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Jüdische Wochenschau · 1962-05-11 · 1959 (11.5.1962) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1959 (11.5.1962)
Date
1962-05-11
Page
[Seite] (sequence 20)
Language
German, Spanish
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*.»»**%.,*** ■!•/ í»*' OBS FRANQUEO PAGADO Concesión 908 fc sS c a s TARIFA REDUCIDA <u Concesión 1629 SEMANA ISRAELITA Año xxin. BUENOS AIRES, VIERNES 11 DE MAYO DE 1962 N». 1959 EL EJEMPLAR El fa toda la República PUEYRREDON 219« 1? |aq. T. E. 83 2613 Buenos Aires Wetterleuchten in Bagdad Botschaft Ben Zwis Im Irak, dem Staat des I aus dem Westen, sondern; zu. dass der Irak seiner ge 1 w Ww Im Irak, dem Staat des Generals Kassem, gehen i seltsame Dinge vor sich. Ob j wohl dieses Land nicht so abseits von allen grossen | Strassen der Welt liegt liad j obwohl auch dort die inter-j nationalen Nachrichten-Mitj tel funktionieren, sind die j Vorgänge um den Aufstand j der Kurden in ein fast un-; durchdrirtgiiches Dunkel ge hüllt. Die Minderheit der Kuri den, die noch seit dem erj sten Weltkrieg Anspruch auf | einen eigenen freien Staat erhebt, hat in den letzten Monaten offenbar zweimal versuchtdas irakische Joch abzuschiitfeln. In Orten des nördlichen Irak kam es zu schweren Kämpfen zwischen den Kurden und den Truppen Kassems, und nach Meldungen ausländischer Korrespondenten wurde der erste Kurdenaufstand in einem * wahren Blutbad erstickt. Vor einiger Zeit erhoben sich die Kurden erneut, und wiederum soll der alte Kurdenführer Mulla el Barasam an ihrer Spitzt gestanden haben. Eine erotauhliche Entwicklung folgte. Nachrichten drangen in die Welt, dass Kassem mit Mulla el Barasani ein Waffenstillstandsabkommen abgeschlossen haben soll, das auf eine Einigung und friedliche Losung des alten Konflikts hindeutete. Der Eindruck dieser Nachricht blieh jedoch nur einige Tage bestehen, denn dann erklärte General Kassem, „imperialistische Quellen” hätten die Meldung über das Waffenstillstands-Abkommen verbreitet. Er habe nie mit Mulla el Barasani verhandelt, und im übrigen sei ,.der Kurdenaufstand längst liquidiert.” Die Meldungen über das ’ Waffenstillstand; - Abkomj men stammten jedoch nicht ■ aus dem Westen, sondern; sie gingen auf den Sender von Beirut zurück. Wenn Kassem diesen als „imperialistische Quelle” bezeichnet, so kann dies zeigen, welche Position der Herrscher von Bagdad heute in der arabischen Welt einnimmt, KASSEM IST ISOLIERT Die meisten arabischen Länder nehmen die Ansprüche des Irak auf das Oelfürstentum von Kuweit ab, und sie haben sich an der Entsendung von Truppen nach Kuweit beteiligt, die im Namen der Liga den Scheich und seine Oelreichtiimer symbolisch schützen sollen. Besonders stark ist Saudi Arabien in Kuweit vertreten, und Kassem ist auf die Regierung von Rhiad besonders erbittert, weil er fürchtet, dass Saudi Arabien den Scheich von Kuweit nicht nur im Augenblick schützen, sondern das Fürstentum in irgendeiner Form in seinen Besitz bringen will. Als die Engländer eiligst Truppen in die Gegend von Kuweit schickten, um einem möglichen irakischen Vorstoss zu begegnen, versprachen mehrere arabische Länder — unter ihnen Syrien — Kassem „Hilfe” gegen eine auswärtige Aggression. Aber Kassem nahm das Hilfe versprechen nicht ernst, und ausserdem war es klar, dass die arabischen Staaten ihre grundsätzliche Meinung über die Rechte auf Kuweit nicht geändert hatten. Der General von Bagdad hatte nur eine Hoffnung: Er rechnete darauf, dass Nasser, der seir.en Staat zu einem sozialistischen machte und sich Moskau wieder angenähert hatte, mit ihm ei-! n« Achse Kairo-Bagdad bilj den W'iirde. Es trifft wohl DIE AUSLEERUNG VERLANGT Wien. — Die belgische Regierung hat von Oesterreich die Auslieferung des früheren SS-Generals Robert B. Verbelen verlangt, der vor kurzem in Oesterreich unter der Anklage verhaftet worden ist, Kriegsverbrechen in Belgien begangen zu haben. Man nimmt an, dass die österreichisch« Regierung dieses Verlangen abweisen werde und sieh darauf beruft, dass Verbelen inzwischen österreichischer Bürger geworden sei. Wie jetzt bekannt wurde, hat Verbelen kurz nach seiner Ankunft in Wien den Namen Isaak Mesels angenommen. Er fand schliesslich eine Beschäftigung im amerikanischen Informationsdienst. Der Nazigeneral hat unter dem Pseudonym Jean Marias Artikel für spanische Zeitungen geschrieben. Verbelen ist einmal der Stellvertreter von Leon Degrelle gewesen. Würde Oesterreich ihn nach Belgien ausliefern, so wüide er dort zum Tode verurteilt werden. Der Vorsitzende der Vereinigung „Freunde des Widerstandes in Belgien”. Hubert Halien. veranstaltete eine Pressekonferenz, auf der er Einzelheiten über die Verhaftung des belgischen Kriegsverbrechers Robert Verbelen mitteilte. Er schilderte den Anteil der Widerstandsbewegungen in Belgien und Oesterreich bei der Verhaftung des flüchtigen Kriegsverbrechers. Bei dieser Gelegenheit sprach Halien auch über den Fall Leon Degrelle, der in Abwesenheit zum Tode verurteilt wurde und sich eines guten Lebens in Spanien unter dem Schutz der dortigen Polizei erfreut. Mit Rücksicht auf diese Haltung der spanischen Reeiu-nng forderte der Verband der Widerstandskämpfer die Oeffentlichkeit auf, den Beitritt Spaniens zum Gemeinsamen Europäischen Markt zu verhindern. Registro de la Propiedad Intelectual No. 656.631 impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 831 zu. dass der Irak seiner ge samten Struktur nach Aegypten am meisten ähnelt, aber Nasser liess sich trotzdem nicht auf diese Achse ein. Sie hätte Verärgerung aller anderen arabischen Länder und Vernichtung alle Propaganda-Aktionen, die jetzt gerade mit frischer Kraft eingeleitet werden, bedeutet. GEFAEHRDUNG IM INNERN So blieb der Staatschef des Irak isoliert, und er musste auf seine Pläne, das Gebiet von Kuweit mit Gewalt zu okkupieren, wieder verzichten. Zu der Isolierung nach aussen kommt jetzt eine steigende Gefährdung seines Regimes im Innern hinzu. Kundige ausländische Beobachter sprechen von einer weitreichenden feindlichen Phalanx, die Kassem gegenübertritt. Kas. sem stützt sich im Irak selbst im wesentlichen auf das Militär, und die ausländischen Besucher fragen sich, wie lange sich Kassem auf die uneingeschränkte Zuverlässigkeit des Militärs angesichts seiner offensichtlichen Misserfolge verlassen kann. Diese Schwäche kommt auch in den Sozialisierungsmassnahmen in Bagdad zum Ausdruck. Kassem wollte das Beispiel Nassers nachahmen und erliess ein Gesetz, demgemäss die ausländischen Firmen im Irak 51 Prozent ihres Aktienkapitals Irakern übergeben müssten. Radio Bagdad meldete, dass eine britische Importfirma schon dabei sei, den Wünschen der irakischen Regierung nachzukommen, doch die wichtigsten ausländischn Unternehmen, nänPich die Oelgesellschaften, denken gar nicht daran, die irakischen Forderungen zu erfüllen. Der irakische Petroleum- Minister Salman äusserte sich zwar in drohenden Worten gegen die Oelgesellschaften und bezeichnete alle ihre Berechnungen als gefälscht, aber die Oelgesellschaften haben bis heute keine der weitreichenden Forderungen des Irak angenommen. Sie haben gemäss dem alten Vertrag mit der irakischen Regierung verlangt, dass ein internationales Schiedsgericht zur Schlichtung des Streits eingesetzt werden soll, und Bie haben bereits ihren Vertreter für das Schiedsverfahren ernannt. Jetzt muss Kassem sich entscheiden, ob er sich auf das Schiedsverfahren einlassen oder unter Bruch internationaler Abmachungen Gewalt gegen die Oelgesellschaften anwenden will. Geht er auf das Schiedsverfahren ein, so macht er -sich in der arabischen Welt nach dem Kuweit-Misserfolg erneut lächerlich. Andererseits schreckt er vor Gewaltmassnahmen gegen die Oelgeselschaften zurück. So befindet sich Kassem in einer wenig angenehmen Zwickmühle, und Pressevertreter und diplomatische Beobachter sagen ihm keine gute Zukunft voraus, obwohl er sich bisher immer noch behaupten konnte. (Schluss von Seite 1) den, in den Dörfern und an den Grenzen, in Stadt und Land, in ihrer grossen Mehrheit in den Reihen der Allgemeinen Arbeiter-Gewerkschaft zusammenzufügen, mit den gleichen Arbeitsbedingungen, ohne Unterschied der Partei, der Gemeinschaft und des Herkunftslandes. Desgleichen muss man die be sebeidenen Anfänge mit Wohlwollen betrachten, die in jüngsten Jahren von freiwilligen Elementen in den Dörfern, in den Grenzgebieten und in den von neuen Einwanderern bewohnten Vierteln unter der erwachsenen Generation von Männern und Fraueu und vor allem unter den jungen Müttern gemacht wurden, um sie in der hebräischen Sprache und Kultur zu unterweisen und sie zu befähigen, ungehindert am Leben des Landes und den Problemen der Gesellschaft An teil zu nehmen. Wir müssen diese Pioniere ermutigen und . unterstützen und. uns bemühen, diese Arbeit im Rahmen des Möglichen zu erweitern. In diesem Jahr nahm die Einwanderung aus den östlichen und westlichen Ländern ihren Fortgang, und wenn wir auch noch weit von dem uns gesteckten Ziel etnfernt sind, so dürfen wir doch nicht geringschätzig auf das blicken, was wir in diesem Jahr bei der Einordnung der Einwanderer, dem Bau von Wohnungen und Häusern für diese neuen Einwanderer und für die Lösung ihrer Probleme erreicht haben. Wir verweisen mit Befriedigung auf die sich immer enger gestaltenden Bande mit den Judenheiten in der Diaspora und deren Besorgnis um die Probleme und Schwierigkeiten, denen sich die Bevölkerung Israels gegenübersieht. Wir anerkennen die ehrliche brüderliche Hilfe und die moralische, politische und ökonomische Unterstüt zung. die dem Staat Israel geleistet wird. In diesem Jahr haben wir das Netz unserer Verbindungen mit den ^ändern de3 Auslands erweitert, Ländern mit einer alten Kultur, die der unseren in ihrer Entwicklung voraus ist, und Ländern im Aufbau, die erst heute an der Schwelle der modernen Kultur stehen, mit Ländern, von deuen wir viel lernen können und Ländern, die sogar von uns lernen können. Wir haben eine Befestigung der Freundschaftsbande erreicht, die uns mit anderen Staaten auf dem Gebiet des Handels und der kulturellen Be Ziehungen verknüpfen, sowie in den gegenseitigen Freundschaftsbesuchen ihrer Staatschefs in unserem Land und unserer Besuche in ihren Ländern. Wir konnten in diesem Jahr auch einen wirtschaftlichen Aufschwung, eine beschleunigte Steigerung unserer Industrie und Landwirtschaft erzie*en. In den neuen Zentren unseres Landes wurden zusätzliche Versuche für die Kombination der landwirtschaftlichen Kolonisation mit industriellen Unternehmungen durchgeführt. Wir setzen erfolgreich unsere Bemühungen fort, um neue Naturschätze zu entdecken und aus dem Boden wichtiges Rohmaterial an Mineralien und chemischen Substanzen zu gewinnen, die für unseren Ackerbau, unsere Industrie und unseren Eport von ungeheurem Wert sind. Wir haben die ersten Schritte zum Bau zweier wichtiger Häfen in den beiden Meeren getan, die die Küsten unseres Landes umspülen, in Elat und Ashdod, Häfen, die uns grosse Dinge für die Zukunft versprechen. Allerdings darf man nicht die Tatsache übersehen, dass der relative ökonomische Fortschritt manches Mai eine Gefahr einschliesst und eine künstliche Hebung des Lebensniveaus, sowie ein künstliches Steigen der Preise und eine übertriebene Sucht nach Luxus verursacht Weiterhin besteht die Gefahr, dass die neue Wirtschaftspolitik, welche kürzlich von der Regierung eingeleitet wurde, um einer weiteren Teuerung Einhalt zu gebieten, keinen Erfolgt bringt, wenn die Bevölkerung es nicht verstehen wird, sparsamer und bescheidener zu leben. Zur gleichen Zeit ist es die Pflicht unserer Bevölkerung und der Regierung, eine jede böswillige Erhöhung der Preise zu verhindern und eine wirksame öffentliche Kontrolle über diese auszuüben. Die überraschenden Angriffe, deren Gegenstand wir in den letzten Wochen waren, bestäigen und verstärken unsere heilige Pflicht und die Pflicht der gesamten Judenheit gegenüber unserem Volk und unserem Staat, ihre Anstrengungen zur Konsolidierung der Sicherheit Israels und Sicherung seiner Verteidigungskraft nicht zu verringern. Wir stellen mit Bedauern fest, dass unsere Lage sich nicht geändert hat, seit der biblische Psalmist mit folgenden Worten klagte: „Ich bin für Frieden; aber wenn ich auch dazu rede, sie wollen Krieg.” (Psalm 120). Wir haben unser Land schon empfangen, aber noch ist es uns nicht gelungen, seinen Frieden zu sichern; noch sind wir das Ziel von Provokationen böswilliger Nachbarn, die von fernen und mächtigeren Ländern ange- 'spornt werden. Doch wir hegen die aufrichtige Hoffnung, dass wir in unseren Tagen und in den Tagen unserer Söhne Zeugen des Friedens sein mögen, der sich unter den Völkern durchsetzt. Der Staat Israel wird immer das erste Land sein, das jede Anstrengung für die Errichtung eines wahren Friedens unter den Völkern machen wird. Resolution dos Weltkongresses Mailand. — Hauptthema der kiirzlichen Tagung der europäischen Exekutive des Jüdischen Weltkongresses in Mailand bildeten die Versuche extremistischer Kreise in der deutschen Bundesrepublik und anderen Ländern, antisemitische Tendenzen für die von ihnen angestrebte Unterhöhlung der demokratischen Ordnung auszunutzen. Dabei wurde besonders auf die wachsende Propagandatätigkeit rechtsradikaler und antijüdischer Elemente hingewiesen. In einer Entschliessung stellte sich die Exekutive hinter dte kürzliche Resolution des Zentralrats der Juden in Deutschland, in der die Oeffentlichkeit auf das Wirken der neonazistischen Publikationen in der Bundesrepublik Deutschland aufmerksam gemacht wurde. Die deutsche Bundesregierung wurde in der MailänderEntsehliessung zu sofortigen rechtlichen und administrativen Massnahmen gegen die rechtsradikalen Kreise aufgeforfctert Eine Veroeffontiichung Bonn. — Der Zentralrat der Juden in Deutschland gab die Veröffentlichung einer Zusammenstellung von Dokumenten über die Kriegsverbrecher - Prozesse der Bundesrepublik bekannt.Der Dokumentensammlung ist ein Vorwort vorangestellt worden, das von Dr. van Damm geschrieben wurde. Im Vorwort heisst es unter anderem, dass die öffentlichen Geschichtsforscher das Recht und die Pflicht haben, sich mit diesem Material vertraut zu machen, um späteren Generationen die Folgen des nazistischen Antisemitismus vor Augen zu führen. Ein Innenminister bedauert Hannover. — Der niedersächsische Innenminister Otto Bennemann hat die Schändung des jüdischen Gemeindefriedhofs in Barsinghausen (Landkreis Hannover) als „abscheulich” bezeichnet und die Bevölkerung aufgerufen, bei der Aufklärung dieser Straftat mitzuhelfen. Für Hinweise, die zur Klärung der Tat führen, wurden vom Innenminister eine Geldbelohnung von 300« Mark und vom Landkreis Hannover von 1000 Mark ausgesetzt. Auf dem Gemeindefriedhof sind von noch unbekannten Tätern 24 Grabsteine umgeworfen und zerstört worden. Der abseits von Barsinghausen liegende Friedhof wird seit Jahren von einem Gärtner betreut, der die Grabschändungen eotdeckto. (AWZ)

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