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Jüdische Wochenschau · 1962-03-09 · 1950 (9.3.1962) · p. Seite 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1950 (9.3.1962)
Date
1962-03-09
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German, Spanish
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Viernes, 9 de Marzo de 1962 LA SEMANA ISRAELITA Año XXIII. — No. 1950 — 11 EINEM MENSCHENFREUND von Dr. E. G. LOWENTH AL Vier Tage vor Jahresende haben wir Leonard G. Mon tefiore zu Grabe getragen ganz still, mit einem Gebet ohne Nachrufe und Eulo gien, wie er es sich wahr scheinlich gewünscht hat Auf dem Friedhof der übe ralen Juden im londoner Stadtteil Golders Green hatten sich (obwohl die Nachricht von dem so völlig unerwarteten Ableben des 72- Jährigen. des einzigen Sohnes des Theologie-Gelehrten Claude G. Montefiore <1784 bis 1885), in jenen Tagen nicht so rasch bekannt gegeben werden konnte) mit der Witwe mehr als 100 Freunde und Verehrer des Verstorbenen eingefunden, in Grossbritannien Geborene und von diesem Land Gerettete: eine für den Kreis derjenigen Menschen repräsentative Trauergemeinde, für die Montefiore immer ,da” war, denen er etwas galt, mancnen viel, alles. In seiner Art war Montefiore, selbst, für englische Begriffe und Verhiiltnsse, einmalig. Von aussen betrachtet, könnte man sagen, er war typisch englisch; wer ihn näher kannte, wird ihn eher einen guten Europäer nennen wollen. Seine wirtschaftliche und geistige Unabhängigkeit und sein völliges Freisein von jedem äusserlichen Ehrgeiz, die in seinem Tun, in seinem Urteilen und Entscheiden deutlich zum Ausdruck kamen, erlaubten ihm, dessen warmherziger Menschlichkeit, dessen weiter Belesenheit und tiefer Bildung eine wirkliches Interesse am Zeitgeschehen. am So7.ialwerk. am religiösen Fortschritt entsprang, einer Art Unkonventionalismus oder gar Konformismus zu folgen Bei ihm kam eine gute Portion gesunden, kritischen Humors hinzu, der ihm das Herangehen an Dinge und den Umgang mit Menschen mitunter leichter machten. Seine (auch äusserlich) leine Feder, von der er öffentlich zu selten Gebrauch gemacht hat, liess diesen Wesenszug erkennen. Montefiore war kein Philanthrop im landläufigen Sinn, eher ein Individualist” der guten jüdischen Werken viel von seiner Zeit opferte und widmete und das verkörperte, was man in der Quäkerterminologie mit „Religion der Tat” bezeichnet, aufrecht, menschlich. grosszügig, aber unauffällig und weit weg vom Rampenlicht der Oefientlichkeitsbühne ausgeübt Dabei stand L.G.M . seit langem Träger des britischen O.B.E.-Ordens, mit an vorderster Stelle in der ICA (Jewish Colonisation Association), im C.B.F. (Central British Fund for Jewish Relief and Rehabilitation) und in der Anglo-Jewish Association, aber auch bei den Kinderrettungs - Aktionen vor und nach dem Krieg und, nicht zuletzt, in dem „Wiener Library”-Forschungsinstitut auf dem Gebiet zeit- Plötzlich und unerwartet verschied mein innigst geliebter und treusorgender Mann, Väter, Schwiegervater und Grossvater, Herr IOSEPH WINTER In tiefer Trauer: MARTHA WINTER geb. TREISTER HEINZ FREITAG und Frau ENRIQUETA geb. WINTER Enkelkinder: NORBERTO JOAQUIN uud MONICA BEATRIZ Buenos Aires, am 1. März 1962 Zapiola 1356 Dto. A. Die Beerdigung hat bereits stattgefunden. Von Beileidsbesuchen bitten wir Abstand zu rehmen. ■ Mein lieber Mann, unser treusorgender Vater, Herr ISAAC RUBINSTEIN ist nach langer schwerer Krankheit von uns gegangen. ANA RUBINSTEIN geb KRFZDES MANUEL G. RUBINSTEIN SUSANA RUBINSTEIN Beileidsbesuche dankend verbeten. Apolinario Figueroa 149, Buenos Aires Jüdische Wochenschau in Montevideo/Uru^uav Einzelnummer 50 Centesimos Jahresabono 45.— $ urug. ABONOS — AVISOS — COBRANZA Sra. L Löblowitz Paraguay 1164, piso 2, apt. 9 Distribuidor: KIOSK TUREK Constituyentes 1757 Tel, 42-640 Israels ran i Säuberlich in Kisten --erpackte laffa Apfelsinen weiden im Hafen von Stockholm ausgeladen genössischer Geschichte und Politik; als er siebzig wurde, ehrte ihn dieses Institut mit einer Festgabe „Auf der Spur der Tyrannei”. In seinen letzten 25 Lebensjahren mag sein aktives Eintreten für die jüdischen Verfolgten und später, im Zug ihrer allmählichen Integrierung, sein Wirken gemeinsam mit ihnen seine Teilnahme an vorwiegend englisch-jüdischen Arbeiten quantitativ und zeitlich fast iitertroffen haben. Er hatte eine Vorliebe besonders für Juden aus Deutschland, motiviert nicht etwa nur durch Gedanken der Rettung, Hilfe und Wiederetablierung — das waren Selbstverständlichkeiten für ihn: es war der kultivierte, jüdisch bewusste deutsche Jude, der ihm Jag”. (Das hängt nicht allein damit zusammen, dass ihm deutsche Sprache. Literatur und Geschichte nichts Fremdes waren) So wird das Andenken an diese einmalige Erscheinung im jüdischen Leben Englands namentlich im Kreis der vor und nach dem Krieg „Hinzugekommenen” fortleben — still, wie Montefiore es gestattet haben dürfte, dankerfüllt, wie er es verdient hat. Wir wollen unsere Arbeit schnell abschliessen JS3Mi*«Mi»iiÉSM#iIlI!»M**B#SSS*e*fI»SS«M*lI»*iiâ**-»MMSliSï.SI*ïïëai3âSS«SMMeaâSSBli*MSMi*SSES*slsiSer'' Einheitskampagn für DIE DREI GROSSEN AUFGABEN DIESES JAHRES: HILFE HIER DIE NEUEINWANDERER AUFBAU NEUER WOHNSIEDLUNGEN ERSCHLIESSUNG NEUER BOEDEN ANNAHMESTELLEN: CAMPAfiA UNIDA PRO ISRAEL, COMITE CENTROEUROPEO Sarmiento 2376,3?, T. E. 47-3820 UND SAEMTLICHE SEKRETARIATE DER ANGESCHLOS¬ SENEN ORGANISATIONEN UND GEMEINDEN Dia gesamte Propaganda für die Emhsitskampagne für Israel > die in den letzten fünf Jahren in der Jüdischen Wochenschau erschienen ist. wurde als Sonderbeitrag für den Aufbau Israels KOSTENLOS voroeffentlicht.

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