Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1979 (28.9.1962)
- Date
- 1962-09-28
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, 2« de Septiembre d» 1962 SEMANA ISRAELITA Añe XXîIÏ. — No. 197!» « fc?'- Juden in Handel und Industriel MUSIK IN BUENOS AIRES Ein. gutes Werk in Spanisch cf WWVIi *Ä1 * *w*^%*v vnv nri? ri nrTir UiPr cnvanr nun Gerardo . von BORIS SMOLAR Vier Untersuchungen über die gegen Juden gerichtete Diskriminierung in "den Vereinigten Staaten werden gegenwärtig unter dem Patronat des American Jewish Committee durchgeführt. Die Hochschule für höhere Han delsangestellte der Harvard-Universität beschäftigt sich jetzt mit der Diskriminierung bei Anstellungen in der Schwerindustrie, im Bank- und Versicherungswesen. Eine zweite, ebenfalls in Harvard unternommene Ermittlung will die Gründe feststellen, von denen sich Studenten der Handelswissenschaften bei ihrer Berufswahl unler dem Einfluss der zu erwartenden diskriminatorischen Gegebenheiten l>ei der Suche nach einem Posten leiten lassen. Eine dritte Studie wurde von der Universität in Los Angeles in Angriff genommen, um die Anwendung des Begriffs der „sozialen Annehmbarkeit“ als Kriterium bei der Anstellung von Personal durch grosse Unternehmen herauszufinden. Eine vierte Untersuchung, die das Forschungszentrum der Universität von Michigan eingeleilet hat, betrifft die heutigen Anstellungsaussichten von Juden in der Industrie. Die Resultate der verschiedenen Ermittlungen werden nach ihrer Zusammenfassung vom American Jewish Committee der jüdischen Geschäftswelt durch Seminare, Veröffentlichungen und andere Wege zugänglich gemacht werden. Es herrscht kein Zweifel, dass die Ergebnisse unter den jüdischen Industriellen und Kaufleuten die grösste Aufmerksamkeit finden werden, da die Studien in Händen bedeutender Univc-rsitätsinstitute liegen, die sich mit der Erforschung des Marktes befassen. Diese Institute haben nicht nur die Aufgabe, Personal auszubilden, sondern sie führen auch für grosse Gesellschaften zahlreiche Marktforschungen aus und werden als Informationsquellen für die Strömungen in Handel und Industrie benutzt. Es ist vorauszusehen, dass die Leiter und Administratoren bedeutender Industrieunternehmen sieh der schädlichen Folgen der Diskriminierung in ihren eigenen Reihen bewusst werden und aus diesem Grunde' praktische Massnahmen zur Aenderting dieser Zustände ergreifen dürften. Dr. John Slawson, der amtswaltende Vizepräsident des American Jewish Committee, hat bei der Analyse der erst teilweise fertiggestellten Untersuchungen die Ueberzeugung gewonnen, dass die vorliegenden Resultate dazu dienen können, die bei der Anstellung leitenden Personals herrschende Diskriminierung zu beheben. Er zitiert höchst interessante Fakten. So verweist er darauf, dass in den letzten fünf Jahren weniger als ein Prozent leitender Angestellter in der Schwerindustrie Juden waren, obwohl die Juden über 8 Prozent der an Hochschulen ausgebildeten Kaufleute ausmachen. Das gleiche Bild bieten die Klubs, in denen Industrielle und Grosskaufleute zusammengeschlossen sind. Dr. Slawson bemerkt in diesem Zusammenhang, dass nicht nur der amerikanische Grundsatz von den gleichen Möglichkeiten für alle verletzt wird, sondern dass diejenigen, die zu einer Zeit diskriminatorische Taktiken anwenden, in der die amerikanische Industrie begabte Wirtschaftsführer bitter nötig hat. dieses wertvolle und seltene Talent leichtsinnig verschleudern. VOX DER FLOETE ZUM TAKTSTOCK Der aus unseren Kreisen stammende Flötist Gerardo Levy hatte es von s inen ersten Anfängen auf seinem Instrument bis zum Soloflötisten des Philharmonischen Orchesters unseier Stadt gebracht. Er verli:-ss dann Ar gentinien. um sich in USA zu vervollkommnen und kehrte sporadisch nach Buenos Aires zurück. Bei seinem diesjährigen come back hörte man ihn nicht hur bei verschiedenen Orchester - Konzerten, slets am ersten Pult, sondern Levy debütierte auch als Dirigent. Er hat sich seine Aufgabe nicht leicht gemacht. Denn, wie schon aus dem Namen „Agrupación Nueva Música“ hervorgeht, handelt es sich um eine Gruppe jugendlicher Inslrumentisten und Komponisten zur Pflege neuer, revolutionärer Musik. Die zum grössten Teil auf 12-tönlicher und serieller Basis fussende Kompositionsrichtung ist naturgemäss unserem, der Tonalität verhafteten Gehör nur schwer verständlich, und der mit dem Werk vertraute Musiker bedarf einer Leitung. auch wenn es sich nur um Kammermusikgruppen, wie Trios oder Quartette handelt. Hier sprang nun Gerardo Levy in die Biesche und trat den Beweis an, dass seine leitenden Qualitäten seinen interpretativen in nichts naebstehen. ln diesem 120. Konzert in der 25. Spillzeit der genannten Vereinigung kamen folgende Werke zu Gehör: „Música 1955“ für Harfe und Holzbläser von Joaquim Horns, „Trio opus 3“ für Holzbläser von Carlos Rausch, „Invención para Cuarteto de Cuerdas“ des argentinischen Dekans für Zwölftonmusik, Juan Carlos Paz, und das 4. Streichquartett opus 37 von Arnold Schönberg. Die Ausübenden waren Nathan Oekner und Bernardo Statman (Geigenf, Luis Grinhaus (Bratsche), Liboria Rosa (Cello), Luisa C. de Perona (Harfe), Domingo F. Rubio (Flöte), Alfredo Perona (Oboe) und Ismael Paz (Bassklarinette). Die schwer zu spielenden Stücke fanden in den genannten Instrumentisten enthusiastische Mitarbeiter unter Levys beweglicher, von tiefer Kenntnis der wieder gegebenen Werke zeugender Direktion. Das sich ebenfalls zum grössten Teil aus Jugendlichen oder ihrer Musik ergebenen Erwachsenen zusammensetzende Auditorium spendete verdienten. langen Beifall. VOM LEO BÄECK-INSTITUT rr rr X OLAMENU TEL AVIV POB 3002 ISRAEL < NEUERSCHEINUNGEN DES VERLAGES Prof. Dr. H. Sternberg : Zur Geschichte der Juden in Czernewitz Reich illustriert Kart. 3,- Prof. Kamilo Land mann : Israel und die Juden der Welt Kart. 2—‘ X t SUBSKRIPTIONS-EINLADUNG-. GESCHICHTE DER JUDEN IN WIEN Herausgegeben von HUGO GOLD X : Gewidmet dem Andenken von Prof. Dr. Zwi Perez Chaiei Unter Mitarbeit der hervorragendsten Kenner der Geschichte der Wiener Juden. ERMAESSIGTER SUBSKRIPTIONSPREIS: VOR Erscheinen.$ 15.— Nach Erscheinen. $ 20.— Alle Zuschriften u. Anfragen sind ausschüess*! l?ch an den Verlag, Tel Aviv, P.O.B. 3002 (lsraei) zu richten. Die Preise sind in U$A*Dollar angegeben. An der Schwelle des Neuen Jahres wendet sich das „Leo Baeck-Institut“ an die aus Zentraleuropa stammenden Juden mit der dringenden Bitte, mehr als bisher das grossartige Kulturwerk zu unterstützen, das seit sieben Jahren geleistet wird. Jenes Sprachgebiet, aus dem wir kommen, war ein grosses Laboratorium jüdischer Ideen und Bewegungen, eine Stätte religiös-geistigen Lebens, der Wissenschaft des Judentums, ein einziger blühender Garten jüdischer Kultur, der über Nacht verdorrte. Doch nicht alles vermochte der Feind des jüdischen Volkes zu vernichten: Unter beispiellosen Anstrengungen, oftmals Gefahren, zuweilen unter Mithilfe uneigennütziger sichtjüdischer Freunde, konnte wertvolles Material gerettet, konnten Bilder und Bücher, Fotos, Dokumente, Briefe, Zeitschriften, Tagebücher, -biographische Notizen etc. gerettet werden, die heute zu Tausenden die Räume des „Leo Baeck Instituts“ füllen, Sammlungen, die sich ständig vergrössern und, zusammengefasst, eine einzigartige Schatzkammer der Erinnerung bilden, aber kein totes Archiv, sondern eine lebendige Quelle jüdi sehen Geistes und jüdischer Bildung. Durch die zahlreichen Publikationen in deutscher und englischer Sprache, durch wissenschaftliche und histo- Theater Soleil In dieser Woche finden die letzten drei Vorstellungen im alten jüdischen Jahr statt und zwar am Sonnabend abends und Sonntag nachmittags und abends. Des grossen Erfolges wegen wird das Stück „Der Bajazzo“ mit Hermann Jablokoff in der Hauptrolle wiederholt. Das Jüdische Theater Solcil bleibt der jüdischen Feiertage wegen bis zum 11. Oktober geschlossen. Die Direktoren des Jüdischen Künstlertheaters Soleil wünschen allen Freunden des jüdischen Theaters ein glückliches und erfolgreiches neues Jahr und holen, sie im neuen Jahr im Theater wiederzusehen. risch biographische Berichte, die ständigen Bulletins und Jahrbücher mit ihrer Fülle von interessanten Darstellungen wird von Jahr zu Jahr eine immer grössere Leistung vollbracht, die sich würdig an eine mehr als 1000jährige jüdische Geschichte auf mitteleuropäischem Boden anschliesst. Aus glorreicher Vergangen heit über eine sorgenvolle Gegenwart ist hier ein geistiges Fundament für die Zukunft gelegt worden. Das Leo Baeck-Institut erwartet. dass diejenigen Menschen aus unseren Krel sen, welche die grosse Bedeutung dieses Kulturwerks bisher noch nicht in vollem Umfang erfassten, sich künftighin mit diesem Erbe des ehemaligen zentraleuropäischen Judentums ganz verbinden werden, indem sie sich dem LBI auch formell anschliessen. Alle Einzelheiten sind beim Beauftragten des Leo Baeck Instituts für Lateinamerika, Herrn Curt Wilk, Buenos Aires, zu erfragen. Wichtiger Rekord der „El AI“ Tel Aviv. (Sonderbericht). Einen internationalen Erfolg kann die israelische Fluggesellschaft „El Al“ verzeichnen. Sie hat auf dem Gebiet des Passagierverkehrs auf den wichtigsten Route* des Atlantiks den Rekord insofern geschlagen, als nach den offiziellen Angaben des statistischen Büros ihe Maschinen Jet Boein0 in den ersten Monaten des Jahres 1962 zu 58,2 Prozant besetzt waren. An zweiter Stelle folgte die „Lufthansa“ mit 24,2 Prozent, der als Dritte die „Transworld Airlines“ mit 23,1 Prozent folgten. ALITALIA Mit einem hochmodernen DC-8 Jetflugzeug der italienischen Fluggesellschaft Alitalia flogen die Harren Peter Tatton, Pedro Muñoz und Guillermo Allen, die bei den Fluglinien Canadian Pa cific, Varig und Braniff angestelil sind, auf besondere Einladung nach Italien ab, um die Dienste und die Organisation der Alitalia in Fiumicino kennenzulernen. I Die rührige „Grupo del Sur“ gab im Tea'ro San! Telmo „El derimo Hombre' von Paddy Chayevsky, dam! durch seinen „Gedaon“ und i seine Filme „Marly“ und j „Despedida de Soltero“ : weltbekannt gewordenen! jungen New Yorker Autor. . Der Titel bezieht sich auf j den zum „Minjan“ notwen- | digen zehnten Mann. Das j Werk spielt, im Vorraum, j Nebenzimmer und Betsaal | einer armen Synagoge, de- | ren Sc-hames dauernde Schwierigkeiten hat, die notwendigen zehn Juden zum Gottesdienst aufzutreiban. Chayevsky stützt sich auf An-Skis „Dybuk“, den er in einem modernen Milieu wieder aufleben lässt, um die Gegensätze zwischen dem zeitgemässen Rationalismus und echter tiefer Gottgläubigkeit aufzuzeigen. Wieder handelt es sich um ein junges Mädel, das angeblich von einem bösen Geist, einem Dybuk, besessen ist. Der Regisseur Oscar Fessler hat, gestützt auf das eindrucksvolle Bühnenbild von Luis Diego Pedreira, vorbildliche Arbeit geleistet. Sowohl die Szenen der wartenten und betenden Juden wie auch die Austreibung des Dybuk (Rabbiner Marshall gab die rituelle Beratung) und ein von spontanem Beifall unterbrochener Chassidim-Tanz waren hervorragend gestaltet. TEATRO COLON Viernes, 28 r las 20.30 hs.: 13a. Func. de Gran Ab.: ‘‘La Walkyria“ de Richard Wagner, con Nilson, Brouwenstijn, Boese, Uh], Hotter. Van Mili, Hofmann, Altamura. Dr. de Orq.: Heinz Wallberg. Regie: Ernst Poettgen. Decorados: Paul Wallter. Sábado 29 a las 21.30 hs.: Concierto sinf. extraord. a cargo de la Orq. Filarm. Dir.: Roberto Kinsky. Solista: Kiyoko Tanaka (piano). Domingo 30 a las 17 hs.: 13a. Func. del ab. Doming. vespert.: “La Walkyria“ con los mismso interpr. del viernes. Lunes lo. a las 21.30 hs.: 16a. Func. del ab. a 20: Concierto sinf. a cargo de la Orq. Sinfón. Nac. Director: Efrem Kurz. Martes 2, a las 21.30 hs. y Miércoles 3 a las 18.30 hs. para socios de la “Asoe. Wagneriana“. Jueves 4 a las 18.30 p. soc. de la “Asco. Amigos de la Música“. Oratorio “Samson“ de G. F Händel. Dir.: Karl Richter. Cant.: Gre Brouwenstijn, Marga Hoeffgen, Fritzy Uhl. Arnold Van Mili. Orq. de ]a “Wagneriar.a“. Orq. de “Amigos de la Música“. Schauspielerisch stand Norma Aieandro als besessenes Mädel im Vordergrund. Als Gestalt, in Bewegung und im stummen Spiel ausgezeichnet. weniger sprachlich. Trotzdem eine haftende Leistung. Ihrem Partner Rodolfo Salerno hatte die Propaganda übel mitgespielt. Er war zureichend, in Einzelheiten sogar gut; aber die Reklame mit dem grossartigen Ben-Ami führte zu Vergleichen, denen Salerno nicht gewachsen sein konnte. Sergio Corona war ein würdiger eindrucksvoller Kabbalist. Seine Dybuk Austreibung war sehenswert. Die schwatzhaften, neugierigen und besorgten, auf den „Minjan“ wartenden Juden wurden von Juan Carlos Gene, Alejandro Oster, José Canossa, Francisco Ruilan als fürsorglicher Grossvater und besonders von Bernardo Perco als diensteifrigem, sehr komischen „Schames“ hervorragend als gut differenzierte und natürlich lebenswahre Typen dargestellt. Im gut besuchten Theater sah man viele Juden, erfreulicherweise auch viele Jugendliche. Jeder Jude sollte das Werk, das ein Stück ursprünglichen, tief religiösen Heimatbodens bietet, gesehen haben. Dr. Karl Kost i Moishe Oysherl 3 neue liturgische Long-1 > Play Platten > 1) KOL MDREI { 2) SEDER PESSACH t 3) CHANUKAH? RADIO LEON L AVALLE 2 7 6 # WASWVAfWAWi ¡£ lsli£3£3 Spiill i Teatro Soleil ¡ M 2 jjjj CORRIENTES 3150 S a T. E. 86 2307 5 S ■> g Letzte 3 Vorstellungen £ n £ £ Sonnabend Jm 22 Uhr £ £ Sonntag 18 und 22 Ubr S ü 5 Herman i! Jablokoff f SS 5 £ in seinem grössten S S Erfolg S M £ U» Jg j Der Bajazzo f 3 Musikalische Leitung: £ S Kapellmeister £ “ ERNST STEIN 5 r m 1 DriitfchM Theater BUENOS AIRES GERHART HAUPTMANN {„Einsame Menschen” \\ DRAMA IN 5 AKTEN ' Regie: HELGE SCHUPP MITWIRKENDE: Anna Hardt — Maria Hollmann — ■ ’ Martha John — Lilly Wiehert _ De-' lia Wiedt — Karl Ewald — Wolf! Schlamminger — Helge Schupp —! Max Wächter. im TEATRO ODEON, Esmeralda 367, TE. 45.3591 WiederhohingsTorstelUingen: Mittwoch. 19. 9. — Donnerstag. 20. 9. — Frei-! nrn l5*i5^UtT Um 10 30 Sonntag, 23. 9..; 1?und'l4rhlUfiUig!'C,h aUSS<?r Sains,a« von 10 bis! 12 ^hr- T Vorverkauf für Nordstrerke: „LUCARE , Av. Lib. Gral. San Martin 15335 Acassuso, T. E. 743-7663.