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Jüdische Wochenschau · 1962-12-14 · 1990 (14.12.1962) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1990 (14.12.1962)
Date
1962-12-14
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German, Spanish
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p(frvKRi:oo.\ 2190 — l3 izq. Jji Jkwjana.yshcdZÜicL I E. »32SI3 Año Will. BUENOS AIRES, VIERNES 14 OE DICIEMBRE DE 1962 No. 19911 STAATSBESUCH IM MOSKAU Jugoslawiens Diktator Josep Broz, genannt Tito, hat eine« Staatsbesuch in Moskau gemacht, der allgemei' ne Aufmerksamkeit hervor gerufen hat. Tito ist be kanntiich einer der ganz wenigen erfolgreichen Rebellen gegen Stalin, der seine geistige und politische Unabhängigkeit auch gegenüber Krutschew zu behaupten vermochte. Tito bemüht sich seit Jahren, einen Kurs zwischen den Blöcken zu steuern, ohne' deswegen den kommunistischen Charakter seines Landes preiszugeben, aber auch ohne sich bedin. gungslos den Anordnungen des Kreml zu unterwerfen. Diese Politik hat ihn dazu verleitet, sieh mit anderen Ländern in die Position einer ,,dritten Kraft“ hineinzuspielen, eine Bemühung, die aber völlig gescheitert ist. Die agile und geschickvoii H. ü SAMUEL te Taktik des ehemaligen Partisanenführers gestatte! te es ihm. einen Dreifron j tenkrieg auf dem glatten , Boden der internationalen; Diplomatie zu spielen. t Es ist Tito gelungen, mit j dem Westen in gute Beziehungen zu treten. Der Westen war immer schnell bereit, die eigenwilligen Ten denzen Titos durch betontes Entgegenkommen zu fördern, obwohl Tito sein Land nach echt diktatorialen Gewaltmethoden regiert. Man : braucht nur an den Fall des i Vizepräsidenten Diillas zu : denken, dessen Bücher in! der westlichen Welt verj schlungen wurden, der aber j selbst schon wieder in den j finsteren Verliessen jugoslaj Wischer Kerker schmachtet. , Tito hat die heftigen An j griffe der kommunistischen 1 Internationale, die vom Kreml gegen ihn dirigiert wurden, stets mit Gelassenheit aufgenommen, weil er wusste, dass Russland sich auf keine ernste Auseinandersetzung einlassen werde, schon deswegen nicht, da’ mit der tiefe Riss durchs kommunistische Lager nicht allzu deutlich erkennbar wird. Allerdings hat Tito niemals aufgehört. mit Energie sein kommunisti sches Bekenntnis zu unterstreichen Er befand sich ,nur‘ in ständiger Dissonanz mit der offiziellen Doktrin, deren Richtigkeit allein davon abgeleitet wird, dass sie der rote Papst ex cate dra verkündete. Immerhin musste Tito verstehen. dass er zwar nicht der Führer eines Zwergstaates, aber auch nicht der WIE iCH ES SEHE - Im Schatten der Millionen wn JEHUDA G0TTHE1MER Als man vor einigen Wochen der zehnten Wiederkehr des Tages gedachte, an welchem das Luxemburger Abkommen über die Reparationen und Entschädigun gen zwischen Israel und der Deutschen Bundesrepubli«: unterzeichnet worden ist, schrieb der sozialdemokratische Bundestagsabgeordnete Jacob Altmaier — ei. li-er der beiden jüdischen Deputierten in Bonn — als Zeuge des Ereignisses: „Es war ein ebenso ungewöhnlicher Ort wie eine un gewöhnliche Stunde, als am 10. September 1952, im Rathaus zu Luxemburg, acht Uhr früh, das deutsch-israe. iische Abkommen unterzeichnet wurde, das als Lu xemburg-Vertrag in die Ge schichte eingegangen ist. Attentatsgerüchte lagen über dem Saal, keine Zeitung war benachrichtigt, kein Pressevertreter und kein Kamera mann waren zugelassen Nie werde ich die Szene los als die Tür zum Nebenraum zeremoniell geöffnet wurde, als die Vertreter des israe. lischen Volkes hereinkamen und Mosche Sharett, der israelische Aussenminister, mit zuckenden Lippen, blass wie der Tod vor dem deutschen Bundeskanzler stand, unfähig ein Wort herauszu' bringen. Selbst Adenauer fand es nicht, und hauchte te nur die Namen seiner De legation zur Decke. Die Schatten von sechs Millionen ermordeter, erschlagener und vergaster europäischer Juden standen über einer Szene, die kein Dante und kein Shakespeare mit all ihrer dichterischen Wucht und Grösse hätten ersinnen können.“ Dieser Schatten der Millionen ist bisher nicht gewichen. Dieses Gefühl, das Altmaier beschreibt, hat die Juden nicht verlassen. Es begleitet sie allerorts. Denn niemand kann vergessen, was geschah. Die Erinnerung an jenes Luxemburger Abkommen ist für manche unserer jüdischen Mitbürger ganz Heilsam, besonders für diejeni gen. die gern ihre Verpflichtungen gegenüber dem Staat Israel übersehen, Verpflich¬ Englands Politik in Mittelost London. — Die Politik der englischen Regierung in Mittelasien ist bestrebt, alles zu vermeiden, was zu einem Rüstungswettlauf in dieser Zone führen könnte, und geneigt, jedwedes Ersuchen irgendeines Landes in diesem Raume um Waffen zur Seibstver teidigung in Betracht zu ziehen. Dies erklärte der Staatssekretär für auswärtige Angelegenheiten, Peter Thomas, im Unterhaus. Thomas beantwortete schriftlich eine Reihe von Anfragen des Labour-Abgeordneten Roy Mason, der wissen wollte, ob der Regierung die zunehmende Lieferung sowjetrussischer Waffen an die arabischen Länder bekannt sei. Er fragte ferner, was man getan habe, da Grossbritannien und die USA für das militärische Gleichgewicht in der Zone verantwortlich sind. Er stellte auch die Frage, ob die Regierung sich von der wachsenden Militärmacht Aegyptens und anderer arabischer Länder Rechenschaft gebe, ob es möglich sei, dass das Gleichgewicht gestört würde und ob England irgendeinen Plan ausgeavbeitet habe, um israel bei der Aufrechterhaltung des militärischen Status quo zu unterstützen. „Die Regierung ist von den Vorgängen im Mittelosten bestens informiert“, heisst es in der Antwort des Staatssekretärs. „Wir stehen in regelmässigem Kontakt mit unseren amerikanischen Verbündeten über dieses und andere Probleme, die den Mittelosten betreffen.“ Die Regierung pflege jedoch nicht, so setzte er hinzu, „Einzelheiten über die an bestimmte Länder gelieferten Waffen bekannt zu geben.“ (ITA) tungen moralischer Art natürlich, die jedem Juden un serer Zeit als Bindungen gegenüber der Gemeinschaft obliegen, wie jede andere Pflicht auch. Der Staat Israel war es. der seine Unterschrift unter jenes Vertragswerk setzte, aufgrund dessen die verfolgten una ausgeplünderten Juden :hre „Entschädigung“ und ihre „Wiedergutmachung“ erhal ten. Nicht Naumann oder die ehemaligen Führer des ehemaligen Zentralvereins haben dieses Vertragswerk unterzeichnet, sondern Mosche Sharett, der alte zionistische Vorkämpfer und da malige Aussenminister Israels. Der Schatten der Millio nen lastet auf jed-em Juden, der nach den schlimmen Jahren der Verfolgung die Bundesrepublik besucht. Natürlich lernt jeder schnell dass es in Deutschland keine . Nazis gibt. Niemand will’s gewesen sein. Mit einer gewissen Genugtuung darf man feststellen, dass es weite und ernste Kreise, vor allem der Jugend, gibt, die sich von der Nazi-Bar barei, der ideologischen wie der faktischen gebührend distanzieren. Aber das Gefühl.. diese unangenenme Unsicherheit, dieser oder jener da könnte dabei gewesen sein, als man Juden de portierte, massakrierte, nie dermähte oder vergaste, diese unheimliche Ungewissheit wird man nicht los . Und die anständigen Deutschen verstehen es, während es.die Rückkehrer nicht wahrhaben wollen. Sie sind vereinsamt, durch eigene Schuld. Es sind auch nicht immer die besten Elemente, die zurückgingen Sie haben ihre Probleme und Sorgen. Sie haben übrigens auch ihre Vereine. Ei nee davon ist der Verein „ehemaliger Bolivianer“, das heisst eine Vereinigung von Juden, die sich vor den Hitler-Verfolgungen nach Bolivien retten konnten, dann aber zurückgegangen sind, weil das Klima in Berlin besser als in La Paz ist. Manche von ihnen haben vergessen, dass das bolivia- Herr eines Weltreiches ist. Als kluger Mann wusste er, dass er keine Aussicht hatte, ein entscheidendes Wort mitzusprechen, da er oder sein Land nicht zu den sogenannten Grossen zählte. Tito witterte eine Chance in der „dritten Position“, die einzunehmen einige andere Staatsmänner ebentalts trachteten, die sieh in der gleichen Lage wie Tito befanden: Nehru. der indische .Friedensapostel“. Soekarno, Indonesiens ambitiöser Re gierungschef, und Abdel Nasser, der sich keineswegs mit der Rolle zufrieden geben wollte, der Kalif über alle Muselmanen oder der Sultan aller arabischer Völker zu werden. Eine Zeitlang war Tito in dieser so wenig ausgeglichenen Gesellschaft tonangebend. Aber keiner von diesen. Dik’.ato ren konnte sich ziim Füll rer des neutralen Blockes, der in Wirklichkeit durchaus nicht neutral gewesen ist, aufschwingen. Jeder von ihnen musst« sich mit dem Gedanken abfinden. trotz i_ der vermeintlichen eigenen | Bedeutung weiterhin eine | selbst zweite Geige zu spielen. Nehru ist im Augeniilick j in einer schwierigen Lage j während es weder Nasser I noch Soekarno recht gelang j in letzter Zeit von sich rei den zu machen. Da schlug f wieder einmal Titos Stun 1 Blick in die Welt von HAROLD SCHWARCZ Eine merkwürdige Erklärung gab vor wenigen Ta.. ->cn der deutsche Bundeskanzler I»r. Konrad Adenauer ab als er sich bei Verhandlungen über die Regierungsbildung bereit fand im September 1963 zurückzutreten. Diese politische Verpflichtung, eingegangen von einem 36-Jährigen, zeugt von unbeugsamem Optimismus, aJer ciings mit einem zynischen Unterton. — Indiens Ministerpräsident, Jawah.rlal Neliru, teilte im Parlament mit, dass die Russen Jagdflugzeuge M1G liefern werden, die eine Geschwindigkeit entwickeln können, die grösser als der Schall ist. Nehru meinte nicht ohne Genugtuung, dass Moskau die Lieferungen vornehmen werde, ohne auf die Proteste Pekings zu höre«. Hier stehen wir einem weiteren der vielen Paradoxe unserer Zeit gegenüber: die Sowjetunion liefert Indien Waffen in einem Zeitpunkt, wo sich Russlands Hauptalliierter China mit den Indern im Kriege bifindet Nachdem der argentinische Delegierte vor der politischen Kommission der Vereinten Nationen, Lucio Garr-ia del Solar, mit einer ungewöhnlichen Klarheit und Würde die unerhörten Ausfälle des sauditischen Beauftragten Shukairy zurückgewiesen hatte, verlangten einige Delegierte die Abberufung Shukairys, der seit Jahren derartige Attacken gegen Israel richtet. Bisher haben die israelischen Proteste gegen Shukairy keinen Erfolg gehabt, obwohl sein Verhalten nicht nur gegen den natürlichen Anstand oder die gebotenen diplomatischen Formen verstösst, sondern auch mit den Bestimmungen der UN Charter in unvereinbarem Gegensatz steht. Nachdem sich sogar einige arabische Diplomaten dem Verlangen auf Abberufung Shukairys angeschlossen hauen, dürfte vielleicht doch mit dieser unbedingt erforderlichen Säuberung der UN gerechnet werden. — Vor wenigen Wochen ist der Knesset Abgeordnete, Dr.,Hans Rubin, im Alter von nur 54 Jahren gestorben, nachdem kurz vor ihm der Wohnbau-Minister, Dr. Georg Josephsthal, 50 Jahre alt, einem Herzleiden erlegen war. Hans Rubin, erzogen in der zionistischen Jugendbewegung Blau Weiss, studierte Rechtswissenschaften in Berlin. Freiburg und Genf. Schon von frühester Jugend mit der zionistischen Bewegung verbunden, widmete er sein Leben der selbst gestellten Aufgabe und arbeitete uneigennützig und ergeben für den Aufbau Israels. Jahre hindurch war er einer der Vizepräsidenten der Knesset, Im vergangenen Jahr gehörte er der Parlaments-Delegation Israels bei den UN an. Sein früher Tod ist ein schwerer Verlust für alle, für seine Partei, sein Land und sei. r.e Freunde. diejenigen glaubten, die diese Entwicklung kommen sahen, hat sich der russisch - chinesische Konflikt nicht allein zur Schicksalsfrage für alle Völker ge»tal tet. sondern wird über die Existenz einer geschlossenen kommunistischen Welf de: er wurde in den Kreml | entscheiden, geladen, um dort seine Fe! Niemand kann Entwickrien.durch Abhaltung einer ] lungen vorausbestimmen. Kette von Geheimkonfereni Mit Prophezeiungen vorsichzen zu verbringen. Aeusse- I tig zu sein, ist ein Akt der re Umstände, für die Tito | Klugheit. Aber schon ist es nicht verantwortlich ist. hal- | kein Geheimnis mehr, dass fen ihm. sich erneut in die | sich die beiden kommunisti Weltpolitik einschalten zu! sehen Kolosse in einem können. Moskau befindet kaum noch aussöhnbaren sich am Rande einer revolutionären Umstellung sei j nes gesamten 'bolitisehen! Gegensatz miteinander be finden. Ohne an die Waffen zu appellieren, kann die Denkens. Viel schneller, als l Sowjetunion die roten Chi nische Klima für sie einst viel günstiger war als die dicke Luft in Berlin. Dieser jüdische Verein der ehemaligen Bolivianer in Berlin gibt zum Nachdenken Anlass. Im luxuriösen Gemeindehaus in Berlin Fasanenstrasse, wo einstmals eine Synagoge stand, spielt der Verein seinen deutsch jüdisch-bolivianischen Skat. Gewiss sind es nicht sehr viele, aber 120 Mitglieder sind es doch, die diesen Verein bilden. Unser jüdi sches Leben ist durch eine weitere Dekadenzerseheinung der Emigration „bereichert““ worden. Und dies spielt sich nun in der Fin sternis ab. wo der Schatten am stärksten und am schärfsten ist. — Die deutschen Zeitungen bringen täglich Berichte über die auffallend vielen Kriegsverbrecher - Prozesse, die •gerade in dfesen Mo naten in der Bundesrepublik abrollen. Die Informatif nen füllen nicht die ersten Sei ten; da gibt’s wichtigere Sa chen, Spiegel-Affäre, Kabi nettskrise. Skandale um Minister. internationale Fra gen. Aber jeder Bürger der Bundesrepublik, der über haupt eine Zeitung liest wird informiert und daran erinnert, was vor einigen, etwa 20 Jahren geschah Das ganze Grauen dieser Zeit steht wieder auf. In Hannover wird ein Kaufmann Oskar Waltke beschuldigt. vom Frühjah- 1942 bis März 1944 als Angehöriger der Dienststelle. des Kommandeurs der Sicherheitspolizei in Lemberg Mord und Beihilfe zum Mord in einer Vielzahl von Fällen geleistet zu haben Seine Opfer sollen in der Mehrzahl Juden geweesu sein, die sieh im Ghetto und im Arbeitslager von Lern berg befunden haben. Wie man einer dpa-Meldung ent nehmen konnte, leugnete der Angeklagte die ihm zur Last gelegten Verbrechen.— Vor dem Flensburger Schwurgericht läuft zur glei chen Zeit ein Prozess gegen einen Martin Felienz, der des vierzigtausendfachen Mordes an Juden und der Beihilfe zum Mord angeklagt worden ist. Der dritte Verhandlungstag wurde mi* der Ablehnung Tnes Antra ges der Verteidigung eingeieitet. die um Aufhebung des Haftbefehls gebeten hatte Der Vorsitzende meinte, es bestehe dringender Tatverdacht und Fluchtgefahr: die Verteidigung wurde zur Mässigung mit ihren Anträgen dringend ermahnt. Na Üblich beteuert auch dieser Angeklagte seine Unschuld Er war bereits zwei Jahre interniert lind zweiundeir halb Jahre in Untersu" chungshaft. Nach Meinung des Verteidigers habe er mit seiner Frontmeldung alles getan, um den Seheusslich. keiten auszuweichen, für die er keine Verantwortung trage. Hören wir einmal aufmerksam und ruhig zu _ soweit man bei dieser Darstellung überhaupt ruhig (Schluss auf Seite 2> nesen nicht mehr zur Gefolgschaft zwingen. Wie ein solcher Kampf ausgelieumuss, weiss man in Peking so gut wie in Moskau. Der Kreml sieht nicht ohne Be" fiirehtungen für seine eigene Zukunft die unaufhaltbare Expansion der Chinesen in Asien. Auch Japan kann den dynamischen Rhythmus einer solchen Entwicklung heute nicht aufhalten. Das ist der wahre Grund, dass die Japaner soeben sich zu; erklären beeilten, sie würi den sich niemals zu einer I Allianz gegen China bereit i finden, I Krutschew hat andere | Kombinationen in seinem | Konzept. Warum soll er angesichts der Gefahr einer totalen chinesischen Uebersrliwemir.ung <Äe sowjetisch - kommunistische Politik nicht einmal mehr völlig umorientieren? Davor haben sogar Lenin oder Stalin nicht zurückgesehreckt. Warum sollte sich die Sowjetunion in einer völlig veränderten Welt nicht mit dem Westen verbünden, um die .westliche Kultur“ zu schiit zen. mit der ja die Russen durch ihre Vergangenheit weitgehend verbunden sind? Unter solchen Perspektiven gewinnt der Tito-Besuch politisches Gewicht. Ist doch Tito immer mit dem We sten in Kontakt geblieben und hat gezeigt, dass man ein guter Kommunist sein kann, ohne deswegen in unversöhnlicher Feindschaft mit den West machten zu stehen. Eigentlich, ja eigentlich hat doch Tito in der Praxis die Theorie der friedlichen Koexistenz, wie sie Krutschew gepredigt hat. realisiert . . denkt man wahrscheinlich heute im Kreml. So wird Tito zu einem Paradestiick mit dem man die letzten Verhandlungen führte, um langsam zu der grossen Umorientier ing zu gelangen, die im Angesicht des russisch chinesischen Konflikts notwendig wurde. Man sollte mit gespannter Aufmerksamkeit die nächsten Schritt» verfolgen, die von den Hauptbeteiligten an diesem wahrlieh grandiosen Drama unter, nommen werden. Kann doch gerade dieser Konflikt Ausgangspunkt einer Neugestaltung des internationalen politischen Lebens werden.

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