Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1948 (23.2.1962)
- Date
- 1962-02-23
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes. 23 »le Febrero de 1962 LA SEMANA ISRAELITA Año XXIII. — No. 1962 - 11 Wer ist Dr. Cheddy Jagan! 9 i STREIT UM DU SCHAECHTEH Dr. Jagan, der Ministerprüsiden« von Briiisch-Giiayana, hat Israel einen fünftägigen Besuch abgestattet. Leber seine Persönlichkeit berichtet der folgenden Artikel: Sein Heimatland, das auf dem südamerikanischen Subkontinent liegt, wird von einem sehr zusammengewürfelten und spannungsreichen Rassengemisch bewohnt, denn knapp die Hälfte der 560.000 Bewohner des Landes sind Ostinder, etwa 190.000 Neger, und dazu kommen Indianer, Briten. Portugiesen, Chinesen und Mischlinge aller Art. Rassengegensätze waren es auch, die in den Wahlkämpfen innerhalb dieser Kolonie eine starke Rolle spielten und Dr. Jagan den Sieg über seinen stärksten Kon kurrenten, Forbes Burnham verschafften. Der jetzt 43jährige Dr. Jagan wurde in Britisch- Guayana geboren. Sein indischer Vater war Vorarbeiter und später Aufseher in einer Zuekerplantage. Diese Plantagenaufseher stellten eine Oberschicht dei arbeitenden Bevölkerung dar und gelangten oft zu Wohlstand. So konnte auch Dr. Jagans Vater seinem Sohn das Studium in den USA ermöglichen. Cheddy Jagan studierte an der Harvard- University, an der Northwestern University und erlernte die Zahnheilkunde. Daneben aber widmete er sich auch soziologischen Studien am YMCA-College in Chicago. Für seine Entwicklung entscheidend wurde die Bekanntschaft mit der jüdischen Amerikanerin Janet Rosenberg, die später seine Frau wurde. Sie war es, die ihn zum Marxismus bekehr¬ Gesetze ins Arabische übersetzt Jerusalem. — Die Veröffentlichung der arabischen Uebersetzung der grundlegenden Staatsgesetze wurde vom israelischen Informationsdienst bekannt gegeben. Die drei ersten Broschüren, die unter der arabischen Bevölkerung zur Verteilung gelangen, sind illustriert und behandeln den Status der Frauen, den Schulzwang und das Büro des Präsidenten. (ITA) Auftraege für japanische Werften Tel Aviv. — Die israelische Schiffahrtsgesellschaft ZIM hat bei der japanischen Werft Uraga Dock Co. drei Frachtmotorschiffe zu je ca. 9.650 Tonnen Tragfähigkeit bestellt. Die Schiffe erhalten 6.600-PS-Dieselmotoren für eine Dienstgeschwic.digkeit von etwa 15,25 Knoten und sollen zwischen September 1962 und Mai 1963 afcgeliefert werden. (AWZ) te und in ihm das Bewusstsein erweckte, dass er berufen sei, sein Heimatland zur Freiheit vom Joch des britischen Kolonialreiches zu führen. Als Dr. Jagan 1947 mit seiner Frau nach Guayana zuriickkehrte und sich in der Hauptstadt Georgetown als Zahnarzt niederliess. wandte er sich gleichzeitig der Politik zu, wurde Führer der Df. JAGAN „Progressiven Volkspartei” und Mitglied des gesetzgebenden Rates. Im Jahre 1953 erhielt die Kolonie eine neue Verfassung mit interner Selbstregierung, und Dr. Jagan wurde der erste Ministerpräsident dieses Landes, das damit den Weg zur Selbständigkeit beschrift. Diese Verfassung wurde nach einiger Zeit wieder aufgehoben, weil die Engländer den Eindruck gewonnen hatten, dass Dr. Jagan und seine Frau ein kommunistisch-totalitäres Regime errichten wollten. Die Verzögerung auf dem Wege zur Selbständigkeit war aber nur eine zeitweilige. 1957 kam London erneut zu der Meinung, dass Guayana für ein demokratisches Regime reif sei. Wieder wurde Dr. Jagan als Führer der Mehrheitspartei ins Parlament gewählt, und obwohl er offiziell nur Handelsminister wurde, war er de facto der Ministerpräsident des Landes, während gleichzeitig seine Frau die Ressorts der Gesundheit, Arbeit und des Wohnbaus innehatte. Bei den letzten Parlamentswahlen, die im vergangenen Jahr stattfanden errang Dr. Jagan wieder einen entscheidenden Sieg, und seine Partei erhielt die absolute Mehrheit im Parlament, mit 9 von 14 Sitzen. Noch ist es ungewiss, auf welchen Weg Dr. Jagan sein Land führen will. Manche befürchten, dass er dem Beispiel Fidel Castros folgen könnte, den er bewundert, doch andererseits erblickt er auch in Nehru, in Dr. Nkruma, in Dr. Sokarno, Kenyatta und Lumuir.ba, Jüdische Wochenschau in Montevideo/Uru^uav Einzelnummer 50 Centesimos Jahresabono 45.— $ urng. ABONOS — AVISOS — COBRANZA Sra. L Löblowitz Paraguay 1164, piso 2, apt. 9 Distribuidor: KIOSK TCREK Constituyentes 1757 Tel 42-640 seine Vorbilder, sodass seine Kritiker erklären, er vertrete eine recht verworrene Art von Marxismus.” Dr. Jagan hat erklärt, dass er amerikanische Fi nanzhilfe gemäss dem Programm Kennedys „Alliance für den Fortschritt” erstrebe, sich aber gleichzeitig auch das Recht, anderswo Hilfe zu suchen, Vorbehalte. In jedem Falle aber dürfte die Hilfe, ob von den USA, von England oder der Sowjetunion, an keinerlei politische Verpflichtungen gebunden sein. Gegen die westichen Mächte hat Dr. Jagan im Wahlkampf scharfe Worte geäussert. Er gab zwar zu, dass England manche Reformen durchgeführt habe, die er selbst gefordert hatte, stellte aber die nicht ganz unberechtigte Frage, ob die Engländer dies auch ohne die Agitation seiner Partei getan hätten. Den USA machte er zum Vorwurf, dass sie heute noch unter dem Einfluss MacCarthys stünden. Andererseits hat Dr. Jagan es nicht nötig, als Diktator zu regieren, denn das Volk und das Parlament stehen ja in überwiegender Mehrheit hinter ihm, zumal auch der „Nationale Volkskongress’ Burnhams einen ähnlich sozialistischen Standpunkt vertritt wie die P.P.P. Dr. Jagans. Die konservative Partei unter Führung eines bürgerlichen Portugiesen erhielt nur einen Bruchteil der Stimmen und nur zwei von den fünfzehn Sitzen im gesetzgebenden Rat. In Israel hatte Dr. Jagan Gelegenheit, soziale Bestrebungen und Errungenschaf ten kennen zu lernen, die für ihn wie für Staatsmänner aus zahlreichen anderen Entwicklungsländern sicherlich von grossem Interesse sind. Wahrscheinlich hatte er von diesen Leistungen Israels erfahren und machte daher auf dem Wege nach Tanganjika, an des¬ Frau Jagan, geb. Rosenberg sen Unabhängigkeitsfdern er teilnahm, den kleinen Umweg über Israel. Israel aber begrüsste die Chance, einem der jungen und dynamischen Staatsmänner unserer Zeit seinen Weg des sozialen Fortschritts vor Augen führen zu können. Eine Zeiiungsmeldung aus Flensburg lautete wie folgt: ] „Ein Juristenstreit ist um : die Frage entbrannt, ob in j der Bundesrepublik Tiere geschachtet, das heisst rituell geschlachtet werden dürfen. Während die Flensburger Staatsanwaltschaft gegen einen Schlachthofdirektor, der Vieh. hatte; schachten lassen, ein Strafi verfahren einleitete, vertrej ten das Bundesjustizminij sterium und das zuständige j Bundesinnenministerium die Auffassung, nach dem | Grundgesetz dürfen T!ere geschachtet, werden. | „Beim Schächten wird , der Hals des unbetäaMen I Schlachttieres mit einem : langen, scharfen Messer bis | zur Wirbelsäule d'c-ch- ' trennt. Aus dieser Wunde . muss des Tier völlig ausbluten. Nur so kann nach mosaischem und mohammedanischem Gesetz reines,. „koscheres” Fleisch gewonnen werden. ' „Der Direktor der Flens-! burger Schlachthöfe, Dr. Schauser, hatte im Herbst letzten Jahres die Gen:hmigung zum Schächten von 85 Schafen gegeben, die für die mohammedanische Besatzung eines Frachters bestimmt waren. Die Flensburger Staatsanwaltschaft | eröffnete gegen ihn ein Ver-! fahren, stellte es aber wiej der ein. weil Dr. Schs.ser I sich in einem „entschmöba- I ren Verbotsirrtum” befun- | den habe. Durch ein Kon- | trollratsgesetz war nämlich j das Schächtverbot aus der nationalsozialistischen Zeit aufgehoben worden. Nach Ansicht der Flensbuiger Staatsanwälte ist es aber durch neue Verordn-j gen wiedereingefiMirt. „Die Bonner Ministerien widersprechen dieser Ansicht: nach Artikel 4 Aos. 2 des Grundgesetzes sei die „ungestörte Religionsausübung ’ gewährleistet. Deshalb sei die religiös-rituelle Schlachtung auch in der Bundesrepublik zulässig.” Die Zeitung hat das Problem durch den Titel inres Aufsatzes ..Juristen - .-streit um das Schächten” neutralisiert. Will man aber b-sser verstehen, worum es hier geht, muss man sich vor Augen halten, dass Flensburg in Schleswig-Holstein liegt, wo sich alle alten Nazis zu Hause fühlen .. M. Kilai Dr. Ezektel Görden gestorben Vereinte Nationen. — lm Aller von 57 Jahren verschied in einem Krankenhaus Dr. Ezekiel Gordon, der einen hohen Posten in der Abteilung für Mensröenrechte des UN-Sekretariats bekleidete. Gordon war aus Russland gebürtig. Er studierte die Rechte an der Unive-.^iTät von Paris, wo er im J-»hre 1931 promovierte. Er hfelt Vorlesungen an der Sorbonne und folgte später ei':em Ruf nach Aegypten, wo er zwei Lehrstühle innehatte. Im Zweiten Weltkrieg e.ente Gordon in der französischen Armee und lisss sich nach Kriegsende iu Palästina nieder. Seit 1947 gehörte er dem UN-Sekretariat an. (ITA) ENDE MAERZ: ABSCHLUSS der Einheitskampagne für WIR BITTEN DIEJENIGEN, DIE IHREN BEITRAG NOCH NICHT GELEISTET HABEN, UM SOFORTIGE ZAHLUNG (Generalversammlung Anfang April) ANNAHMESTELLEN: CAMPANA UNIDA PRO ISRAEL COMITÉ CENTROEUROPEO Sarmiento 2376,39, T. E. 47-3820 und saemtliche Sekretariate der angeschlossenen Organisationen und Gemeinden