Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1990 (14.12.1962)
- Date
- 1962-12-14
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes. 14 de Diciembre de 1962 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Aftc XXIII. — Nc. 199« — 9 Finanz-Debatte in der Knesset Der grosse Meinungsaustausch über die Entwicklung der Wirtschaft im Staate seit der Abwertung des 1L und über die Massnahmen der Regierung ist nun vorüber, und gewiss hat sich niemand in der Knesset von den Argumenten der Gegner überzeugen lassen. Der Finanzminister äusserte sich relativ befriedigt über die Entwicklung und ist inbezug auf die Zukunft optimistisch. Nächstes Jahr schon, so hofft er, w'ird sich Israels Wirtschaft normalisieren und ein zufriedenstellendes Niveau erreichen. Sein Wort in Gottes Ohr! Die Opposition ist mit dem Erreichten weniger zufrieden und sieht den kommenden Dingen mit allerlei Befürchtungen entgegen. Selbst die Ziffern, die von den verschiedenen Regie rungsämtern vorgelegt werden, sind alles eher als einheitlich. und jeder Renner beruft sich auf andere Angaben. Michael Chasani (Rel.-Nat.) trug zur Klärung des Durcheinanders der Zahlen bei. die in der Luft berumscbwirrten. Sie widersprechen einander nur bei oberflächlicher Betrachtung: Beläuft sich die Teuerung auf 6,7 oder auf 12 Prozent? Stiegen die umlau fenden Zahlungsmittel um 27 oder um 17 Prozent? Erreichte die Exportsteigerung 15 Prozent wie im Vorjahr, oder nur 12 Prozent in der Berichtsperiode, die neun Monate umfasst, seit die Abwertung vorgenommen wurde? Stieg der Import um 30 Millionen oder nur um 18,5 Millionen Dollar? Nahm das Aussenhandels-Defizit um 5,8 oder um 21,3 Prozent zu? In Wahrheit widersprechen die Zahlen einander gar nicht. Eine geht vom Index der Lebenshaltungskosten aus, die andere von der allgemeinen Verteuerung einschliesslich der Investitionen. Hier wird von den Zahlungsmitteln von Beginn bis Ende des Jahres gesprochen, nach dem der Umlauf im Dezember zufällig niedriger war. und dort von einem Monatsdurchschnitt. usw. J. Kargman (Mapai) stellte fest, dass die Einfuhr von Januar bis September 1962 gegenüber der gleichen Zeit im Jahre 1961 nur um 8,5 gegenüber 14 Prozent gestiegen ist. während gleichzeitig der Export um 12 Prozent zunahm. Das Aussenhandelsdefizit stieg, on MEIR EAERBEB wenn wir von Erwerbung von Schiffen und Flugzeugen absehen. nur um 6 Prozent, und auch das nicht an Konsum - Waren, sondern durch erhöhte Einfuhr von Rohmaterial und Investiti onsgütern wie Maschinen und Fabriks - Ausrüstung. Auch der an Umfang zunehmende Wohnungsbau für Einwanderer belastet die Bilanz, ist aber trotzdem kein Negativum. Der Kapitalzustrom von 120 Millionen Dollar resp. 360 Millionen IL an indivigungsgelder erzwingt, wenn er gleichzeitig betont, dass Israel jetzt genügend Devisen habe, und dass sich die konsumptive Ausgabe der Gelder inflationistisch auswirke und die Wirtschaft gefährde. Die israelische Produktion darf nicht durch allgemeine, plötzliche und volle Liberalisierung der Konkurrenz von Importwaren ausgesetzt werden, denn die grossen objektiven Schwierigkeiten müssen berücksichtigt werden, die darin liegen, dass Wesentlich verbilligen Jie ssen sich gewisse Wirt' schaftsdienste. sc z. B. die Bankspesen. Die israelischen Banken erhöhten durch die hohen Manipulalionsgebühren ihr Eigenka pitai in den letzten Jahren jährlich um 25 Prozent. Das ist nicht gerechtfertigt und belastet die Wirtschaft übermässig. Ihm antwortete diesmal Dr. M. Sneh (Kommunist) einer der schärfsten Kritiker. Nach' seiner Darstellung stieg das Aussenhandelsdefizit um 21,3 Prozent, statt, wie die Regierung prophezeit hatte, um 6 bis 111 ISRAELS REICHTUM: ZITRUS-FRUECHTE dueUen Entschädigungen aus Deutschland hebt das Lebenshaltungs-Niveau und trägt zu Preissteigerungen bei, aber er verursacht an dererseits keine Zunahme der nationalökonomischen A'erschuldung. Daraus zog Kargmann die richtige Konsequenz, indem er dem Finanzminister nahelegte, den Entschädigung^ - Empfängern zu ermöglichen, einen grösseren Teil ihrer Gelder in Devisen zu halten und nicht umzuwechseln. Dar über hinaus muss man sich fragen, weshalb der Finanzminister überhaupt Umwechslung der Entschädiviele Länder zu einem Dritj -U Prozent zu sinken; der ► «-♦ ♦♦ ♦ < HOTEL DAPHNE IHR HOTEL IN HAIFA - Israel HAIFA. Hadar Hakarme!, Nordaustr. ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦♦♦ ♦ ♦ Dr. MAX FLESCH Berater für Investitionen und Finanz* geschaefte in Israel — Lang- und kurzfristige Anlagen — Auskünfte jeder Art TEL AVIV, Israel — 18, George Eliiot Str.;i tel ihrer inländischen Markt preise exportieren; dass der Inlandsmarkt um so viel kleiner ist als der grosser Staaten, dass eine kleine Fabrik in Israel 30 oder 40 Einzelartikel herstellen muss, um bestehen zu können, während sich in grossen Staaten eine viel grössere Fabrik auf einen einzigen Artikel spezialisieren und ihn daher viel billiger her stellen kann. Durch Uebereilung der Liberalisierung könnten Fabriken zugrundegerichtet werden, die bei langsamer, vorsichtiger Umstellung auf die neuen Gegebenheiten ihre Existenz doch noch retten könnten Zement, Autoreifen, Oel u. a. sind in Israel nicht schlechter und nicht teuerer als in anderen Landern, so dass sie konkurrenzfähig sind. Um die Preise im Lande zu senken, wurden erst einmal Waren für 43 Millio neu IL zum Import freigegeben, dann weitere Waren für 70 Millionen IL usw. Eshkol feilte mit, dass demnächst noch zusätzliche WTarenimporte für 300 Millionen IL freigegeben werden sollen. Import stieg, statt zu fallen um 6,6 Prozent der Geld umlauf nahm uni 25 Prozent zu. gegenüber 14 Prozent im Vorjahr, und die Preise stiegen monatlich um 1,3 Prozent. während sie im Jahre vorher nur um 0,7 Prozent monatlich gestiegen waren. In den neun Monaten des Vorjahres erreichte die Teuerung 6 Prozent, dieses Jahres 12 Prozent. Die Inlands - Produkfion wurde um 22 Prozent durch indirekte Steuern verteuert, während die Importe gleichzeitig durch Senkung der vertagt Brüssel. — Die letzte Sitzung der Vertreter der Euicpäischen Wirtschaftsgemeinschaft und der israe iisc-hen Repräsentanten, die nach einer Formel für einen Anschluss Israels an die EWG suchten, fand am vergangenen W’oehenende statt. Die nächsten Beratungen wurden für den Monat Januar anberaumt. Die Beendigung der einleitenden Phase der Ver. handlungen setzte ein kompliziertes Räderwerk von Informationen in Gang. Die Funktionäre der EWG werden jetzt ihrer Organisation Bericht erstatten, die hierauf ihrerseits den einzelnen Ministern des EWG- Rates ihre Berichte unterbreiten dürften. Zu gleicehr Zeit werden die Teilnehmer an diesen Unterhaitun gen ihre sechs Berichte an ihre betreffenden Regierungen fertigstelien. Die sieben Berichte werden für die Sitzung des Ministerrats der EWG im Januar fertig voriiegen. Der israelisch? Delegierte wird nach Jerusalem berichten. Die israelischen Delegierten und die Repräsentanten der sechs Länder luden sich gegenseitig zu Empfängen ein. Die israelische Delegation wurde von Botschafter Amiel Nachar angeführt. (ITA) Zölle erleichtert wurden. Seinen Hauptangriif aber richtete Sneh gegen den Le benshaliungsindex: Der 'Finanzminister hat nicht über die Teuerung im Lande gesprochen. sondern nur über den Lebenshaltunssm ¡ex, denn seine Hauptsorge ist, wie man der Auszahlung der Teuerungszulage ausweichen könnte, die nach dem Index gerechnet wird. Er hat sogar vergessen, dass die Preise um 12 Pro zent gestiegen sind, und sprac-h nur davon, dass der Index um 6,7 Prozent stieg, aber ,,der Index ist ein Ver brechen“. ..Ich sage nicht, dass man bei der Berechnung selbst betrügt, das wäre grob, aber wenn man den Index aufbaut und sagt, dass eine Arbeiterfamilie nur 38 Prozent ihres Ge’des für Lebensmittel ausgibt und die anderen 62 Prozent bleiben ihr übrig und sie wissen gleichsam nicht, was mit dem vielen Geld anzufangen .. ist das etwa die wirkliche Lage? Das also ist der Index, und nach diesem Index ist das Brot um 42 Prozent gestiegen, das Rindfleisch um 12 Prozent, der Mietzins um 25 Prozent, aber der Index nur um 6,7 Prozent, weil er eben auf Lüge aufgebaut ist. auf Betrug und Fälschung“. Auf die weitere Behaup (ung Snehs, dass 26 Prozent der Histadrul - Mitglieder weniger als 150 IL monatlich verdienen, 36 Prozent zwischen 15G und 264 IL und nur 38 Prozent über 264 IL — antwortete ihm der Finanzminister, dass jene 26 Prozent, die bis zu 150 IL yerdienen. eben alles kleine Gelegenheitsarbeiter sind, Jugendliche, die nur teilweise beschäftigt sind, Not~ sfandsarbeiter u. dgl. Als Jusüzminister Dov Joseph in Beantwortung der Debatte über ein Gesetz gegen Korruption Josef Sehofmann (Chcrut) irrtümlich aber zwei Mai Sc-hufmann nannte, rief Mosche Sharett seinem Parteigenossen zu: ...Erinnerst du dich nicht an Latrun?“ Plötzlich überkam uns alle, die wir am .schwarzen Samstag“ in das britische Lager lür politische Häftlinge eingeiiefert wurden, die Erinnerung an Latrun, wo ausser Sharett und Dov Joseph noc-h so mancher an dere Gefangene sass, der jetzt der Knesset angehört. Jetzt verteilen sich die damaligen Ilafikameraden auf mehrere Fraktionen im israelischen Parlament von Mapai bis Cherut. und ich fühlte mich bei diesem Zwischenruf gleichsam als ihr Repräsentant in der Presseloge. ► 4 * ♦♦♦♦4 4 »4 44 4~*;HOTiiL ARMONi J ISRAELS SCKÜENES TOURISTENHOTEL •Die beste Küche : Angenehmer Aufenthalt 4 l Tel Aviv, Jarkonsir. 90 Tel. 23711 ♦ * (Vorherige Zimmerbestellung ist unbedingt ♦ erforderlich) 4 4-44 4-4 4 4 4 4 44-44 4 4 44 444 4 4 4--4-4-4-*-* Handel mit England Tel Aviv. — In den ersten aehf Monaten dieses Jahres beliefen sieh die israeli sehen Einfuhren aus Gross' britannien auf 14,7 Millionen Pfund Sterlin. In der gleichen Zeit führte Israel Waren im Werte von 12 Millionen Pfund nach Grossbritannien aus. (ITA) INVESTMENT & TBUST, Co. L<d. INDUSTRIAL & COMMERCIAL BANK 'ISRAEL „ LATIN AMERICA) LTD. AS6CIAD8 CON BANK HAPOALIM TEL AVIV — ISRAEL IJV C OB A INVESTMENT & TRUST Cia. (GALERIA DEL OBELISCO) Av. CORRIENTES ( 145 T. E. 35-8586 7