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Jüdische Wochenschau · 1962-09-14 · 1977 (14.9.1962) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1977 (14.9.1962)
Date
1962-09-14
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German, Spanish
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Aflo XXIII. BUENOS AIRES, VIERNES 14 DE SEPTIEMBRE DE 1962 No. 1977 en toda la República PUEYRREDON 2190 1? te«. T. E. 83 2613 Buenos Aires FRANQUEO PAGADO Concesión 908 TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 Der israelische Geheimdienst Im „Sunday Telegraph“ : (London) berichtete der be j kannte Journalist Selton Delirier unter dieser Ueberschrift eingehend über den Schin Bet (Scherut Habitachon) Israels. Aus einem Aufsatz, der weithin beträchtliches Aufsehen erregt hat, veröffentlichen wir nachstehend einige, besonders markante Steilen. * Der Schin Bet, der Geheimdienst Israels, hält Nasser in Furcht. Dieser jüngste sämtlicher Geheimdienagierenden kleinen Gruppe fanatischer Nazis bekannt sei. Und meine Freunde legten mir ein Aktenstück vor, das alle nur denkbaren Details über diese Nazis enthielt. Ja, sogar Fotografien eines Briefwechsels zeigten sie mir, der vier Jahre lang zwischen einem dieser Nazis in Kairo und einem seiner Gesinnungsnossen in Wiesbaden geführt worden j ist. In Kairo handelt es sich j um den wilden Antisemiten! Dr. Johanes von Leers, der! sich heute ,,Prof. Omar Amin“ nennt, in Wiesbaden sie der Welt entstand erst j bandelte es sich um den neoim Jahre 1949; aber zu den i nazistischen Verleger Karl ältesten gehört fr gleichzei- \ Heinz prjester. Die Korretig, weil sich jene Spuren ' spondenz begann 1956, nach bis in die biblische Zeit zu- > ¿er vorübergehenden engrückverfolgen lassen; „Je- . Usch - französischen Besethoschua, der Sohn von Nun, j zung des Suez-Kanals, und sandte aus Schittim zwei fand ihr Ende erst im Som- Männer, insgeheim zu kundj mer 1959, mit dem Tod Prie- Scnaften...“ j sters. Der Schin Bet hat — fnd j ^ls jcj, dies Material sah, das ist einer der Hauptgrünj war jejj vor den Kopf gede für Nassers Aengste — in schlagen. ,,Wie macht Ihr der ganzen Welt Pro-Zioni-; das?“, fragte ich den Beamsten und Zionisten aus der . ten ¿r lachte nur und ant- Mitarbeiterschaft der bedeu- ^ortete: ,,Sie erwarten wohl tendsten Spionagedienste für , nicht ernsthaft, dass ich Ihsich gewonnen und dadurch sozusagen die Mitarbeit dieser Behörden erreichen können, ob es sich nun bewusst oder unbewusst, offiziell oder nicht um ein Zusammenwirken mit ihnen handelt. Besonders ist hier der intime Kontakt mit den vernen Aufschluss darüber gebe.“ HILFE AUS OST UND WEST Wie gesagt, Zionisten und Pro-Zionisten, die in den Erkundungsdiensten anderer schiedenen Behörden der; Staaten arbeiten, sowohl im französischen „Intelligence“! Westen wie in den Ländern zu nennen. I hinter dem Eisernen Vor- Nasser weiss von diesen ’ hang, stehen dem Schin Bet Kontakten mit Frankreich, I als Information zur Verfü- und die Israelis tun nichts, i gung. So erhielt einer der um seine Furcht zu verminj für Nasser tätigen früheren dern. Im Gegenteil; gerade! SS-Offiziere kurz vor der iskiirzlich, da vier Franzosen Iraelischen Sinai Invasion aus in Kairo unter dem Verdacht vor Gericht standen, sowohl für Frankreich wie für den Schin Bet gearbeitet zu haben, begab sich General Herzog, der Chef des militärischen Erkundungsdienstes Israels, quasi als Militärattache — mit Sonderaufträgen — nach Paris. ERSTAUNLICHE KENNTNISSE Ich stellte, als ich kürzlich in Israel war, meinen Gesprächspartnern die Frage. was ihnen von der Tätigkeit der nach Kairo geflüchteten und für Nasser Pullach einen Fragebogen, sandte ihn ausgefüllt zurück in dies deutsche Städtchen, in dem sich das Hauptquartier eines deutsch-amerikanischen Spionagedienstes unter der Leitung des Generals Gehlen befindet — liess es sich aber nicht träumen, dass der dort mit der | Behandlung betraute amerii kanische Offizier zugleich i für den Schin Bet arbeitete! | Und so gingen die Antworten des Fragebogens direkt nach Tel Aviv. In den westlichen Ländern! kennt man diese Zusammen-; hänge. Aber man drückt ein i Auge zu; denn wenn man amtlich auch Isarel als neutralen Staat betrachtet, dem der Austausch von Spionagemeldungen zwischen den westlichen Alliierten vorenthalten werden soll, weiss man doch, dass dieser Staat ideologisch ins Lager des Westens gehört. Zudem ziehen die westlichen Geheimdienste auch Nutzen aus der Fülle von Informationen, die von den Zionisten in der Sowjetunion und den sowjetrussischen Satellitenstaaten kommen, und machen sich ausserdem den Umstand nutzbar, dass manche Israelis, die früher hinter dem' Eisernen Vorhang gelebt haben, scharfsinnig genug sind, kommunistische Pläne und Ideen für den gewünschten Zweck richtig zu interpretieren. ZWEI CHEFS DES SCHIN BET Geheiminformationen militärischen Charakters beschafft, wie schon gesagt, General Herzog. Dazu tritt der eigentliche Schin Bet. Sein Leiter scheut, im Gegensatz zu dem Geselligkeit liebenden Vivian Herzog, einem Mann irischer Herkunft und englischer Erziehung, die Oeffentlichkeit. Er bleibt völlig anonym. Man weiss von ihm nur, dass seine Beamten ihn Jakob nennen, dass er ungefähr 42 Jahre alt ist, in Transsylvanien zwischen Ungarn und Rumänien als Sohn eines wohlhabenden Kaufmanns geboren wurde, nach Absolvierung einer Volksschule -zu weiteren Studien nach Paris in die berühmte Ecole Polytechnique kam, und äusserlich wie ein typischer aschkenasischer Jude wirkt. Man sagte mir: „Würden Sie .Takob in der Ben Jehudastrasse zufällig begegnen, würden Sie ihn für einen Kibbuznik halten: er geht ohne Hut, trägt niemals ein Jackett und kleidet sich mit einem offenen Hemd. Die KZ-Nummer aus Auschwitz findet sich auf seinem linken Unterarm.“ „Jakob“ begann für die zionistische Untergrundbewegung in Europa in Auschwitz zu arbeiten. Dort gehörte er bald zu den geheimen Führern der Häftlinge, machte den SS-Leuten viel zu schaffen und rettete Tausende von Juden, während seine Frau — er hatte sie in Auschwitz kennengelernt — der Vergasung nicht entgehen konnte. Heute lebt er, wieder verheiratet, in Tel Aviv. Nach der Befreiung von Auschwitz wirkte er für die UNRWA, schmuggelte als Vertrauensmann der Jewish Agency Juden aus den von der Roten Armee inzwischen besetzten europäischen Ländern nach Israel, flüchtete 1949 nach Israel, als die Kommunisten in der CSR ihm nachsetzten, stellte seine Dienste hier sofort dem Scherut Habitachon zur Verfügung und lei tet diesen Dienst seit 12 Jahren. MIT DER HAGANA BEGANN ES... Ben Gurion rekrutierte den Schin Bet zunächst nur aus den Kämpfern der Hagana; aber später traten sorgfältig ausgewählte Mitglieder der extremistischen Gruppen (Etzel und Stern) hinzu. Manche Israelis bedauern die Teilnahme dieser früheren Terroristen und führen es auf ihre Mitarbeit zurück, dass der Schin Bet der internationalen Oeffent lichkeit manchmal nicht hinreichende Beachtung schenkt, so im Fall der an sich brillant organisierten Entführung Eichmanns aus , Argentinien. Die deutschen Reparationen Jerusalem. — Am 10. Jahrestag der Unterfertigung des Reparations-Abkommens zwischen Westdeutschland und Israel wurde eine Erklärung des Finanzministers Levi Eshkol in einem Sonderprogramm durch den Rundfunk übertragen, und die Presse des Landes verwies in Leitartikeln auf die Bedeutung dieses Datums. Eshkol, der seine Erklärung vor seiner Abreise nach Europa und den Vereinigten Staaten vorbereitet hatte, betonte, dass die Bonner Regierung den Vertrag voll und präzis erfüllt hat, um die materiellen Schäden wiedergutzumächen, die den Juden von Hitler und seinem verbrecherischen’Regime zugefügt worden sind. Im Rahmen dieses von Kol Israel übertragenen Programms sprachen ferner Dr. Nachum Goldmann, der Präsident der Konferenz für materielle jüdische Ansprüche gegen Deutschland, Mosche Sharett, der Präsident der Exekutive der Jewish Agency, Handels- und Industrie-Minister Pinehas Sapir, Dr. Eliezer Shinar, der Chef der Israel-Mission in Köln, und Prof. Franz Böhm, der an der Spitze der deutschen Delegation bei den Verhandlungen in Luxemburg stand. „Dawar“, das Organ der Histadrut, schrieb, das Abkommen sei zwar korrekt durchgeführt und die Zahlungen wären beschleunigt worden, doch könne dies nicht bedeuten, dass hiermit die furchtbaren Verbrechen gegen die Juden gesühnt worden seien. Es handele sich höchstens um eine bescheidene Rückgabe der den Juden geraubten Vermögen, die dazu verwandt wurde, die wirtschaftliche Eingliederung von zehntausenden Flüchtlingen zu bewerkstelligen, die durch die Hölle der Konzentrationslager gegangen sind. „Haaretz“ stellte fest, dass es äusserst schwierig sei, sich vorzustellen, wie sich die israelische Wirtschaft ohne die deutschen Reparationsleistungen im letzten Jahrzehnt entwickelt haben würde. Gleichzeitig verwies die Zeitung auf die negative Haltung Bonns in der Frage der Herstellung diplomatischer Beziehungen mit Israel, dia man nur als „engstirnig“ bezeichnen könne. (ITA) Gafaengnisstrafen BEN GURION IN DAENEMARK OSWALD M05LEY IN EAST END| London. — Sir Oswald Mosley hielt ein neues Meeting seiner Bewegung am vergangenen Sonntag j im londoner East End ab. Obwohl er fortgesetzt durch 1 Zurufe und Pfiffe gestört wurde, kam es bei dieser; Veranstaltung nicht zu Handgreiflichkeiten. Mosley | erwähnte in seiner 45 Minuten dauernden Ansprache > mit keinem Wrort die Juden oder die Neger. Das East | End Londons ist hauptsächlich von Juden und Farbi-i gen bewohnt. Die Veranstaltung stellte den zweiten Versuch Mosleys in 18 Stunden dar, ein Meeting zu sammenzubringen. Am Vorabend wollte er im londoner Vorort Croydon sprechen, doch eine ca. 3.000 Menschen zählende Menge zwang ihn mit ihrem Geschrei „Faschist“, sein Vorhaben aufzugeben. Bei dieser Gelegenheit wurden Mosley und seine Trupps mit Steij nen, faulen Eiern und anderen Gegenständen beworfen. I Nunmehr hat Pastor Bill Sargent, einer der Grün- : der der antifaschistischen Bewegung „Der Gelbe Stern“ einen Appell veröffentlicht, in dem er dazu! auffordert, von Gewalttätigkeiten und Blitzvei anstal- , iungen gegen die faschistische Bewegung Abstand zu nehmen und statt dessen Unterschriften für Eingaben , m das Parlament zu sammeln, um einen Zusatz zu j dem 1936 erlassenen Gesetz für die öffentliche Ord I nung durchzusetzen. (ITA j Kopenhagen. — „Dänemark und Israel teilen die Ideale der demokratischen Freiheit und des sozialen Fortschritts. Beide sind kleine Länder, die im Rahmen ihrer Möglichkeiten zur Sache des Friedens und der internationalen Verständigung beizutragen wünschen“, erklärte der dänische Ministerpräsident Otto Krag auf dem offiziellen Bankett zu Ehren Ben Gurions, der aus Helsinki kommend Dänemark als dem vierten Land auf seiner Skandinavienreise seinen- Besuch abstattete. Als der israelische Ministerpräsident dem Flugzeug entstieg, erwies ihm auf dem Flugplatz von Kopenhagen ein Bataillon der dänischen Luftwaffe militärische Ehren. Bei dem offiziellen Empfang, dem auch der Aussenminister Peer Haekerup beiwohnte, sang ein Kinderchor orientalische Lieder. SOLIDARISCH MIT ISRAEL „Ich habe Ben L-.ion gesagt, Dänemark habe ein Interesse daran, dass der Suezkanal für die Schiffahrt aller Völker freigegeben wird. Wie wir verschiedentlich in den Vereinten Nationen erklärte haben, muss die Welt diesen Kanal als freie Schiffahrtstrasse betrachten können“, erklärte Ministerpräsident Krag auf einer Pressekonferenz, die nach einer Unterredung mit Israels Premierminster einberufen wurde. Ueber die Haltung Dänemarks zu dem Vorschlag direkter arabisch-israelischer Verhandlungen befragt, äusserte Krag: „Wir arbeiten eng mit allen skandinavischen Ländern zusammen. In Kürze werden wir in Helsinki Zusammentreffen und im November bei der Sitzung der Ministerpräsidenten in Oslo. Sicherlich werden wir über dieses Problem aufgrund der uns von Ben Gurion gemachten Mitteilungen sprechen.“ Dänemark schloss sich im vergangenen Jahr bei der UN-Versammlung dem sogenannten Brazzaville - Block an, der für die Vorschläge zur Aufnahme direkter Ver handlungen eintrat. In diesem Jahr wurde die dänische Haltung bisher noch nicht Umrissen. EMPFANG BEIM KOENIG Die Familie Ben Gurion speiste mit König Frederick und Königin Ingrid in der Sommerresidenz Fredensburg. An dem Essen nahmen Ministerpräsident Otto Krag und Aussenminister Haekerrup sowie andere Mitglieder des Kabinetts t«il. . . , Bonn. — Wegen vollendeten Totschlags an dem jüdischen Mitbürger Julius Naftali in der sogenannten „Kristallnacht“ 1938 in Neidenburg (Ostpreussen) verurteilte das Paderborner Schwurgericht den 51jährigen Wilhelm Strysio zu fünf Jahren Gefängnis. Der zweite Angeklagte, j Ernst Kubin, ebenfalls 51 I Jahre alt, erhielt wegen ver-! ¡suchten Totschlags drei Jah-1 re Gefängnis. Die fast zwei- | jährige Untersuchungshaft I wird bei beiden angerechj net. Der Haftbefehl gegen j Kubin wurde aufgehoben. — i (AWZ) Einwanderer aus Brasilien Rio de Janeiro. — Mit den 18 brasilianischen Juden, die im August nach Israel auswanderten, und weiteren 30 Auswanderern, die die Reise noch im September antreten werden, wird die Zahl der Juden aus Brasilien, die das Land im Jahre 1962 verlassen haben, um sich in Israel niederzulassen, bis Ende September 170 betragen RAF-Marschall zu Besuch Tel Aviv. — Der Kommandeur der britischen Luftstreitkräfte Im Mittleren Osten, RAF-Marschall Sir. William McDonald, hielt sich unlängst zu einem zweitägigen Besuch in Israel auf. Er wurde auf dem Flugplatz n Lydda vom britischen Botschafter in Israel und vom Chef der israelischen Luftwaffe, Ezer Weizmann. willkommen geheissen. (ITA) Friedhof instandgesetzt Düsseldorf. — Das Regierungspräsidium Nordbaden hat auf Fürsprache des Oberrates der Israeliten in Baden den alten jüdischen Friedhof in Wertheim (Kreis Tauberbischofsheim) instandsetzen lassen. Diese jüdische Begräbnisstätte gehört zu den ältesten in Deutschland. Sie umfasst etwa 500 Gräber, von denen einige über 500 Jahre alt sind. Ein Grabstein ist sogar mit dem Jahr 1260 datiert. Die letzte Beerdigung auf dem jüdischen Friedhof wie aus Statistiken hervor-, von Wertheim ist 1938 durchgeht. (ITA) ' geführt worden. (AWZ) Enteignungen in Algerien Paris. — Die von den nach Frankreich geflüchteten Juden in Algerien zurückgelassenen Geschäfte sind von Mohammedanern, die sich als zeitweilige Verwalter ausgeben, wieder aufgemacht worden. Des weiteren verlautete hier, dass die Wiedereröffnung von Geschäften jüdischer Eigentümer wahrscheinlich der erste Schritt zur Enteignung der Betriebe sein dürfte, die Juden und auch Nichtjuden gehören, welche das Land vor der Erlangung der Unabhängigkeit am 1. Juli verlasen haben. Die Nachrichten besagen, dass die algerischen Behörden nicht den Termin von einem Monat einhalten, der für die Rückkehr der Besitzer festgesetzt worden war, 'bevor sie über die Geschäfte und Fabriken von Europäern verfügen können. (ITA) Registro de la Propiedad Intelectual No. 735 104 Impreso en la Imprenta POLIGLOTA —■ Rivadavia 831'

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