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Jüdische Wochenschau · 1962-08-10 · 1972 (10.8.1962) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1972 (10.8.1962)
Date
1962-08-10
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German, Spanish
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Vie«"»*“*, 10 de Aeost« de 1902 SEMANA ISRAELITA Anc XXIII. — No. 1972 — 9 Har W das Sich „fi;»'*« Ä"'2 A- 1.000.-. BLAl)E\ M0\at «»*£ Ankef und Dbaum, Curt uca«. Julio Franken- 1«, Eugenio Lu*s Gold. mo Grüne- Hamburger Carlos Han- J»f. Carlos JWo Hirsch, Rafael Hö’ atzenellenbo. Wr, JJenja- Neuberger, . Johanna tedo Schle- Sciönfär- Schönmann, uster. Sieg. Horst Spanspitz, Pamilathan, Eduosel Stock, Manfredo avid Weinirciss, Eva e hijo, ti»I: Gerosö Wallunseren rbeiier*. Büchmal und;en zum si Wall- .60, Quilwir in Inkas- L 0 N ,30 hs.: a 7: Marta función nocturii. .30 hs.: i cargo •mónica or: Anda: Byhoras: •ia: Ai- [ N Theodor PUEYRREDON 21901. St. SIR BARNETT JÄNNER T. E. 83 ■ 2613 Beim 25. Zionistenkongiess, in den letzten Tagen des Monats Dezember 1960. traf in Jerusalem eine Mitteilung aus London ein, dass auf der Neujahrs Ehrenliste der Name des britischen Parlaments - Abgeordneten Barnett Jänner stehe, der von nun an Sir Barnett Jänner heissen werde. Diese Neuigkeit erregte grosses Aufsehen, und als Dr. Naebum Goldmann und Mosche Sharett ihre Glückwünsche ausdrückten applaudierten die Delegierten von 34 Ländern herzliehst. Diese denkwürdige Szene war für Jänner, einen Zionisten, der sich lange Jahre hindurch der jüdischen Sache gewidmet hatte, eine zweite grosse Ehrung. EIN VIELBESCHAEF TIGTER MANN Barnett Jänner ist der Sprecher des englischen Judentums; er repräsentiert die englischen Zionisten und ist Abgeordneter für Leieester im britischen 'Unterhaus. Vormittags ist er gewöhnlich in der Great Russell Street 77, dem Sitz der Zionistischen Föderation Großbritanniens, anzutreffen und am frühen Nachmittag in Woburn House, dem Büro des Board of Deputies. der Zentralvertretung der britischen Juden. Später ist er dann wahrscheinlich in Westminster im Unterhaus zu finden, und am Abend pflegt er Reden in Versammlungen zu halten. Zusehen den Verpflichtungen früh, nachmittags und'abends eilt er von einer Verabredung zu anderen, zu Kommissionen, Tagungen. Reden bei Banketlen und Empfängen. Zu all dem ist Barnett Jänner noch ein vielbeschäftigter Anwalt. ZIONISTISCHE LAUFBAHN Barnett Jänner wurde am 20. Juni 1892 in Cardiff (Wales) geboren. Damals zählte die jüdische Bevölkerung von Cardiff 1,200 Seelen, und die Stadt war der Wohnsitz von Oberst Albert Goldsmid, dem Führer der Chowewe Zion. Barnett iBaruch Aron) Jänner gehörte der zionistischen Ortsgruppe von Cardiff seit seiner frühesten Jugend an und war auch im Verein der jüdischen Studenten an den Universitäten von Wales führend tätig. Während des ersten Weltkrieges kämpfte er in .Frankreich; nach dem Krieg setzte er seine zionistische Arbeit fort und wur- Zentralbehoerde itir Einwanderer •4P Jerusalem. — Eine Sonderkommission, an deren Spitze Mosche Sharett. in seiner Eigenschaft als Vorsitzender dar Jewish Agency steht, prüft gegenwärtig die Empfehlungen eines Berichts, über die Schaffung eines zentralen Büros für die westliche Einwanderung. Mit diesem Problem beschäftigensich jetzt getrennt verschiedene Stellen, wodurch die Bemühungen zur Eingliederung der Einwan derer aus den freien Ländern naturgemäß ss zersplittert werden. UTA) von JOSEF FRAENKEL de zum Vizepräsidenten der Zionistischen Föderation von Grossbritannien gewählt, an ^eren 1 Spitze damals Prozessor Chaim Weizmann und Lord Melchett standen. Barneft Jänner der ursprünglich der Liberalen Partei angehörte, bemühte sich zwei Mal erfolglos um einen Parlamentssitz, und erst Reim dritten Mal wurde er zum Abgeordneten von Whitechapel gewählt, verlor jedoch wieder seinen Sitz in den Parlamentswahlen von 1935. Ein Jahr später wurde er Mitglied der Arbeiterpartei und kandidierte im Jahre 1945 im Wahlkreis Leicester West. Er hatte Erfolg, und seit damals wird seine Stipime häufig im Unterhaus gehört. Seine zionistische Arbeit erlitt Infolge seiner politischen Latifbahn keine Unterbrechung. Er übersiedelte nach London und gewann allgemeine Anerkennung und Schätzung, sodass er zum Vorsitzenden der Exekutive und schliesslich zum Präsidenten der Zionistischen Föderation (1945) gewählt wurde. Im Jahre 1955 wurde Barnett Jänner auch zum Präsidenten des Jewish Board of Deputies gewählt. Im Unterha-us ist Barnett Jänner ein überzeugter Labour-Partei-Mann während er in Great Russell Street der Weltkonföderation der Allgemeinen Zionisten angehört. Diese Anomalie führte einmal zu einer tragischen Situation. Als im November 1956 die Labour-Partei im Parlament einen Misstrauensantrag gegen Anthony Eden wegen der Suezaktion einbrachte, stimmte Barnett Jänner mit der Arbeiterpartei gegen die Regierung, 'was damals einer Demonstration gegen Israel gleichkam. Deswegen wurde er von Zionisten und auch Nichtjuden heftig kritisiert. parlamkntscomite FUER PALAESTINA In der zionistischen Politik spielte seinerzeit das Parlamentscomitd für Palästina eine grosse Rolle. Zu den Mitgliedern dieses 1929 gegründeten Comites gehörten Lloyd George, Winston Churchill, Victor Cazalet, James de Rothschild, Lord Strabolgi und S. Hammersley. Seine ehrenamtlichen Sekretäre'waren der Marquis von Hartington (Herzog von Devonshire) und Barnett Jänner. Im Fall einer Krise — und solche gab es ja sehr häufig — wandte man sich an das Parlamentscomite für Palästina. Weizmann, Sokolow, Brodetsky. Jabotinsky, Ben Gurion. Sharett, Goldmann, Locker und viele andere suchten und fanden dort Hilfe. Prozionistische Anfragen im Unter- und Oberhaus wurden zuerst dort vorbereitet und debattiert. Eine der Aufgaben von Barnett Jänner war die englischen Parlamentarier über die Ereignisse in Palästina vorn zionistischen Gesichtspunkt aus zu informieren. Ein anderes Mittel zur Abwehr von Angriffen war die Stärkung der Zionistischen Föderation und die Gewinnung der öffentlichen Meinung für den Zionismus. Da gab es Konferenzen, Sonderkonferenzen, Notstandskonlerenzen, oft unter dem Vbrsitz von Barnett Jänner, auf denen zionistische Führer und britische Staatsmänner gegen antizionistische Machenschaften protestierten und der britischen Regierung die Balfour-Deklaration in Erinnerung brachten. Dann kam ein Aussenminister, Ernest Bevin, der sich vornahm, allen zionistischen Hoffnungen ein Grab zu schaufeln. Am 8. Juli 1946 wurde wiederum eine eigene .Notstandskonferenz“ abgehalten und die Zionistische Föderation und die londoner Zionisten marschierten auf den Trafalgar Spare. Hierauf begab sich eine von Barnett Jänner angeführte Abordnung ins Amt des Ministerpräsidenten nach Downing Street ^10. um ein Memorandum 'mit der Ueberschrift „Let my people go“ — (Lass mein Volk ziehen) — zu überreichen. Trafalgar Square und das Nelson - Denkmal erinnern uns also nicht nur an den Sieg in der Seeschlacht von 1805, sondern auch an die grosse zionistische Demonstration von 1946, an die Eröffnung des Kampfes gegen Ernest Bevin. Barnett Jänner hat mit jedem in London ti.tigen Mitglied der Zionistischen Exekutive zusammengearbeitet. Auch wenn sie verschiedener Ansidn waren, war Jänner immer bereit zu kooperieren und zu intervenieren, wann immer es notwendig war. Seine ganze Familie, seine Frau Elsie. seine Tochter Ruth (Lady Morris of Kenwood) und sein Sohn Greville. sind im jüdischen Leben Englands tätig. Zusammen nehmen sie an der Arbeit von einig?n 60 Vereinen teil. Trotz seiner vielen Titel und Würden hat sich Barnett Jänner sein bescheidenes und anspruchsloses Wesen bewahrt. -Er ist freundlich, leicht zugänglich, hilfsbereit und der jüdischen Sache zutiefst ergeben. Die Ansiedlung der Einwanderer Jerusalem. — Die Wiederansiedlung der Neueinwanderer wird nach einem Plan durchgeführt, der das Anwachsen der BevölkJrung in den nächsten zehn Jahren auf drei Millionen Juden und 360.000 Araber vorsieht, wie Innenminister Mosche Schapiro in der Knesset bei der Vorlage des Budgets seines Ministeriums erklärte. Der Minister fügte hinzu, dieser Plan rechne mit einer Bevöikerung von über 900.000N Einwohnern für Tel Aviv. 400.000 für Haifa und 250.000 für Jerusalem. Israel besitzt heute eine Bevölkerung von ca. 2 Millionen Juden und 250.000 Arabern. Man erwartet, dass Elat, die südlichste Stadt im Lande, 38.000 Menschen und Beer Schewa und Umgebung rund 125.000 Menschen Raum bieten dürfte. (ITA) NACHRICHTEN AUS ISRAEL KONFEKTIONSFABRIK In der Industriezone von Javvne wurde kürzlich der Grundstein zu einer Konfektionsfabrik,' an der israelische und ausländische Investoren beteiligt sind, egt. Die Erzeugnisse der Fabrik, deren Wert bereits im ersten Jahr eine Million IL erreichen soll, sind für den Export, insbesondere nach den USA bestimmt. Im ersten Stadium soll die Fabrik; 100 Arbeiter beschäftigen; 1 die Belegschaft soll schliessi lieh 300 Kopf erreichen. WACHSTUM DER INDUSTRIE Das Tempo, in dem ich die israelische Industrie 1961 entwickelte, hat den grossen Fortschritt der vorhergehenden Jahre in den Schatten gestellt. . Das beste Anzeichen hierfür ist der Erlös für die Industrieprodukte, der im Jahre 1961 um 21 % grösser war als im Vorjahr. PRODUKTION IN TIMNA Die amerikanische Gesellschaft „Port, Bacon & Davis“ stellt - gegenwärtig in den Kupferwerken von fimna umfassende Untersuchungen an, an Hand derer festgestellt werden soll, ob die Jahresproduktion auf 15.000 Tonnen Kupferzement gegenüber der jetzigen von 6.500 Tonnen erhöht werden ¡kann. Für eine solche Pro- 1 duktions-Erweiterung wäre ZIONISTEN¬ MITGLIEDER DER 0 THG; 0 Man erwartet von uns. dass wir die ersten sind, die ihre Pflicht gegenüber der Einheifskampagne erfüllen! 0 0 0 0 eine Investition von 30 Millionen IL erforderlich. Es verlautet, dass in der letzten Zeit internationale Faktoren Interesse an einer solchen Investition an den lag gelegt haben. BEVOELKERUNG Die Einwohnerzahl Israels hat sich seit der Gründung des Staates fast verdreifacht: von 790.000 im Jahre 1948 auf 2.232.000 Seelen heute. Die jüdische Bevölkerung ist in der selben Zeit von 650.000 auf 1.984.000 Seelen gestiegen. In Israel gibt es heute 34 Städte, von denen jede mehr als 10.000 Einwohner zählt, verglichen; mit 10 Städten 1948. Die grössten drei Städte sind: Tel Aviv - laffa (387.000 Einwohner), Haifa (187.000 Einwohner) und Jerusalem (166.000 Einwohner). Seit der Gründung des Staates sind aus 82 Ländern mehr als eine Million Juden eingewandert. Für die Erfordernisse der Einwanderung und der Einordnung der Einwanderer wurden von der Jewish Agency — dem Keren Hajessod — 285 Millionen Dollar ausgageben: für IVohnbau 100.400.000 Dollar und für Jugendalija 123.800.000 Dollar. ANBAUFLAECHE Die Anbaufläche des Staates ist von 1.648.000 Dunam im Jahre 1948 auf 4.400 000 Dunam im Jahr 1962 gestiegen. Im selben Zeitraum hat die unter Bewässerung stehende Fläche von 300.000 Dunam auf 1-400.000 Dunam zugenommen. Die Jewish Agency und der Keren Hajessod haben seit der Gründung des Staates in der Landwirtschaft insgesamt 606.400.000 Dollar investiert. SIEDLUNG Seit der Gründung des Staates sind zu den 256 andwirtschafllicben. vom Keren Hajessod gegründeten Siedlungen 486 weitere von 33.000 Familien bewohnte Siedlun- | gen hinzugekommen. Diese! neuen Dörfer sind bereits zu j einem wichtigen Faktor in! der Wirtschaft des Landes! geworden; sie erzeugen 60 j Prozent von Gemüse und Kartoffeln. 50 Prozent der I Milch. 45 Prozent der industriepflanzen (Baumwolle. Karl Kost wird 60 In wenigen Tagen begeht Dr. Karl Kost, den Lesern unserer Zeitung seit Jahren als Mitarbeiter bekannt, seinen 60. Geburtstag. Kost, der einer angesehenen zionistischen Familie entstammt, hat in schwerster Zeit des deutschen Judentums in Leipzig an führender Stehe gestanden und mutig die Interessen uer Juden verteidigt. In Argentinien schloss er sich sofort der zionistischen Organisation wieder an und stellte sein grosses Wissen und seine Erfahrungen in den Dienst der gemeinsamen Ideale. Seit vielen Jahren gehört er dem Vorstand der Theodor Herzl Gesellschaft an. Karl Kost ist auch als Schriftsteller hervorgetreten. Sein klarer Stil meistert auch schwierige Themen in verständlicher Form. Seine Artikel und Rezensionen in der Jüdischen Wochenschau geben auf knappem Raum einen Ueberbück über das kritisierte Werk. Dass Dr. Kost „schon“ 60 wird, dürften die wenigsten glauben, die seine lebhafte und durchaus nicht konformistische Art kennen. Ueber seine sachlichen Qualitäten hinaus schätzen alle seine Freunde an Karl Kost seine treue und hingebungsvolle Freundschaft, die für ihn charakteristisch ist. Dr. Karl Kost kann sachliche Gegensätze mit aller Schärfe austragen, ohne dabei in den Fehler persönlicher Auseinandersetzungen zu verfallen. Und das ist selten. Es ist ein Zeichen von intellektueller Reife und menschlicher Grösse. die Herrn Dr. Kost so viele Freunde verschafft haben. Zuckerrüben und Erdnüsse) und 35 Pfozent der Eier. Der Anteil der neuen Siedlungen an der gesamten landwirtschaftlichen Produktion von Israel hat 40 Prozent erreicht. Trotzdem können die meisten dieser Siedlungen noch nicht als wirtschaftlich fundiert und konsolidiert angesehen werden. Zu ihrer völligen Konso.idlerung ist eine Summe von 30t) Millionen IL erforderlich. DAS WEIZMANN INSTITUT Das Weizmann-Institut für Naturwissenschaften in Rechowot wurde offiziell am 2. November 1949 eingeweiht. Während der kurzen Zeit seines Bestehens hat es sich in der ganzen wissenschaftlichen Welt einen ausgezeichneten Ruf erworben. Am Institut sind jetzt 800 Menschen beschäftigt, trervon 275 Wissenschaftler einschliesslich Forschungsstudenten und Gäste, die an besonderen Projekten arbeiten. Absolventen des W’eizmann-Instituts wirken als Professoren. Dozenten und Ratgeber an Hochschr.en und wissenschaftlichen Anstalten des In- und Auslandes und sind auch bei -.crschiedenen ‘ Regierungsbehörden und in der Privatwirtschaft tätig. Werbt und werdet Mitglieder der . H. G r. 41^041690^

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