Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1951 (19.3.1962)
- Date
- 1962-03-19
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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1951 TfefM«, 1« <*• 4« MM LR I I K A K A 18 KAK LIT A Aï* xxm. — N*. 1951 — 9 erblick l«r-Wihat in ‘l'lglie. e" 161 «men wirtmien imen ien), iiiler von tailmle chiir ISRAEL-WIRTSCHAFT AUF DER SUCHE NACH NEUEN WESEN Die Rassco begann ihre Tätigkeit im Jahre 1934, als sie von der Zionistischen Weltorganisation, der Jewish Agency for Palestine, auf Initiative des späteren ersten Staatspräsidenten von Israel, Professor Dr. Chaim Weizmann, als mittelständische Siedlungs- und Baugesellschaft gegründet wurde. Rassco gründete damals besonders auch für die mittelständische Einwanderung aus Deutschland die berühmt gewordenen „Eierdörfer”, wie besonders Kfar Schmarjahu, Ramat Haschovim und andere. Insgesamt wurden von ihr 40 Dörfer, die heute eine Bevölkerung von 20.000 Seelen zählen, errichtet und betreut. DIE MARESHA- VIEHFARM Wenn die Rassco heute auch das Hauptgewicht ihrer Tätigkeit dem Häuser - und Siedlungsanbau zugewendet hat und auch auf diesem Gebiet verschiedentlich bahnbrechend voranging, so hat sie ihre landwirtschaftliche Vergangenheit doch nicht vergessen. So ist es nicht verwunderlich, dass die Rassco erneut in der Landwirtschaft neue chaluzische (Pionier-) Wege sucht. Dies fand jetzt den Ausdruck in der Errichtung moderner Schaf- und Viehfarmen zur Fleischproduktion in einer Form, wie sie in Israel bisher noch nicht bekannt war. Die Viehfarm der Rassco, Maresha nahe der transjordanischen Grenze bei Beit Jubbrin erstreckt sich über 30.000 Dunam und hat eine Herde von 1.300 Stück Rindvieh. Es ist die erste Farm in Israel, die Vieh nur zum Zweck der Flelschgewinvtn Dr. KURT OTTENSOOSER (l*ra»l) nung aufzieht. 85 Prozent des Futters finden die Tiere auf den grossen Weideflächen und nur in den Wintermonaten muss ihnen 15 Prozent zusätzlich gegeben werden. Mit der Aufzucht der Tiere konnten bis heute bereits so gute Erfahrungen gemacht werden, dass sich die Rassco, die in der Farm über eine halbe Million Dollar investierte, sich in der Lage sieht, eine Beteiligung an diesem Unternehmen ausländischen Investoren zu empfehlen. Selbst bei einem Preis von 2,25 IL pro Kilo Lebendgewicht, würde sich eine Verzinsung von 8 Prozent ergeben. Man glaubt aber mit einem Preis von 2,45 IL rechnen zu dürfen, was dann eine 14prozentige Verzinsung bedeuten müsste. Die Viehzüchter im Lande fordern zur Zeit einen Preis von 2,60 IL, und die Regierung hat erkennen lassen, dass sie zu einem Kompromiss auf der Basis eines Preises von etwa 2,40 IL pro Kilo bereit sein würde. Man kann daher damit rechnen, dass die Maresha-Farm in wenigen Jahren ein gut gehender Konzern sein wird — sofern die Gegend nicht von schweren Trockenheitsschäden heimgesucht wird — und nicht nur eine gute Verzinsung abwerfen wird, sondern auch ein wichtiger Faktor für die Stabilisierung der Viehpreise im Lande werden kann. AUFZUCHT VON MERINO-SCHAFEN Neben der Aufzucht von Rindvieh hat sich die Rassco aber auch mit der Auf¬ Dr. MAX FLESCH Berater für hmtitinn und Fiaaaz- Itickiefte in Israel — Langand kurzfristige Anlagea — Auskünfte jeder Art TEL AVIV, Israel — 18, Gtsrge Elliet Str. zucht von Merinoschafen auf einer Farm in der Nähe von Aschkalon beschäftigt. Hierbei wurde eine Reihe von Kombinationen nutzbringend ausprobiert. Die Schaffarm liegt in der Mitte der grossen Pardessim (Orangehaine), die von der Rassco verwaltet werden. Die Merinoschafe, die aus Deutschland eingeführt wurden, werden in diese Orangenhaine getrieben und fressen dort nicht nur das Gras und Unkraut ab, sondern führen dem Boden auch eine natürliche D ingung zu. Die Schwierigkeit lag nur daran, die Schafe daran zu hindern, das Laub von den Orangenbäumen abzufressen, und mehrere interessante Methoden wurden gefunden, um die Tiere davon abzuhalten, so unter anderem auch eine „Schockwirkung”. Die Schafe werden aber auch auf die grossen Weideflächen der Viehfarm getrieben, da sie dort das Gras bis zur Wurzel abfressen, was die Kühe nicht tun. was aber zur Erneuerung des Weidelandes erforderlich ist Di« Schafe haben bereits gut geworfen, und auch die Scherergebnisse sind gut. Rund 4.500 Kilogramm Rohwolle lagern in den Speichern der Rassco, und man wartet jetzt auf eine Einigung mit der Regierung über den Preis dafür. Rassco hat hier rund eine halbe Million Israelpfunde investiert und hofft, auch diese Farm bald soweit fundiert und rentabel gestaltet zu haben, dass auch für dieses Unternehmen ausländische Investoren interessiert werden können. Auf jeden Fall haben bereits zahlreiche gemischt wirtschaftliche Landwirtschafts-Betriebe von diesem Vorbild der Rassco gelernt und sich auch Merino-Schafe zugelegt. DER GROESSTF, WOLKENKRATZER Diese Betätigung auf landwirtschaftlichem Gebiet hält aber die Rassco von ihren zahlreichen Projekten auf dem Feld der Bautätigkeit keineswegs ab. Nachdem die Rassco in den letzten fünf Jahren bereits rund 12.000 Wohnein- Industrial & Comercial Bank (ISRAEL - LATIN AMERICA) Ltd. T E L A ¥ I V |8, AHtniiy Rt«4 NEUE BUEROS IN BUENOS AIRES Av. CORRIENTES 1145 (GALERIA DEL OBELISCO) T. E. 35*8483 i N CO B A INVESTMENT & TRUST Cia. A,. CORRIENTES II4S T. E. 35-1413 beiten errichtet hat, sind auch für das laufende Baujahr 1960—1962 weitere 3.300 Einheiten praktisch in allen Telen des Landes vorgesehen. Aber der Gipfelpunkt der Bautätigkeit der Rassco ist zur Zeit die Errichtung des Hochhauses auf dem Herzl- Platz, wo im Rahmen der Kikar Herzlia Company der, wie Generaldirektor Mordechai Stern es ausdrückte, höchste Wolkenkratzer de« Mittleren Ostens entsteht Die Bauarbeiten werden schnell vorangetrieben, und mit den Ausschachtungsarbeiten ist man bereits nahezu zu Ende. WACHSENDE BILANZZIFFERN Betrugen die Gesamtumsätze der Rassco noch im Jahre 1955 rund 12,5 Millionen IL, so waren es am 31. März 1960 (einschliesslich Tochter- und Zweiggesellschaften) schon über 59 Millionen IL und am 31. März 1961 über 11 Millionen. Demgegenüber stieg das Eigenkapital in dieser Periode von rund V.’a Millionen auf 9,7 Millionen IL. Die ausgeschüttete Dividende betrug 9 Prozent für das Jahr 1955—1956, aber 9 Prozent plus 4 Prozent in Bonusaktionen für 1960—1961 Die Ausländsbeteiligungen der Rassco dürften bis Ende des Jahres 1961 die 10 Millionen Dollargrenze erreicht haben. Die Rassco ist ein Konzern, der auf allen Gebieten, auf denen er tätig ist. nicht nur energisch voran3trebt, sondern auch neue Wege sucht. Lcvi Eshkol erstattet Bericht Jerusalem. — Finanz minister Eshkol unterbreitete dem Kabinett einen optimistischen Bericht über die Aussichten Israels, in der für den nächsten Monat anberaumten Sitzung des EWG-Rates einen irgendwie gearteten Anschluss an den Gemeinsamen Europamark zu erreichen. Eshkol gab der Hoffnung Ausdruck, dass sich Israel an die neuen Bedingungen ohne allzu grosse Störungen für die Staatsökonomie anpassen werde. Nach dem Bericht des Finanzministers forderte Ministerpräsident Ben Gurion alle Sektoren der Bevölkerung auf, um die Stärkung der Wirtschaft des Landes bemüht zu sein. (ITA) Mmbt Kühlsckiffüioitst Tel Aviv. — Die israelische Schiffahrtsgesellschaft „Somerfin” eröffnet mit dem Schiffsneubau „Daniela” einen neuen regelmässigen Kühlschiffdienst zwischen dne Kanadischen Inseln, Westafrika und aen Häfen des östlichen Mittelmeeres. Im Rahmen dieses Dienstes soll ln der Hauptsache Gefrierfleisch von den Kühlanlagen der Gesellschaft auf den Kanarischen Inseln sowie von Westafrika nach Italien, Griechenland und Haifa befördert werden. Auch Bananentransp'rte von den Kanarischen In«tln nach Griechenland sind geplant. Israel und der Europamarkt Brüssel. — Ein Beschluss, der auf die Notwendigkeit hinweist, Israel in irgendeiner Form die Verbindung mit dem Gemeinsamen Europamarkt zu ermog. liehen, wurde von der Kommission für den Aussenhandel der Versammlung des Europa-Parlaments gefasst. Diese Resolution wurde angenommen nachdem Jean Rey, der Chef der Abteilung für auswärtige Fragen der Europa-Gemeinschaft, über den Stand der gegenwärtigen Verhandlungen zwischen Israel und der EWG Bericht erstattet hatte. Mit dem Hinweis auf die Schwierigkeiten, die aus der politischen Lage im Mittelosten resultieren, gab Rey der Ansicht Ausdruck, dass im Vertrauen auf gewisse Dispositionen des Vertrages von Rom, auf den sich die Errichtung des Europamarktes stützt, eine Lösung gefunden werden könne. (ITA) RASSCO BAUT IN BEER SCHEWÂ Die Gesellschaft Rassco wird in der Neustadt von Beer Schewa ein neues Hotel bauen, das zehn Stockwerke hoch werden soll. In der Nähe dieses Hotels wird ein Kino errichtet werden, das unter der Erdoberfläche liegt. In die Errichtung dieses Hotels wird eine Gesamtsumme von etwa fünf Millionen IL investiert werden. Das Hotel wird ganz in der Nähe der Hias-Hostel stehen. Nach Vollendung des Baus wird Rassco das Hotel der Herzlia-Scharon-Gesellschaft übergeben, welche das Hotel verwalten wird. Der Namen des Hotels soll „Scharon-Hotel, Beer Schewa” sein. In dem Kino gibt es 850 Plätze und es wird ebenfalls neben dem Kino „Keren” liegen. Ueber dam Kino soll ein ganz moderner Supermarkt erstehen. Im letzten Jahr hat Rassco eine Reihe von Villen ge. baut, die zum Preise von 23.000 IL verkauft wurden. Die Häuser bedeckten eine Fläche von 85 qm, und neben ihnen stand dem Besitzer ein Drittel Dunam zur Erweiterung oder zur Anlegung eines Gartens zur Ver. fügung. Jetzt werden aeue Villen gebaut, die 110 qm bedecqen und 31.000 II. kosten. Besonders darauf hingewiesen wird seitens der Rassco, dass diese Wohnungen sofort verkauft werden, wen man sie anbietet. WIRTSCHAFTS - NACHRICHTEN „ANGELEITETE” SIEDLUNGEN Unter „angeleiteten Siedlungen” versteht man Dörfer, deren wirtschaftliche Lage prekär ist und die ausser auf finanzielle Hilfe auch auf Anleitung bei der Wirtschaftsführung angewiesen sind. Die Kolonisations-Abteilung der Jewish Agency hat, seitdem sie sieh vor fünf Jahren mit „angeleiteten Siedlungen” zu befassen begann, 7 Millionen IL aus Keren Hajessod-Geldern für diese wirtschaftliche Konsolidierung verwendet. Im Jahre 1955 nahm sie sich 12 Kibbuzim an, und heute umfasst ihre Tätigkeit 85 nach Staatsgründung errichtete Kibbuzim. Sie beabsichtigt, mit der Zeit ihre Tätigkeit auf alle 73 seit 1949 gegründete Kibbuzim zu erweitern. Angesichts der Gesundung vieler „angeleiteter Siedlungen” mehren sich die Ansuchen, auch alte Kibbuzim in diese Aktion einzuverleiben, um ihnen bei der Ueberwindung der Wirtschaftskrisen behilflich zu sein. STAUSEE VON SCHIKMA Die Talsperre von Schikma im Süden des Landes hatte im vergangenen Dezember mehr als 500.000 Kubikmeter Ueberschwemmungsgewässer aufgefangen. Die Maximalkapazität des durch die Talsperre geschaffenen Stausees ist 5 Millionen Kubikmeter. Das so gewonnene Wasser lässt man dann im Sandboden der Umgebung versickern, um auf diese Weise das Grundwasser zu vermehren. SALZHALTIGE WASSERQUELLEN Die Gesellschaft „Tahal” und der staatliche Beirat für Forschung und Entwicklung prüfen jetzt die Möglichkeit, den Salzgehalt von salzhaltigen Quellen, darunter solchen, die sich in den Kinneretsee ergiessen, zu vermindern. Man nimmt an, dass diese Quellen und Bäche, von denen sich die Hälfte in der Bet Schean- Ebene befindet, im Jahr nicht weniger als 140 Millionen Kubikmeter Wasser führen. AERZTE UND APOTHEKER Der Staat, die Jewish Agency (Keren Hajessod( und die Histadrut gründeten jetzt einen Fonds in der Höhe von einer Million IL, der zur beruflichen Einordnung von neueingewanderten Aerzten und Apothekern dienen soll. ERHOEHUNG DES ERZIEHUNGSBUDGETS Das Budget für Erziehung soll um 1.500.000 IL erhöht werden. Diese Summe ist zur Vergrösserung der talentierten mittellosen Schülern an Volks- und Mittelschulen gewährten Unterstützungen. für Stipendien und für ein Internat für begäbe Kinder bestimmt. HOTEL ARMON ISRAELS BEKANNTESTES TOURISTENHOTEL ELEGANTE ZIMMER — Ai.LE MIT KUEHLLUFT ANLAGE — ERSTKLASSIGE KUE< fiE - ANGE¬ NEHMER AUFENTHALT — IUFTIGE TEL RASSE AM MEER — ZIMMER AUCH MIT VOLLPENSION Ttl Aviv, Jarkaastr. 90 Tel. 23TII ( Voilier ige Zimmerbest*- ivng ist unbedingt erforderlich) 3&?7tv'