Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1959 (11.5.1962)
- Date
- 1962-05-11
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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. Vien*«. 11- «I« M*y« de 19«2 SEMANA ISRAELITA Añ< XXIII. — No. 1959 — 17 Theodor Here! •vr PUEYRREDON 21901. St. DIE GESETZE DER GALUT Medinat Jisrael, der jüdische Staat, ist ein Kind der zionistischen Bewegung. Der Zionismus als solcher ist so alt wie die jüdische Galut, wie die Zerstreuung unseres Volkes nach der Zerstörung unseres Tempels. Jeder Jude, der aus Israel in die Diaspora gezogen ist, nahm die Zionssehnsucht in sei- nem Herzen mit in die Fremde. Er bewahrte die Zionssehnsucht auch dann, wenn ihm die Fremde zur neuen Heimat geworden war. Zu allen Zeiten hat sich diese Zionssehnsucht ihre eigenen Ausdrucksformen gesucht, und zu allen Zeiten sind Männer aufge- Btanden, die zur Rückkehr nach Zion aufforderten. Einige der Versuche, Juden nach Israel zurückzubringen, gelangen, andere scheiterten. Die Zeit für die Wiedererrichtung des jüdischen Staates war noch nicht gekommen. In der grossen Zeit der Blut« des westeuropäischen Judentums, das mit seinem Eindringen in die europäische Kultur die Lösung der brennenden jüdischen Frage von J. BENZION für sich gefunden zu haben glaubte, standen viele Männer — und unter ihnen Persönlichkeiten von hohem Rang — auf, die vor Verblendung warnten und ihre Zeitgenossen aufforderten, zu den Quellen des Judentum zurückzukehren und alle Kräfte darauf zu konzentrieren, dass die jüdischen Massen nach Erez Jisrael auswanderten, um dort ihre Heimat wiederzufinden. Unter diesen Mahnern waren drei Persönlichkeiten, denen eine besondere Bedeutung für die jüdische Geschichte beizumessen ist: Moses Hess, Leon Pinsker und Theodor Herzl. Sie analysierten die jüdische Situation meisterhaft, erkannten die Grundprinzipien, die in unserer Geschichte walten, und sahen den Weg zur Lösung der Probleme. Am klarsten hat Herzl, der Meister der Sprache, der erste grosse Politiker, den die Ju den nach langen Zeiten wieder hatten, formuliert, ge sprochen und geschrieben. Er warnte vor citm Untergang des europäischen Judentums, den er .voraussah. und er zeigte den Weg zur Rettung des Volkes: die Wiedererrichtung des jüdischen Staates. Die von Herzl geschaffene Bewegung hat vor 14 Jahren den Staat Israel geschaffen. Die Zionistische Organisation erfasste niemals die grossen Massen, auch wenn diese begeistert den Parolen Herlzs, Weizmanns und Ben Gurions zu folgen bereit waren, um die drei Stadien der Entwicklung durch drei überragende Persönlichkeiten zu verdeutlichen. Der moderne Zionismus, der auf den alten Quellen beruht, aus denen jüdisches Leben und Denken gespeist wird, hat seine politischen Grundsätze aus geistiger Orientierung und praktischer Erfahrung geschöpft. Gelten diese Gesetze, insbesondere über das jüdische Schicksal in der Galut, auch heute noch nachdem das grosse Ziel der Schaffung eines jüdischen Staates erreicht worden ist? EROEFFNUNGSVERANSTALTUNG am MITTWOCH, DEN 16. MAI, um 20 Ufer 45 im Salon Conde 1345; DER LEHRHAUS - GEDANKE IM JUDENTUM Begrüssungen - Referat: Dr. Meir Rosenberg Beginn der Lehrkurse: MONTAG, DEN 21. MAI, 20 Uhr 30 im Gemeindehaus Gramer 2060 T0 1. Kurs: BIBELKUNDE: Dr. Meir Rosenberg (BEGINN 20 UHR 30 pktl.) 2 Kurs: GEGENWARTSKUNDE: Dr. Swarsensky I. Abend; DER STURM ZIEHT AUF (Geistige Lage der Juden zwischen den Zeiten) (BEGINN 21 UHR 20) 3. HEBRAEISCHE KURSE: 1. Jahr: Montags: 18 Uhr 30 und Mittwochs: IS Uhr 15 2. Jahr: Dienstags und Donnerstags: 17 Uhr 3. Jahr: Montags: IT Uhr und Mittwochs: 17 Uhr 50, Alle Kurse finden in der Cramer 2060 statt Oder sind die Gesetze der Galut durch die Staatsgründung Israels aufgehoben worden? Manche glaubten, die Zionistische Organisation nabe ihre Funkitonen mit der Gründung Israels erfüllt. Wozu brauchen wir noch eine zionistische Organisation, fragten sie, und es waren meistens dieselben, die Diese Frage schon gestellt haben, bevor es ein Israel gab! Die 44 Jahre der staatlichen Eigenexistenz Israels haben den Beweis gebracht, dass wir die Zionistische Organisation heute mit derselben geschichtlichen Notwendigkeit brauchen wie früher, auch wenn sie neue oder andere Aufgaben zu erfüllen hat. Für eine Bewegung kann es nicht nur darauf ankommen, ein Ziel zu erreichen, sie muss auch danach streben, das Erreichte zu bewahren und zu verteidigen. In dieser Situation befinden wir uns heute. Es gibt abgesehen von allen theoretischen oder prinzipiellen Fragen viele Aufgaben, die von der Zionistischen Organisation und nur von ihr erfüllt werden. Die Verteidigung der nationaljüdischen Positionen in allen Ländern, soweit dies möglich ist, obliegt nach innen und aussen der Zionistischen Bewegung, die das Gewissen der Judenheiten in der Galut ist, die über den jüdischen Weg wacht, vor abwegigen Experimenten warnt und immer die Fahne Zions als Symbol unserer Einheit und unserer Zukunft entfaltet. Die Zionistische Organisation hat die Aufgabe, den Juden in aller Welt zu sagen, dass die Gesetze der jüdischen Geschichte für die Galut nicht aufgehoben worden sind, nachdem wir den Staat haben. Der eigene Staat gibt jedoch jedem die Möglichkeit, jederzeit in das Land Israel zurückzukehren. Kein Jude braucht mehr an fremde Türen zu klopfen. Und noch eines: der Staat Israel hat das Ansehen der Juden in der Welt gestärkt und dies auch dann, wenn die anderen einen Unterschied zwischen Israel und Judenheit ma‘ chen. Die Zionistische Organisation hat die Funktion, darüber zu wachen, dass Jijden diesen Unterschied für sich nicht anerkennen. Wir bedauern, dass die Gründung Israels allein nicht ausreichte, um die Gesetze der Galut aufzuheben. Aber wir müssen den Mut haben, die Dinge zü sehen, wie sie sind, und nicht immer nur so, wie wir es uns wünschen. Dass die Gesteze der Galut auch heute noch gelten, das haben die Juden in beinahe allen lateinamerikanischen Ländern am eigenen Leibe verspüren können, bis in diese letzten Tage hinein. Noch immer sind sie das geeignete Ablenkungsmittel von den wirklichen Problemen und Sorgen eines Landes, noch immer sind sie die ersten Opfer einer politischen Entwicklung -wie etwa in Kuba, wo die Juden über Nacht verarmten und auswandern mussten, noch immer Bind sie der ..willkommene’" Prü- T. E. 83 - 2613 - 5722 Î i 5708-5. U \ j Unser Gruss dem Jischuw ISRAELS l ~ * - i Unsere Bereitschaft i zum Einsatz für den Aufbau | — ★ — Unsere Solidaritaet mit dem jüdischen Volk — ★ — Unser Ruf an alle zur Mitarbeit an den gemeinsamen Aufgaben der Zukunft — ★ — '' THEODOR HERZL GESELLSCHAFT zum 14. Jahrestag der Gründung der MEDINATH JISRAEL NACHRICHTEN AUS ISRAEL MOSCHAWIM IM NEGEYV „Die Gesellschaft zur Entwicklung der Moschawim im Negew”, deren Zweck die Verbesserung der wirtschaftlichen Lage der Genossenschaftsdörfer im Negew ist, hat mit ihrer Arbeit begonnen. Sie wurde von drei Ortsräten im Negew: Merehawim, Schiachim und Asata — in deren Gebieten sich 31 Moshawim aller Strömungen, durchwegs vom Keren Hajessod errichtete Neusiedlungen befinden — gegründet. JESCHIW A STUDENTEN In den letzten Jahren hat Israel eine besondere Anziehungskraft auf Studenten in westlichen Ländern ausgeübt, die ins Land kommen, um an Jeshiwot zu gelknabe, so „willkommen”, dass man sie sogar in Ländern als die Schuldigen bezichtigt, in denen es keine oder nur verschwindend wenige Juden gibt. Die Gesetze der Galut, die Erkenntnisse der zionistischen Bewegung, die Warnungen, die von ihren Repräsentanten ausgesprochen wurden, sind heute so gültig wie vordem. Wir haben grosse und schwere Aufgaben zu erfüllen: gegen den Unverstand in den eigenen Reihen anzukämpfen, die zionistische Idee überall zu vertreten und die Anstrengungen des Aufbauwerkes in Israel zu verdoppeln. Das uns am 14. Jahrestag der Unabhängigkeit Israels bewusst zu machen, ist wichtig. Erkennen wir unsere Aufgaben und erfüllen wir sie. Die zionistische Idee ist eine der grossen in unserer Geschichte wirkenden Kräfte; sie ist es auch heute. Wir sind aufgefordert, aus dieser Erkenntnis und diesem Verstehen die praktischen Folgerungen zu ziehen. lernen. Viele von ihnen »'änderten einzeln und individuell ein; in den letzten Wochen trafen jedoch mit Hilfe der Einwanderer-Abteilung der Jewish Agency in New York eine Gruppe von 30 „Jeschiwa - Bachurim” ein, die sich im Lande niederzulassen gedenken. Sie sind in die Jeschiwot Chabad, Gur, Beiz ua. eingetreten. Es ist erwähnenswert, dass sich an den Jeschiwot der „Bne Akiba’’ und auch an anderen Anstalten junge, aus den Vereinigten Staaten eingewanderte Rabbiner befinden und dort unterrichten. DIE MAABAROT VOX RECHOWOT Von der Absorptions-Abteilung der Jewish Agency verlautet, dass die Maabarot in Rechowot dieses Jahr endgültig aufgelöst werden sollen. Zu diesem Zweck befinden sieh jetzt in Rechowot und Umgebung hunderte Wohneinheiten im Bau. EINWANDERER IN NAHARIA Nabaria hat im letzten Jahr etwa 450 Einwandererfamilien aufgenommen. Viele von ihnen haben ständige Arbeit in den Industriebetrieben der Stadt und ihrer Umgebung gefunden. Die beiden grossen Firmen „Isasl>est” und „Möller” allein haben 250 neue Arbeiter eingestellt. STRASSENBAU Im Adulamgebiet wurde der Bau von Verbindungs- Strassen und die Fertigstellung von Zufahrtsstrassen in Angriff genommen. Diese Arbeit erwies sich als notwendig nachdem der Autobusverkehr zu den Dörfern Zafririm und Giwat Jeschajal»u, die zum Siedlungsnetz des Keren Hajessod gehören. eingestellt werden musste, da die Zufahrstrasscn zu diesen Siedlungen mangelhaft waren. ' V.