Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1976 (7.9.1962)
- Date
- 1962-09-07
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, 7 de Septiembre de 1262 SEMANA ISRAELITA Ano XXIII. — Ne. 1976 — 9 p t Theorie und Praxis RASSCO in Kfar Schmarjahu von M. C. STERN, Generatdirekicr der „Rassco“ Die Durchführung des von der Regierung Israels am 9. Februar 1962 anlässlich der Abwertung des Israelpfundes verkündeten „Wirtschafts- Programms" geht doch langsamer vor sich, als man ursprünglich gehofft hatte, und die Schwierigkeiten, die überwunden werden müssen, sind zahlreich. Jahrelang wurden Landwirtschaft und Industrie durch künstliche Mittel auf dem Wege der Entwicklung vorangetrieben und die dadurch erzielten Erfolge waren auch keineswegs klein. Beide Zweige der Wirtschaft konnten sich einen ständig steigenden Anteil an der Versorgung des Landes sichern und dies trotz des beträchtlich gestiegenen Lebensstandards und der Einordnung des Einwandererstroms. Nun aber zeigt sieh, dass der Inlandsmarkt allein nicht mehr die Produktion Iragen kann. Dies gilt für die Landwirtschaft ebenso wie für die Industrie. Israel muss den Anschluss an die Weltmärkte wieder suchen und finden. Hierzu kommt noch, dass dieser Tendenz - Umschwung beschleunigt werden muss durch die europäische Integrationsbevvegung. gehen doch 70 Prozent der Ausfuhr Israels in die Länder der EWG (Europäische Wirtschafts Gemeinschaft) und der EFTA (Europäischer Freihandels-Verband ). SCHUTZMASSNAHMEN Israel wird diesen Anschluss an die Weltmärkte aber nur finden können, von Or. KURT 0TTENSÛ0SER (Israel; wenn es selbst seinen Markt anderen Ländern öffnet, und wenn es in der Lage ist, wettbewerbsfähig auf den Exportmärkten aufzutreten. Daher waren auch die Massnahmen, dis diesen Prozess herbeiführen sollten, ein Kernstück des eingangs erwähnten „Neuen Wirtschafts-Programms" der Regierung. Israel hatte seine junge Industrie bisher auf zwei Wegen geschützt, nämlich administrativ und zollmässig. Administrativ wurde für solche Waren, die in Israel produziert werden, entweder keine Einfuhrerlaubnis erteilt, oder aber es wurden dafür nicht nur sehr hohe Schutzzölle gefordert, sondern auch recht beträchtliche Sonderabgaben, die solche Importwaren sehr verteuerten. Dies galt auch für die am sogenannten „Grauen Markt“ zugelassenen Luxus-Lebsnsmittel und ähnliche Güter. Hier soll nun eine radikale Aenderung eintreten. Alle administrativen Schutzmassnahmen sollen in Wegfall kommen und lediglich fiskalische Zölle sollen bleiben und der jungen Industrie, soweit nötig und berechtigt. Schutz gegen eine leistungsfähigere Konkurrenz bieten. Diese Massnahmen, voll durchgeführt, würden aber auch zweifellos zu einem Abbau vieler Preise führen, die heute überhöht sind, weil jede Auslandskonkurrenz ausgeschlossen ist und HOTEL DAPHNE IHR HOTEL IN HAIFA - Israel VORHERIGE BESTELLUNGEN RATSAM HAIFA. Hadar Hakarmel, Nordaustr. hotel ARMON! ISRAELS SCHOENES TOURISTENHOTEL : ♦ Die beste Küche; 4 Angenehmer Aufenthalt i Tel Aviv, Jarkonstr. SO Tel. 2371 ( (Vorherige Zimmerbestellung ist unbedingt erforderlich) Dr. MAX FLESCH Berater für Investitionen und Finanzgeschaefte in Israt \ — Lang» und kurzfristige Anlagen — Auskünfte jeder Art TEL AVIV, Israel — 18, George Elliot Str. sich daher nicht regulierend auswirken kann. Nun sind aber viele Industrien, oft von der Regierung initiiert und gefördert, errichtet worden, von denen man von vorneherein wusste, dass sie niemals eine Konkurrenz mit dem Ausland aufnehmen können. Wenn man trotzdem solche Unternehmen errichtete, so, weil man dabei doch hoffte,’ Devisen zu sparen, weil man Arbeitsplätze schaffen wollte, oder weil man es im allgemeinen Interesse tun zu müssen glaubte. Um nur ein Beispiel dafür zu geben, sollen die Zucker fabriken genannt werden, die man errichtete. Diese Betriebe arbeiten so teuer, dass es vom Standpunkt o(er Rentabilität gesehen besser wäre, sie zu schliessen und den Zucker aus dem Ausland zu kaufen. Aber Israels Landwirtschaft erzeugt Zukkerrüben, die verarbeitet werden sollen, und man will auch nicht ganz und ausschliesslich für dieses wichtige Nährprodukt vom Ausland abhängig sein. Ein anderer Fall ist die sogenannte „Stahlstadt“ bei Akko, wo Eisen und Stahl verarbeitet wird. Hier stellt sich der zusätzlich verdiente Dollar auf 5 IL und mehr. In diesen Unternehmungen die dem kooperativen Sektor gehören, wurden weit über 35 Millionen IL investiert. Es ist ein schwerer Entschluss, solche Werke die annähernd 1.000 Arbeitern Brot geben, zu schliessen. Aber würde man es tun. so könnte Zucker und Baueisen, wie auch Stahlrohre sehr viel billiger dem Markt zur Verfügung gestellt werden. In ähnlicher Lage sind weitere Betriebe, und es ist klar, dass diese mit allen Kraften um ihre Exis(enz kämpfen. Aber es gibt auch eine recht ansehnliche Zahl von Unternehmungen, die unter diesem Protektionismus schwer verdient hatten und ihre Preise viel höher stellten, als dies hätte sein müssen. Sie können heute, wenn sie dazu gezwungen werden, die Konkurrenz mit dem Ausland aufnehmen und ihre Preise entsprechend reduzieren. STUF E NVVE ISE R ABBAU Die Industrie weiss genau, dass die Umstellung der Uebergang. zur Liberalisierung kommen muss und sie stimmt daher auch im Prinzip dieser Politik zu, wenn sie auch versucht, die Umstellung so lange wie müg hch aufzuhaiten. Nur so kann es verstanden Werden, dass die Industrievertreter den Ausschuss für den Schutz des heimischen Produktes unter Protest verliessen ,als man es berechtigterweise ablehnte, nochmals m eine Prüfung aller Unterlagen einzutreten. Mit den kürzlich beschlossenen zusätzlichen Listen von 15 Warengattungen, die aus dem administrativen Schutz herausgenommen werden, Smd bereits 85 Warengruppen liberalisiert. Die letzte Warenliste umfasst Artikel wie Emaille-Haushaltwaren, Hilfsmaschinen inr die Diamantenindustrie. Gaskochapparaie, Eisen- Ehss, technische Lederartikel, Häute. Verbandwatte, Pappe, Suppenwürfel, u. ä. Hiervon werden 85 Fabriken betroffen, die 1.500 Arbeiter beschäftigen und einen Umsatz von 150 Millionen IL haben. Es unterliegt keinem Zweifel, dass in vielen rällgn die israelische Industrie fähig sein wird, sich der Umstellung anzupassen, da ihre Preise infolge des übertriebenen Schutzes,'der ihr bisher gewährt war, stark übersetzt waren. Aber es kann auch sein, dass das eine oder andere der betroffe nen Unternehmen zur Einstellung seines Betriebes gezwungen sein wird. Das ist natürlich hart für die Betroffenen, aber man muss endlich aus einer Treibhausatmosphähe herauskommen, in der auch Unkraut nppig wuchern konnte. Die Israelis haben heute eine genügende Anzahl von Artikeln. mit denen sie durch- . aus konkurrenzfähig auf den \ Zeli cnahit. Wer heute auf den lieblichen. grünen Hügel blickt, auf dem sich Kfar Schmarjahu befindet — Einwohner oder Tourist — kann sich schwerlich vorsi eilen, wie verlassen und öde der Platz vor der Ansiediung der ersten Einwohner im Jahre ) 1937 und noch in den ersten ¡Jahren danach war. Den j Riesenunterschied können nur die ersten Siedler Kfar Sehmarjahus beurteilen, sowie die Leute der „Rassco“, die Initiatoren und Gründer von Kfar Schmarjahu. des „Erstlings“ dieser Gesellschaft im Lande. „Rassco“ diente dem Dorf im Lauf vieler Jahre als Wegweiser und in ihrer Rolle als ausführende Hand der Zionistischen Organisation und der „Jewish Agency" zur Ansiedlung in landwirtschaftlichen Siedlungen von Einwanderern aus Deutschland und Flüchtlingen aus der Hitlerzeit. Wer baute die Akten mif den detaillierten Gründungs - Plänen, dem Briefwechsel mit den Ansiedlern und den Regierungsämtern der Mandatszeit durchsieht, dem . erscheint diese Periode wie aus einem Märchen, wenn er nur einige Einzelheiten aus der Geschichte jener Weltmärkten sind und deren weiterer Ausbau eher lohnt als durch künstlich auf gepäppelte Betriebe das Preisniveau im Lande unnötig zu belasten. Ein weiterer Schritt zur Normalisierung der Industrieproduktion und zur Erreichung wettbewerbsfähiger j Preise wird auch der Kampf gegen solche Kartelle sein, die ohne eine produktive Leistung zu erfüllen nur geschaffen wurden, um die Preise hoch zu halten. Aber es muss auch verlangt werden, wie dies seitens der Vertreterin der Konsumentenvereinigung unlängst geschah. dass dafür gesorgt wird* dass jede Preisermässigung dem Konsumenten in vollem Umfang zugute kommt. Diese Liberalisierung der Importe hat noch einen weiteren Nutzen. Der Investor kann sich jetzt eine klare Rechnung machen, welche Chancen ein von ihm beabsichtigtes Projekt hat, und er erhält nicht mehr, wie bis jetzt, ein verfälschtes Bild. Man darf auch dieses Moment keineswegs unterschätzen. besonders niaht in einer Zeit, in der viele ausländische Juden angesichts der neuen Welle des Antisemitismus daran denken, in Israel Betriebe zu errichten. Im Jahre 1935 erwarb die Gesellschaft „Rassco“ neben der Siedlung Herzlia 973 Dunam Boden. D^r ganze Bezirk war damals völlig verlassen und unbewohnt. Eine Chaussee verband Tel Aviv mit Herzlia (über Petach Tikwa — Räanana), und von dort aus führte ein Sandweg ins Dorf: die Entfernung betrug 34 km! (Die heutige Entfernung über die neue Tel Aviy-Haifa-Chaus- Das erste von der „Rassco“ gebaute öffentliche Gebäude, das Magazin der Kooperative, kostete 95 IL! Ein Standardhaus kostete 310 IL. Eine Wirtschaft mit 10 Dunam Boden. Hühnerhaus, Kuhstall, zwei Kühen, Esel, Wagen und Wirtschaftsgeräten wurde von „Rassco“ für 500 IL verkauft. Landwirtschaftliche Instruktoren wurden Ansiedlers zur Verfügung gestellt und „Rassco" half bei allen Problemen der materielen und seelischen Einordnung. Nach dem zweiten Weltkriegverbesserte sich die wirtschaftliche Lage der Einwohner und nach der Siaatsgründung vergrösserte sich der Ort in schnellem Tempo, verlor allerdings da^5 mit auch etwas von seiner landwirtschaftlichen Atmosphäre. Im Lauf der ersten Jahre erfüllte „Rassco“ die Aufgaben der Ansiedlung, während sie jetzt hauptsächlich eine Baugesellschaft ist. Sie erbaute Häuser und Villen in Kfar Schmarjahu „Beth“. Vor einigen Monaten begann man mit dem Bau einer Siedlung auf dem ,,Bagdad“-Hügel. Das Heim „Neve-Aviv“ für Pensionäre aus den westlichen L?ndern, die hier ihre Ruhejahre verbringen wollen, geht jetzt seiner Vollendung entgegen. Die enge Verbindung der Geselschaft „Rassco“ mit. dem Dorf wurde vor drei Jahren, anlässlich der 25- Jahresfeier der Gesellschaft, im Bet Ha’am auf dem Hiigel von Kfar Schmarjahu | festlich begangen. Nunmehr beglückwünschen wir J die Einwohner von Kfar ¡Schmarjahu. die Ortsverwaltung und den Bürgermei-! sfer. Dr. Baruch Weil!, zum * m , ,not , . .Jubiläum ihres Ortes, der see ist 12 km). 1936 baute sjcjj „Rassco“ die ersten Häuser und Wirtschaftsgebäude und begann mit der Bodenbearbeitung. ..Rassco“ investierte damals in dar Bodenentwicklung, Sumpfentwässerung und Anlage der Wege im Innern der Siedlung 6.000 IL. Für diese Summe in Israel-Pfunden kann man heute noch nicht einen halben Dunam Boden in Kfar Schmarjahu kaufen! Die ersten 70 Ansiedler wandten sich im Jahre 1937 an die Gesellschaft mit der Bitte um Gründung einer landwirtschaftlichen Kooperative aufgrund der . von Rechtsanwalt Dr. F. Rosenblüth aufgestellten Statuten der Gesellschaft. Als Mitgliedsbeitrag wurden 2 IL festgesetzt, und als Anfangskapital stellte „Rassco“ der Kooperative eine Anleihe von 405 IL zur Verfügung. aus einer Einöde zu einem herrlichen und friedlichen Schmuckkästchen entwickelte. Mit vereinten Kräften glückte diese Pionier Aufgabe. und wir sind stolz auf unseren Anteil an dem Erreichten. I; Schoene Villen am Mitfeifasndischen ¡jj Meer In Herzlia *■ i \ in Israel zu vorteilhaften ‘j> S Bedingungen verkäuflich. «" s * % Anfragen an ..Bait v Í Gan b'Herzlia Lida.“ £ PCB 326 Herzlia R. Israel Industrial & Comercial Bank (ISRAEL - LATIN AMERICA) Ltd. TEL AVIV 65, Allenby Road NEUE BUEROS IN BUENOS AIRES Av. CORRIENTES 1145 (GALERIA DEL OBELISCO) T. E. 35-3463 IN COB A INVESTMENT & TRUST Cia. Av. CORRIENTES 1145 T. E. 35 3463 Jr