Mannheim
Compact Memory

Jüdische Wochenschau · 1962-10-26 · 1983 (26.10.1962) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1983 (26.10.1962)
Date
1962-10-26
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German, Spanish
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/9616703-9612947-9613535--2419-9613541
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Bibel und mündliches Gesetz LITERATUR Selbst in diesen vnaieria- „ . - «L Selbst in diesen materialistischen Zeiten scheint es, dass die Juden im Staate Israel den Kamen „Das Volk des Buches“, der ihnen zuerst von Mohammed verliehen wurde, zu Recht tragen, ln Israel ist der Tenach vom ersten Schuljahr an sowohl in religiösen wie in weltlichen Schulen eins der wichtigsten Unterrichtsfächer. Als durch die Veranstaltung eines Bibelwettbcwerbs das Interesse des weiten Publikums an der Bibel wac-hgerufen wurde. lauschte man in allen Teilen des Landes den Rundfunksendungen des ■Wettbewerbs mit gespannter und anhaltender Aufmerksamkeit. Der Wettbewerb •wurde im letzten Jahr wie dei holt und erfreute sich ebenso grosser Beliebheit wie beim ersten Mal. Es scheint, dass er auch in Zukunft sein Interesse behalten wird. ln gewissen Kreisen wurde jedoch Kritik daran ge übt, dass man sich r.ur mit der Bibel befasse. Di? Besonderheit unseres Volkes von ARIE OSCRRY war niemals das geschriebe ne Wort, das heute von der ganzen Menschheit gelesen wird, sondern die Thora Scheb'al Teh (die „mündliche Thora"), die das ganze Gebiet der taimudischen und rabbinischen Literatur umfasst. Doch gibt es ausser dem Bibel Wettbewerb, mit all der damit verbundenen Propaganda und Aufregung, den bescheiden, aber beliebten „Kinns Thora Scheb'al Peh“, die Konferenz für mündliches Recht, die jeden Sommer im Rabbi Kook-lnstitut in Jerusalem abgehalten wird. Auch in diesem Jahr, in dem die Konferenz zum fünften Mal stattfand, nahmen an dem Eröffnungsabend über 1.000 Menschen — Rabbiner, Jesc-hiwa-Studenten. Soldaten. Arbeiter, Kehrer. Geschäftsleute und Bauern aus Kibbuzim und Moschawim teil. Obgleich tiefgründige Fragen des jüdischen Gesetzes diskutiert wurden, befanden sich unter den Zuhörern über hundert Frauen. Das mündliche Gesetz «eheint dem Laien ein späterer Spross zu sein, ein Versuch, die ursprüngliche biblische Gesetzgebung den veränderten Umständen der Zeit des zweiten Tempels anzupassen. Doch die Thora selbst beweist die Existenz des mündlichen Gesetzes, die durch das geschriebene Wort bezeugt wird. Z. B. muss sich der Befehl: ..Und du sollst schlachten... wie ich es Dir befohlen habe ' (Deut. XIII. 21) auf ein mündliches Gebot beziehen, da er in der Thora selbst vorher nicht erwähnt wird. Viele Bücher sind über dieses Thema geschrieben worden; das fesselndste ist ..Matte Dan“ oder der ..Zweite Kusari“ des Rabbiners David Netto. Netto w urde im Jahre 1654 in Rom geboren und legte im Jahre 1679 seine Abschlussprüfungen in Medizin und Phiioso- DOKUMENTE-URKUNDEN CHRONIKEN LUDER über die Geschichte des ehemaligen deutschen Judentums sammelt das LEO BAECK-INSTITUT PUBLIKATIONEN DES I.EO BAECK INSTITUTES SCHRIFTENREIHE WISSENSCHAFTLICHER ABHANDLUNGEN DES LEO BAECK INSTITUTES J. C. B. MOHR (PAUL SIEBECK) TU EBINGEN YEAR BOOK VI I960 _ VOM L.B.-INSTITUT HERAUSGEGEBEN: BY THE EAST AND WEST LIBRARY, LONDDN mit einer Fülle hervorragender Beitrage in englischer und deutscher Sprache. (416 Seiten) WERDE AUCH DU MITGLIED des Leo Baeck-Instituts Anmeldungen bei Kenn CURT WILK, Moreno 2256, und im Büro der JUEDISCHEN WOCHENSCHAU. Pueyrredon 2190, 1, izq. (83/2613) phie ab. nachdem er seine Rabbinerwürde bereits einige Jahre früher erhalten hatte. Er war der hervorragende Dajen. Prediger. Je schiwaleiter. Arzt und Dichter der grossen Gemeinde in Livorno. Im Jahre 1700 wurde er zum Rabbiner der sefardischen Gemeinde von London berufen. Eins der schwierigsten Probleme, das er dort zu lösen hatte, war die Einstellung einiger Marannen, di« aus Portugal geflüchtet waren. Da sie jahrhundertelang von der übrigen jüdischen Welt abgeschnitten gewesen waren, konnten sie nur die Bibel lesen und Maren mit der Thoraliteratur überhaupt nicht bekannt. Obgleich die meisten von ihnen bereitwillig die Bräuche des jüdischen Lebens ihrer neuen Umgebung übernahmen, lehnten einige Intellektuelle es ab. die Autorität des mündlichen Gesetzes bedin gungsios anzuerkennen. Für sie schrieb Rabbi Netto sein berühmtes Werk, das im Jahre 1710 veröffentlicht wurde. Sein Vorbild war der klassische ..Kusari“ Rabbi Juda Halevis. der erzählt, wie der König der Kasaren zu der Ucberzeugung kam, dass das Judentum die wahre Religion sei. und zum jüdischen Glauben übertrat. In Rabbiner Nettos Buch stellt ein Abkömmling des ursprünglichen zum Judentum Bekehrten einem Rab biner. der nach einem Schiffbruch an die Küste seines Königreiches verschlagen wurde. Fragen über die Echtheit des mündlichen Rechts. Der Dialog ist sehr lebhaft, er enthält viele scharfe Angriffe, die jedoch von dem Rabbiner überzeugend widerlegt werden. Sogar heute kennen sich nur wenige Eingeweihte in dem Labyrinth des mündli chen Gesetzes aus. obgleich die Jeschiwot in allen Teilen der freien Welt gut besucht sind. Es muss noch viel getan werden, um die Idee der Thora Scheb'al Peh zu verbreiten. Daher wird die Nachricht begrüsst. dass der ..Kinus“ im nächsten Jahr einen Wettbewerb für Thora Scheb'al Peh abhalten will. Tut-Anch-Amon in Seattle Seattle. — Der goldene Sarg Tut-Anch-Amons. der zu den grössten Schätzen des Museums in Kairo gehört. hat zum ersten Male Aegypten verlassen und wird auf der Weltausstel lung der amerikanischen Stadt Seattle gezeigt. Nach dem Willen der ägyptischen Regierung soll er auf diese Weise ein konkretes Beispiel der Kunstschätze geben, die bei der Rettung des vom Wasser des Assuan-Staudamms bedrohten Felsentempels von Abu Simbel erhalten bleiben. (AWZ) Das Land der G Wie Goethes Iphigenie aui Tauris, so stand ich dieser Tage vor dem Bezalel-Muse um in Jerusalem. ..das Land der Griechen mit der Seele suchend“. Eine Ausstellung zeitgenössischer griechischer Künstler fand hier statt. Diese Ausstellung stellte die Verwirklichung eines Traumes von Professor Angelo Procopiou dar, der Kunstgeschichte an der Technischen Universität von Athen liest. Der Professor und Kulturminister Abba Eban begriissten sich herzlich bei der Eröffnung der Ausstellung. Sie feierten Wiedersehen auf dem Boden Jerusalems. nachdem sie sich kurze Zeit vorher auf dem Boden Athens getroffen hatten. Ich war in Hochstimmung: erfüllte sieh hier nicht jener weltalt« Noa-Segen: ..Gott lasse die Schön heit Japhets in den Zelten des Sem wohnen"“ 'Genesis 9,27 i. den unsere Weisen als eine wünschenswerte Harmonie von hellenischer Aesthetik und hebräischer Ethik auffassten? Alle diese Gedanken beflügelten mich . , bis ich die Bilder und die Plastiken dieser Ausstellung gesehen hatvon SCHALOM BEN XHORb te. die uns tief nachdenklich stimmen muss. Denn hier geht es um ein Problem, das für unsere Kultur in Israel von eminenter Bedeutung ist. ARISTOTELES CONTRA OEKALOG Die Grundfrage der grie chischen Kunst schuf Aristoteles, der in der Kunst die Nachbildung der Realität sah. Es gibt zw'ei griechische Sagen, die diese Auffassung schlaglichtartig be leuchten. Erstens die Sage von unserem frühen Nachbarn Pygmalion. König von Zypern, der offenbar ein hochbegabter Bildhauer war. Er schuf die Plastik einer so holden Jungfrau, dass er sich in sein eigenes Kunst werk verliebte und Zeus an flehte, die Bildsäule zu bele ben. Das Gebet wurde erhört und die Figur gewann Leben und Liebe. Die zweite Sage bezieht sich auf die Malerei: ein griechischer Maler hatte ein Stilleben geschaffen. das eine Weintrau be enthielt. Die Traube war so naturgetreu gestaltet, dass?cl'«lbetnifr!„ flog« “»4 betn nach den . ,e„ »dasi«r' sein Werk durch ein hang schützen - Hier habsn wir. Kunst-Sagen. das‘l Aristoteles dem«“«* Kunst als Nacbbiid» Natur, "wobei die ihrer vollendeten * lest gehalten wurde, e das Schöne war cer gung würdig. Dagegen erhebt - BUdverbot kam* das zweite ..Du sollst dir Rein machen und keine? st alt ¿essen, was i me] oben und was Erde unten und Wasser unter der Ei Hier stehen sieh zt fassrasen hart geg die tedfreudige de nen and die biidfe der Hebräer. Selbstvt lieh ist dieses Proble nicht unter nur-ästh< Gesichtspunkten zu sondern primär Bn tisch-religiösen. Das i bot der Hebräer war EIN GRUSS AUS JERESALI von Rabbiner SHMUtL NATHAN Jerusalem? Der Eid des 137. Psalms „Sollte ich Dich vergessen, o Yeruschalajim. so versage mein« Rechte! Kleben soll meine Zunge mir am Gaumen. so ich Dein nicht gedenke, so ich erhebe Ycrusehalajim auf den Gipfel meiner Freude“... klingt im Herzen der jüdischen Vclksmassen. wo immer sie sich befinden. Zion, die gelobte und beweinte Feste unserer Tempelstadt, wurde zum Ideal unserer Propheten und Psalmensänger, und wenn sie der 48. Psalm als ..anmutige Landschaft, die Lust der ganzen Erde, ist der Berg Zion... “ beschreibt, so ist es dieses Bild, das uns bis in unsere Tage begleitet, wenn wir frei und unbehindert diesen Berg besteigen können und mit unseren Kin dem singen dürfen „David, der König Israels, lebt für immerdar“. Der Heroismus, mit dem der Zionsberg in unseren Tagen von den Bürgern Jerusalems und den israelischen Soldaten verteidigt wurde und nach Entbehrungen. die nur bewusste Pio niere überwinden können, wiederum zum Zentrum jüdischer Wallfahrten wurde, wird ohne Zweifel in der Geschichte Israels besonderer Erwähnung würdig sein. Die Worte unserer Propheten Yeschayaliu „Brechet aus, jauchzet zumal, ihr Trümmer Yeruschalajlms, denn getröstet hat der Ewi ge sein Volk, erlöset Yerusehalajim“ im Herzen der Verteidiger und der jüdischen Werkleute geben den Bürgern dieser wohl weltbekanntesten Stadt die Kraft, vorwärts zu schreiten und der Zions Stadt ihren historischen Charakter wiederzugeben, den ihre Feinde zu zerstören trachteten. Wie liegen die Feiertage im Jahre 5722 5723 Sonnabend, den 27. Oktober Freitag, den 21. Dezember Sonnabend, d. 22. Dezember Sonnabend, d. 29. Dezember Sonntag, den 6. Januar 1963 Sonnabend, den 9. Februar Donnerstag, den 7. März Sonntag, den 10. März Montag, den 11. März Sonnabend, den 6. April Montag, den 8. April Dienstag, den 9. April Mittwoch, den 10. April Montag, den 15. April Dienstag, den 16. April Sonntag, den 21. April Montag, den 29. April Dienstag, den 12. Mai Dienstag, den 28. Mai Mittwoch den 29. Mai Schabbat Beresehit Erew Chanukka 1. Tag Chanukka 8. Tag Chanukka Fasten Assara be'Tewet Schabbat Schira — Chamiseha assar be Schwat Fasten Esther Purim Schuschan Purim Schabbat hagadol Erew Pessach 1. Tag Pessach 2. Tag Pessach 7. Tag Pessach 8. Tag Pessach Gedenken des Aufstandes im Warschauer Ghetto Yom Ha'atzma’ut Lag Be'Omer Erew Schawuot 1. Tag Schawuot Heute ist neues Leben in die Stadt gekommen, die Bevölkerung, die weniger als 90.000 Seelen im Jahre 1948 zählte, hat Zehntaueende neuer Bürger in ihrer Mitte aufgenommen und hat wohl bei weitem die Zahl von 160.000 Einwohnern überschritten. Die Stadtväter und unternehmungsfreudige Bürger — Arbeiter und Industrielle. Wissenschaftler und Kaufleute — halten viele Bau- und Entwicklungsprojekte ausgeführt immer den Charakter der heiligen Stadt wahrend. Handel. Ge werbe und Industrie sind nun zu einer normalen Einnahmequelle eines neuen Typus der Jerusalemer geworden. dem gemeinsam mit dem Rabbiner und Yeschi wa-Lehrer. dem Wissenschaftler der Hebräischen Universität und Regierungsämtern die Zukunft der Landeshauptstadt für diese und kommende Generationen am Herzen liegt. Unser Prophet Yirmiyahu sagt im 50. Vers seines 51 Kapitels „Gedenket aus der Ferne des Ewigen, und Yeruschalajim steig? auf in Deinem Herzen“, und seine Worte sind zu einer Brücke geworden, die heute wieder auf festen Pfeilern in der Stadt selbst und in den Herzen ihrer Verehrer in der Welt ruht, alle beseelt von dem Wunsche, mit dem die Klagelieder schliessen: ..Er neuere unsere Tage wie vormals.“ fahrt stetes. Zehntaasend ger aus de selbst und i dejier, »ns! und Schwts Stadt vielm, Gebeten er onsberg bes le diese Zi anderen Inl vor fänizeh; war. Heute nicht nur < ne nt tröstet all zu te chung der v gen sehen, wirklich voi genbliek sei als eir, Mit; gierten G' Yerwirkiiel Augen sehe trachten. Die gescl de. diezwi] Königtum t tung des St Tagen, dem sianisthen es in unsere bezeichnen, ner historis worden. De all unser' Schwestern Jerusalems hei samt. iSt steiukfise. Wunsch. d( rischen V seelt ist. £ ne Fahrt j die Grit Herzb nächsten i Gräber Sjn Märtyrern tion errien te) heute . ebei des vor das ern alle unt Besonders in den Snkkot- Tagen, des dritten Wall- -

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.