Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1948 (23.2.1962)
- Date
- 1962-02-23
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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^2 — Vimw. 23 de Febrero de 1362 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Ab» XXIII. — No. 1348 Was wird aus unserer Jugend (Schluss von Seite 1) f rigkeiten wollen wir nicht sprechen, dass viele Eltern den Entwicklungen nicht i recht zu folgen imstande j sind, weil sie die Sprache {und die Denkformen der j Umwelt nur unvollkommen verstehen. Dass sich hieraus mitunter eine gewisse Unterlegenheit der Eltern ge-! genüber ihren Kindern ergibt, ist kein Geheimnis, erschwert aber die Lösung des Problems. Man könnte einfach sagen, gebt euren Kindern gegegenüber den mannigfachen Verlockungen und Verstrickungen dieser aufgewühlten Welt eine gediegene jüdische Erziehung, gebt ihnen das erforderliche Wissen und die notwendige moralische Festigkeit, um im Lebenskampf zu bestedass unsere Jugend anders 1 denkt oder anders fühlt, als ' die Jugenden der anderen Völker, die ebenfalls heute ihre geistige Ausrichtung nicht in Religionen oder in der Welt der Ideen suchen, sondern einen Standort innerhalb der um die Zukunft ringenden Kräfte einzunehmen bemüht sind- Es wäre falsch, dieses Bestreben als Politisierung der Jugend zu bezeichnen. Sicherlich handelt es sich auch um eine Politisierung, aber weniger in einem geistigen als in einem technischen Sinn. Hierfür die Jugend verantwortlich zu machen, wäre verfehlt. Sie ist so geworden, weil sie in eine Umwelt hineingeboren wurde, deren Leben, auch deren politisches Tun, technisiert ist. Die Lage der jüdischen Jugend ist durch die Tatsahen. Diese Antwort ist zweij che des Judeseins erschwert, fellos eine richtige, aber die | Je bewusster dieses Judemeisten werden nur in ihrer guten Absicht hiermit etwas anfangen können. Erziehung! ist eine Wechselwirkung! zwischen dem Erzieher und dem Erzogenen. In einer überaus grossen Anzahl von Fällen wollen die Jugendlichen oder die Kinder auf diese so einfache Lösung nicht eingehen. Sie verlangen nicht nach einer religiösen Erleuchtung oder einer philosophischen Welterklärung; sie lehnen in einer technisierten Gegenwart ein metaphysisches Streben ab, das ihnen nicht die Sicherheit gibt, die ein junger Mensch braucht, um sich fürs Leben orientieren zu können. Man soll nicht annehmen, Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1* i«V nachm. 16—19 Uhr REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschäft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 sein ist, desto komplizierter wird die Entscheidung. Denn die jüdische Jugend in der Galut lebt inmitten eines anderen Volkes, an dessen Leben und Kultur sie einen viel stärkeren Anteil als die heute erwachsene Generation nimmt. Nicht nur die aus Deutschland oder Mitteleuropa emigrierten Juden leben praktisch in einem Ghetto. Ihr gesellschaftliches Leben, und das gilt für alle südamerikanls^hen Länder, ist ein jüdisches. Sie haben kaum Zutritt zu anderen Kreisen, jedenfalls dann nicht, wenn sie Juden bleiben wollen. Bei der Jugend ist dies aus zahlreichen Gründen anders. Die Erwachsenen versuchen, diese Jugend nun in ihr Ghetto zu ziehen. Viele Jugendliche gehen diesen Weg, viele aber auch nicht, und unter diesen sind nicht die schlechtesten. Es ist leider eine Tatsache, dass unter der intellektuellen Jugend eine erhebliche Zahl fremden Idolen nachläuft, bis der Tag kommt, wo der enttäuschte Jugendliche feststellt, dass auch dort nicht sein Platz ist. Es ist ein Fehler, dass die erwachsene Generation der Jugend keine politische Orientierung, die sich sowohl auf die moralischen Prinzipien wie auf die geistigen Grundlagen unseres Lebens stützt, bieten kann OPTICA. oder bietet. Solange wir in der Galut leben, müssen wir doch mit dieser Zweigeleisigkeit unseres Lebens rechnen: mit der jüdischen und mit der nichtjüdischen Gedankenwelt, mit den Problemen, die uns als Juden und die uns als Bürger des Landes, in dem wir leben, begegnen. Wir füllen aber nur die jüdische Aufgabe aus, obwohl wir verpflichtet wären, auch zu den allgemeinen Problemen der Umwelt Stellung zu nehmen Indem wir uns bemühen, die jüdische Seele unserer Jugend zu formen, vergessen wir, dass das Leben in einer nichtjüdischen Umgebung ein mindestens ebenbürtiger und gleich starker Erziehungsfaktor ist. Wir bereiten die Jugend nur auf einen — wenn auch sehr wichtigen — Teil ihres Lebens vor, während wir die Erziehung zum Bürger anderen überlassen. Hierdurch entsteht ein Vakuum, nicht nur in unserer Erziehung, sondern in dem jungen Menschen, der Entscheidungen treffen muss, für die er die Voraussetzungen durch seine Schulung, Bildung und Erziehung nicht erhalten hat, jedenfalls nicht von uns. Man darf nicht übersehen, dass eine Erziehung kein Stückwerk sein darf. Ohne Zweifel sind die auf unsere Jugend eindringenden geistigen Kräfte konträr, selbst dann, wenn die Kinder auf eine jüdische Schule gehen, was nur bei einer verschwindenden Minderheit der Fall ist. Eine Erziehung muss aber aus einem Guss sein. Denn der Mensch wie das Schicksal ist. eine Ganzheit und eine Einheit. Die Verschiedenartigkeit der Beeinflussung der Jugend, auch wenn diese garnicht beabsichtigt ist, durch das jüdische Elternhaus, den spanischen, englischen oder deutschen Lehrer, ist zu gross, um einen ganzen Menschen zu formen. Aus dieser Uneinheitlichkeit resultiert die Unsicherheit oder die Oberflächlichkeit; beide führen dazu, dass ein solcher Jugendlicher nur am Rande unserer Gemeinschaft bleibt. Alle anderen Jugendlichen haben die Wahl zwischen den beiden, heute um die Zukunft ringenden Welten, zwischen einem Rechts und einem Links. Denn dass die Mitte immer stärker aufgerieben wird, ist sicher. Der jüdische Jugendliche hat diese Wahl nicht. Denn geht Verzicht auf Mitgliedschaft New York. — Der Bürgermeister von New York Robert Wagner gab seinen Austritt aus dem New York Athletic Club bekannt, weil er erfahren habe, dass dieser Klub bei der Aufnahme von Mitgliedern diskriminatorisch vorgehe. Der Sprecher des Klubs, John Condon, leugnete dies und gab an, der Klub habe unter seinen 9.500 Mitgliedern einige Juden. Dagegen behauptete er, nicht zu wissen, ob dem Klub Neger angehören. Im vergangenen Januar hatte die Liga gegen Diffamierung der Bne Brit den Klub auf seine Listen gesetzt. (ITA) ... Jaime Liebling \ S. A. SPERRHOELZER H O E L Z E R DIAZ VELEZ 5224 * Tel.: 89-9349. 33-9305Î 1 ~ --^ + DIPL. OPTIKER \ Sarmiento 829 j I T. E. 35 - 7356 j f PROPIEDADES FRANKENBERG \ berät Sie kostenlos und ’ unverbindlich beim Kauf oder Verkauf von ' GESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN . Manuela Pedraza 2530 5 pl. b. Dp, B V T. E. 70-7244 MARTHA \ CHAPEAUX\ B HUTSALON Jetzt in E L G R A N er nach links, hört er auf, Jude zu sein. Nach rechts I kann er nicht gehen, weil | man ihn nicht will. Die ältere Generation steht in der I gleichen Lage. Sie hat für sich die Konsequenz gezogen und ist ein geistiges Ghetto zurückgekehrt. Das jedenfalls ist der soziologische Status unserer jüdischen Gesellschaft in Lateinamerika. Die Jugend lockt dieser Weg nicht. Sie will in keinem Ghetto leben, auch nicht in einem selbst errichteten. Die Selbstbescheidung ist eine Erscheinung für in sich gefestigte Menschen, die im Angesicht der Unmöglichkeit einer glücklicheren Lösung ihrer eigenen Situation resignieren und den Weg des Möglichen beschreiten wollen, weil sie aus den Kampfjahren herausgewachsen sind. Dass die Jugend diesen Weg nich gehen will, dürfte ein Zeichen dafür sein, dass sie lebensstark, gesund und .jugendlich’ ist. Ist der Weg der jüdischen Selbstbescheidung, den die ältere Generation in diesen Ländern — und wahrscheinlich nicht nur hier, sondern in allen Ländern der Galut — gegangen ist, für die Jugend untragbar, welchen Weg können wir ihr zeigen? Wir sollten verstehen lernen, dass unser Weg schicksalsbedingt ist, dass unsere M0HEL N. PLAKSIN Í, Superi 2719 E. 76-6784 u. 76-2312 T. JACOB LAPIDUS dipl. Möbel NEUE ADRESSE VIAMONTE 2037, 4o. B. 46-1716 und 48-2124 JvjVWIftVWWMWft/ Erlebnisse nicht die Erlebnisse der nächsten Generationen sind. Wir müssen die Jugend verlieren. — und leider gehen weite Kreise dieser Jugend andere als jüdische Wege, — wenn wir ihnen nicht eine Möglichkeit zur Lösung weisen. Hierbei müssen wir den Mut haben, die Dinge klar zu sehen und eine deutliche Sprache zu sprechen. Die jüdische Jugend in! Lateinamerika hat keine Zui kunft als jüdische Jugend. | Die Juden Lateinamerikas; haben — wir sagen es mit j dem Ausdruck des Bedau- | erns — keine Zukunft in diej sen Ländern. Die Lage der Menschheit, die Probleme dieses Kontinents, die geistij gen Auseinandersetzungen j unserer Zeit machen unsere i Zukunft hier unmöglich Es! ist hier kein Platz für uns, so schön diese Länder auch! sind, so lieb sie uns wurden, | so gut wir uns auch geordnet haben. Wir sind aber nicht eingeordnet worden. Unsere Jugend hat hier nur spärliche Perspektiven auf eine ihr adäquate Zukunft. Die Aelteren haben das bis heute kaum begriffen, die Jugend viel eher. Es gibt nur einen Weg zur Freiheit, zu einem Leben, das unserer Jugend menschliche Würde, Achtung, Selbstrespekt wiedergeben wird: dieser Weg führt nach Israel. Manche mögen diese Lö- U SEMANA ISRAELITA Bisemanario — aparece .os Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. V ¿rantwortlich: Dr. Hardi Swarsensky Pueyrredón 2190, 1° izq. T. E. 83-2613 80-6930 Abono-Preise: Argentinien: $ 100.— pro Quartal Ausland ï 600 — jährl. sung nicht mit Sympathie betrachten. Es ist eine bittere Lösung, für die Eltern. Aber es gibt keine andere, für die Jugend. Glücklich werden diejenigen sein, die diesen Weg beschreiten, weil sie es so wollen, bevor sie es müssen. 1 LUDWIG HAHN f ■ fr. Prerau Moravia £ J5 spätei Wien « ■ letzte bekannte Adresse 3 g 1941: Av. Forest 311 3 5 wird, von Verwand,en g 2 GESUCHT. 3 " Mitteilungen unter 2 5 MIAMI an die Adm. S g der Jüd. Wochenschau.« "siiiiSigliäaiiStiliHSSEäriM* GESUCHT: JOSEF HECHT, Schneidermeister i/Fa. Gebr. Hecht. Breslau, Schweidnitzerstr. 38/40 Letztbekannter Wohnsitz: Breslau, Gutenbergstr 37. Sollte jemand Josef Hecht, angeblich 1942 von Breslau abtrarsportiert, irgendwo gesehen haben, bitte zu benachrichtigen: Berthold Hecht, 1192 Malvern Road. Malvern S. E. 4, Viet., Australia. *-********************'3Ht*-5HHHÍ-*ÍHHí-*******.|. MALERARBEITEN FACHMAENNISCHE AUSFUEHRUNG, SAUBER, PREISWERT, SCHNELLSTENS ALFREDO STERN Virrey del Pino 2639 T. E. 76-7281 y 76-9088 ^***«***lHt*******4HHt-3^**************-X-*-. Dr. B. Schwartz '1 ZAHNARZT ESTOMBA 2283 52 8214 RAYOS X PARADENTOSE VERREIST BIS 26. FEBRUAR Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO Verreist vom 7. Februar bis (0. Maerz Vertreter: Dr. A. SANGUINETTI Cabildo 2464 T. E. 76-2406 Sprechstunden täglich von 15 Uhr 30 bis 18 Uhr *BSiS»BiSSISBSflSäSB5EesSäeM**iSifSSSBSSSBSBBS*tiBSS3BSfSIBa NERVEN n KRANKHEITEN Dr. M. J. KUHN prov. RIVADAVIA 2625 1H Tel. 48-7524 VERREIST BIS 12. 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