Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1958 (4.5.1962)
- Date
- 1962-05-04
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, 4 de Mayo de 1962 LA SEMANA ISRAELITA Año XXIII. — No. 1958 — 9 Theodor He PUEYRREDON 21901. St. * T. E. 83 - 2613 .-îëïfffEfSSlSSlE ÍS1?Í?T* n:. 'i ,í,, „ „Ar AÍn a i.,» i ■ ,«xn A rwiríi c^llurrlrofpnHon V^rlnirii- JOM HAATZMAUTH Die Idee wurde vor eineinhalb Jahren, bei einer Tassee Kaffee in einem telaviver Strandcafé geboren. Fünf junge Männer sassen dort zusammen und sprachen über die Art und Weise. wie die meisten jungen Leute ihr Leben verbringen — ohne Ziel und Inhalt. Ihre Welt ist der von Menschen wimmelnde, in Neonlicht getauchte „Broadway” von Tel Aviv, die Dizengoff- Strasse, oder genauer ge sagt, das Stück vom Zina- Platz bis zum Café Kassit. Die fünf jungen Leute standen kurz vor Beendigung ihres Militärdienstes. Sie‘waren auch in Tel Aviv aufgewachsen und gehörten zu der sogenannten „Espresso - Generation”. Aber sie wollten nicht in die Stadt zurückkehren und so weiterleben, wie sie es vor ihrer Militärzeit getan hatten. ALF DER SUCHE NACH NEUEN AUFGABEN Doch was sollten sie machen? Die alte Generation schien ihnen nichts hinterlassen zu haben als die ruhmreiche Geschichte des Pioniertums. Doch sie glaubten nicht, dass bereits alle von EMANUEL PRATT Aufgaben erfüllt worden seien. Es musste auch für sie noch etwas zu tun geben. Was ist heute für das Land am wichtigsten? Die arabische Bockade zu brechen, selbstverständlich, die Suezfrage zu lösen oder einen andern Ausweg zu finden. Jadas war es! Einen neuen Kanal bauen, der das Mittelmeer mit Elat verbindet, der allen Schiffen offen steht. Ja, das ist das Richtige! Die Jugend Israels wird diese Aufgabe freiwillig übernehmen. Gebt uns nur die Pläne, und wir werden sie ausführen! Kein einziger junger Mann, kein einziges Mädchen wird in der Stadt bleiben. Sie sind dort nur, weil sie nichts zu tun haben, nicht wissen, wohin. Aber wenn man ihnen einen Lebenszweck gibt, werden sie kommen. Die Fünf liessen es nicht dabei bewenden. Sie suchten Herrn A. Wiener, den Direktor von Tahal, auf und entwickelten ihm ihre Pläne. Der Enthusiasmus der Jungen war ansteckend, aber wider seinen Willen musste Herr Wiener ihn dämpfen. Er sagte, es bestände wirklich die Idee und sogar ein ungefähres Projekt für ein israelisches Suez, aber zur Zeit seien diese aus technischen und topographischen Gründen nicht zu verwirklichen. EINE „KOOPERATIVE STADT” Der Traum schwand dahin, aber der Gedanke setzte sich fest: etwas musste getan werden. Etwas Grosses, Waghalsiges und Nützliches, dass die Jugend Israels aus den Städten hinausziehen und ihr eine Lebensaufgabe geben würde. Dann, eines Tages, wurde die neue Idee geboren: wir werden eine neue Stadt bauen, aber keine gewöhnliche Stadt. Die neue Stadt wird eine riesige Kooperative sein, in der jeder den gleichen Anteil haben wird. , Es hört sich wie eine Utopie an”, sagt Zaki. einer der ersten zukünftigen Siedler”, „aber es ist keine. Wir sind uns bewusst, dass dieses Ziel nicht einfach zu erreichen ist, aber das ist bei jeder grossen Sache so.” Die Fünf suchten den Jüdisches Lehrhaus EROEFFNUNGSVERANSTÄLTUNG am MITTWOCH, DEN 16. MAI, um 20 Uhr 45 im Salon Conde 1345: DER LEHRHAUS - GEDANKE M JUDENTUM Beginn der Lehrkurse: MONTAG, DEN 21. MAI, 20 Uhr 30 im Gemeindehaus Cramer 2060 TO 1. Kurs: BIBELKUNDE: Dr. Meir Rosenberg (BEGINN 20 UHR 30 pktl.) 2 Kurs: GEGENWARTSKUNDE: Dr. Swarsensky I. Abend: DER STURM ZIEHT AUF (Geistige Lage der Juden zwischen den Zeiten) f (BEGINN 21 UHR 20) 3. HEBRÄEISCHE KURSE: t. Jahr: Montags: 18 Uhr 30 und Mittwochs: 19 Uhr IS 2. Jahr: Dienstags und Donnerstags: IT Uhr 3. Jahr: Montags: 17 Uhr und Mittwochs: 17 Uhr 50, Alle Kurse finden in der Cramer 2060 statt. stellvertretenden Verteidigungsminister, Schimon Peres, auf, der diesen Soldaten — sie waren damals noch nicht vom Militär entlassen — zur höchsten Zivilbehörde zu gehören senien und ihre Pläne fördern und die Sache in Gang bringen könnte. Sie setzten ihm ihre Gedanken auseinander und nannten sogar den genauen Ort. wo sie die neue Stadt errichten wollten: Maale Akrabim — Skorpion Pass. Der Grund für die Wahl des Ortes war, dass die Errichtung einer Sladt an dieser Steile den Verkehr auf der alten Strasse nach Elat heben und den Siedlern die Möglichkeiten geben würde, bei der Gewinnung von Phosphaten in Ein Jahaw und der Ausbeutung anderer Bodenschätze zu arbeiten. , Ein weiterer Anreiz war das! ausgezichnete Klima des Ortes und die grossartige Landschaft. DER SEGEN DES „ALTEN MANNES” Peres hörte - sie an und sagte ihnen, dass sie wiederkommen sollten, wenn sie achtzig an der Zahl wären, Nach kurzer Zeit war es so weit. Peres empfing sie wieder und verschaffte ihnen sogar eine Unterredung mit Ben Gurion in Sde Beker. „Der alte Mann” ragte ihnen offen, dass ^r nicht genau verstandwas sie mit einer ..kooperativen Stadt” meinten, aber wenn sie eine solche St">dt bauen wollten. würd-° e~ ihnen gern jede mögliche Hilfe gewähren. Er schlug nur eine kleine Aenderung in der Wahl des Ortes vor und le^te ihnen nahe, sich am Rande von Makhtesch Ramon anzusiedeln oder ri^h mit der dort bereits ‘vnrhandor,en Sladt zusammenzuschliesren. Sie waren mit dem vorgeschlagenen Ort einverstanden, aber nicht, sich mit den Einwohnern von Ramon zusammenzutun, Sie wollten ihre eigene. kooperative Stadt bauen. Das Verteidigungsministerium und andere zuständige Instanzen gaben ihre Einwilligung. Eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung zur Errichtung der „Stadt Ramon” wurde gegründet .und eingetragen und an das Kooperativzentrum der Histadrut angeschlossen. Man verhandelte über vorläufige Anleihen. Vor einiger Zeit kamen die ersten Siedler nach dem „alten” Mizpe Ramon und übernahmen eines der Fertighäuser. die j;tzt dort errichtet werden. PLANUNG Aber was ist nun eigentlich eine kooperative Stadt? Welche gesellschaftliche Form wird sie haben und für wieviel Menschen ist sie geplant? Wo wird sie liegen? Menasch? Halevi, der 25jährige Bürgermeister der „Geisterstadt”, -beantworte diese Frage folgendermassen: Sie wird 3—4 km nordöstlich von der bestehenden Stadt Mizpe Ramon entfernt liegen und ist für 10.000 Einwohner geplant. Ihre endgültige Form wird eine Gesellschaftsform sein, die noch nicht dagewesen ist — eine Art Kompromiss zwischen einem Kibbuz und mner Stadt, in der jeder ein- ¡GEMEINSAME FEIER j der THG mit BET ISRAEL HM tHH ¡am DIENSTAG, DEN 8. MAI, um 21 Uhr. pkti. M RR 5 IM SALON CONDE 1345 Si 1. Teil: ¡Kompositionen von Kapellmeister Ernst Stein K j vergetragen von Alfred Baruch (Tenor) Szene: AUF DEM WEG NACH ISRAEL (Vorführung der Jugend) Ansprache: Df. KÄRDI SWARSENSKY 2. Teil: Lechayim — Pemütl. Beisammensein — Tanz zelne Bürger mit seinem Einkommen (oder Verlust) machen kann, was er will (oder kann). Jeder Siedler hat einen namentlichen An teil von 4.000.— IL, aber der Besitz eines solchen Anteils entbindet ihn nicht von der Pflicht, wirklich in der neuen Stadt zu wohnen. Jeder, der ausserhalb lebt, wird automatisch ausgebürgert, und seine Mitgliedschaft verfällt. Eine wichtige Grundregel: alle Siedler werden das gleiche Gehalt erhalten, mit einer kleinen Zulage (maximum 15 Prozent! für Facharbeit, spezielle Aufgaben, Ueberslunden und für Akademiker. Eine andere interessant« Grundregel ist: jede Parteitätigkeit ist innerhalb des Stadtbereiehs verboten. Jeder, der diese Vorschrift verletzt, wird aus der Stadt ausgewiesen werden. Menasche ist schon gewohnt, dass die Menschen ihn anstarren, wenn er darüber spricht. Er redet mit leiser, monotoner Stimme: „Wir sind nicht hierher gekommen, um zu spielen oder Zionismus zu predigen. Wir sind gekommen, um zu versuchen, eine neue Gesellschaftsform für Menschen zu schaffen, die weder in der Stadt leben noch in den Kibbuz gehen wollen.” | Es sind etwa 120, die sieh | um die neue Fahne scharen, j 80 sind bereits am Ort und j arbeiten in den verschiede j nen Sieinbriiehen in Makhj teseh oder bauen Häuser für die Stadt Mizpe Ramon, die ebenfalls im Wachsen be- | griffen ist. Der Jüngste von ihnen isf 21. der Aelt’ste, Izchnk Harpazi, 41, Vater von fünf Kindern und ehemaliger Marinesoldat. Er hat eine Stelle beim Zollamt und eine b-queme Wohnung in Jerusalem aufgege- Hebraeiscke Universifaet Washington. — Das Landwirtschafisministerium teiit mit, dass es drei Freistellen für Forschungsarbeiten an der Hebräischen Universität zur Verfügung stellt. Diese Forschungsarbeiten werden mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Zunächst wurde ein Betrag von hunderttausend Dollar hierfür ausgeworfen. ben und ist entschlossen, ein neues Leben zu beginnen. GROSSARTIGE LANDSCHAFT Gegenwärtig ist das Hauptproblem der Frauenmar.gel (5 unverheiratete Frauen sind am Ort, etwa 40 werden im Laufe des Jahres hinzukommen). Abgesehen davon geht alles glatt, und „es gibt keine Probleme”, wie man beim Militär sagt, von dem die meisten erst vor kurzem entlassen wurden. Anleihen? Das wird die Histadrut übernehmen. Dann wird die Sache erst in Schwung kommen und die ersten Untern;hmen errichtet werden, Mechanik-, Keramikwerkstätten, usw. Das wichtigste Unternehmen, uas für etwas später g plant ist. wird ein Betrieb für Automontage sein. Ausserdem ist natürlich Touristik das beste Geschäft in einem Ort wie Ramon, der am Rande einer der grandiosesten Schlucnien der W?e)t liegt, mit cUr schroffen WTj,dnis von Zi;, zu seinen Fii?sen und der grossartigen Wüste von Paran im fernen Süden, riss sich wie eine p'Tsncasti'ch? Silhouette am Horizont abzcichnet. ituuiuiussiiiuiiusuiiiiiuuusticmiiisiuiissu uiissHmsümuimüuuisiisiüiiiütinmiumi