Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1985 (9.11.1962)
- Date
- 1962-11-09
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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4 — Viernes, S »te Noviembre de 1%2 SEMANA ISRAELITA 1 Año L.Í1II. — No. 1S85 MUSIK IN BUENOS AIRES Yablokoff: Ende gut alles gut PTi S' R \ R S' V n 1Î /iU/\n TVT/\-»«\»'4 On ni (nn Auf LIEDERABEND MANS HOTTER berühmte Bariton, der uns von früherem Auftreten im Teatro Colon schon bekannt war und jetzt im „Ring des Nibelungen“ in der Rolle des Wotan-Wande jers einen unauslöschlichen Eindruck hinterlassen hat, bot einen Liederabend, an welchem ein andächtig lauschendes Auditorium wieder fesfstellen konnte, dass Hans Hotter nicht nur ein Opernsänger ,,par excellenca“ ist. sondern auch ein Interpret von Liedern, wie es zur Zeit nur ganz wenige geben dürfte Sein ausdrucksvolles Organ hat eine einzigartige Formulierungsgabe, Folge jahrzehntelanger Arbeit und slrenger Selbstkritik. Noch immer wirkt der Timbre seiner Stimme bestechend, das ,,forte“ ist machtvoll bei gleichmässigem Klangfluss, aber seine ..piano“ und „pianissimo“ bedeuten Hohe Schule. Das wertvolle Programm setzte sich aus drei Gruppen zusammen: Franz Schubert, Hugo Wolff und Robert Schumann waren die Komponisten. die Hans Hotter unter Mitwirkung von Leo Schwarz am Flügel interpretierte und der nachhaltige Erfolg des Konzerts war nicht zuletzt auf das einfühlsame Spiel des Pianisten zurückzuführen, dessen Mitwirkung weit über die Rolle eines Begleiters hinausging. Die drei Romantiker wurden von Hotter wundeivoll gesungen. Ausser sechs Schubertliedern trug er die hier selten gehörten „Drei Michelangelo-Sonette“ von Hugo Wolff vor, die den Höhepunkt des Abends bedeuteten. Der Schumann-Zyklus ,,Dichterliebe“ liess dem Publikum die Mutation von Hotters Stimme vom Bariton zum Bass offenbar werden, zumal sich der Sänger genö ligt sah, einen Teil der Heineschen Dichtungen zu transponieren. Hotter und Schwarz wur den Gegenstand langer Ovationen. die sie veranlassen, drei Schubertlieder zuzugefcen (Geheimnis. An die Mu-! sik und Lindenbaum'. Der er-! schütternde Vortrag des | letzten Liedes entlockte i manchem Hörer Tränen. j „COSI FAN TUTTE“ IM , TEATRO SAN MARTIN , Als ungewöhnlichen Abon- | nements Abschluss bot en die ,,Amgios de la Müsica“ die ,.Sextett-Oper“ des unsterb rMWWWWiWAWAWWi _ LONG-PLAY- | PLATTEN 1 berühmter Chasonim < Mordechai Hershman i Moishe Oysher # Familie Maiawski S Pinchas Borcr.stein J Spezial-Long-Play-Piatte * für Chanukka. | R A D I 0 LEONl |lä V A LLE 2 7 o 0 i liehen Mozart: ,,Cosi fan tutte“. Ungewöhnlich, weil die „Amigos" eigentlich eine Konzert-Gesellschaft darstel len, weil damit die „Sala Martín Coronado“ des städtischen Theaters als Opernsaal eingeweiht wurde, und weil Dirigent und Orchester aus Cordoba kamen und Sänger und Regisseur hier ansässig sind, trotzdem die Aufführung in derselben Besetzung bereits in Cordoba über die Bretter gegangen war. Aus diesem Grunde hätte man eigentlich annehmen dürfen, dass die Vorstellung reibungslos vonstatten ginge, was jedoch nicht immer der Fall war. Während die gekonnte Spielleitung Martin Eislers inf allgemeinen Ordnung auf der Bühne hielt, gelang dies dem Titularairigenten des cordobeser Symphonie-Orchesters nicht immer. Olgerts Bistevins — beileibe kein Monzartüirigent — konnte in keiner der beiden Aufführungen einen perfekten Kontakt zwischen Szenarium und Graben hersteilen. Das Orchester se'bst hielt sich recht gut. Man hatte den Chor für seine kurze Tätigkeit nicht auf die Bühne bemüht, sondern durch einige Stimmen hinter den Kulissen singen lassen, und es gab auch dabei einige Schmisse. Das Vokalsextett, Mitglieder des zu Unrecht dahinvegetierenden „Teatro de Opera de Cámara de Buenos Aires“ sang durchweg gut. Olga Chelavine (Despina) ist eine Mozartsängerin „par excellence“, und gerade in dieser Rolle hat sie nicht nur hier, sondern auch schon oft früher Lorbeeren geerntet. Eugenio Valori (Ferrando) und Angel Mattiello (Guillermo) sind ebenfalls vorzügliche Mozartsänger, die ihre Rolen vollen det verkörperten. Nilda Hofmann (Fiordiligi) und Nö-emi Souza (Dorabella) hatten zuweilen einige Schwierigkeiten, sich neben ihren Partnern zu behaupten, bewiesen . jedoch Verständnis und Routine. Ausreichend war Juan Zanin (Don Alfonso). Es gab freundlichen Beifall. c-n Teatro San Tetmo Trotz des Publikumserfolges, mit dem „Der zehnte Mann" von Paddy Chayefs ky im Teatro San Tetmo aufegführt wird, hat das Ensemble “Grupo del Sur“ wegen früher eingegangsner; Verpflichtungen beschlossen, das Stück Ende November vom Spielplan abzusetzen. Die Regie führt Oscar Fessler, der für seine Arbeit mit dem Rubinstein Preis ausgezeichnet wurde, die Bühnenbilder entwarf Luis Diego Pedraira, und die Uebersetzung besorgte Mirta Arlt. Die Hauptrollen spielen Norma Aleandro, Rodolfo Salerno, Juan Carlos Gene, Francisco Rullan, Sergio Corona und Alejandro Oster. Genau wie das Deutsche Theater seine Spielzeit mit der besten Aufführung der Saison beendete, schloss auch der Autor Yablokoff sein Gastspiel mit „Die verzauberte Melodie“, dem besten seiner 1962 hier aufge führten Werke. Nicht dass es sich um eine Gestaltung von bleibendem Wert handelte. aber Yablokoff ist ein unterhaltendes und ansprechendes Volksstück gelungen. Da existiert diese bezau berte Melodie, die uns Juden immer wieder anspneht und leicht geändert in schmerzlichen ebenso wie in freudigen Augenblicken gefangennimmt. Dann gibt es eine Familie reicher Ass’milanten in New, York, die nur davor Angst haben, dass ih re christlichen Nachbarn sie als Juden erkennen könnten, also angenehme Zeitgenossen, die wir hier auch kennen. In dieses Milieu schneit eine junge Waise aus Europa. ganz von echt jüdischem Geist belebt, die voll Temperament ihre neue Umgebung zu tatkräftigen Juden erzieht. Was dabei herauskommt, ist teils ernst, teils heiter gestaltet, wobei die edlen Menschen (Yablokoff und Rivkele Reben) leuchtend weiss. die Bösewichter aber dunkelgrau (Sofia Rafalovieh) oder kohlpechrabenschwarz (Klatzkin' gezeichnet sind. Yablokoff hatte sich nicht nur die sympathische Rolle, sondern auch den Ausspruch aller Wahrheiten über Israel und über die jüdische Lage in der Welt Vorbehalten. Da er alle seine Feststellungen und Pointen mit gewohnter Meisterschaft brach te. seien sie gesprochen oder gesungen, wurde er oft vom stürmischen Beifall des sehr gut besuchten Hauses unterbrochen. Am meisten klatschten über seine edlen grossen Spenden für Israel ausgerechnet die Zuschauer die völlig taub sind gegenüber den Aufforderungen der Campana Unida. Das hat aber nichts mit Yablokoffs Stück zu tun, sondern ist eine Randbemerkung des Rezensenten, die er leider für sehr notwendig hält. Die junge Waise aus der alten Welt wurde von Rivkele Reben dargestellt, die damit eine Rolle erhielt, in der sie DAS treibende Moment allen Geschehens bildet. Sie braucht sich jetzt nicht mehr einzig auf ihren jugendlichen Liebreiz zu verlassen. Sie hat in diesem ersten Jahr auf der Bühne mimisch und gesanglich soviel gelernt, dass sie jede Situation schon glaubhaft darzustellen weiss und ernste Lieder ergreifend singt. Rivkele Reben ist einwandfrei der grosse Gewinn der letzten Spielzeit des Jiddischen Theaters. Ein beträchtliches Verdienst an ihrem raschen Aufstieg haben ihre Lehrmeister, die erfahrenen Theaterpraktiker Stramer. Perlman und Yablokoff, un ter deren Regie 1962 in Moshe Eichbaum und Luis Minces zwei weitere vielver sprechende Kräfte hier aufgetreten sind, die sich ebenfalls gut entwickelt haben. Speziell Minces ist, seitdem man seine komische Ader entdeckt hat, schon sehr aufgerückt. Wie dieser Erzassimilant sich zum from men Juden, mit der eigenen Mesusa in der Tasche, gewandelt hat. ist hoch amüsant. Zum ersten Mal im „Soleil“' trat ein weiteres junges Talent auf: Flora Polus. Paulina Tajman und José Maurer spielten ein komisches Ehepaar, die nebbich armen Verwandten, sehr gut und wirkungsvoll. Besonders Maurer war grossartig. Er Jüdischer Exodus 1962 Genf. — Mehr als 200.000 Juden waren im Laufe dieses Kalenderjahres gezwungen, ihre Wohnorte zu verlassen, darunter 10.000 kubanische Juden (von denen über 2.000 nach den Vereinigten Staaten flüchteten). wie auf der 8. Jahreskonferenz für Wanderung des United Hias Service mitgeteilt wurde. James P. Rice, der amtierende Direktor dieser Organisation, gab diese Zahlen bekannt und fügte hinzu, die Mehrzahl der jüdischen Flüchtlinge stamme aus West und Osteuropa, Aegypten, Nordafrika und Kuba. Der Konferenz wohnten Repräsentanten von 23 freiwilligen Hilfsorganisationen bei, die sich mit Wanderungen befassen, und Vertreter der Regierungen der Vereinigten Staaten, Australien, Kanada, Frankreich und Israel. Rice berichtete, die meisten, heute noch in Kuba lebenden Juden hofften, eines Tages auswandern zu können. (ITA) wird gegen seinen Willen gedrängt, den Schadchen zu spielen. Das junge Lieeespaar drängt Maurer, der sich windet, die Erlaubnis des tobenden Vaters zu erhalten. Dann weinen die Jungen, und das Publikum lacht, bis man nicht mehr kann. Da Yablokoff sein 40jähriges Bühnenjubiläum an diesem Abend feierte, gab es zum Schluss Ansprachen auf Yablokoff und das Jiddische Theater. Das sehr befriedigte Publikum blieb bis zu vorgerückter Stunde. Auch für Yablokoffs Gastspielt gilt: Ende gut alles gut. Dt. Karl Kost LUACH — (KALENDER) Freitag, den 9. November 12. Marcheschwan Sonnabend, den 10. November 13. Marcheschwan Parschat hasc-hawua Lech lecha 1. B.M. XII,1—XVII,27 Haftara Yeschayahu XL,27—XLI,16 Sonntag, den 11. November Montag, den 12. November Dienstag, den 13. November Mittwoch, den 14. November Donnerstag, den 15. November Freitag, den 16. November Sonnabend, den 17. November Schabbat WAYERA 1. B. M. 14. Marcheschwan 15. Marcheschwan 16. Marcheschwan 17. Marcheschwan 18. Marcheschwan 19. Marcheschwan 20. MarcheschwaD XVIII 1 — XXII 24 Haftara II Könige IV Sonntag, den 18. November Montag, den 19. November Dienstag, den 20. November Mittwoch, den 21. November Donnerstag, den 22. November 1 — 37 21. Marcheschwan 22. Marcheschwan 23. Marcheschwan 24. Marcheschwan 25. Marcheschwan Das Leo Baeck - Institut sucht DOKUMENTE-URKUNDEN CHRONIKEN LILDER über die Geschichte des ehemaligen deutschen iudentums sammelt das LEO BAECK-INSTITUT TEATRO COLON Viernes, 9 a las 21.30 hS: 16a. últ. fuñe. Gran Abono: “Misa en si menor“ '3. S. Bach). Dir. de orq.: Berislav Klobucar. Dir. del coro: Tulio Boni. Solistas: Garbsrini. Hoeffgen, Valori, Algorfa. Org.: S. Gelusini. Orq. y Coro est. del T. Colón. Sábado 10 a las 21.30 hs.: Fuñe, extraord. de Ballets: “Mouvements“ (Fortner), “Niño Brujo“ (Salzedo) “Pájaro de Fuego“ 'Strawinsky). Domingo 11, a las 17.30 hs, 5a. últ. fuñe, del abono esp. vesp.: “Misa en si menor" (J. S. Bach) con los mismos artistas del viernes. Martes 13, a las 21.30 bs.: 5a. últ. fuñe, del abono esp. noet.: “Misa en si menor“ (J. S. Bach) con los mismos artistas del viernes. Jueves 15, a las 21.30 hs.: Fuñe, extraord. de Ballets: “Variae. Concertantes“ >Ginastera), “Icar©“ *Lifar), “Joan de Zarissa“ (Egk). - ★- PUBLIKATIONEN DES I.E0 BAECK INSTITUTES SCHRIFTENRE1HE W1SSENSCHAFTLICHER ABHANDLUNGEN DES LEO BAECK INSTITUTES J. C. B. MOHR (PAUL SIEBECK) TUEBINGEN YEAR BOOK VI (560 — VOM L.B.-INSTITUT HERAUSGEGEBEN: BY THE EAST AND WEST LIBRARY, LONDON mit einer Fülle hervorragender Beitrage in englischer und deutscher Sprache. (416 Seiten) WERDE AUCH DU MITGLIED des Leo Baeck-Instituts Anmeldungen bei Herrn CURT WILK, Moreno 2256. und im Büro der JUEDISCHEN WOCHENSCHAU. Pueyrredon 2190, 1. ixq. (83/2613)