Staa* len Afrikas und den Völkern des Fernen Ostens veroindet. Allon forderte auch die eingesessenen Bewohner de' Gebiets, die Beduinenstiimme, auf. ihre Zukunft mit der Arads zu verbinden. Er drängte sie, ihr Nomadenleben und ihre Zeltlager ,*>ufzugeben und sich ihren jüdischen Nachbarn auf dem Wege des Fortschritts anzuschliessen. LEBENSPENDENDES TOTES MEER Ben Gurion führte aus. das laufende Jahr sei „Ech'nat Rischonim“ genannt worden zu Ehren der kühnen Taten der ersten jüdischen Siedler der Gegenwart. den Gründern von Petach Tikwa, Rechowot und Rosch Pinna. Doch die Zeiten des Pioniertums seien noch nicht vorbei. Die Gründung der Stadt Arad sei eine Leistung, die denen der ersten jüdischen Siedler irr. Lande nicht nachstehe, denn es sei ein Versuch einem riesigen, heute noch öden Gebiet Leben einzuhauchen. Der Bezirk von Arad hätte in der Geschichte des jüdischen Volkes nach dem Auszug aus Aegypten eine wich tige Rolle gespielt; es war der Schauplatz der Kämofe der Israeliten gegen die Amalekiter und den Kanaaniterkönig von Arad zur Zeit Joschuas. Seit jener Zeit sei das Gebiet verödet, doch jetzt sei die Zeit gekommen. es wieder zu beleben. Obgleich im allge meinen das nahegelegene Meer das „Tote“ genannt würde, könnten die Pionier.? des heutigen Israel seinen Namen ändern, denn ..es ist lebenspendend in seinem Reichtum“. KOSTENLOSE BAUPLAETZE .Tosef Almogi. der über die heutigen Bedingungen und die nächste Zukunft Arads sprach, berichtete, dass sein Ministerium zur Stimmungen des Paktes von Rom (des Griindungspaktes der EWG) ausdrücklich vorsehen, dass nur europäische Länder als Mitglieder angenommen werden. Der Status eines der EWG assoziierten Lande«, wie .hn jetzt Griechenland erhanen hat. sollte schon eher .m Bereich der Möglichkei'en liegen, aber man will seitens der EWG — auch aus politischen Gründen — an eine solche Lösung nicht hei an gehen. Es bleibt demnach nur Zeit eine verbesserte Art von Asbesthäusern mit 200 Wohnungen baue und im Ja miar mit der Errichtung von 500 ständigen Wohnungen begonnen werden müsse Man hoffe, bis Ende nächsten Jahres 1.200 ständige Wohnungen in der Stadt 1er tigzustellen. Er vviederholte auch das Angebot. j?dem, der bereit sei. sich in Arad anzusiedeln und dort ein Haus zu bauen, kostenlos einen Dunam Land zu übergeben. Bisher haben 150 Fa milien das Angebot angenommen. Die Stadtplanung von Arad sieht eine Bevölkerung von 25.000 Seelen vor. Eine 35 km lange Leitung versorgt die Stadt mit Wasser. Jizchak Pundak, der Leiter der Entwicklungsbehör de von Arad, teilte mit, dass die ersten wichtigen Dienste der Stadt bereits arbeiten. so eine Poliklinik, ein Postamt, eine Schule und einige Läden. Es sei die einzige Stadt im Lande mit natürlichem Gas in jedem Haus. ROSEN AUS ARAD Zu Beginn der Feier überreichten drei kleine Mädchen, die Töchter der ersten Siedler, Ben Gurion. Allon und Olmogi Sträusse roter Rosen, den ersten, die in Arad gezogen wurden. Am Ende der Feier, als die Gaslampen der Stra ssenbeleuchtung angezündet wurden, die einzigen in ganz Israel, loderte im Mittel Punkt der Stadt eine rie.-ige Gasflamme auf. erhellte die ganze Umgebung und spiegelte sich im Wasser des Toten Meeres wider CHA1M SHACHTEK eine einfache oder weite; gehende Zoll - Gemeinschaft übrig, und hierauf ste.lte sich auch Finanzminister Levi Eshkol bei seirer bereits erwähnten Eröffnungsrede ein. Israel \v;l! sich nicht mit einigen spezi dien Sonderzollsätzen begnügen, sondern drängt auf ein umfassendes Zollabkommen, das auch für die zuküniiige . Entwicklung der Industrie I Israels eine Basis darste H. | Die Erkenntnis, dass nen j besonderen Gegebenheiten; Israels Rechnung getragen I werden muss, wird von al- ' len Seiten anerkannt, und j man ist ehrlich bemüh' zu | verhindern, dass die W rtj schafts - Interessen Isr-.els j Schaden erleiden so) en. | Auf der anderen Seite ner i will di? Beamtenschaft der! EWG, wie wir schon hernr- | hoben, doch verhindern ei-! nen Präzedenzfall zu sc 1 afj fen. der bei Verhandlungen I mit anderen Staaten in en J einmal Schwierigkeiten bej reiten könnte. Daraus re«uli tierten Ueberlegungen. ob man Israel nicht he '"en I könnte, ihm durch besooej re Kredite, oder einen - us- | gleichsfonds die Möglicl ’<H-; ten zu geben, sich Er-,dz-! märkte zu erobern. i Es ist klar, dass Israel auf eine solche Rege7 mg nicht eingehen kann und will. Israel kann sich bei die - en Verhandlungen, die zwemellos lange und schwie: ge sein werden, auf eine R ne von Freunden stützen. Nicht, nur hat Professor Hallste.n, der an der Spitz? des Europa-Rates der EWG steht, seinen guten Willen Israel gegenüber betont, sondern Israel hat auch Freunde ,;n Europa-Parlament. Dort «atzen sieh die Vertreter der Gewerkschaften, wie auch der sozialistischen Parteien sehr energisch für Israels Interessen ein. Wenn auch diesem .Europa-Parlam.-nt“ keinerlei ..gesetzgebende“, Rechte verliehen sind, so hat es doch eine Meinung bildende Stimme, die weder der neunköpfig? Europarat. noch der Ministcraussehuss (praktisch die Regierung der EWG) überhören wili. Letztlich ist natürlich auch ausschlaggebend, welche Weisungen die Minister, di? den Ministerausscnuss bilden, von ihren Regierungen erhalten. W'ir werden uns auf eine lange Geduldsprobe gefasst machen müssen, wie Finanzminister Levi Eshkol unterstrich, als er von Brüssel zurückkam. und dürfen die Nerven nicht verlieren. Die Mitglieder oer Israel-Delegation bei den Verhandlungen in Brü^el wissen, was für die Entwicklung Israels auf dem Spiele steht und sind entschlossen. ihr ganzes Können und Wissen zum vollen Einsatz zu bringen. INDUSTRIAL & COMMERCIAL BANK investment & (ISRAEL . LATIN AMERICA) LTD. TRUST. Co. L,d. AS0CIADÛ CON BANK HAPOALIM TEL AVIV — ISRAEL 1JVCÖ B A INVESTMENT & TRUST Cia. (GALERIA DEL OBELISCO) Av. CORRIENTES 1145 T. E. 35-8585

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