Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1949 (2.3.1962)
- Date
- 1962-03-02
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, 2 de Marzo de 1952 LA SEMANA ISRAELITA A«o XXIII. — No. 1949 - 11 ISRAEL MUSS GEHOLFEN WERDEN — Eine Versammlung von französischen Poli- Wirtschaftsfiihrern nahm einen leidenschaft- Auch für Kenner der Verhältnisse in den jüdischen Gemeinden Deutschlands ist es nicht leicht, eine Darstellung zu geben, die nach allen Seiten hin als objektiv angesehen werden könnte. Von den etwa 60 jüdischen Gemeinden Deutschlands gibt es ein Dutzend, die über 500 Seelen zählen. Die anderen sind kleinere Ge. meinden, die zum Teil auch Schwierigkeiten haben, Freitagabends oder Samstag früh einen Minjan zum Gottesdienst zusammenzubrin gen. Dies ist meist der Fall in den kleinen Gemeinden, wo frühere deutsche Juden leben, die sich meistens aus älteren Menschen zusammensetzen. Durchwegs waren dies früher viel grössere Gemeinden, und die Synagogen, die jetzt in diesen Städten gebaut wurden, entsprechen nicht dem jüdischen oder dem zahlenmässigen Bedürfnis der zusam. mengeschrumpften Gemeinschaften dieser Städte, sondern sind eine Art Geste an die frühere jüdische Gemeinde, eine Art Wiedergut machung, von der in diesem Falle die Juden geistig und moralisch viel weniger haben als die Deutschen. In so kleinen Gemeinden, wie z. B. Trier, Aachen, Bremen oder dergl. ist die neu erstandene Synagoge eine Art Beruhigung für die anständigen Deutschen, dass man auch in dieser Beziehung die Verbrechen der Kristallnacht gutgemacht hat. Anders ist es in den kleinen Gemeinden Bayerns, wo meistens die jetzigen Gemeindemitglieder sich aus DP’s rekrutieren, die nach der Auflösung der KZ in Deutschland geblieben sind, und die ein Bedürfnis nach lebendigem Judentum haben, wie sie zu Hause an „Jüdischkeit” gewöhnt waren. Eine dafür charakteristische Gemeinde ist Straubing, auch in der zahlenmässigen Zusammensetzung. Die Gemeinde Straubing hatte vor dem Krieg 35 jüdische Familien, und seit Ende des 19. Jahrhunderts von M existierte dort eine jüdische Gemeinde. Heute hat Straubing 90 Seelen, davon nur eine Familie, die vor dem Krieg in Straubing gelebt hat. Straubing war nie ein jüdisches Zentrum, es wurde aber ein solches nach dem Zusammenbruch Hitlers im Jahre 1945, als sich in Straubing selbst und in der Umgebung grössere DP-Lager befanden. Noch 1948 zählte Straubing 660 Seelen, die meisten sind inzwischen nach Israel und in Ueberseeländer ausgewandert. Unter den heutigen 90 Seelen der jüdischen Gemeinde Straubing gibt es 21 Kinder im schulpflichtigen Alter, die von einem israelischen Wanderlehrer betreut werden, der alle diese kleinen Gemeinde besucht. Straubing hat keine Austritte aus der jüdischen Gemeinde und auch keine Mischehen zu verzeichnen. Es gibt zwei Fälle, wo Juden deutsche Christinnen geheiratet haben, aber beide sind zum Judentum übergetreten, und sie sind, wie man so sagt, gute Jüdinnen. Vor einigen Jahren hat eine Christin aus altem bayerischen Adel einen Juden geheiratet. Der Mann starb vor einiger Zeit. Daraufhin ist sie kurzentschlossen mit ihren Kindern nach Israel ausgewandert. In Straubing gibt es eine musterhafte kulturelle jüdische Tätigkeit und jede Veranstaltung in Straubing ist für einen auswärtigen Besucher ein grosses Ereignis, weil man sich ein so intensives jüdisches Leben in einer kleinen Gemeinde nur schwer vorstellen kann. Die meisten Gemeindemitglieder stammen aus Galizien, auch die Leiter der Gemeinde sind Galizianer, wie Better aus Auschwitz und Bornstein aus Chrzanow. Auch der Präsident der Gemeinde, der Ingenieur Stephan Schwarz, kommt aus Galizien. Wenn man diese kleine KILAI Die WIZO-Tagung in Israel Tel Aviv. — Die 14. Weltkonferenz der WIZO trat zusammen und beschloss, eine Präsidentschaft aus drei Abteilungen zu bilden, indem eine Fusion der Exekutive vorgenommen wird, die sich vordem in eine isiaelische und eine Welt-Exekutive teilte. Die drei Fräsidertinnen werden für die überseeischen Abteilungen, die praktische Arbeit in Israel und die israelische WIZO verantwortlich sein. Die Konferenz prüfte einen Plan, zur Erweiterung der Teilnahme der arabischen Frauen in Israel am Werk der Organisation. Ferner wurde über die Bereitstellung grösserer Möglichkeiten für arabische Frauen und Kinder in Israel beraten. Die Diskussion über diese beiden Vorschläge fand in einer Generaldebatte über ein allgemeines Programm für vier Jahre statt, das von der britischen Delegation vorgelegt wurde. .. Beantwortung eines Vorschlags des Ministerpräsidenten David Ben Gurion wurde der Antrag gestellt, dass die WIZO permanente Kurse für Hebräisch, Bibelkunde und jüdische Geschichte für WIZO- Mitglieder und deren Kinder einrichtet. (ITA) Jüdische Wochenschau in Montevideo/Uruguay Einzelnummer 50 Centesimos Jahresabono 45.— $ urug. ABONOS — AVISOS — COBRANZA Sra. L Löblowitz Paraguay 1164, piso 2, apt. 9 Distribuidor: KIOSK TUREK Constituyentes 1757 Tel. 42-640 Gemeinde als Mustergemeinde im jüdischen Sinne; . . Tc bezeichnen kann, so ist das | nls^tl0n®n au“°?!e.’„la ihn die Tatsache, dass Israel 1948 die zionistische Organisation in Deutschland und alle zionistischen Orgavor allem das Verdienst von Stephan Schwarz, der viel mehr als der grosse Präsident der kleinen jüdischen Gemeinde ist, sowohl gemessen an seiner Tätigkeit im jüdischen Leben vor wie nach dem Krieg. Stephan Schwarz verkörpert in sich eine gute Synthese von Ost und W'est. Obzwar er vor dem Krieg nie in Deutschland gelebt hat, hatte er Gelegenheit, während seines Studiums in Prag sich deutsches Wissen und Kultur anzueignen, das ein grosses Plus für seine Führerqualitäten im jüdischen Lager ist. Ausserdem bewegte er sich in Prag in Schriftstellerkreisen um Max Brod. Das hat dazu beigetragen, seine Neigung und Fähigkeiten für das Schreiben auch in die Tat umzusetzen. Er arbeitete in Krakau im Kreise der zionistischen Tageszeitung ,,Newj Dziennik” und war ein begeisterter Jünger des verstorbenen Dr. Schwarzbart. Er gehörte auch dem zionistischen Jugendbund Akiva an. Nach 1945 setzte er sich sofort als KZ-Ueberlebender für die Zionisierung der chaotischen DP-Massen ein, war eine treibende Kraft sowohl des Zentralcomités der DP wie auch der neugegriindeten zionistischen Organisation nach dem Jahr 1945. Schmerzlich berührte rael die Meinung vorherrschte, dass Juden kein moralisches Recht haben, in Deutschland zu bleiben. Durch seine persönlichen starken Verbindungen in Israel mahnte er und forderte in erster Reihe seine eigene Partei, die Mapai auf, diesen Beschluss zurückzuziehen. Als 1954 die Zionistische Organisation in Deutschland wieder zugelassen wurde, setzte er sich sofort für die Erfüllung aller Pflichten gegenüber Israel seitens der jüdischen Gemeinschaften in Deutschland ein. Das waren bei ihm nie Worte, sondern eine Verpflichtung zur Tat. Schwarz suchte selbst Menschen auf und leistete harte Arbeit für die zionistischen Fonds. Er war dadurch der gegebene Vertreter der jüdischen Gemeinschaft bei den zionistischen Kongressen. Nicht umsonst ist Straubing auf seinen Gemeindevorsitzenden sfolz der sowohl als Journalist wie auch als Zionist einen internationalen Namen hat Die Gemeindemitglieder in Straubing betrachten ihren Einsatz für Israel als Verpflichtung im Sinne von Stephan Schwarz. Ich glaube in der Annahme nicht fehlzugehen, cass diese gute jüdische Gemeinde Straubing eines Tages beschliessen könnte, als ganzes nach Israel zu übersie- Paris. likern und liehen Appell an das „Gewissen Europas” zur Kenntnis, Israel in der Stunde seiner grössten Bedrängnis nicht im Stich zu lassen und seine wirtschaftliche Entwicklung und Sicherheit nicht finanziellen Gründen” auf dem sich ausbreiienden Gemeinsamen Markt zu opfern. Der Aufruf erging von dem französischen Exminister Diomede Catroux, dem neuen Präsidenten der Gesellschaft für französisch-israelische Freundschaft. Er sprach auf einem Bankett, das unter Leitung von Emile Roche, dem Präsidenten des Wirtschafts- und Sozialrats Frankreichs stattfand. Andere Redner setzten sich für den Anschluss Israels an den Gemeinsamen Markt der sechs Länder ein. Catroux betonte, dass diese Länder „eine schwerwiegende Verantwortung gegenüber Israel” tragen, da durch „die Kurzsichtigkeit, die sie in den Jahren 1933 bis 1939 bewiesen haben, hunderttausende Juden aus Europa fliehen mussten”, so dass sie jetzt nicht einen Staat zum Untergang verurteilen können, an dessen Entstehen sie selbst beteiligt waren.” Ein anderer ehemaliger französischer Minister, Geiard Jacquet, war bemüht, einige der Einwände zu beantworten, die gegen eine irgendwie geartete Zulassung Israels zum Europamarkt erhoben werden könnten. Er führte au: „Denen, die sagen, Israel liege nicht in Europa, können wir antworten, dass wir afrikanische Staaten als Mitglieder aufgenommen haben, wodurch ein Präzedens geschaffen wurde. Jenen, die die Nützlichkeit eines solchen Schrittes in Zweifel ziehen, müssen wir entgegnen, dass Israels Wirtschaft eng mit der unseren verbunden ist, denn über die Hälft seiner Exporte ist für Westeuropa bestimmt.” (ITA) Zehntausend Jahre als Dorf Tel Aviv. — Bei Ausgrabungen im Gebiet der Hule- Siimpfe wurden die Ueberreste eines 10.000 Jahre alten Dorfes gefunden, die auf eine ackerbautreibende Siedlungsgemeinschaft hindeuten. (ITA) dein. Dies wäre jedenfalls die Erfüllung und Krönung der Lebensaufgabe von Stephan Schwarz. Zersfoerungen in Oran Paris. — Eine g”osse Zahl jüdischer Geschäfte wurden von Mitgliedern der Nationalen Befreiungsfront (FLN) überfallen. Die angerichteten Zerstörungen sind erheblieh. Einige der Geschäfte wurden in Brand gesteckt. Es handelte sich um einen der häutigen Angriffe, die von den Terroristen auf das jüdische Viertel verübt werden. (ITA) Wir wollen unsere Arbeit schnell abschliessen mssIüsiËiSigsiililiSiiiiililiilgSliiliiliiëiilgilIiigll-iiliilIlil iilSiiE£lt£isS:5Sl£ää&£i£isgIiiäilSllSlisiI Einheitskamp für IS DIE DREI GROSSEN AUFGABEN DIESES JAHRES: HILFE FUER DIE NEUEINWANDERER AUFBAU NEUER WOHNSIEDLUNGEN ERSCHLIESSUNG NEUER BOEDEN ANNAHMESTELLEN: CAMPANA UNIDA PRO ISRAEL. COMITE CENTROEUROPEO Sarmiento 2376,3?, T. E. 47-3820 UND SAEMTLICHE SEKRETARIATE DER ANGESCHLOS¬ SENEN ORGANISATIONEN UND GEMEINDEN Die gesamte Propagcuda für die Einheitskampagne für Israel, die in den*letzten fünf Jahren m aer Jüdischen Wochenschau erschienen ist. wurde als Sonderbeitrag für den Aufbau Israels KOSTENLOS veroeffentlicht