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Jüdische Wochenschau · 1962-12-14 · 1990 (14.12.1962) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1990 (14.12.1962)
Date
1962-12-14
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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2 — Vi?rnes, H de Diciembre'de 1SG2 Jüdische Wochenschau Año XXIII. — No. 199« (Schluss von Seite li bleiben kann —. was der Angeklagte Fellenz erklär te, für den sich ein deut. scher Verteidiger findet, um jm Angesicht dieser Tatsache um seine Haftentlassung zu ersuchen. Bevor dieser Antrag eingeleitet wurde, hatte der Angeklagte beteuert, er habe von den Judenerschiessungen im Distrikt Krakau nichts bemerkt. Er habe auch nicht beobachtet, dass Juden mit Lastkraftwagen abtransporfiert worden seien, und dass diese Lastwagen nur mit Bekleidungsstücken zurückgekommen wären. Das sagte der Angeklagte. Das Gericht verlas einen Aktenvermerk, um da< Gedächtnis des Beschuldigten aufzufrischen. Dort heisst es. die Aktion sei „plasmä. ssig und ruhig" verlaufen Einige Juden, die versucht hätten, zu fliehen oder Widerstand zu leisten, seien erschossen worden. Man habe ..bestimmt und hart“ zugefasst. Daraufhin bestritt der Angeklagte Fellenz nicht, diesen Bericht ge schrieben zu haben. Wie konnte er dies auch, da ihm seine Unterschrift vorgelegt wurde. Jedoch meinte er. diese Erschiessungen seien ihm nur über den zuständiger. SD-F (ihrer bekannt geworden. Nur einige ergänzende Bemerkungen seien über diesen Angeklagten, den ehemaligen SS - Sturmbannführer Martin Fellenz gemacht. Fellenz war bei fünf söge- Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1* izonachm. 16—19 Uhr T. E. 83 2613 Teal pen: Füllhalfer * REPARATUREN < Spezialgeschält « CORRIENTES 569 Î T. E. 49-5850 J t t « iJaime Liebling; S. A. i SPERRKOELZER : HOELZER DIAZ VELEZ 5224 : } Tel.: 89 -9349, 33-9305 PROPIEDADES FRANKENBERG berät Sie kostenlos und iüverbindlicb beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN Manuela Pedraza 2530 pl. b. Dp. B T. E. 70-7244 nannten Aussiedlungen beledigt. Hierunter wurde eie Liquidierung der Juden verstanden, die im Rahmen der ,,Endiösung der Judenfiage" von der höchsten .Naziführung beschlossen worden war. Bei diesen Aussiedlungen hat der jetzige Angeklagte ur.d damalige Siabsfiihrer beim SS- und Po.izei fiihrer im Disirikt Krakau teilgenommen. Bei den Aussiedlungen spielten sich j zahlreiche Schreckensszenen! ab. Die zusavnmengetriebej nen Juden mussten sich vö]_ I lig entkleiden. Gold wie alle Wertsachen mussten abge- I geben werden. Nicht trms | portfähige Männer und Frauen wurden meist an Ort und Steile erschossen. Dabei mussten sie sich nackt in ausgehobene Gruben legen (Ueber derartige Schrecken haben mehrere Zeugen auch im Eichmami-Prczess ausgesagt). Dass der Angeklagte ieug net, ist zwar feige, aber keine Ueberraschung. Dass sich aber ein deutscher Verteidiger findet, der sich dazu hergibt, die Schuld eines solchen Mannes zu bestreiten oder gar seine Haftentlassung zu beantragen, ist bedenklich. — Zwei weitere Prozesse, die sich ebenfalls mit den Grausamkeiten nazistischer Judenverfolgungen beschäftigen, finden in Bonn und in Koblenz statt. Hierüber schrieb eine deutsche Zeitung: Mit Peitschenhieben. Stockschlägen und Fusstritten wurden sie, nackt, wehrlos und verzweifelt, in den Tod getrieben. Sie hatten keine Chance — weil sie Juden waren und weil der Führer die ..Endlösung der Juden frage“ befohlen hatte. Es waren Männer, Frauen und Kinder jeden Alters. Den aus den Gbetti herangeführten Juden wurde vor der Vernichtung im Schlosshof von Kulmhof eine Ansprache gehalten. Man sagte ihnen sie kämen nach Deutschland zum Arbeitseinsatz. Darum müssten sie vor dem Abtransport baden. Ihre Kleider und Sa eben müssten ent laust werden. Die Tür des Schloss- Saales, in dem sich die Menschen entkleiden, ihre per. sönlichen Sachen abliefern mussten, trug di? Aufschrift ..Bad“. Dann, spätestens dann, als die Wachmann schäften die entkräfteten und ausgezehrten Menschen mit Leder peitschen auf die Ramp? zum Gaswagen trieben, kam die Erkenntnis: dieser WTeg führt in den Tod. Der Tod — das hiess für sie ,,der Gaswagen“, grosse graugestrichene Lastkraftwagen mit einem ge schlossenen Kastenaufbau fünf Meter mal 2.5 Meter, innen mit Metallplatten ausgeschlagen. Sie .fassten“ jei JUDITH ¡‘ SGHENKOLEWSKI < \ KULTUSSTICKEREIEN Schabbosdecken - Tallis- J *t beutel - Käppchen - Maz-«[ )* zot-Tasehen Hand- und •, »J Masihineasticker •: von || *« Bett und Tischwäsche rj!; Dr. P. I. RIVERA 2585 5 "• <fr. Beberlero) ■£ 'I T. E. 73-9153 I' « J illionen weils SO bis 100 Personen. Die Türen an der Rückwand schlugen zu. Ein vom Auspuff ins Wageninnere führender Schlauch wurde befestigt, der Motor ange lassen. Und dann: die Panik. die Verzweiflung der zusammengepferchten Menschen. das Trommeln an die Wagenwände, Schreie, Bitten. Flehen, bis es still wurde im Wagen, bis nach neun, zehn Minuten Bewusstlosigkeit und Tod eintraten. Das geschah vor zwanzig Jahren, im Vernichtungslager Kulmhof bei Posen. 180.000 Opfer nennt eie Sta* j tisiik des Grauens jener ¡.Jahre. Furchtbarer, unfassj barer Hintergrund eines! Prozesses, der seit drei Tagen das Bonner Schwurgericht beschäftigt. Der Bonner Schwurgerichtssaal ist kleiner als der des Koblenzer Schwurgerichts, vor dem sich zur gleichen Stunde ebenfalls zwölf Männer wegen des ihnen vorgeworfenen tausendfachen Mordes an Juden zu verantworten haben. In Koblenz sind es die Männer der berüchtigten SD - Einsatzgruppe Minsk, ausnahmslos ehemalige SS-Führer, die Befehle gaben und Befehlen gehorchten. In Bonn stehen die ..kleineren Leute“ vor dem Richter. Sie waren Wächter, damals SS-Unterführer bis zum Rang eines Haupt Sturmführers. Beiden Prozessefi sind jahrelange Voruntersuchungen der Staatsanwaltschaft vorausgegangen, und in beiden Prozessen wird es noch Monate dauern, bis die Zeugen und die Sachverständigen gehört sind. ln vier Reihen sitzen die Angeklagten und die elf Verteidiger vor dem Richter, tisch des Bonne-r Sclvwurgerichtssaales. Di? beiden jugendlichen Ankläger mögen zur Tatzeit, deren grauenhafte Einzelheiten in den kommenden Wochen zur Sprache kommen werden, noch die Schulbank gedrückt haben. Die Männer, die sie anklagen. tragen undurchdringliche Gesichter. Der Hauptangeklagte in Koblenz ist dei ehemalige Leiter des rheinland-pfälzischen Landeskriminaiamtes. Georg Heuser, der zur Hitlerzeit zum Sonderkommando Minsk gehörte, durch welches 70.000 Juden ermordet werden sind CI). Diesem Mann, der unter solchem Verdacht steht, ist es in der Bundesrepublik gelungen, einen sehr hoben Polizeiposten einzunehmen. Man fragt sich, wie es nur möglich sein kann, viele Jahre hindurch die Vergangenheit eines Menschen nicht festzustelien. der solche Verbrechen begangen hat. Man kann doch nicht annehmen, dass dies ^übersehen“ Worden ist. Oder í Confitería NIZA; j; í Servicios de lunch de categoría ¡ i SALON DE FIESTAS J ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE; í 76-0286 73-1049 ¡ Resolution gegen Rassenhass Vpreir.te Nationen. — Eine Resolution, die alle Regierungen auffordert, rassiscnes Vorurteil und nationale und religiöse Intoleranz als ungesetzlich zu erklären, und die seit fast drei Jahren in der e>nen oder anderen Form zur Abstimmung vorlag, wurde schliesslich von der UN-Generalversammlung angenommen. Obwohl dieser Beschluss nicht ausdrücklich das Wort ..Antisemitismus“ erwähnt, so ist sie doch eine Folge der von der Subkommisison für die Verhütung der Diskrimination und den Schutz der Minderheiten nach den antisemitischen Ausbrüchen vom Januar 1980 vorgeschiagenen Massnahmen. In jenem Augenblick stand die Subkommission unter dem Eindruck der internationalen Welle von Hakenkreuzschmierereien und antisemitischen Parolen, die der Schändung der Synagoge in Kein am Vorabend des Weihnachtsfestes im Jahre 1959 folgten. Die Resolution ersucht alle Regierungen „die Ab Schaffung diskriminatorischer Gesetze durchzuführen“, die zum Rassenhass und nationaler und religiöser Intoleranz führen könnten, „wo auch immer diese noch vorhanden sind". Sie empfiehlt erzieherische Aufklärung in allen Ländern, um dieses Vorurteil zu widerlegen und „fordert alle Sonderbüros der UN und die Regierungen auf, über ihre auf dieses Ziel gerienteten Bemühungen für das Jahr 1963 zu berichten. Die Generalversammlung ersucht den UN Generalsexre. tär, über diesen Fall bei der nächsten Sitzung der Versammlung im September 1963 Bericht zu erstatten. (ITA) U SEMANA ISRAELITA Bisemanario — aparece >os Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda V.rantwortlich: Dr. Hardi Swaisensky Pueyrredóo 2190, 1* izq T. E. 83-2613 80-6930 Abono- Preise: Argentinien: $ 100.— pro Quartal Ausland S 600 — jährl liegt hier die gleiche Nachlässigkeit und Gleichgültigkeit vor, die bei der Ernennung eines Bundesanwnltes seitens des Justizministeriums beobachtet w’erden musste, dem es nicht bekannt war, dass dieser Herr nazistischer Biutrichter gewesen ist? Weichen Kalibers der ehemalige Leiter des Lar.deskriminalamtes von Rheinland-Pfalz ist, geht aus der Aussage eines anderen ehemaligen SS-Mannes, des Kraftfahrers Franz Gennert aus Dortmund hervor. Dieser ehemalige SS-Mann besuchte eines Tages seinen ehemaligen SS-Führer und Chef des Landeskrimmalamtes in Koblenz. Heuser deutete seinem früheren Untergebenen an, dass wegen der Massenmorde in Minsk ein Verfahren einge'eitet werde. „Wenn Sie einmal gefragt werden, erklärte der ehemalige SS-Hauptsturmbannführer Heuser, dann sagen Sie. Letten hätten die Erschiessungen vorgenommen. Wir selbst seien nur im Partisaneneinsatz gewesen.“ Der nazistische SS- Möröer und ehemalige bundesdeutsche Chef der Landeskriminalpolizei leugnet und versucht, andere zu falschen Aussagen zu bestimmen. Das ist ein stinkender Sumpf... Gleichzeitig aber, während Heuser die Schuld bestreiten und „nur im Partisaneneinsatz“ gewesen sein will, sagt ein Zeuge über die Liquidierung des Ghetto Sluzk folgendes aus: Nachdem die Bewohner zur Exekution gebracht worden I TdOHEL N. PLAKSIN f i Superi 2719 I T. E. 76-6784 u. 76-2315 $ JACOB LAPißUS J I dipi. Mohel £ NEUE ADRESSE ¡I Ü! VIAMONTE 2037. ß. *, 46 1716 und 48-21.-4 Dr. J. P. Kroll Bieber INNERE MEDIZIN u. RHEUMATISMUS Arzt am Hosp. Pirovano Mo., Mitt. Frei. 15-20 Uhr 3 de Febrero 2030 76 0266 Privat 52-7734 Dr. ZAHNARZT ESTOMBA 2283 52 8214 RAYOS X - FARADENTOSE TELEF. ' VORANMELDUNG BERNARDO STERN Ausfuehrung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 T. E. 58-4052 sind, seien die Häuser des Ghetto angezündet worden, um auch die letzten Juden aus ihren Verstecken zu vertreiben. Der Befehlshaber des Sonderkommandos, ein Egon Strauch, habe selbst vor den brennenden Häusern gestanden und gewartet. „Die behalte ich mir vor“, waren seine Worte. Er hat dann auch die letzten Juden, die vom Feuer aus ihren Verstecken getrieben worden sind, niedergestreckt. .. Der Schatten der sechs Millionen lastet auch heute noch über unserem Lenen. Er verfinstert noch fetzt die deutsche Gegenwart, auch wenn manche dies nicht erkennen. Es wird noch viel geschehen müssen, um das unserem Volk zugefügfe Unrecht .wiedergutzumachen“. Herstellung von Aluminium Tel Aviv. — Die nordamerikanische Firma Kaiser Aluminium Co. und die Minenwerke in Tel Aviv Unterzeichneten einen Vertrag, durch den sich diese Firma verpflichtet, in Louisiana zur Erzeugung von Phosphorsäure eine Fabrik im Wert von 2 Millionen Donar zu erstellen und für die Herstellung dieses Produkts ein in Israel entwickeltes Verfahren zu benutzen. Dieser neue Prozess gewährleistet eine höhere Ausbeute und eine bessere Qualität als die bisher angewandten Prozesse. Die Firma aus Nordamerika beteiligte sich auch an in Israel durchgeführten Experimenten mit einer Säure für Düngemittel und andere Produkte. (ITA) Ermittlungen in Erbschafts- und Entschaedigungs- Angelegenheiten JAMES KIRSCH Berlin-Wilmersdorf Prager Platz 6, Telefer: 87 59 14;eiMí*SSBSiSSi3Ml»SSiM«SMS3Si3SS*S*SBIíES«SSr»íS*líISSIÍÍ! Dr. BERNARDO GOLDSTEIN \ MEDICO ■ \ Cardiología — Hospital Fernandez M a ■ Radio X — Durcbleucbtnng — Electrocardiogramme « jjj CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 i M M U Consultas: Montag bis Freitag: 15—18 Uhr 5 Sonnabend: 14—16 Ubr SÏSSSrSÎÏIHSffBâ-EÏSiSSÏSIÏ '¡Eli*ïïïsiï5sr»i»ï£ï(- ¿S3-- Î5ÏSÏS3 VARICES-ULCERAS j DE LA PIERKA — ARTERIOSCLEROSIS j Dr. SAUL U M A N SK Y f Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 i U3£§i!iliS!ffil *MMSJ6SISSi»*«l»5IMSS£I5i'..t*!SiiSfS*SiM8IIiSE£*S2«*S3as£*2-2| Dr. BENJAMIN LIPNIZKYS- 3 ZAHNARZT g S ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN - BE- £ 3 HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG - REGU- 3 LIF.RUNG DEB ZAHNSTELLUNG g g Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend ■* 5 nach vorheriger Vereinbarung. 3 m g JOSE HERN ANDEZ 2518 T. E. 76-8673 und 73-6500 a Dr. L. KLEIN - Médico Magen, und Darmkrankheiten Röntgen-Untersuchungen SPRECHSTUNDEN:; Montag, Dienstag, Mittwoch u. Freitag voo 15—1* Uhi;; Es wird gebeten, eich vorher telefonisch anjumeJden ■ SANTA FE J391 T. E. 44 9493 u. 44-1542 V! ■. •-1' :.-yfrv-r*’

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