Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1956 (19.4.1962)
- Date
- 1962-04-19
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Jueves. 19 de Abril de Ï9C2 LA SEMANA ISRAELITA Afio XXIII. — No. 1956 € Feignisse der Woche DER Synagoge Die Helden des Ghetto II. Sw. —: 19 Jahre sind es her. dass das Ghetto von Warschau kämpfte, ln einem der schwärzesten Augenblicke der jüdischen und der allgemeinen Geschichte, als die sittlichen Grundlagen des internationalen Zusammenlebens erschüttert und zu einem guten Teil bereits zerstört waren, als die Hoffnung der demokratischen Völker auf eine bessere Zukunft im dunklen Grauen eines trüben Alltags versank, da waren es die JUDEN des GHETTO, da waren es die Totgewei'nten, die in einer bewundernswerten seelischen Grösse das zerbrochene Banner der Freiheit erhoben. Für einige wenige, echte Sternstunden der Menschheit erstahlte der niemals verlöschende Glauben an eine bessere Menschheit, an eine bessere Zeit, an eine bessere Zukunft. Wie ein leuchtendes Fanal wollten die Juden im Ghetto aus der Enge ihrer Gefangenschaft, aus der Düsternis ihres trostlosen Daseins, aus den Niederungen ihres Sklavenschicksals die übrige Menschheit rufen, wollten sie die anderen zum Widerstand anspornen und ihnen Mut einflössen. — Es waren nicht nur Helden, die im Ghetto gegen einen übermächtigen, barbarischen Feind aufstanden, um das Antlitz der Menschheit zu säubern und zu retten, das von den Hitleristen beschmutzt wurde. Diese Männer und Frauen waren grosse Menschen, die ihr Leben bewusst und wissend aufs Spiel setzten, um die menschliche Würde und die Würde der Menschheit zu retten. So sollte eigentlich dieser Gedenktag mehr sein als ein jüdischer Trauertag. Er sollte zu einem Symbol aller freien Menschen erhoben werden, die sich von den Schlacken des Totalitarismus, sowie des Völker- und Rassenhasses gelöst und befreit haben. Dieser Ghetto- Gedenktag sollte zum Weltfreiheitstag gemacht werden, wo allen Freiheitskämpfern, allen, die gegen Unterdrückung aufgestanden sind, der Tribut der Dankbarkeit gezollt wird. Leider sind wir wieder einmal weit von einem solchen Ziel entfernt. Schon wieder haben die Ungeheuer der Zerstörung, der Feind Schaft, des Hasses ihr widerliches llaupt erhoben. Aber auch in dieser Stunde sollen wir das Beispiel und mutige Sterben der Ghetto- Kämpfer vor Augen haben. Auch oder gerade in solchen Zeiten der Gefahr müssen wir es sein, die nicht nur fiir uns oder für unser Volk allein, sondern für die ganze Menschheit oder deren Ideale eintreten. — 'Die diesjährige Feier unter der Aegide der DA1A findet aus kalendarischen Gründen erst am 29. Mai statt. Der Ged?nktag ist der 27 Nissan, der auf den 2. Mai fällt.) — Erfreuliche Zusammenarbeit In der vergangenen Woche fand die Generalversammlung des Zentraleuropäischen Comités der Vereinigten Kampagne für Israel statt. Ueber den Verlauf dieser Generalversammlung, die auch einige neue Anregungen erörterte, wird gesondert berichtet werden. — Es ist ein offenes Geheimnis, dass aus Gründen, die hier nicht im einzelnen analysiert werden sollen, gewisse Spannungen innerhalb unserer Kollektivität bestehen. Die Fronten haben sich zwar im Laufe der vergangenen 20 Jahre nicht unerheblich verschoben, und wer damals auf einer Linie mit seinen Freunden marschierte, hat inzwischen neue Bundesgenossen und neue präsumptive Gegner gefunden. Nun kann man es durchaus nicht als ein Unglück bezeichnen, dass es Meinungsverschiedenheiten und Auseinandersetzungen gibt. Wäre das nicht der Fall, so würde überall Stagnation herrschen. Unser organisationelles Leben leidet sogar an dieser Einförmigkeit der Gesinnungen und Meinungen innerhalb der verschiedenen Organisationen und Gemeinden, in denen es weder geistige Auseinandersetzungen noch echte Diskussionen gibt. Deswegen ist unsere Kollektivität auch stehen geblieben, wenn man den Bau einiger schöner Häuser und die Projekte über neue Bauten nicht unbedingt als geistigen (und auch nicht als materiellen) Fortschritt zu betrachten geneigt ist. Innerhalb der Organisationen (Gemeinden) gibt es al Tief erschüttert beklagen wir den Heimgang des Präsidenten unserer Bau- und Finanzkommission und ehemaligen Vorstandsmitgliedes, Herrn ARMANDO GOLDSCHMIDT Mit grossem Interesse und Eifer hat er sich stets für die Förderung aller unserer Bestrebungen eingesetzt. Sein kluger Rat wird uns bei der Erfüllung unserer Aufgaben fortan sehr fehlen. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. ACHDUS 1SROEL Moldes 2449 /1 DANKSAGUNG Für die zahlreichen Beweise herzlicher Anteil nähme anlässlich des Hinscheidens unserer lieben Mutter, Schwiegermutter und Grossmutter. Frau CELIA P. de PLAT sprechen wir unseren innigsten Dank aus. FAMILIE PLAT ] so keine echten Auseinani | dersetzungen, und ausser-; I halb auch wenige,, und die . wenigen werden keinesfalls auf einer sachlichen Ebene ausgetragen, sondern sind mit persönlichen Ressentiments belastet. NUR an EI NER Stelle arbeiten alle wirklich harmonisch zusammen: im Comité für die Einheitskampagne. Dort gibt es keine persönlichen Differenzen, obwohl alle Gemeinden dort vertreten sind, und wenn es Debatten gibt, so sind sie sachlich und niemals durch die vermeintlichen Interessen der Organisationen (Gemeinden) bedingt. Mit Recht wurde auf der Generalversammlung des Kampagne-Comités gefragt, warum es nicht möglich sein solté, auch auf ande ren Gebieten zu einer sachlichen und fruchtbaren Zusammenarbeit zu gelangen. Die Antwort hat keiner geben können, jedenfalls keine sachlich-begründete Antwort. Die Arbeit, die von diesem Comité geleistet wird, ist nicht nur die Erfüllung einer Pflicht gegenüber dem jüdischen Volk und gegenüber Israel, sondern gleichzeitig eine Pionierleistung für den weiteren Aulbau unseres organisationellen Lebens in Argentinien. Hundert Jahre Congregación Israelita Die Congregación Israelita Argentina, die älteste jüdische Organisation in Argentinien, begeht in diesem Jahr ihr hundertjähriges Bestehen und lud die argentinische Presse zu einer Konferenz und zum Besuch ihres Tempels in der Strasse Libertad ein. Herr Rabbiner Dr. Schlesinger zeigte den Journalisten, die wohl noch nie in einer Synagoge gewesen waren, den grossen Tempel und erklärte die Einrichtungen und Bauten. Im neuen grossen Festsaal der Congregación fand dann eine Pressekonferenz statt, auf der u. a. die Rabbiner des Tempels, die Herren Dr. Guillermo Schlesinger und Meyer Marshall über die weitverzweigte Kulturarbeit der Gemeinde sprachen, die den ersten Tempel in Argentinien errichtet hat und auch ein grosses Schulnetz in Argentinien unterhält. Die Gemeinde wurde von zentraleuropäischen Juden gegründet und gehört auch zu den Mitbegründern unserer Chewra Keduscha und Kehilla, ist aber sonst autonom. Die Gemeinde wrar auch an anderen Gründungen wie dem Mädchenwaisenhaus. Hilfsorganisationen für jüdische mittellose Einwanderer und Lehrerseminaren beteiligt. Sie gründete die Höhere Lehranstalt für jüdische Wissenschaften, die bereits mehr als zweihundert jüdische Lehrer ausgebildet hat. Besonders aktiv arbeitet die Gemeinde auf dem Gebiet der Jugendarbeit, die besonders unter der Leitung des jungen Rabbiners Marshall Meyer grosses Inter esse an jüdischen Belangen bekundet. Der Tempel ist der grösste der Hauptstadt und Sammelpunkt jüdischen Lebens. Die Gemeinde, vor hundert Jahren von zwanzig deutschjüdischen Familien gegründet, ist heute eine festfundierte Gemeinschaft und ein Beweis des jüdischen Aufbauwillens und Organisationstalents. Die Congregación wird das hundertjährige Jubiläum mit vielen Veranstaltungen gebührend feiern und begann das Jubiläumsjahr mit dieser Pressekonferenz, um auch die argentinische Oeffentlichkeit über die Aufbauarbeit der jüdischen 13 01) •. ■ "i im Hogar Adolfo Hirsch San Miguel der Asociación Filantrópica Israelita (Hilfsverein>, Buenos Aires. Die Synagoge ist durch ihre Schlichtheit von einer ungewöhnlichen Schönheit, die jeden Besucher tief beeindruckt. Dem Hilfsverein und dem Architekten. Herrn Dr. Mond, gebührt die vollste Anerkennung der ganzen jüdischen Kollektivität für die Schaffung dieser Synagoge, die nicht nur für die im Heim lebenden, sondern auch für die in der Umgebung wohnenden Juden errichtet wurde. Foto Cllroenn Gemeinschaft 2U informieren. (Wir werden über weitere Veranstaltungen berichten.) — Weihestunde in San Miguel Auf Einladung der „Asociación Filant-ópica Israelita”, des Hilfsvereins, fanden sich am vergangenen Sonntag in San Miguel zahlreiche Freunde dieser Organisation sowie die Insassen des ..Altersheims”, dessen Personal und die dort Erholungsuchenden zur Einweihung des neuen Kulturzentrums zusammen, zu welchem vor nunmehr 18 Monaten der Grundstein gelegt worden war. In schlichten Worten, bevor die Teilnehmer an dieser Veranstaltung das Gebäuc’e betraten, sprach Herr Ernesto Oppenheimer seitens der Baukommission den Dank an alle diejenigen aus, nicht zuletzt an die Bauarbeiter, die zum Gelingen dieses grossen Werkes beigetragen hatten. Diesen Worten fügte der Präsident des Hilfsvereins, Herr -Ing. Fuerth, einige Bemerkungen über die Bedeutung dieses Hauses hinzu, indem er auf die im Synagogenraum angebrachten Sinnsprüche verwies und Herrn Oppenheimer" einen besonderen Dank ausspraeh, weil ohne sein unermüdliches Wirken das Zustandekommen in dieser kurzen Frist fraglich gewesen wäre. (Vorangegangen war der Minchagottesdienst im alten Beetsaal). Nachdem die Schlüssel des Hauses über geben worden waren, betraten die Teilnehmer die Synagoge, deren einfache Schönheit, eine hervorragende architektonische Leistung ihres Erbauers, des Herrn Architekten Dr. Mond, tief beeindruckte. Es handelt sich um ein Gotteshaus, das jederzeit in einen grossen Vortragssaal umgewandelt werden kann, das selbst einer grösseren Gemeinde zur Ehre gereichen würde. Der festliche Akt begann mit dem Gesang von „Ma tauwoh” durch die reinen Stimmen des Kinderchors der Gemeinde „Bet Israel”. Dann erfolgte der feierliche Einzug der Thoraroilen. in deren Begleitung die Herren Rabbiner den Saal betraten. Unter Absingen der beim Einheben und Ausheben üblichen Gebete, von den Herren De Levie und Wolff. dem ständigen ehrenamtlichen Prediger und Vorbeter von San Miguel, vorgetragen, vom Kinderchor in sehr angenehmer Weise unterstützt, erreichte die Feier ihren Höhepunkt. In diesem ergreifenden ' Augenblick nahm 'Rabb. Dr. Schlesinger das Wort zu seiner Weiherede. Vom Schriftwort ausgehend „eine Leuchte sei Dir das Gebot und die Weisung Dein Licht”, erinnerte der Rabbiner im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Pessachfesle an das Licht in den Häusern der Israeliten. während der Schrecken einst die ägyptische Umwelt ergriffen habe. Mit der W'eihe dieses schönen Hauses habe die Filantrópica eine hohe Stufe der Entwicklung erreicht. An ein Wort Prof. Abraham Heshels erinnernd, dass es das höchste Privileg sei, für die alten Menschen zu sorgen vor allem in einer Zeitepoche, in der man oft das Alter geringschätze, bemerkte Dr. Schlesinger, dass es eine Probe für die Reife eines Volkes bilde festzustellen, wie es sich zu seinen Alten verhalte. Das Altern bedeute doch zugleich ein inneres Wachstum, und deshalb sei die religiöse u :d geistige Stärkung, die Förderung des Gemeinschafts - Bewusstseins, von gleichem Wert wie die Sorge um das physische Wohlergehen. In Anlehnung an die Worte des Propheten Maleaehi vom Tage zuvor, dem „grossen Sabbat”, von der Annäherung der Herzen, vom Sich-Finden von Jung und Alt zueinander, betonte Dr. Schlesinger, dass mit dieser heute eingeweihten Synagoge die brüderliche Aufnahme innerhalb der grossen jüdischen Gemeinschaft in Ar. gentinien restlos vollzogen sei. Nachdem Rabb. Dr. Schle- Singer das ,,Ner Tamid” entzündet hatte, sang der Kinderchor „Adaun Aulom” worauf Kantor De Levie das werktägliche Maariwgebet in der Feiertagsmelodie vortrug, dem der Märtyrer- Kaddisch folgte. Dem Fest - Gottesdienst schloss sieh ein gemütliches Beisammensein im grossen Essaal an, wo man noch einige Zeit harmonisch zusammenblieb. Hier, eingeleitet durch den Gesang der Hatikwah, begrüsste Rodolfo Hirschfeld, der Präsident der Centra, den Vertreter der israelischen Botschaft, die Herren Rabbiner, die sämtlich erschienen waren sowie die Vorstandsmitglieder der Gemeinden und Organisationen. In seiner Ansprache gedachte Herr Hirschfeld der Bemühungen der Centra um die Kulturarbeit und der oft übersehenen Tatsache, dass unsere jüdischen Sorgen gegenüber früheren Zeiten seit der Gründung des Staates Israel in einem anderen Lichte betrachtet werden dürften. Mit sehr herzlichen Worten des Ausdrucks jüdischer Solidarität und der persönlichen Genugtuung, an dieser Stelle im Namen der 60.000 aus Mitteleuropa stammenden, in Lateinamerika lebenden Juden sprechen zu dürfen, schloss der Redner unter allgemeinem Beifall. Den Abschluss bildeten Dankesworte eines der älte- (Fortsetzung auf Seite 8) ***************************3^****-*'”--********* I MALERARBEITEN! I FACHMAENNISCHE AUSFUEHRUNG, SAUBER, * * PREISWERT, SCHNELLSTENS * % ALFREDO STERN Virrey del Pino 2639 J * T. E. 76-7281 y 76-9088 ~ * **-X*****»*****»****»*»***»***»**tt***»**-.,c Jüdische Wochenschau in Montevideo/Uruguay Einzelnummer 70 Centesimo* Jahresabono 45.— $ urug. ABONOS — AVISOS — COBRANZA Sra. L Löblowitz Paraguay 1164, piso 2, apt. 9 Distribuidor: KIOSK TUREK Constituyentes 1757 Tel. 42-640 ¿ÿlhaft.