Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1966 (29.6.1962)
- Date
- 1962-06-29
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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Viernes, 29 de Junio de 1962 SEMANA ISRAELITA Año XXm. — No. 1966 Ereignisse der Woche Rabbiner Israel Goldstein (Zu Beginn dieser Woche traf Herr Rabbiner Dr. Israel Goldstein in Argentinien ein. wo er etwa 14 Tage verbleiben wird. Rabbiner Israel Goldstein ist eine der hervorragendsten jüdischen Persönlichkeiten unserer Zeit. Jahrzehnte hindurch amtierte er als Rabbiner an einer der grossen New Yorker Synagogen und war ein wahrer und weitsichtiger Führer seiner Gemeind;. Rabbi Goldstein aber stellte seine grosse Arbeitskraft und sein umfassendes Wissen in den Dienst der zionistischen Sache. Er gehörte zu den entscheidenden Männern des Jüdischen Weltkongresses und war eine zentrale und bekannte Figur auf allen Weltlagungen dieser und anderer jüdischer Organisationen. Lange Zeit hindurch hatte Rabbin Goldstein die Präsidentschaft des Amerikanischen Jüdischen Kongresses inne, bis er von seinem Amt als Rabbiner zurücktrat. (Sein Nachfolger in der Präsidentschaft des Amerikanischen Jüdischen Kongresses wurde Joachim Prinz). Nachdem Rabbi Goldstein in den Ruhestand als Rabbiner seiner New YTorker Gemeinde getreten war, begab er sich auf eine viel beachtete Weltreise, die ihn durch alle jüdischen Gemeinden führte. Seine Berichte waren von einem ausserordentlichen Interesse. Sodann wurde Rabbi Gpldstein zum Präsidenten des Keren Hajessod berufen und liess sich in Jerusalem nieder. Damit fiel ihm eines der zentralen und schwierigsten Aemter zu. die zu erfüllen sind. Der Keren Hajessod, der Grundfonds der Jewish Agency, ist das Finanzinstrument des jüdischen Volkes zur Erschliessung und zum Aufbau von Erez Jisrael sowie zur Lösung der grossen immigralorischen Aufgaben unserer Tage. Magbid. Jewish Agency, Vereinigte Kampagne, das ist der Keren Hajessod, der seinen Präsidenten nun zu den argentinischen Juden entsandt hat, damit sie sich endlich auch den Aufgaben der Stunde gewachsen zeigen. Das Erbe des deutschen Judentums In unseren Kreisen wird so viel vom Erbe des deutschen Judentums gesprochen. Die zentraleuropäischen Gemeinden und Organisationen. die in der CEN¬ TRA zusammengeschlossen sind, haben es sich geradezu durch und in ihrer Dachorganisation zur Aufgabe gemacht, das Erbe des deutschen Judentums zu pflegen, zu erhalten und ihm nachzueifern. Dieses anerkenlenswerte Vorhaben stellt die Organisationen und Gemeinden vor gewisse schwierige Aufgaben. Man sollte sich vor allem einmal darüber klar werden, was das eigentlich bedeutet: „Das Erbe des deutschen Judentums“, damit diese Forderung nicht eine leere Redensart bleibe. Vor einigen wenigen Jahren hat der sehr geschätzte Jerusalemer Professor Ernst Simon in einem ausgezeichneten Vortrag auseinandergesetzt, was darunter nach seiner Meinung zu verstehen sei. Es wäre sehr schön, wenn seine Worte einen lebendigen und dauerhaften Niederschlag in der Arbeit der Gemeinden und Organisationen gefunden haben würden. Ohne Zweifel gehört die ergebene Arbeit für den Keren Hajessod auch zum Erbe des deutschen Judentums. Als dieser Grundfonds der Jewish Agency auf der Londoner Tagung im Jahre 1920 geschaffen wurde, waren es die deutschen Zionisten und mit ihnen auch die deutschen Zionsfreunde, wie man sich damals ausdrückte, die sofort die Bedeutung dieses Fonds erkannten. Sie begriffen, dass es sich nicht allein darum handelt, Mittel für eine historische Aufgabe aufzubringen, sondern darüber hinaus in jedem Juden das Verantwortungsbewusstsein für die Gesamtheit zu wecken und zu stärken. So waren es Männer und Frauen des deutschen Judentums, die sich dem damaligen Präsidenten der Zionistischen Organisation, Professor Dr. Chaim Weizmann. unbedingt und mit ihrer ganzen Persönlichkeit zur Verfügung gestellt haben. um das Werk des Kören Hajessod und damit den Aufbau des Landes Israel zum Erfolg zü führen. Es ist kein Zufall, dass unter den ersten Präsidenten des Keren Hajessod zw'ei deutsche Juden gewesen sind. Arthur Hantke und Kurt Biumenfeld, die neben Leib Jaffe und anderen den Grundstein zu dem grossen Werk des Aufbaus gelegt haben. Nur nebenbei bemerkt sei, dass Männer wüe Oskar Wassermann, Albert Einstein. Warburg und Tietz sich in Deutschland für den Keren Hajessod eingesetzt hatten. Man ist also berechtigt davon zu sprechen, dass die Arbeit und der Einsatz für den Keren Hajessod zum Erbe des deutschen Judentums gehört. Es wäre zu wünschen, wenn dies von unseren Gemeinden und Organisationen in einem viel weiter gehenden Umfang berücksichtigt werden würde, als dies bisher der Fall gewesen ist. Asamblea Institucional de Solidaridad Judia Kehren wir zu dem Besuch zurück, den der heutige Präsident des KH (Keren Hajessod) den argentinischen Juden absiattet. Eine grössere Reihe von Veranstaltungen ist vorgesehen und wurde bereits durchgeführt. Da der KH eine kon- | krete Aufgabe zu erfüllen hat, wird Rabbi Goldstein auch nur mit den Gremien Zusammentreffen, die fiir i HOTEL ARMON, t ISRAELS SCHOEHES TOURISTENHOTEL l ♦ Die beste Küche : < Angenehmer Aufenthalt Tel Aviv, Jarkonstr. SC Tel. 23711 (Vorherige Zimmerbestellung ist unbedingt erforderlich) diese Aufgabe arbeiten. Um jedoch einmal die Möglichkeit zu bieten, mit allen Teilen des organisierten Jischuw zusammenzukommen, ist eine grosse Versammlung vorgesehen, an der die verantwortlichen Menschen für den organisierten Jischuvv und alle seine Institutionen, Organisationen. Gemeinden, Körperschaften, Vereinigungen sozialer, philanthropischer und gesellschaftlicher Natur sich beteiligen können und sollen. Hierzu gehören ebenso die politischen wie wirtschaftlichen Verbände, die Banken und Kooperativen, die verschiedenen idiomatischen Sektoren, also die sefardischen wie die zentraleuropäischen Juden usw. Nach einem einleitenden Referat eines Repräsentanten der DAIA. der über die augenblickliche Situation berichten soll, wird . Rabbi Goldstein sprechen. Es darf damit gerechnet werden, dass diese „Versammlung der jüdischen Solidarität“, die sich mit der Lösung der uns im Augenblick gestellten Aufgabe der „Rettung der Bedrängten“ beschäftigen wird, nicht nur ein moralischer, sondern gieichermassen ein organisationellei Erfolg werden wird, der in dem Ergebnis der Vereinigten Kampagne seinen konkreten Ausdruck finden muss. Pressekonferenz der C. ü. Der Präsident des Keren Hayessod in Jerusalem. Rabbiner Dr. Israel Goldsfein, ist, wie wir bereits bekannt gegeben haben, vergangenen Sonntag in Buenos Aires eingetroffen. Er wird etwa vierzehn Tage in Argentinien verweilen und auch einige Städte der argentinischen Provinz, vor allem Cordoba, Mendoza und Rosario besuchen. In einer Pressekonferenz gab der illustre Gast des argentinischen Judentums einen umfassenden Ueberblick über die Aufgaben, die heute vom Keren Hayessod als dem zentralen Finanzinstrument der Jewüsl Agency zu lösen sind. Zunächst gab Dr. Goidstein seine grosse Befriedigung zum Ausdruck. Gelegenheit zu haben, mit der zweitgrössten Judenheit der westlichen Welt in engeren Kontakt zu treten. Eigentlich lebe die zw'eitgrösste Judenheit der Erde in Russland, aber durch die politischen Gegebenheiten ist das russische Judentum heute von der Weit abgeschnitten. Um so grösser ist die Verantwortung und di 3 Verpflichtung aller anderen Juden, für die Notwendigkeiten des Augenblicks Sorge zu tragen und sich an der Erfüllung der gestellten Aufgaben zu beteiligen. Worin besteht die Aufgabe? Es gibt Judenheilen in verschiedenen Ländern, die heule unter schrecklichen Bedingungen zu leben gezwungen sind, wie die Ju den. in den nordafrikanischen Ländern, und es gibt Die Administration der J. W. bittet Herrn David Neumann früher 25 d; Mayo 611, um Angabe der neuen Adresse unter T. E. 80- C930 und 83-2613 zwecks weiterer Zustellung der Zeiiung. Juden, denen heule viel leicht eine einmalige Gelegenheit geboten wird, ihr Woholand zu verlassen, weil sie in ihren Heimatländern überflüssig geworden sind. Diese Menschen zu retten, das ist das Gebot der Stunde. Im Augenblick hat der König von Marokko seine Einwilligung dazu gegeben, dass die Juden das Land verlassen. Die marokkanischen Juden machen von dieser Möglichkeit wergehend Gebrauch; aber d esc Möglichkeiten sind naturgemäss begrenzt, sodass die Auswanderung langsam vor sieh geht. Immerhin sind in der letzten Zeit zwischen 8.000 bis 10.000 Menschen pro Monat in Israel eingewandert. Man rechnet für dieses Jahr mit einer Einwanderung die sieh zwischen 80.000 und 100.000 Menschen bewegt. Für ein Land wie Israel bedeutet diese hohe Ziffer der Einwanderung eine enorme Aufgabe und - Ver pflichtung. Es ist klar, dass diese Aufgabe nicht allein von den Juden in Israel gelöst werden kann, da sie nicht nur die gesamten Lasten für den Staat und seine Notwendigkeiten tragen sondern auch zu zwei Drittel zu den Aufgaben beitragen. die mit der Einwanderung Zusammenhängen. Das übrige Drittel muss das jüdische Volk in der Welt tragen. Die Kosten der Einwanderung bestehen in der Auswanderung, den Transport- Kosfen für die Auswanderer nach Israel und in den eigentlichen Einwanderungskosten. Ein Beispiel fiir die Menschheit Es gab Länder und vielleicht gibt es solche Länder auch heute noch — so führte Rabbiner Dr. Goldstein aus — die eine freie Einwanderung gestatten. Es gibt aber nur ein Land in der Weit, das nicht nur jeden Juden aufnimmt, der einwandern will, sondern darüber hinaus auch die Sorge für seine Einordnung in das Leben und die Wirtschaft des Landes übernimmt. Dieses eine Land ist Israel, das hierdurch der RcicEittfcnssfffeluss In Solidarität mit dem von der DAIA beschlossenen Proteststreik gegen die Vertelzung der Menschenrechte und gegen die unerhörten antisemitischen Attenta'e wurde die heute erscheinende Ausgabe der Jüdischen Wochenschau am gestrigen Donnerstag vor dem "Streikbeginn abgeschlossen. Redaktionsschluss war Donnerstag, den 28. Juni, vorm. 10 Uhr. Aus diesem Grunde werden verschied?ne Publikationen, die für diese Ausgabe vorgesehen vva- I ren. erst in der nächsten! Woche veröffentlicht werc.en. ganzen Menschheit ein Beispiel gabt. Jeder Einwanderer wird innerhalb von zwölf Stunden nach seiner Ankunft in Israel sofort in sein eigenes Heim gebracht. Er erhält IVohnung und Verpflegung, er erhält Möbel und Einrichtungsgegenstände, die zum Haushalt gehören: er erhä’t medizinische Hilfe und Unterricht, für Erwach senee wie für Kinder. Dieser Prozess der Einordnung, der einige Monate dauert muss durch den Keren Hayessod finanziert werden. Jede einwandernde Familie wird überprüft, unter welchen Bedingungen sie am besten leben kann, für welches Klima sie geeignet ist, weiche Arbeit in Betracht kommt, welche Schulen usw. Diese weitgehende Fürsorge ermöglicht es dem Staat, in einer verhältnismässig kurzen Zeit aus Einwanderern wirkliche Bürger zu machen, die für das Land selbst von Nutzen sind. Besonders unterstrichen hat Dr. Goldstein die Tatsache, dass die Einwanderung aitersmässig günstig geschichtet ist. 40 Prozent der'Einwanderer stehen in einem Alter bis zu 17 Jahren weitere 40 Prozent im Alter von 18 bis 49 Jahren und nur 8 Prozent der Einwanderer sind über 60 Jahre alt. Aus dieser kleinen Statistik ergibt sich, dass die Einwanderung schnell absorbiert werden kann, und dass es pur verhältnismässig wenige soziale Fälle gibt. Im Rahmen dieses grossen Werkes der Rettung der Bedrohten und Verfolgten ist jeder Judenheit die Möglichkeit gegeben worden, ihren Anteil zur Lösung der Probleme zu leisten. Ein besonderes Wort für Argentinien Es ist wahr — so sagte der Redner —, dass die argentinischen Juden sich in diesem Augenblick in einem Stadium der Krise und der Erregung befinden. Die wirtschaftlichen Verhältnisse sind nicht günstig und die äusseren Bedingungen durch den Ausbruch einer antisemitischen Welle sind schwierige. Dennoch sollen die argentinischen Juden an die grossen Möglichkeiten denken, die sie gehabt haben und die sie auch heute noch besitzen. Sie soltlen von der Gnade Gebrauch machen, die jedem gegeben ist, der in der Lage ist. anderen und insbesondere seinen Brüdern und Schwestern in Not zu helfen. Es sei ein besonderes Charakteristikum der Juden, dass sie im Augenblick wachsender Schwierigkeiten und Gefahren immer eine moralische Höhe eingenommen haben, die beispielhaft ist. Gerade in der Gefahr bewährt sich der Mensch. Und ich hoffe, so schloss der Präsident des Keren Havt sod seine Ausführungen. clase die argentinischen Juder. di sem alten historischen Gesetz und dieser alten Tradition folgen und ein weiteres Beispiel dafür gehen. dass Juden in Bedrängnis bereif sind, denen zu helfen, die sich in grösserer Not befinden. Der K-’ren Hayessod ist das Gewissen des jüdischen Volkes. Weitere Berichte über die Veranstaltungen mit Dr. Goldstein, insbesondere eine ausführliche Information über seine Begegnung mit den Beisteuerern aus unserem Sektor, sowüe weitere Ereignisse der Woche können aus den bekannten Gründen erst in der nächsten Ausgabe der Jüdischen Wochenschau veröffentlicht werden. NO SOLO DESDE LA PLATEAU! los lugares que desde la pantalla le emocionan, le maravillan, le "transportan", VEA¬ LO S, CONOZCALOS, VIVALOS... USTED MISMO. EXCURSIONES "EXODO ' DE . VIAJES u. BITTERMANN COMIENTES 2063 : PLANTA BAJA, JF. », l E. i»t34»0 A$-4»57 / I