Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1956 (19.4.1962)
- Date
- 1962-04-19
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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Jueves, 19 de Abril de 1962 L A SEMANA ISRA EL ITA Año XXIII. — No. 195« — 11 Verluste für das Judentum von Dr. E. G. LOWENTHAL IM JUEDISCHEN FRAUENBUND Mit dem Namen von Clara Samuel verbindet lange und alte Erinnerung insbe sondere die 1926 ins Leben gerufene „Zentralstelle für jüdische Adoptionsvermittlung” des ehemaligen Jü dischen Frauenbundes. Nun ist Clara Samuel nach einer Wanderung, die sie zunächst nach England, dann für lange Zeit nach Palästina/Israel und zurück nach Deutschland geführt hat, im jüdischen Altersheim in , Dortmund gestorben; sie , hat das gesegnete Alter von 83 Jahren erreicht. Als 1916/17 die vom preussischen Kriegsministerium angeregte, berüchtigte (und von Professor Franz Oppenheimer 1922 entlarvte und heftig kritisierte) „Statistik über die militärischen Dienstverhältnisse der deutschen Juden” durchgeführt wurde, fühlte sich Clara Samuel, Frau und Mutter von Kriegsteilnehmern, ausserdem ehrenamtliche Leiterin des örtlichen interkonfessionellen „Nationalen Frauendienstes”, ausserordentlich betroffen. In jenen Monaten begann sie das Jüdische in sich als ein für ihr Leben entscheidendes Element zu spüren. Ihre jüdische Arbeit, die in der Ortsgruppe des Jüdischen Frauenbundes und im Jüdischen Wohlfahrtsverband Elberfeld- Barmen (mit Arbeitsnachweis und Berufsberatung) ihren Anfang nahm, dehnte sich aus, verdichtete sich. Bald sah man Clara Samuel im Vorstand des Frauenbundes (mit und unter Bertha Pappenheim, Bettina Brenner und Hannah Karminski) und begegnete ihr bei Tagungen in Berlin und anderwärts. Die Adoptionszentrale war, genau genommen, ihr Werk, und diese Stelle hatte auch nur ihretwegen den Sitz in Elberfeld. Oftmals hat Frau Samuel . persönlich die von ihr „vermittelten“ Kinder den Pflegeeltem zugeführt, ja sogar ins Ausland. Später gehörte sie zu den Gründern der „Jüdisch - Demokratischen Vereinigung“, die nichts anderes als die Elberfelder zionistische Ortsgruppe war, und zu den Mitgliedern der Repräsentanz der Gemeinde. In der vor ihrer eigenen Auswanderung (Ende August 1939) liegenden Zeit der Bedrängnis und Verfolgung hat sie ausserordentlichen Mut bewiesen, zumal selbst noch die Nazi-Behörden vor ihr einigen Respekt hatten. Sie half jüdische Männer aus der Gefängnishaft befreien, und im November 1938 versuchte sie, Thorarollen vor dem Verbrennen zu bewahren. Gelungen ist ihr indes die Rettung einiger Gemeindeakten. In guten und in weniger guten Zeiten haben ihr Wesen und Wirken berechtigte Anerkennung gefunden. In der ihr vom Gemeindevorstand im Juli 1939 überreichten, von dem unveri gesslichen Rechtsanwalt Gustav Brück als Gemeindevorsitzenden Unterzeichneten Ehrenurkunde heisst es am Schluss: „Ihre menschliche Stärke, ihre jüdisch-frauliche Hilfsbereitschaft machte sie zu einem lebendigen; Mittelpunkt aller unserer ' Arbeit und unserer Bestre- 1 bungen. Ihr Wirken und ihr Schaffen innerhalb unserer Gemeinde wird uns allen unim-- ‘ Marokko Casablanca. — Wenichou, ' *iu marokkanischer Jude, (wurde zum Direktor der landwirtschaftlichen Abteilung in Marokko bestimmt. vergessen bleiben.“ Schon 1930 war sie zur Ehrenvorsitzenden des Jüdischen Wohlfahrtsverbandes Elberfeld-Barmen ernannt Worden. IN EINER MITTEL¬ GEMEINDE Der ehemalige lübecker Privatbankier Alfons Frank, einer der letzten Vorsitzenden der Israelitischen Gemeinde dieser Hansestadt, der vor einigen Monaten 85 Jahre alt geworden wäre, ist zu Jahresanfang in New York gestorben. Bis zu seiner Auswanderung nach Nordamerika 1938 spielte er im jüdischen Leben Lübecks eine führende Rolle, so in den Ortsgruppen des Central-Vereins, später des Jüdischen Kulturbundes und des Hilfsvereins der deutschen Juden, ferner in der Esra-Loge U. O. B. B. und in der Grossloge für Deutschland (Berlin). 1930 war er vom Senat der Stadt zum ehrenamtlichen Mitglied der Finanzbehörde berufen worden. Durch seinen Beruf, in dem er hohes Ansehen genoss, war er auch Mitglied der Hamburger Börse. Mit Alfons Franck ist ein hilfsbereiter, wohltätiger Mann dahingegangen der auch allgemeine Einrichtungen bedacht hat. VON DARMSTADT NACH ENGLAND Seit mehr als 10 Jahren war Dr. Erich Bienheim, der Ende Januar gestorben ist, der Rabbiner der liberalen Gemeinde der nordenglischen Industriestadt Bradford. Würzburger Dr. phiL und 1926 Absolvent der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums (Berlin), wirkte er als Dr. Bruno Italieners Nachfolger von 1928 bis 1939 als Rabbiner der früheren Israelitischen Gemeinde Darmstadt. Nach seiner Einwanderung nach England gehörte er zunächst zum Mitarbeiterstab der „West London Synagogue“. Dr. Bienheim stammte aus Duinen (Niedersachsen), wo er am 16. November 1898 geboren war. Ita BAYERISCHEN GEMEINDEBEREICH Dr. Carl Oesterreicher, der nach langer Krankheit im Januar in London dahingegangen ist, genoss in seiner Heimat, in Bayern und München, hohes Ansehen, sowohl in den Kreisen seines Berufsstandes — der geborene Aschaffenburger hatte sich 1904 als Anwalt in München niedergelassen — als auch im Bereich des jüdischen Gemeindelebens, mit dem er etwa seit 1908 verbunden war. In jener Zeit war er in die Vertretung der Israelitischen Kultusgemeinde München gewählt worden. Schon bald rückte er in den Vorstand und in das Präsidium, den engeren Vorstand, auf. Zeitweilig hatte er das Amt des Ersten Vorsitzenden inne. Von 1919 bis 1939 war er Stellvertretender Gemeindevorsitzender und daneben, ab 1933, Syndikus der Münchener Gemeinde und auch des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden. Seine Entlassung aus dem Konzentrationslager Dachau erfolgte unter der Bedingung, dass er Deutschland verlasse. Seit Anfang 1939 hat Dr. Oesterreich ln London gelebt. Am kommenden 12. Juli wäre er 85 Jahre alt geworden. HELFENDER LEITER DER AERZTESCHAFT Noch Anfang dieses Jahres hatte Dr. Frederick S. (Fritz) Aron, New York, in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des “Council for Protection of the Rights and Interests of Nazi Victims in the former Berlin Medical Profession“ einen Nachruf für den als Arzt, medizinischen Wissenschaftler und vielseitigen Helfer der jüdischen Flüchtlinge in Amerika verdienten Dr. Wilfred C. Hülse (aus Namslau/Berlin) mitunterzeichnet, da ereilte ihn selbst einige Tage danach der Tod. Vor 73 Jahren in Birkenfeld (Hundsrück) geboren, hatte er sich 1919 in Berlin als Arzt niedergelassen. Von 1933 bis 1938 war er der Leiter der Abteilung Heilberufe der Reichsvertretung der deutschen Juden und hat sich während dieses Zeitraums, gekennzeichnet durch hartnäckige Bemühungen um die Erhaltung der Existenz jüdischer Aerzte in Deutschland, ebenso grosse Verdienste erworben, wie nach seiner eigenen Einwanderung in USA., um die Rettung und die Einordnung vieler verfolgter Kollegen in die freie Welt. Dr. Aron war seit Gründung der Vorsitzende der „American Jewish K. C. Fraternity“ und seit 1954 auch der Max Mainzer Memorial Foundation (einer Stiftung, die nach dem ehemaligen frankfurter Arzt und jüdischen Politiker Dr. Max Mainzer benannt ist.) Der Verstorbene gehörte auch zum erweiterten Vorstand der “American Federation of Jews from Central Europe”. iimma „ ««yemer c cts«-« ec 3» COMITE CENTZIOEUKOPEO Corriente* 2294 — VI Stock - Y. E. 48-3695 «8.568! TORNEO JUVENIL DE FUTBOL El domingo 15 del cte. los tres partidos jugados por dicha copa dieron los siguientes resultados: Lamrot Hakol 4 — AMIA 3 NCI 2 — David Wolffsohn 2. Partido que se jugara otra vez el domingo venidero. Bet Israel A 11 — CIB 1. El próximo domingo 22 de abril se jugarán los siguientes partidos: COPA KKL Da- A las 14 horas: NCI vid Wolffsohn. Lamrot Hakol — ACIBA. A las 16 horas: Bar Kochba — NCI, Villa Ballester. CITA DE HONOR Nuevamente invitamos a todos y, en especial, a los miembros de las Comisiones Directivas de las organizaciones participantes para asistir a la fiesta deportiva de la juventud judía. OER KEREN KAJEMETH AM FREIHEITSFESTE Abermals begeht das jüdische Volk Pessach, die „Zeit unserer Befreiung”. Um diese Tage, da sich in Israel und in den meisten Ländern der Diaspora die Natur erneuert, die sich im Lande der jüdischen Zukunft in besonderer Schönheit präsentiert, soll auch in den Herzen der jüdischen Menschen eine gehobene, optimistische, Stimmung einziehen und sie aufs .,eue empfänglich machen für den Begriff der nationalen Befreiung. Vielleicht bedarf man in Israel, wo Pessach in echter Lebensfreude begangen wird, keines derartigen Hinweises, doch wir, die wir abseits “ stehen von dem Grossen, das sich dort täglich vollzieht, sollten uns vergegenwärtigen, was es bedeutet, nach zwei Jahrtausenden der Unterdrükkung im eigenen Lande der Zeiten zu gedenken, da »aus einem Sklavenhaufen ein Volk geworden, das seinen Weg durch die Geschichte der Menschheit antrat. Denkt man nur ein klein wenig an die Pessachfeiern früherer Zeiten, dann tre ten vor allem jene grandiosen Werke in ein strahlendes Licht, die Symbole von Freiheits- und Erneuerungswollen wurden; hierzu gehört mit an allererster Stelle der Jüdische Nationalfonds, der Keren Kajemeth Lejisrael. Vorbei scheint die Epoche, da man jüdische Menschen dieses Wort vorbuchstabieren musste, ihnen zu erklären hatte, worin die Aufgaben des KKL bestünden. Mit einer erfreulichen Selbstverständlichkeit erinnert man sich bei uns der Verpflichtungen gegenüber dieser nationalen Institution, besonders bei freudigen Anlässen. Was dennoch nicht geschah, oder nur in bescheidenem Umfange, ist die Erweiterung des Kreises der interessierten Menschen, die stärkere Popularisierung des hohen ethischen Gehalts, der erhabenen Gedanken, die der KKL einschliesst, dessen praktische Bedeutung für den gesamten nationalen Aufbau erheblich zugenommen hat. Ohne das, was der KKL in sechzigjähriger Kleinarbeit vollbracht hatte, wäre so manche politische Entscheidung zum Nachteil des gesamten Werkes ausgefallen. Mit unendlicher Geduld ist eine der gigantischsten Leistungen in der neueren Geschichte realisiert worden, ist das alte jüdischprophetische Ideal von der Gottesherrschaft über den Boden unter neuzeitlichen Bedingungen, aber im Geiste der alten jüdischen Boden- und Eigentumsgesetzgebung, verwirklicht worden. Der Keren Kajemeth in seiner grossen überparteilichen und das ganze Leben im jüdischen Lande umfassenden Bedeutung steht in einer ganz besonders innigen Verbindung zum Feste der Freiheit. Wer dieses im Sinne der lebendigen Beziehungen von der Vergangenheit über die Gegenwart zu einer glücklicheren Zukunft begehen will, vergesse nicht an seine moralische Verpflichtung gegenüber dem KKL in den Tagen von Pessach. ABSCHL USS DER Einheitskampagne für ISRAEL 1961 Wir bitten alle rueckstaendigen Beisteuerungen sofort einzusenden. ANNAHMESTELLEN: CAMPAÑA UNIDA PRO TSR AKT. COMITE CENTROEUROPEO Sarmiento 2376,3"?, T. E. 47-3820 UNO SAEMTUCHE SEKRETARIATE DER ANGESCHLOS- SENEN .ORGANISATIONEN UND GEMEINDEN Gentileza de LA SEMANA ISRAELITA