Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1949 (2.3.1962)
- Date
- 1962-03-02
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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2 — Viente«, 2 de Marzo de 1962 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Año XXIII. — No. 1849 Die Suehne des Unrechts (Schluss vcn Seite 1) eher, hierüber schreibt. Wer wundert sich noch, dass niemand gefunden wird? . Nach dem Zusammenbruch erfuhr man auch nichts von den nazistischen Schandtaten. Haben die deutschen Richter und Staatsanwälte nicht beobachtet, gehört und gelesen, was den Hauptkriegsverbrechern in Nürnberg vorgeworfen worden ist? Haben sie alle nichts davon gewusst, was die Ueberlebenden der Konzentrations- und der Ausrottungslager hierüber berichteten? — Erstaunt und deprimiert fragt man sich: wTie ist das nur möglich, dass gerade der Mann, der die Aufgabe hat, die Naziverbrechen zu verfolgen, uns derartige Geschichten aufzutischen wagt? Unmittelbar nach dem nazistischen Zusam menbruch hallte die Welt von einem Schreckensschrei Müder, den sie ausstiess, als sie erkennen und sehen musste, wozu Menschen (Deutsche) fähig sind. Und Schäle hat die Stirn zu behaupten, „die durch die Gestapo und SD begangenen Straftaten waren nach Art und Umfang nicht allgemein bekannt geworden”... Erst im Jahre 1958, so schreibt Schüle, sei durch die Ermittlungen vor dem Schwurgericht in Ulm die Erkenntnis gewonnen, dass nur ein Teil der im Ausland begangenen Kriegsverbrechen von den alliierten Tribunalen erfasst worden seien. Dann habe man die Initiative ergriffen und die *■* ♦ ♦ ♦ ■ Dr. FREY j ♦ ABOGADO j PUEYRREDON 2190 4 1’ izq I aacbm. 16—19 Uhr t Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschäft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 Zentrale Stelle zur Verfol- | gung der nazistischen Gej waltverbrechen geschaffen. Dass diese Stelle eine gute j Arbeit leistet und eine rege j Tätigkeit ausführt, wird nie I mand bestreiten. Hier geht j es auch nicht um eine Kri-; tik der Anklagebehörde, j Wir sollen nur begreifen 1er- , nen, aus welchen Gründen I viele Dinge nicht den Ver- 1 lauf nehmen, den man erwartet hat. Man darf unterstellen, dass die Ermittlungen im Ulmer Prozess gegen Angej hörige der Gestapo und des | Sicherheitsdienstes (SD) neues Material zutage gefördert hat. Aber auch ohne dieses j Material hätten die deutschen Justizbehörden hin-! reichende Arbeit gehabt. Alj lein aus der umfangreichen I Literatur hätten die Staats- | anwaltschaften genügend | Material schöpfen können, um eine grosse Reihe von Kriegsverbrechern zur Verantwortung zu ziehen. Das ist nicht geschehen. Hat man doch, wie man jetzt erfährt, garnicht gewusst, dass die Gestapo und der SD in den von deutschen Truppen besetzten Gebieten eine ungeheuerliche Anzahl von Verbrechen begangen habe. Wer hat eigentlich die sechs Millionen Juden ermordet? Diese Ziffer war doch schon vor dem Jahre 1958 bekannt, in dem die Erleuchtung über die deutschen Richter und Staatsanwälte kam, dass die Gestapo auch im Ausland eine „Reihe von Verbrechen” begangen habe. Von den Gasöfen in Auschwitz war nichts bekannt? Von den Ausrottungslagern Treblinka, Sobibor, Maidanek, von den KZ Dachau, Buchenwald, Sachsenhausen? Eine Antwort auf die Frage, aus welchen Gründen Eichmann nicht von deut- } JUDITH? 5 SCHENKOLEWSKI % S KULTUSSTICKEREIEN 5? Schabbosdecken - Tallisi > beutej - Käppchen - Mazi zot-Taschen - Hand- und f Maschinenstickerei von V Bett- und Tischwäsche \ Dr. P. I. RIVERA 2585 S (fr. Bebedero) i T. E. 73-9153 5 Jaime Liebling S. A. SPERRHOELZER H O E L Z E Ri DIAZ VELEZ 5224 Tel.; 89-9349, 33-9305 J PROPIEDADES FRANKENBERG \ berät Sie kostenlos und J anverbindlich beim Kauf «j oder Verkauf von % GESCHAEFTEN 5 WOHNUNGEN S HAEUSERN jj Manuela Pedraza 2530 j pl. b. Dp. B •' T. E. 70-7244 < OPTICA DIPL. OPTIKER Sarmiento 829f T. E. 35 - 7356 sehen Strafverfolgungsbehörden zur Verantwortung gezogen worden ist, wird von Schüle nicht gegeben. Möglicherweise haben die Deutschen nichts von Eich mann und seiner Tätigkeit gewusst? Dass Bücher und zahllose Artikel gegen Eichmann veröffentlicht worden sind, kann wohl nicht bestritten werden. Aber hat man denn seitens der deutschen Behörden Eichmann gesucht? Es dürfte kaum zweifelhaft sein, dass die Deutschen den Adolf Eichmann in wenigen Tagen, wenn nicht Stunden lokalisiert hätten, wenn sie es nur gewollt hätten... Das ganze Problem der Kriegsverbrecher ist durch die Verhaftung Eichmanns ins Rollen gekommen. Die Alliierten haben sich mit den ersten Prozessen gegen die Hauptverbrecher und ihre Helfershelfer zufrieden gegeben. Wahrscheinlich haj ben politische Umstände in erster Linie den Ausschlag dafür gegeben, dass diese Prozesse nicht weitergeführt oder den deutschen Gerichten zur Entscheidung überlassen wurden. Die deutschen Gerichte haben sich auf die Verfolgung derjenigen Straftaten begrenzt, die auf dem Bundesgebiet oder ehemaligen Reichsgebiet begangen worden sind. Ein grosser Teil der Verfahren wurde erst garnicht eröff. net. Ein anderer erheblicher Teil der Beschuldigten wurde freigesprochen, weil inzwischen die Frist zur Verfolgung der Verbrechen verstrichen war. Die Verbrechen waren .verjährt’. Solche Verbrechen können verjähren?, wir sind anderer Ansicht. Kriegsverbrechen verjähren nie. Wieder andere wurden freigelassen, weil inzwischen Amnestien erlassen wurden. Dass diese Art von Amnestien eine völlige Unmöglichkeit darstellen, dürfte unzweifelhaft sein. Wer verzeiht eigentlich wem? — Deutsche, ehemalige Nazis, anderen Deutschen, die als Nazis nach heutiger allgemeiner Auffassung straffällig geworden sind. Das soll man ernst nehmen? Und alle schweigen zu diesen theatralischen Schausteilungen: Anklage wegen schwerer Verbrechen, Freispruch aus Rechtsgründen, Verjährung, Amnestie, Vergessen, der Täter bleibt ein Ehrenmann. Es fehlt nicht mehr viel und er erhält Entschädigung für unnütz abgesessene Untersuchungshaft... M0HEL N. PLAKSIN Í I MARTHA \CHAPEAUX\ HUTSALON Ï Jetzt in < BELGRAN0 MOLDES 2 5 6 1 T E. 73-9229 73-9155 Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría Cande 2020 76.028« T. E. 76-6784 u. 76-2312 £ Superi 2719 ^W. * JACOB LAPIDUS dipl. Mehel NEUE ADRESSE c VIAMONTE 2037, 4o. B. S 46-1716 und 48-2124 Spionage zugunsten Israels London. — Die Verhaftung von 13 Personen, in der Mehrzahl Griechen, die der Spionage zugunsten Israels angeklagt werden, ist von der Vereinigten Arabischen Republik aus Kairo angekündigt worden, wie hier verlautete. Die angeblichen Spione, so müsst es in der Mitteilung, haben sich Kenntnis von .nilitärisehen Geheimnissen der VAR, vor allem die Marine betreffend, verschafft und sich auch zersetzende Aktionen in der VAR-Flotte zuschulden kommen lassen. Wie gemeldet wird, wurde das Spionagenetz im vergangenen August aufgedeckt. Der Chef der „Bande” soll Spiridon Constantino Skyfis heissen und in Aegypten geboren sein. Er wurde verhaftet, al« er nach Griechenland reisen wollte, um sich dort angeblich mit israelischen Beamten des Spionagedienstes zu treffen. (ITA) So will man in Deutschland die unbewältigte Vergangenheit überwinden? Das Problem der Gerichtsbarkeit für die Verbrechen, die im Kriege begangen worden sind, besteht nicht allein auf dem Gebiet der strafrechtlichen Verfolgung des nazistischen Unrechts. Bei dem die allgemeinen Ansprüche auf Schadensersatz einengenden Entschädigungsgesetz muss man die gleichen Gesichtspunkte und Masstäbe anlegen. Die unwissenden und politisch ungeschulten Juden sind der Meinung, sie hätten einer grosszügigen deutschen Regierung für ein wunderbares Entschädigungsgesetz zu danken. Das Gegenteil ist der Fall. Jeder Berechtigte werden sollte. Stellen wir zwei Fragen: wer hat das Unrecht begangen und wer soll wieder gutmachen. Dass das deutsche Volk wiedergutmachen soll, ist unbestritten. Die zweite Frage kann also ohne Diskussion beantwortet werden, nicht so die erste. Die Deutschen bestreiten, dass sie das Unrecht begangen haben, das wären nicht sie, sondern die Nazis gewesen... Das deutsche Volk hat das Unrecht begangen, für das es zahlt. Und es hat «ich selbst «zum Richter üoar sein eigenes Unrecht und über seine Wiedergutmachung eingesetzt. Der Erfolg konnte nicht ausbiei ben: Eine nicht mehr zu ü J ri j16 übersehende Kette von Klahatte nach den Grundsätzen gen> von p,otesten, von ne i cm Unrecht. Auf der einei Seite dei . Versuch, cne Wiedergutmachung soweit es nur geht zu verhindern (Bayern), auf der anderen Seite die Bemühung, gegebene Ansprüche zu schmälern (z. B. Hamburg), oder aber nicht zu enischeiien (z. B. Karlsruhe). In Wiesbaden singen Assesoren Na. des geltenden Bürgerlichen Gesetzbuches grössere Ansprüche gehabt, als sie ihm vom Entschädigungsgesetz eingeräumt werden. Erst jetzt hat das Kammergericht entschieden, dass die einschränkenden Bestimmungen des Entschädigungsreehtes gegenüber den weiter gehenden des Bürgerlichen Gesetzbuches anzuwenden seien, weil das Spezialgesetz das allgemeine Gesetz ausschliesst. Diese Bemerkungen seien hier nur am Rande gemacht. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass auch für die Wiedergutmachung und Entschädigung diejenigen zu Richtern bestellt wurden, die für den Schaden verantwortlich sind. Der Bund und die Länder haben Zahlungsverpflichtungen übernommen, weil angetanes Unrecht wiedergutgemacht < < « < Dr. * * ► ‘ < « - < : B. Schwanz; ► « , « ► < ► i < < : ZAHNARZT ► < < ESTOMBA 2283 52-8214 < i : RAYOS X ► a; PARADENTOSE : ’ : VERREIST s; BIS 26. FEBRUAR ] » ■ H ■ LA SEMANA ISRAELITA Bisemanario — .-.parece ios Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Vírantwortlich: Dr. Hardi Swarsensky Pueyrredón 2190, V izq. T. E. 83-2613 80 6930 Abono-Preise: Argentinien: $ 100.— pro Quartal Ausland $ 600 — jährl. zilieder und anderswo mag es auch nicht besser sü'i. Das ist Parteijustiz und nicht Gerechtigkeit. Die Vertrauensärzte der Entschädigungsbehörden (also bezahlte Parteiärzte) tun das Ihre. In Buenos Aires werden nach offiziellen Mitteiiut’- gen mehr als 75 Prozent aller Krankheitsschäden angelehnt. Vielleicht ist es noch nicht bis in das ferne Südamerika gedrungen, was die Nazis getan haben. Wenn man in Deutschland davon erst 1958 erfuhr, wäre es nicht weiter zu verwundern, wenn diese Kunde bis heute nicht nach Buenos Aires gekommen ist. Irgendetwas dürfte mit der deutschen Justiz ni.-ht in Ordnung sein. Eine Staatsanwältin gab vor kurzem eine erstaunliche Statistik bekannt. Die deutsche Justiz ist offensichtlich noch mit unerfreulichen Elementen durchsetzt. Auch hier für eine Säuberung der Atmosphäre zu sorgen, wäre eine Aufgabe der Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Verfolgung nationalsozialistischer Gewaltverbrechen. — Auch die Beugung des Rechts dürfte unter diese Kategorie der verfolgungspflichtigen Tat bestände gehören.! MALERARBEITEN 1 % FACHMAENNISCHE AUSFUEHRUNG, SAUBER, | * PREISWERT, SCHNELLSTENS * % ALFREDO STERN Virrey del Pino 2639 % * T. E. 76-7281 y 76-9088 * *,**#*********-**-äHt**********************-'? Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO Verreist vom 7. Februar bis 10. Maerz Vertreter: Dr. A. SANGUINETTI Cabildo 2464 T. E. 76-2406 Sprechstunden täglich von 15 Uhr 30 bis 18 Uhr i NERVEN n. GEMÜTS¬ KRANKHEITEN Dr. M. J. KUHN prov. RIVADAVIA 2625 IH Tel. 48-7524 VERREIST BIS 12. MAERZ : H. ROSENZWEIG j : TAILOR HENRY : TUCUMAN 563 piso 1 - T.E. 32-0913;; Groesste Auswahl in imp. u. hiesigen Stoffen! BERNARDO STERN und JUAN JULIUSBURG Ausfuehrung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 T. 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