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Jüdische Wochenschau · 1962-06-29 · 1966 (29.6.1962) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1966 (29.6.1962)
Date
1962-06-29
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German, Spanish
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o qû g -S - FRANQUEO PAGADO Concesión 908 y — n £ S 2 t * £ ri ** c W U TARIFA REDUCIDA <u Concesión 1629 SEMANA ISRAELITA Aüo XXflI. BUENOS AIRES, VIERNES 29 DE JUNIO DE 1962 No. 1966 EL EJEMPLAR en toda la República PUEYRREDON 2190 19 faq. T. E. 83 2613 Buenos Aires Israels Handel mit Afrika 15o.ooo.s dm Kaution Die israelische Ausfuhr i nach dem afrikanischen Kontinent erreichte im Jahre 1961 fast 13,2 Millionen Dollar, gegenüber 10,0 Milj Honen Dollar im Jahre I960! und nur 5 5 Millionen Dollar im Jahre 1959. Ein grosser Teil der Exportsteigerung nach Afrika I ist auf die Tätigkeit der Ge- I Seilschaft Dizengoff-Westafrika zurückzufiihren, die allein im letzten Jahr für 6,3 Millionen Dollar CIF israelische Waren nach Westafrika exportierte. Die Gesellschaft verkaufte in den Länder«, in denen sie tätig ist, auch Waren aus anderen Quellen, und ihr Gesamtumsatz belief sich im letzten Jahr (einschliesslich ihrer Filialen) auf über 10 Millionen Dollar. DIE „DIZENGOFF WESTAFRIKA“ Baruch Rosenberg, der vor einem Jahrzehnt Autos für die Taxi-Gesellschaft ,..Kescher“ importiert hatte, war damals mit dem Aussenhandelin Berührung gekommen, und dieses Ge schäft hatte ihn so , gepackt“, dass er in den folgenden Jahren dem In- und Export seine ganze Kraf! widmete. Seine Erfolge auf diesem Gebiet Hessen Regierungskreise aufhorchen und Rosenberg konnte im Jahre 1957 die Gesellschaft „Dizengoff - Westafrika“ gründen, die im Handel mit Wetsafrika eine führende Rolle spielt. An der Gesellschaft sind ausser Rosenberg selbst und seinem Partner A. Hacohen folgende Körperschaften beteiligt: ZIM. die Regierung, die Auslands - Gesellschaft des Solei Bone. Hamaschbir Hamerkasi. Central Investment und Solcoor. Dizengoff-Westafrika arbeitet in Ghana, Nigeria und Sierra Leone, und besonde¬ Anti jüdische bomben gegen RUSSISCHE SYNAGOGEN New York. — Neue Ausehreitungen gegen die sowjetischen Juden wurden von der New York Ilerald Tribüne gemeldet. Das Blatt beruft sich auf „autorisierte Quellen“, die von einem zweiten Attentat berichten, welches im Laufe von sechs Wochen gegen eine Synagoge in Russland verübt worden ist. Nach dieser Mitteilung explodierte in der ersten Juniwoche eine Bombe vor einer Synagoge in Kutaisi in Georgien. Die Front der Synagoge wurde beschädigt. Zwei weitere Sprengkörper, die in die Synagoge gelegt worden waren, konnten von den Behörden des Ortes entschärft werden. Bei einem früher geschehenen Ueberfall auf eine Synagoge in der georgischen Stadt Tskhakaya wurde das Gebäude schwer durch Feuer beschädigt. Bei dieser Brandstiftung, über die schon vorher Informationen Vorlagen, fand man Spuren von Benzin. Das Dach der Synagoge wurde zerstört. Dreizehn Thorarollen, zahlreiche Gebetbücher und Talessim wurden das Opfer der Flammen. Einem Touristen, der sich gerade an Ort und Stelle befand, gelang es. den Brand zu fotografieren und den Film aus Russland herauszuschaffen. AMERIKANISCHE RABBINER PROTESTIEREN Minneapolis. — Die Zentralkonferenz amerikanischer Rabbiner bedauerte in ihrer Konvention „die Diskriminierung und Verfolgung“ der Juden und des Judentums in der Sowjetunion. Die Delegierten nahmen eine Resolution an, in der die Rabbiner aufgefordert werden, , die öffentliche Meinung auf die Diskriminierung und Verfolgung der Juden in Russland“ zu verweisen. Die Sowjetunion wird beschuldigt, das kulturelle und religiöse Judentum vorsätzlich zu ..liquidieren“ und die Juden durch Zwang assimilieren zu wollen. An anderer Stelle '.eisst es in der Resolution: ,.Die Verhaftung, Verurteilung und Hinrichtung jüdischer Gemeindeführer, die wiederholten antisemitischen Angriffe in der sowjetischen Presse, die Beschränkungen, die die Juden zu erleiden haben, gestalten einen jeden organisierten und gemeindlichen Kontakt mit ihren Glaubensbrüdern in anderen Teilen der Welt unmöglich; die Verweigerung religiöser Gegenstände und ritueller Nahrungsmittel ist ein weiterer Fall, der unserer Konferenz schwere Sorgen bereitet.“ DIE LAGE IN ALGERIEN Paris. — Drei Flugzeuge mit 300 Männern. Frauen und Kindern, die die gesamte jüdische Bevölkerung der algerischen Stadt Gordaya darstellen, trafen in Marseille ein. Von diesen 300 Juden sprechen viele nur Arabisch, und viele von ihnen kamen in der arabischen Nationaltracht an. Die Gruppe, die einen Teil des ständig wachsenden Stroms jüdischer Flüchtlinge aus Algerien bildet, wurde im Hotel „Grand Arenas“, das von der .Jewish Agency gemietet worden ist, unterge- Massnahmen bracht, während ihre Weiterreise nach Israel eingeleitet wurde. Die jüdischen Beamten sind der Ansicht, dass eine grössere Anzahl der Flüchtlinge nach Israe’ Weiterreisen würde, wenn sie die Versicherung erhielten, dass sie ihr Recht auf die den nordafrikanischen Repatriierten von der französischen Regierung zugesagte Entschädigung behalten. Ein französich-israelisches Abkommen in diesem Sinne dürfte bald unterzeichnet werden. Die jüdischen Hilfsorganisationen bemühen sich verzweifelt, den Anforderungen gerecht zu werden, die die täglich wachsende Zahl von Flüchtlingen, unter denen sich in letzter Zeit viele Kinder ohne Begleitung befinden, an sie, stellt. In Paris und im Landesinnern würden Gemeindeheime für diese Kinder vorbereitet. Andere dringende Aufgaben stellen die Flüchtlinge, die keine Freunde oder Verwandte in Frankreich besitzen und daher vorübergehend untergebracht werden müssen, sowie die Fürsorge für alte Menschen und „soziale Fälle“. Die Schaffung neuer Altersheime ist notwendig, da in den bestehenden Anstalten kein Platz mehr vorhanden ist. Insgesamt 10.000 jüdische Flüchtlinge haben sich bisher mit verschiedenen Anliegen an di« Hilfsorganisationen gewandt, die bemüht sind, ihre Möglichkeiten zu erweitern, um die Flüchtlinge unterstützen zu können, die noch bis zum 1. Juli erwartet werden, d. h. bis zu dem Tage, an dem Algerien ein nabhängiger muselmanischer Staat sein wird. HIAS IN MAROKKO New York. — Die Times berichtet aus Rabat, dass die marokkanischen Behörden die Schliessung des United Hias Ser vice in Casablanca verfügt haben. Diese Organisation wird beschuldigt, die Massenauswanderung der Juden aus Marokko nach Israel zu fördern. Die Polizeimassnahme fällt mit der Rückkehr des Königs Hassan von einer Tagung der afrikanischen Neutralisten in Kairo zusammen. Diese Konferenz wandte sich energisch gegen die „israelische Einmischung in afrikanische Angelegenheiten“. Die marokkanische Presse kündigte die baldige polizeiliche Schliessung anderer Organisationen an, ,die in geheime Machenschaften verwickelt sind.“ Die jüdischen Bürger, so heisst es, „werden weiterhin die gleichen Rechte wie die Muselmanen geniessen, doch wir können die Verbreitung von zionistischer Propaganda zugunsten einer Massenauswanderung nach Israel nicht dulden.“ Die Zeitung „La Nation Africaine“ gab bekannt, dass fünf Beamte in Casablanca, darunter der Chef der Passabteilung der Polizei, wegen „ungesetzlichen Handels mit Pässen für Juden“ unter Anklage gestellt wurden. Als Führer dieser „Bande“ wird George Harrar, ein bekannter Astrologe in Casablanca, genannt. Harrar und weitere 9 Personen wurden verhaftet. James P. Rice, der amtierende Direktor des United Hias Service, hat die Schliessung des Büros in Rabat bestätigt. (ITA) ren Umfang haben die Geschäfte in Nigeria angenommen. Wie alle anderen israelischen Gesellschaften hält sich Dizengoff-Westafrika von allen , koionialistischen“ Tendenzen frei. Wo es nur möglich war, gründete die Firma in Zusammenarbeit mit den Regierungen einheimische Gesellschaften, die die israelische Firma zwar leitet, die jedoch im wesentlichen Eigentum der betreffenden Länder sind. Die afrikanischen Regierungen haben diese Politik von Dizengoff- Westafrika ausdrücklich anerkannt und gewürdigt. Die Gesellschaft unterhält in den drei Ländern grosse Vorratslager, in denen sie auch viele afrikanische Angestellte beschäftigt. 26 israelische Angestellte sind in den drei westafrikanischen Ländern tätig, und neben ihnen arbeiten mehrere hundert Afrikaner, die in jeder Beziehung als gleichberechtigt angesehen werden und denen Möglichkeiten zum Aufstieg gegeben werden. Afrikanische Angestellte sind Leiter von örtlichen Filialen und bekleiden zum Teil auch gehobene Posten in der zentralen Verwaltung. Das Bemühen von Dizengoff-Westafrika geht dahin, möglichst viele Afrikaner heranzuziehen und gute Bedingungen im Betrieb zu schaffen. GERINGE GEWINNSPANNE Die wichtigsten Exportar tikel der Gesellschaft sind Baumaterial (vor allem Zement), daneben Autoreifen, Autos. Chemikalien, und viele andere Waren. Die israelischen Produkte werden allgemein geschätzt. Störend wirkte nur das Preisproblem. Aber auch diesem konnte Dizengoff-Westafrika beikommen, denn die Gesellschaft überbriiekfe die bestehenden Unterschiede dadurch, dass sie sich mit einem sehr geringen Gewinn begnügt, während andere ausländische Handeigesellschaften in Afrika mit hohen Verdienst-Spannen arbeiten. Die politischen Wandlungen in Afrika (vor allem in Ghana) haben die Arbeit der Gesellschaft in keiner Weise berührt. Für Dizengoff-Westafrika hat auch die Abwertung keine Veränderungen geschaffen. Nach den vorliegenden Aufträgen zu urteilen, hofft die Gesellschaft, ihren Export und ihre Umsätze im Jahre 1962 um wenigstens 20 Prozent erhöhen Zu können. Die Erfolge in Westafrika aben der Gesellschaft auch ie Uebernahme der GeseUchaft „Amiran“ eingetra-;en, die israelische Produke in Ostafrika absetzen soll. Amiran“ hat noch Hingst licht die Position gewonnen, lie Dizengoff - Westafrika ich schaffen konnte, aber Jaruch Rosenberg hofft, iuch diese Gesellschaft zu ünem florierenden Unterlehmen zu machen. Teilhaber bei Amiran sind HM, die Regierung, die luslandsgeseilsehaft von Soel Bone und eine Investoen Gruppe, die von Rosen- Dr. W.: — Dass man einen Mörder gegen Kaution freilassen kann, mag ein theoretisch-juristisch möglicher Fall sein, der selten in die Praxis umgesetzt wird Denn wer unter Mordverdacht steht, darf nicht frei herumiaufen Ein deutsches Gericht war offenbar anderer Ansicht; es entliess einen Mann nach 26monatIicher Untersuchungshaft, der an Massenmorden beteiligt sein soll, gegen eine recht ansehnliche Kaution. Der Verdächtige ist der frühere SS-Obergruppenführer Wilhelm Kopne der also einen hohen Rang in der Nazi-Hierarchie » dete und als SS-Polizeiführer im damaligen Wartluö. tationiert war. Wie viele Juden die Opfer dieses SS-„ iers wurden, weiss man noch nicht. Man spricht':- er von Hunderttausenden, was durchaus zutreffen Min. Natürlich ist es heute nicht mehr ganz einfach, die schlüssigen Beweise für die Schuld der Mörder zu liefern, da die Gerichte sich auf einen streng „legalistischen“ Standpunkt steilen, wie ec sicherUch in einem Rechtstaat zur Anwendung gelange« sollte, auch wenn die heute Begünstigten die übelsten Mörder gewesen sind. Immerhin besitzt die Staatsanwaltschaft wichtige Dokumente, die von der Gestapo stammen. in denen der Namen des Koppe genannt und dieser Exnazipolizeichef schwer belastet wird. Sicherlich ist es auffallend, dass dieser Prozess erst jetzt anläuft. Aber dem Koppe war es — wie so vielen anderen — gelungen, sich unter dem falschen Namen Lohmann zu verbergen und auf diese Weise dem Richter zu entgehen. So wurde Koppe nirgendwo anders als in Bonn ein tüchtiger und erfolgreicher Kaufmann, der sich Zugang zu einflussreichen Kreisen zu verschaffen wusste. Der Sohn des Expolizeichefs ist Rechtsanwalt in Bonn — er hat mit den seinem Vater zur Last gelegten Taten nichts zu tun — und verteidigt ihn neben anderen Rechtsanwälten, die sich der wohlhabende Kaufmann Koppe, alias Lohmann, offensichtlich leisten kann. Auch die Stellung einer solchen Kaution deutet darauf hin, dass Koppe-Lohmann Geld gemacht hat, oder dass irgendwelche einflussreichen Kreise hinter ihm stehen, die ihn nun retten wollen. Welche Kreise das sind, ist nicht schwer zu raten. DIE BAUMWOLUNDUSTRIE ISRAELS Tel Aviv. — Die israelischen Baumwollwebereien, die schon unter der Entwertung des israelischen Pfundes schwer zu leiden hatten, erlitten einen schweren Schlag, als die Behörden von Washington jetzt beschlossen haben, die israelischen Exporte von Baumwollstoffen nach den USA praktisch zu verbieten. Die Vereinigten Staaten sind bemüht, die Einfuhr billiger Baumwolle aus dem Fernen Osten zu drosseln und haben die Einfrierung dieser Importe auf das Niveau des Jahres 1960 61 angekündigt. Da Israel im Vorjahr überhaupt keine Baumwolle nach Nordameberg und seinem Partner Alex Hacohen geführt wird. Die Gesellschaft Amiran kann sich auf alte geschäftliche Verbindungen in Aethiopien stützen, und sie hat ausserdem ganz gute Positionen in Tanganjika, Uganda, Rhodesien und Nyassa- Land. Der weitere Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen in Ostafrika ist durchaus möglich, und Rosenberg sieht in diesen Ländern gute Chancen für israelischen Export. Vor wenigen Jahren waren die Hoffnungen auf Absetz israelischer Waren auf dem afrikanischen Kontinent mehr oder weniger Theorie; jetzt hat sich Israel auf dem erwachenden Kontinent bemerkenswerte Positionen schaffen können, und im Rahmen dieser Versuche ist die Arbeit von Dizengoff- Westafrika nicht hinwegzudenken. rika exportiert hat, so läuft die Verfügung darauf hinaus, dass Israel keine Importquote zugeteilt erhalten wird. Die israelische Ausfuhr von Baumwollgeweben ist in den letzten zwei Jahren erheblich gestiegen, und die Verschiffungen nach den USA belaufen sich gegenwärtig auf rund 250 t monatlich, was die Hälfte der israelischen Baumwollexporte darstellt. Die Exporteure hatten gehofft, aus diesen Verkäufen 2,5 Millionen Dollar zu erlösen. Die israelischen Baumwollwebereien benutzen die modernsten Maschinen und beschäftigen ca. 5.000 Arbeiter in drei Schichten. Die Hälfte der Produktion gelangt zur Ausfuhr. Die Fabrikanten haben eine Notversammiung einberufen, denn wahrscheinlich wird die von Washington getroffene Verfügung die Entlassung von Hunderten von Arbeitern zur Folge haben. Das israelische Industrie- und Handelsministerium verwies gleichzeitig mit der Bekanntgabe dieser Massnahme darauf, dass die Situation nur zeitweilig sein dürfte, weil Washington im Oktober die Verfügung revidieren wird. Die israelischen Wirtschaftsberater in Washington unterhalten einstweilen engen Kontakt mit den USA Behörden. Als Folge dieser neuen Bestimmungen ist eine Exportsenkung israelischer Regenmäntel zu erwarten, nachdem die Ausfuhr von Regenmänteln, besonders nach den USA, in letzter Zeit erheblich zugenommen hatte. (ITA) Registro de la Propiedad Intelectual No. 656.635 Impreso en la Imprenta POLIGLOTA •— Rivadavia 831

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