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Jüdische Wochenschau · 1962-08-18 · 1973 (18.8.1962) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1973 (18.8.1962)
Date
1962-08-18
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German, Spanish
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Sobado. IS Je Agosto da 1962 SEMANA ISRAELITA A So XXIII. — No. 1973 — Í Jüdisches Leben in Brasilien II. Sw.: — Die Clanzepache der Juden v.Ohrend cer holländischen Herrschaft über Brasilien war kurz. Nachdem cs den Portugiesen gelungen war, auch die leizten Städte, vor allem Peraambuco einzunehmen, wurde cs War. dass die Jucen das Land wieder verlassen mussten, das sie in einem entscheidenden Masse iwitaufgebauf hatten. Der Gouverneur befahl den Juden, das Land unverzüglich zu räumen. Zu diesem Zweck stellte er 16 Schifle zur ■Verfügung. Die meisten Juden wandten sieh nach* Holland, andere gingen in die französischen oder holländischen Besitzungen in Amerika. Eines dieser Schiffe mit jüdischen Auswanderern aus Brasilien wurde, wie es heisst, von spanischen Piraten gekapert. Aber das Piratensehiff fiel wiederum in die Hände des französischen Schiffes ,.Saint Charles“, das nordwärts segelte, in Martinique weitere jüdische Auswanderer an Bord nahm und endlich nach Neu-Amsterdam dem heutigen New York, gelangte. Dort gelang es nach langwierigen Verhandlungen den aus Brasilien kommenden Juden die Ansiedlungser’aubnifi zu erhalten. Auf diese Weise soll der Grundstock zur Gemeinde New York gelegt worden -sein, der grössten jüdischen Gemeinde, die es jemals in unserer Geschichte gegeben hat. Nach der Verweisung der Juden aus Nordbrasilien installierte sich die Inquisition. die mit so grausamen Mitteln gegen alle, die des Judeseins ..verdächtig“ waren, wütete, dass man von einer totalen Vernichtung sprechen kann. Die Nachkommen der damals Verfolgten sind vollkommen in der allgemeinen Bevölkerung aufgegangen. Noch 1733 wurde c’er Lustspieldichter Antonio José da Silva. der ..portugiesische Möllere“, die man ihn nannte, nach Portugal verschleppt und dort öffentlich verbraunt. Aber weder konnten die Spuren der jüdischen Vergangenst ganz getilgt werden, noch vergassen die Nachkommen der Marranen völlig ihre Vergangenheit. Als Brasilien vor rund 150 Jahren um seine Freiheit kämpfte, waien die Enkel und Urenkel der berühmten Marranen - Familien unter den Vorkämpfern gegen die Kolonialmacht. Von 1654 bis zum Jahre 1822 oder noch einige Jahre mehr gab es kein jüdisches Leben in diesem grossen Land. Nach der Unabhängigkeitserklärung, also nach etwa 270 Jahren der Gewaltherrschaft der Iniquisition, bekannten sich sofort einige Marranenfamilien offen wieder zum Judentum! Unter jedem Gesichtspunkt dürfte es interessant sein, einmal zu analysieren, was diese einfache Feststellung einer historischen Tatsache bedeutet. Beinahe zehn Generationen hindurch haben diese „jüdischen Nichtjuden“ das Gefühl ihrer Zugehörigkeit zum Judentum bewahrt, obwohl sie doch kaum oder garnlcht die Gelegenheit zu einem wirklich jüdischen Leben gehabt haben. Vielleicht sollte man ausserdem auf einen anderen Gesichtspunkt Hinweisen der für die Beurteilung der mitteleuropäischen Emanzipaj grosse tionsgeschichte der Juden in- Paolo. derasien ein. die sich jedoch ausschliesslich in den nordbrasilianischen Provinzen niederliessen. In einer späteren zweiten Einwanderungswelle kamen Juden aus Europa, vor allem aus Deutschland, Frankreich und Oesterreich. Dann setzte die grosse Einwanderung von Juden aus osteuropäischen Ländern ein, die sich vor allem in Rio de Janeiro, San Paulo, Rio Grande do Sul, in Porto Allegre und anderen Städten Südbrasiliens niederliessen. Auch in Brasilien hatte die Jewish Colonisation Agency GCA) Ländereien angekauft, um Juden sesshaft zu machen. Dann kam die mitteleuropäische Einwanderung in den Hitlerjahren. Nach dem Kriege kamen nach Brasilien zahlreiche jüdische Einwanderer. unter ihnen solche, die den Krieg und die Verfolgungen überlebt hatten, später Flüchtlinge aus arabischen Ländern, vor allem aus Aegypten. Gerade diese Flüchtling» haben sich sehr schnell in das Leben des Landes und der Gemeinden eingefügt, auch in die Gemeinde in San deren Mehrheit aus teressant sein dürfte. Die j Einwanderern aus Mitte-eu Marranenfamilien gehörten ropa besteht (oder noch fcealierorfs zu den obersten! steht*. — Schichten der Gesellschaft, | Das jüdische Leben in Rio zur ,alta soeiedad'. Die Forschung hat längst ergeben, wie viele führende Persönlichkeiten im Leben der lateinamerikanischen Länder aus solchen Marranenkreisen stammen. Unter ihnen gab es viele, die sich nach der Befreiung von den furchtbaren Fesseln der Inquisition zum Judentum bekannten und wieder Juden wurden. Man ist also berechtigt, von einer Rückkehr zum Judentum zu sprechen, die umso ergreifender wirkt, weil hier die Treue zu einem Volk und seinem Glauben Jahrhunderte hindurch trotz der Schrecken einer unerde Janeiro unterscheidet sich erheblich von dem in San Paoio. Der Zusammenhang zwischen den verschiedenen Teilen der Einwanderung, zwischen „Aschkenasim“, allgemein „Ostjuden“ genannt, und den mitteleuropäischen Juden, ist zwar hier wie dort nicht schlecht, im wesentlichen ähneln die Verhältnisse in Brasilien denen in Argentinien auch. Die Kluft zu den Sefardim ist grösser, wenn auch Kontakte und eine gute 'Zusammenarbeit vorhanden sind. In Rio hat die zentrale Organisation der brasilianischen Juden ihren Sitz, deren aktiver Sekretär der ständige Europa-Reisen MIT EURAIL-PASS Wählen Sie selbst Ihre Reiseroute in Express- Zügen mit Aussichtswagen. NEUESTE KURS- BUECIIER und von uns ausgearbeitete leicht verständliche aktuellste FAIIRPLAENE stehen zu Ihrer Verfügung. Viajes Globus Akina 1418 — B«. Aires Tel. 38-5S60 1447 und 37 2666 bittliehen und blutdürstigen Inquisition anhielt. j Delegierte des Jüdischen Demgegenüber steht eine Weltkongresses in Brasilien, Bewegung, die aus dem Ju . dentum herausdrängte, und Dr. Winterstein ist. dar aus Bratislava '(dem einstigen die sich besonders in den 1 P^ossbuig) stammt. westeuropäischen Judenheiten bemerkbar machte, nachdem die Juden die Möglichkeit bekamen, mit der europäischen Kultur in Verbindung zu treten. Die spanischen und portugiesischen Juden sind Juden geblieben, obwohl man sie deswegen verfolgte. Die westeuropäischen Juden streiften ihr Ju- In einer ad hoc einberufenen Sitzung dieses Gremiums würde über die Probleme der Juden in den lateinamerikanischen " Ländern, vor allem in den La Plata- Staaten gesprochen. Der natürliche Gedankenaustausch zeigte die Gleichartigkeit der Probleme, wobei stets die grossen politischen Fradentum ab, als man ihnen | dle h,e.u<« von diesen ein freies Leben gestattete Landern gelost werden müs- Von den jüdischen Famiiienden entscheidenden ITinlien, die um die Wende des * tergrund bilden. Ohn? die vergangenen Jahrhunderts j schweren Krisen politischer emanzipiert wurden sind und wirtschaftlicher Art würr.ur wenige Juden geblieben ■ de dio .Judenfrage‘ nicht in — ■ -; dieser Schärfe auf der Tagesordnung stehen. Die Ak- Diese .jüdische Vergan genheit“ Brasilions hat mit der heutigen jüdischen Gegenwart wenig oder garnichts zu tun. Denn die heutigen Gemeinden sind anderen Ursprungs. Bald nach der Proklamation der brasilianischen Unabhängigkeit wanderten Juden aus Mationon der faschistischen und antisemitischen Kreise | werden durch die allgemei- I ne Situation begünstigt. Ueberraschend war die Tatsache, dass selbst diese höchste jüdische Instanz in Rio de Janeiro nur ein un- J U A N JULIUSBURG MALERARBEITEN 73-1148 BLANCO ENCALADA 1648 rokko, der Türkei und Vorvollkommenes Bild der Lage hatte, das durch Gerüchte entstellt war. Die verantwortlichen Stellen sollten für eine bessere gegenseitige Information Sorge tragen. Eine Delegalio der brasilianischen Juden, repräsentiert durch den Zentralrat, war beim argentinischen Geschäftsträger vorstellig geworden und hatte die brüderliche Besorgtheit über die Vorgänge in Argentinien zum Ausdruck gebracht. Die Delegation wurde sehr freundschaftlich aufgeromrnen und erhielt die Versicherung, dass di« Regtorung und das Volk Argentiniens die Ausschreitungen scharf zurückweisen. Im übrigen verwies der argentinische Diplomat auf die Erklärung des Innenministers Dr. Adro- ISRAEL - BRIEFMARKEN j A.t WTEDEBVEBKAEUFER - ALLE NEUAUSGA- J BEN ZUM OFFIZIELLEN PREIS Agencia Filatélica oficial; del Estado de Israel,! VIAMONTE 55#, I/B — Bu«ao? Au«i, Rep Argentina J >••••••• j gue, der die antisemitischen Aktionen scharf verurteilt hatte. Die zentrale jüdische Or-! ganisation, mit der DAIA zu vergleichen, umfasst alle Sektoren und Strömungen innerhalb der über das riesige Land verstreuten Jujden. Die Beteligung der zentralemopäisehon Cemeir.- c'en und Gruppierungen an i der zentralen Körperschaft j der dortigen Judenheit ist, was mir sehr angenehm auffiei, stärker als hier. Auch das Interesse an den allgemeinen Aufgaben ist grösser als bei unseren Organisationen, die dovh im wesentlichen noch mit ihren eigenen Problemen so stark in Anspruch genommen sind, dass sie kaum Kräfte für allgemeine Aufgaben freisteilen können. Ein starker gesellschaftlicher Mittelpunkt /st die israelische Botschaft in Rio de Janeiro ,an deren Spitze seit einigen Wochen Botschafter Arieh Eshel s'eht. Ihm kommen natürlich seine langjährigen Erfahrungen zugute, die er in Argentinien und später als Botschafter in Uruguay sammeln konnte. Er kennt alle in Betracht kommenden Mentalitäten. Die Kredentialien mussten von ihm in der vom früheren Präsidenten gebauten neuen Hauptstadt Brasilia überreicht worden. Wir wurden zu einer kleinen Feier in die Botschaft eingeiaden. Die israelische Sängerin Yaffa Jarkoni. die mit grossem Erfolg in Brasilien aufgetroton ist, gab für die Botschaft ein Sonderkonzert. Es waren Juden aller Kreise anwesend. Die Vorstellung in den schönen Räumen dor Botschaft war ein Erfolg. Aber im Grunde genommen war es doch nichts Besonderes. Erst als nach dem offiziellen Teil alle gemeinsam zu singen begannen. war sofort die für Israel so typische Atmosphäre der Freundschaft und Kameradschaftlichkeit' hergestellt. Bis in die späte Nacht blieben die Eingeladenen in einem Gefühl echter Verbundenheit zusammen. — Es war interessant zu be- Israel im GATT Für Israel begann vor kurzem die Vollmitgliedschaft im Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommen (GATTi nachdem das Aufnahmeprotokoll in Israel ratifiziert worden ist. Damit hat Israel alle Rechte und Pflichten aus dem GATT. Es muss sich an di? GATT- Regeln halten und den anderen Mitgliedsländern alle von ihm bei den Aufnahmevollverhandlungen einge räumten Zugeständnisse gewähren, andererseits hat es Anspruch auf die Einräumung aller alten Zollzugeständnisse, die sich die GATT-Partr.er bereits früher untereinander gewährt haben. Die Zollzugeständnisse Israels betreffen vor allem landwirtschaftliche Erzeugnisse, doch sind die Zollsätze trotz Herabsetzung noch empfindlich hoch und liegen zum Beispiel erheblich über den vergleichbaren Sätzen des Tarifs d?r EWG (Europäischer Einheitsmarkt). Sachverständige der EWG-Kommission haben inzwischen mit israelischen handelspolitischen Sachverständigen die Gespräche über die Auswirkungen der EWG auf den israelischen Aussenhandel abgeschlossen, teilte EWG-Kommissar Rey vom handelspolitischen Ausschuss des europäischen Parlaments in Brüssel mit. Die Kommission wird dem Ministerrat berichten, der die Kommission ersucht hatte, eine Uebersicht über die möglichen israelischen handelspolitischen Schwierigkeiten auszuarbeiten. Bei den kürzlichen Gesprächen haben sich die israelischen Sachverständigen dem Vernehm?n nach an der Schaffung einer weitgehenden Zollunion mit der EWG interes siert gezeigt. obachten, wie überall der Faktor Israel zum Bindeglied zwischen allen Juden geworden ist, in allen Ländern der Zerstreuung, vor allem auch in Brasilien. Das sollte durch die Besuche bei den verschiedenen Gemeinden und bei den Unterhaltungen mit den führenden Persönlichkeiten des jüdischen Lebens noch deutlicher in Erscheinung treten. Hierüber soll jedoch in einem weiteren Artikel berichtet werden. INDUSTRIAS YUVENA S. A Fábrica de calzado y zapatillas 'DESCANSc *»/. AN DON AEG UI 1270 Buenos Aires T. E.: 51 . 4810 NO SOLO DESDE LA PLATEA!!! Los lugares que desde la pantalla le emocionan, le maravillan, fe "transportan", VEA¬ LOS, CONOZCALOS, VIVALOS... USTED MISMO. EXCURSIONES "EXODO" DE viajes BITTERMANN CORRIENTES 2063 -.PLANTA BAJA', .pf. 9, 10,14 y 16 T E. 49-349) /45-4957 / 49-0433/45-7607 /49-1229!

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