Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1958 (4.5.1962)
- Date
- 1962-05-04
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/9616703-9612947-9613190--2080-9613202- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
FRANQUEO PAGADO I Concesión 908?f; TARIFA REDUCIDA < Li Concesión 1629 ISRAELITA No. 1957 RUENOS AIRES. VIERNES 4 DE MAYO DE 1962 No. 1958 EL EJEMPLA en toda la República R 5- >* V« PUEYRREDON 2190 19 fcq. T. E. 83 2613 Buenos Aires Nasser sieht überall Feinde mim UNTER eschew Der Chefredakteur der. auf die Sowjetunion, nicht führenden kairoer Zeitung! verlassen kann. Die Isolie- .,A! Aliram". Hassanein Hei-! rung beschränkt sich jedoch ka!, sah sich kürzlich zu cij nicht nur auf das Feld der i <_m bemerkenswerten Ein. Beziehungen zwischen Kairo gc-Linduis veranlasst: Ae-! und Moskau. Die Aegypter gypiea i>t heute isoliert, und haben das Empfinden, dass c:«s Regime Nasser hat mit | auch andere Staaten, insbesondere arabische grossen aussen- und innenpi duschen Schwierigkeiten zu kämpfen. Der Artikel IHikals könnte vielleicht als e n s der vielen Elaborate oer ägyptischen Presse ab g an worden, aber Hassa nein Heikal ist als enger Freund Nassers bekannt und seine Aufsätze geben meist oie Auffassung des Staatseh:fs Aegyptens wieder. Nach Meinung von Hassanein Heikal wurde die Iso lierung Aegyptens besonders deutlich, als Russland anlässlich des Aufnahme-Antrags von Kuweit in die UN mit dem Irak gegen die Aufnahme stimmte und damit die Bemühungen Aegyptens um Zulassung von Kuweit vereitelte. Heikal macht darauf aufmerksam, dass Kairo sich also nicht auf die Russen verlassen könne, die nicht nur an die Freundschaft mit Aegypten den ken. sondern die in den UN gemäss ihren eigenen Interessen vergehen. Da Kairo den Westen automatisch als Gegner betrachtet. fühlt Aegypten sich aussenpolitiseh isoliert, wenn es sich auf den grossen Gegner des Westens, Länder ' gegen sie auftreten und dass diese alles tun werden, um | sie zu isolieren. ,,Feinde ringsum” — das ist das Ge-! fühl in Kairo, und typisch I für die Stimmung in der 1 ägyptischen Hauptstadt ist das Eingeständnis der füh | renden Zeitungen, dass der j Vorsitzende des Gerichts für t Staats-Sicherheit von inne- : ren Feinden „liquidiert” ' wurdeweil er zu eifrig gegen die Reaktionäre vor- . ging- -! HUSSEIN IST VERDAECHTIG J Linter den arabischen Politikern ist der König Hussein den Aegyptern augenblicklich besonders verdächtig. ' Lange Zeit hatte Hussein wegen der schwierigen Sij tuation in seinem Land und! im ganzen Mittleren Osten ‘ Amman nicht verlassen könj nen. Vor kurzem sah er jedoch die Lage in seinem I Staat als so stabil an, dass | er sich zu einem längeren , Aufnthalt nach Grossbritan- ' nien begab. Dort traf er u. a. auch mit dem britischen j Premierminister MacMillan I zusammen, und nach Meinung der Kairoer Zeitungen und desägyptischen Rundfunks diente die Reise Husseins nur ,.finsteren imperialistischen Zwecken’-. Transjordanien ist für Kairo nach wie vor eine Ba-; stion des Imperialismus, I weil der Staat sowohl von den USA als auch von Grossbritannien beträchtlij che finanzielle Unterstiit-! zung erhält. Darüber hinaus der werden als Reaktionäre abgelehnt, weil sie gegen den ägyptischen Sozialismus auftraten, und Kairo kritisierte sogar den Iman von Jemen, weil er von Nassers Sozialisierungs-Massnahmen nichts wissen wollte. Es liegen zwar keine kon- | kreten Beweise dafür vor. dass Hussein geheime Verj bindungen zum Cento-Pakt von BORIS SMOLAR New York. — Das jüdische Problem in der Sowiet umon wird in einem besonderen Kapitel des neuen Bu wR^S 3ndu Unter Krutsehew” behandelt, das Alexander Werth soeben herausgegeben hat. Der bekannte Journalist der viele Jahre hindurch in Russland gelebt?üdisehltrpttnw€ Auffaslung' dass «3 in Wahrheit8zwei jüdische Probleme in Russland gäbe. Die eine Gruone a>!tere£ *Iensch?n gebildet, die religiös und mit dei jüdischen Kultur verbunden sind, und die starke Sympathien für Israel empfinden. Diese Gruppe von Juden — so sagt Werth — jst im Verschwinden begriffen. russt- —=_ ... - - ehemals Bagdad-Pakt) anj bildet heute schon eine Minderheit unter d-eiT iussiwill Hussein jedoch, so mein- I geknüpft hat, aber der trans i ®chen Juden. Der Autor versichert, dass die grosse Mehrte wenigstens Radio Kairo, ‘ jordanische König hat durch heit der russischen Juden nicht mehr die jiddische Spramit Grossbritannien Verein- : sein Verhalten den Aegyp- ' ci>e benutzen und sie auch nicht beherrschen Sie seien DER OBERSTE SOWJETISCHE RAT London. Zum ersten Male in seiner Geschichte hat ■ ... der oberste sowjetische Rat. der das russische Pirla- 1 SanSs erwähnten Hassanein rr Anf Kl 1 1 n^ *^i. * -«• _ . U n i L n 1 I A V* *» r* 7^ i ■ v» 11 nTi Aegyplern einigen Anlass zu Befürchtungen und zu Angriffen gegeben. Noch während Hussein sich im Ausland aufhielt, brachte der trans jordanische Rundfunk die Wiedergabe einer auf Tonband aufgenommenen Rede, in der der König Nassers Regime mit beispielloser Schärfe angriff. Er erwähnte zwar weder den Namen Nassers noch den Aegyptens,, aber er sprach von einem Herrscher, ,.der in seinem Land eine bisher ungekannte blutige Tyrannei eingeführt hat”, und der „die Idee des arabischen Nationalismus missbraucht, um ein Regime schlimmster Unterdrückung zu etablieren.” Hussein warnte die Einwohner Transjordaniens, den Propagandalosungen Aegypwerden im Sender Kairo jej tens und Nassers zu folgen, den Tag als ,.Feudalismen” i da sie nur ihre Freiheit einbeschimpft, und der ägypti- I büssen können, sehe Rundfunk sagt dem! Die Propaganda-Abteilung heutigen syrischen Regime , der Arabischen Liga bemüht keine lange Lebensdauer j sich gerade jetzt, die Agitavoraus. Die Türken werden seit Jahren von Kairo als „Knechte des Imperialisbarungen über gemeinsame j „imperialistische Aktionen” I im Mittleren Osten treffen. Hussein ist ein Gegner , der grossen Revolution, die I Nasser einleitete, und er lehnt die Umwandlung Ael gyptens in einen sozialisti- I sehen Staat ab. Er will ver- | hindern, dass die Idee des j Soziaismus auf andere Ori- J ent-Staaten übergreife; und ' zu diesem Zweck will er eine grosse Anti-Nasser-Koalij tion schaffen. Als Partner ] für diese Verbindung kommen die Türkei, Syrien, der , Irak und evtl, auch Saudi Arabien — so glauben \ve- | njgstens die Aegypter — in Betracht. Für die Aegypter sind die Oberhäupter aller dieser Staaten Reaktionäre. Die Führer des neuen Syrien und fühlen sich mus” verdammt; und auch Kassem wurde von dem einir.ent bildet, zugegeben, dass die Juden in erster Linie ■die Opfer nazistischer Massenmorde gewesen sind, die sowohl innerhalb Russlands wie in anderen Ländern begangen wurden. Es heisst, dass man zu diesem Ergebnis nach gründlichen Studien in Moskau gelangt sei. Wahrend einer langen Periode, insbesondere während der antijudischen Verfolgungen unter Stalin im Jahre 1948, die noch bis in die Aera von Krutschew hineinreichten, varen die offiziellen Richtlinien der kommunistischen Heikal im ,.Ahram” kürzlich heftig angegriffen. Nach Meinung von Heikal (der tion der Liga durch Eröffnung neuer Büros zu verstärken. Der Generalsekrej tär der Liga Hassouna forj derte von den arabischen I Staaten energische Massnahmen gegen Aethiopien und Persien wegen der Beziehun. gen dieser Länder zu Israel. nicht sonderlich an Israel interessiert nur zum russischen Volk gehörig. Das zweite Problem stellen die Juden dar, die sich an das russische Volk assimiliert haben, und die glauben. dass sie völlig in die russische Gesellschaft .Ungeordnet seien. Diese Juden aber, so sagt Werth, fühlen, dass sie doch nicht hundertprozentig als gleichwertige sowjetische Bürger akzeptiert sind. Sie haben ein unangenehmes und unsicheres Gefühl, zumal in ihren Dokumenten als Nationalität „jüdisch” und nicht russisch oder ukrainisch angegeben ist. auch wenn sie dort geboren sind. Viele wollten ihre jüdischen Namen ändern und Namen annehmen, bei denen man nicht auf den ersten Blick erkennt, dass es sich um Juden handelt. Aber die Behörden gestatten derartige Namensänderungen nicht. Werth stellt dann fest, er habe mit vielen dieser modernen Juden, insbesondere mit der Jugend gesprochen, die durch die Haltung der russischen Behörden enttäuscht seien, weil man ihnen nicht erlaubt, sich vollständig zu assimilieren. Diese Juden seien treue Diener des sowjetischen Regimes und völlig russifiziert. Sie können kein Wort Jiddisch sprechen und haben auch kein Interesse für Israel. Aber diese Kreise sind auch nicht blind. Sie wissen, dass man ihre völlige Angleichung und Einordnung nicht wünscht, jedenfalls nicht in dem Masse, wie sie es wollen. Sie hegen die Befürchtung, dass sie trotz ihrer bedingungslosen Treue zum Sowjetstaat eines Tages dis kriminiert werden könnten, auch wenn dies heute noch nicht der Fall ist. Der Autor kommt schliesslich zu dem Ergebnis, dass die Haltung der russischen Regierung gegenüber diesen Juden ungerecht sei. auch in diesem Falle die! Hassouna will die arabische Auffassung Nassers wiedergab) gibt es heute im Irak überhaupt kein wirkliches Regime. In diesem Lande besteht ein politisches Va- Einheit fördern, aber alle Anzeichen deuten darauf hin, dass die Liga einer neuen schweren Krise entgegen geht und mehrere Mit- Partei, die Juden überhaupt nicht als Opfer des Naziskuum’ .und Kassem. tastet j gliedsstaaten im Rat der Limus zu erwähnen. ' ’ j sich zwischen den miteinan- T , . . . ’ „ der streitenden Gruppen da-! Iil.deT1 letzten Sitzung des Obersten Sowjetrates wur-; hin. um seine Herrschaft zu - retten. Aegyptische Zeitun- | gen erklärten in den letzten 1 Wochen mehrmals, dass mit ' einem Umsturz im Irak in j allernächster Zeit zu rech- ■ nen sei. ] König Saud und seine Brüde offiziell über dieses Thema gesprochen. Die Juden wurden in einer langen Rede vor dem Parlament erwähnt. Alexander Kornichuk. ein berühmter Theaterschriftsteller und Mitglied des Obersten Sowjet, der auch I einer der aktivsten sowjetischen Führer im sogenannten Weitfriedensrat ist, wurde damit beauftragt, den Anteil 1 der jüdischen Märtyrer in einem offiziellen grossen Werk darzustellen. Dieser Beschluss ist die Antwort auf die aus dem Ausland kommenden Proteste gegen die erneute Verfolgung der Juden in Russland. Als man einen Bericht des russischen Aussenministers debattierte, der sich mit der Frage der Abrüstung und der Atomversuche beschäftigte, ergriff Kornicnuk das Wort und beschuldigte den Westen, die deutsche Politik während des Krieges und ihre Massenmorde völlig zu ignorieren. In diesem Zusammenhang erwähnteer die Juden, die unter den ersten Opfern der Nazis gewesen sind. Er sagte vor dem Parlament: „Die Juden, die Polen und andere Völker sind von den Nazis massakriert worden. Sie wurden in die Konzentrationslager geschickt, ln diesen Todeslagern, zu denen nicht nur Auschwitz und Buchenwald, sondern auch Babi Yar, in der Nähe von Kiew, gehört, haben die Nazis viele tausende Juden ermordet.” In der Erwähnung von Babi Yar erblicken viele eine Antwort auf ein Drama, das diesen Namen als Titel trägt, das von einem modernen russischen Dichter namens Eugen Evtuehenko verfasst worden ist. Dieses Drama hatte Proteststürme von Seiten anderer russischer Autoren hervorgerufen, welche die klassisch« Linie vertreten. In diesem Werk hat Evtuehenko den innerhalb des russischen Volkes lebendigen Antisemitismus angegriffen, in dem er die Massengräber von Babi Yar als Symbol darstellte. ga gegen Nassers Revolu tion auftreten werden, die bei ihnen erheblich Unruhe und Befürchtungen hervorrief und deren V'ege sie als den Arabern wesensfremd empfinden. Ein Kampf zwischen „Revolution” und ..Reaktion” im arabischen Lager steht bevor. Gegen die Haltung Washingtons Washington. — Dem nordamerikanischen Repräsentantenhaus wurde innerhalb einer Woche die zweite Resolution vorgelegt, in der vom Staatssekretär Dean Rusk eine Rechtfertigung für die unverständliche Haltung Nordamerikas in der Debatte über die syrisch-israelischen Zwischenfälle verlangt wurde. Rusk solle jetzt die Haltung des Staatsdepartements verteidigen, die zu einer Zensurierung Israels vor den UN geführt habe. Der nunmehr vorgelegte Antrag stammt von dem de- Nazi Rockwell Washington. — Der berüchtigte nordamerikanische Nazi George Rockwell und zwei seiner Gefolgsleute wurden mit Gewalt aus einer Senatssitzung entfernt, weil sie sich geweigert hatten, die Hakenkreuze abzulegen, die sie an ihrer Kleidung trugen. Der Vorfall erregte Aufmerksamkeit, weil Rockwell Widerstand leistete. (ITA> 95 arabische Studenten Jerusalem. — In diesem Semester studieren an der Hebräischen Universität 95 Araber, darunter 2 Frauen. Eine Umfrage ■ lichkeit“: 46 Prozent: mehr j Eintluss, 12 Prozent: weni- | Köln. - Das Bielefelder! Einfluss, 28 Prozent: ge- J Emnid-Institut hat kürzlich rade richtig, hinsichtlich der l mokratischen Abgeordneten j Das sind sieben mehr als im Baratt O'Hara (Illinois) und : vergangenen Jahr. Je 29 Stilist beinahe gleichlautend \ dieren Medizin und Rechtsmit dem vor einigen Tagen ' Wissenschaften, 23 Soziologie vorgelegten Antrag des Ab- 4 Höhere Mathematik und geordneten Leonard Färb- . Physik, 4 Biologie, 4 Sozialstem.! arbeit und 2 Landwirtschaft. eine Meinungsumfrage zum Problem des vermeintlichen Gruppeneinflusses durchgeführt. Die Frage lautete: „Sind Sie der Meinung, dass die nachstehenden Gruppen im Bundesgebiet mehr Einfluss. weniger Einfluss oder gerade so viel Einfluss haben, wie ihnen zukommt?“ 18 Prozent der Befragten vertraten die Ansicht, dass lie Juden mehr Einfluss hätten, als ihnen zustehe (im vergangenen Jahre hatten 19 Prozent diese Antwort gegeben). 15 Prozent (gegen über 16) meinten, sie hätten weniger Einfluss“, 25 Pro- .evangelischen Geistlichkeit“: 8 Prozent: mehr Einfluss. 25 Prozent: weniger . Einfluss, 47 Prozent: gerade j richtig, und hinsichtlich der J „Bankiers und Grossindui striellen“: 59 Prozent: mehr j Einfluss, 11 Prozent: weni- / ger Einfluss, 12 Prozent: gej rade richtig. I Ausgewiesen , z2nt 11961-'23) entschieden Ausländische Beobachter sind der Meinung, dass aus j sich für „gerade richtig“ 42 der Rede des Abgeordneten Kornichuk entnommen werj Prozent waren ohne Meiden kann, wie empfindlich die russische Regierung für ■, nung.Im Vergleich dazu laudie Kritik aus dem Westen an der antisemitischen Poli tik der Sowjets ist. teten die Antworten bezüglich der „katholischen Geist- London. — Der Chefredakteur der Beiruter englisch - sprachigen Zeitung ,,Beirut”, Michael Erskine, ist von der libanesischen Sicherheitspolizei zum Verlassen des Landes aufgefordert worden. Erskine ist ritischer Staatsangehöriger und seit vieleri Jahren journalistisch im Nahen Osten tätig. (AWZ) AUSZEICHNUNG Jerusalem. — Dr. José Peco, Professor an der Universität La Plata. deren Präsident er ist, erhielt als erster den Preis „Jorge Garcia Granados”, der vom zentralen Institut für kulturelle Verbindungen mit Ibero-Amerika verliehen worden ist. Professor Pico ist auch der Präsident des Argentinisch-Israelischen Instituts für Kulturaustausch und war früher Mitglied des argentinischen Parlaments. Der Preis wurde ihm seiner besonderen Verdienste wegen zugesprochen, die er sich durch viele Jahre aktiver Arbeit zur Stärkung der kulturellen Beziehungen und der Freundschaft zwischen den beiden Ländern erworben hat. Insbesondere aber wurden seine Verdienste für di-e wertvolle Tätigkeit anerkannt, die er enfaltet hat. als diese Freundschaft auf die Probe gestellt war. (ITAi Registro de la Propiedad Intelectuaj No 656.63c Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavii 831