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Jüdische Wochenschau · 1962-04-26 · 1957 (26.4.1962) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1957 (26.4.1962)
Date
1962-04-26
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German, Spanish
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Jueves, 26 de Abril de 1962 LA SEMANA ISRAELITA Año XXIII, — No. 1957 — 11 Solol und seine Traeger 'VERZICHT AUF LEIBBRAND Die Ueberschrift dieser Plauderei soll keine Abhandlung ii b er Treibstoffe und ihre Produzenten ankündigen. Sie bedeutet lediglich das Stichwort zu einer Betrachtung, zu der ich angeregt wurde, als ich erfuhr, Sonol sei die Verkürzung des Firmennamens Sonneborn Oil. Das an sich inhaltlose Wortgebilde erhielt für mich Leben; ich fühlte mich von ihm angesprochen zur Rückschau in längst vergangene Tage. In Köln war es, wo ich täglich an einer Fabrikanlage vorüberging, welche die Wohnhäuserreihe in der unendlich langen Luxemburgerstrasse unterbrach, und weithin sichtbar den Firmennamen “Oelwerke Stern und Sonneborn A. G.‘* zeigte. Mein Interesse an dem Unternehmen war damals gering, war schwächer als das an einem zweiten, das auf der andern Strassenseite sich hinter einem mehrere hundert Meter langen Lattenzaun verbarg, auf dem in schwarzen Riesenleitarn aufgemalt zu lesen war: Bernstein & Wolffsohn. Hier war das schier unübersehbar weit sich erstreckende Holzlager mit seinen vielen Arbeitern, deren Chef David Wolffssohn, der Gründer des Unternehmens gewesen war. Doch bald begann auch das Oelwerk meine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Das geschah, als ich einen der Besitzer kennen lernte, dem der Zufall seinen Platz in der Synagoge Roonstrasse neben dem meinen zugewiesen hatte. So fügte es sich, dass wir beide, Josef Stern und ich, zuweilen uns leise flüsternd etwas erzählten, obgleich wir im allgemeinen dem Schamasch keinen Grund gaben, uns zum Schweigen anzuhalten. Dieser Platznachbar also war einer der Inhaber der Firma, die schon damals sich eines internationalen Rufes erfreute. Zwei Jahrzehnte nach seinem Tode begegnete mir sein Namen wieder, als ich mich in da; Studium einer Familiengeschichte vertiefte, die der Historiker Professor Wilhelm Levison bearbeitet hatte. Sie erschien 1952, fünf Jahre nach dem Heimgang des bonner Gelehrten, im Verlag Ludwig Roehrscheid. Bonn, unter dem Titel: „Die Siegburger Familie Levison und verwandt« Familien“ und gehört zu den wissenschaftlichen gediegensten jüdischen Familiengeschichten aus r serer Zeit (siehe „MB” Nr. 29 vom 20. 7. 1956) In ihr fand ich Aufschluss über die Entstehung und die Entwicklung des Oelwerkes sowie über den Lebensgang der Männer, die es begründeten . Josef Stern wurde 1851 in Breidenbach geboren in dem von Dr. S. BRAUN gleichen hessischen Dorf, aus dem auch der Hof- und Kammeragent Wolf Breidenbach (1750—1829) stammte, dem das Verdienst mitgebührt, die Abschaffung des schändlichen Leibzolls erkämpft zu haben. Auf Vorschlag seines jüngeren Bruders Leo, der für eine leipziger Firma reiste, eröffneten beide 1880 unter der Bezeichnung „Gebr. Stern“ in Köln ein Geschäft für Wagenfette und Maschinenöle. Bald schon gingen die unternehmungslustigen Kaufleute dazu über, die Ware selber herzustellen, zuerst Vaseline, dann konsistente Maschinenfette. 1886 trat Jacques Sonneborn, ein Vetter der Sterns, ebenfalls in Breidenbach geboren, in die Firma ein. Sie hatte sich mittlerweile schon hohes Ansehen auf dem Kontinent erworben. 1889 entstand ein zusätzliches Werk im Freihafen von Hamburg. Dorthin verschob sich auch bald das Schwergewicht der industriellen Tätigkeit der drei Chefs, Leo Stern und J. Sonneborn siedelten nach Hamburg über, Josef Stern behielt die Leitung des Kölner Werkes. Es entstanden weiterhin Zweigniederlassungen in Frankreich, England und Italien, und 1898 wurden die ersten Verbindungen mit Russland und den Vereinigten Staaten angeknüpft. Fünf Jahre später trat die Firma in enge Beziehungen zu einer A. G. in Antwerpen, deren Hauptaktionäre die Gebr. Nobel in St. Petersburg waren, und welcher der Verkauf der gesamten russischen Mineralöle ausserhalb Russlands übertragen war Damals wurde die Privatfirma Gebr. Stern in eine A. G. umgewandelt. Sie firmierte als „Oelwerke (Ossag) Stern und Sonneborn A. G.“. Ihr Kundenkreis umfasste im deutschen Reichsgebiet die Eisenbahnen, die Schiffahrtslinien, das Reichsmarineamt und andere Heeresstellen, die in Friedens¬ und Kriegszeiten mit den erforderlichen Spialölen beliefert wurden. Nach dem Ende dek Ersten Weltkrieges lösten sich die meisten Verbindungen mit ausländischen Firmen, und nach der Inflation erwies sich der Anschluss der Ossag. fortan „Rhenania Ossag“ genannt, an die niederländische Stell- Gesellschafts als zweckmässig. Die Brüder Stern traten von ähren Posten zurück. 1933 mussten auch alle übrigen jüdischen Mitarbeiter ihre Stellung aufgeben. Josef Stern starb 1934 in Köln, J. Sonneborn 1936 in Baden- Baden. Das Kapitel das nun beginnt. konnte Prof. Levison nicht mehr schreiben, da er es nicht erlebte. Es führt ISRAEL - BRIEFMARKEN j Aj! WIEDER VEHR AEUFER - ALLE NEU AOSGA- « BEN ZUM OFFIZIELLE» PREIS * Agencia Filatélica cficia! del Estado de Israel, l VUMOKTE 550. I/B — Bueno* Airea, R«f Ardentía* f Wie liegen die Feiertage im Jahre 5722? Donnerstag den 26. April Dienstag, den 1 Mai Mittwoch den 9 Mal Donnerstag, den 7 Juni Freitag, den 8 Juni Sonnabend, den 9. Juni Donnerstag, den 19. Juü Mittwoch, den 8. August Donnerstag, den 9. August Freitag, den 28. Septemoer 8. Tag Pessach — Acharon schei Pessach Gedenken des Aufstandes im Ghetto vod Warschau Yom Haazmaut Erew Schawuot 1. Tag Schawuot 2. Tag Schawuot Fasten Schiwa assat be Tamus Erew Tischa be Aw Tischa be Aw Erew Rosch Hasehana uns über die USA nach Israel, und die kommerziellen Aktionen die es darzustellen hätte, sind in ihren Einzelheiten dem Schreiber dieser Zeilen nicht bekannt. Es kann deshalb hier nur skizzenhaft etwas darüber ausg;sagt werden. Um die Versorgung mit Mineralölen sicherzustellen, gründete die Regierung Israels 1951 die „Chewrat Hadelek Hajisraelit“. Diese Gesellschaft sah sich zunächst einer schwierigen Situation gegenüber.Sie musste Lieferanten finden, die den arabischen Boykott nicht fürcnteten, und auch Besitzer von Tankern, die trotz der Aufnahme in die Schwarze Liste ihre Schiffe an die israelische Gesellschaft zu verpachten geneigt waren. Weiterhin musste sie im Kampf mit ausländischen Konzernen, welche die Entwicklung der „Delek“ zu hemmen versuchten, ihre Kraft und Eignung erweisen. Nur allmählich gelang cs ihr aller Schwierigkeiten Herr zu werden. 1955 begannen die ausländischen Oelgosellschaften, die während der Mandatszeit im Lande gearbeitet hatten ihre Geschäfte mit Israel zu liquidieren, ohne Zweifel unter dem Druck der Araber. Ihr Besitz ging in die Hände von jüdischen Unternehmern, sowohl israelischen als auch ausländischen, über. 1955 erwarb „Delek” das Eigentum der Esso (Standard Oil). Ein Jahr später gingen die Anlagen und Vermögenswerte der Socony Vacuum-Gesellschaft in den Besitz der Sonol über, einer für Israel von amerika nisch-jüdischen Investoren ins Leben gerufenen Gesellschaft, an deren Spitze R. Sonneborn steht, der auch die Mehrheit der Aktien hat. Schliesslich trat noch eine dritte Gruppe jüdischer Investoren auf den Plan und übernahm die Vermögenswerte des Shell-Konzerns- Es ist die von dem englischen Juden Issak Wolffson und der israelischen Regierung begründete Gaseil schaft „Paz”. Damit waren die Versorgungs- und Vermarktungs - Geschäfte für Treibstoffe in die Hände jü. discher Unternehmer gelegt. Nehmen wir noch das Faktum hinzu, dass auch die Raffinerie-Anlagen bei Haifa im Jahre 1958 übernommen wurden, und nach und nach auch die erforderlichen Oeltanker unter Israels Fahne ihre Fahrten aufnahmen, so ergibt sich das erfreuliche Bild einer Unabhängigkeit München. — Die Stadt Münchengladbach hat darauf verzichtet, von dem unter Mordanklage stehenden Städteplaner Professor Dr. Ing. Kurt Leibbrand ein Gutachten für ihre Verkehrsplanung anfertigen zu lassen. Nachdem bereits andere Städte ihre Verträge mit Professor Leibbrand ge- Treibstoffwirtj dient. israelischen schaft. Der einflussreiche Industrielle R. Sonneborn gehört! zu den jüdischen Unternehmern in den Vereinigten | Staaten, die immer regsten Anteil an der Entwicklung und Festigung des jüdischen I Staates genommen haben. Er stand vor einigen Jahi ren an der Spitze der Aufbringung von Geldern für Israel. Es braucht nicht bej tont zu werden, dass er öfters das Land besucht hat. und dann auch Mitglieder der Familien Stern und Sonneborn, die in Israel, z. T. durch seine Hilfe, eine neue Heimat gefunden haben. Tausendfältig schaut das Schild Sonol die an den Tankstellen vorbeikommenden Menschen an. Mir aber, dem Fremdling auf dem Felde industrieller und kommerzieller Tatsachen, sagen die fünf Buchstaben mehr. Sie erinnern mich an den Lebensweg jüdischer Männer, die, aus einem weltentlegenen Dörfchen Deutschlands stammend, zur Höbe des Erfolges emporstiegen, und deren Nachkomme das Unternehmen des Vaters jenseits des Atlantik fortführte und gl-ichsam — einem Wink der Vorsehung nach! folgend — jetzt auch der altstrebenden; reuen Heimat seines Volkes löst hatten, war er von der Stadt Münchengladbach gebeten worden, für sie zu arbeiten. Bevor jedoch eine schriftliche Vereinbarung getroffen wurde, verzichtete die Stadt wieder, weil inzwischen Anklage gegen Leibbrand erhoben worden war, teilte die Stadtverwaltung auf Anfrage mit. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat Anklage gegen Leibbrand erhoben. Die Anklage lautet auf Mord in 26 Fällen und versuchten Mord in mindestens fünf Fähen. Leibbrand war auf d?m Frankfurter Flughafen festgenommen worden. Gegen ihn schwebte schon eineinhalb Jahre lang ein Ermittlungsverfahren. Am 22. August hatten die Verteidiger Leibbrands erklärt, ihr Mandant fühle sich im Sinne der Anklage nicht schuldig. Er habe lediglich den von höherer Stelle erteilten Befehl zur Erschiessung an seine Kompanie weitergegeben. Die Ermittlungen um das Massaker, das sich in der Nacht zum 22. August 1944 in der Nähe des Gehöfts La Mornasse im Rhonetal. etwa drei Kilometer nördlich Orange, zugetragen hat, dauern auch nach der Anklageerbebung noch an. (AWZ) Als VERLOBTE grüssen EVELYN M. GRUNEBAttM IVAN R. DRESSNER Maure 2818 Buenos Aires 737 Crown St. Brooklyn, New York Empfang: Sonnabend, den 28. April 1962, Salon Arcos 2319, von 17 bis 19 Uhr. Einheitskampagne für ISRAEL 1961 Wir bitten alle rueckslaendigen Beisteuerungen sofort einzusenden. ANNAHMESTELLEN: CAMPAÑA UNIDA PRO ISRAEL. COMITE CENTROEUROPEO Sarmiento 2376,39, T. E. 47-3820 UND SAEMTLICHE SEKRETARIATE DER ANGESCHL0S» SENEN ORGANISATIONEN UND GEMEINDEN Gentileza de LA SEMANA ISRAELITA

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