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Jüdische Wochenschau · 1962-02-16 · 1947 (16.2.1962) · p. Seite 9

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1947 (16.2.1962)
Date
1962-02-16
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German, Spanish
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LA SEMANA ISRAELITA Tin«««. I* «1« FeHrer* dr 1962 Año XXIII». — No. VA'i Jerusalem. — Die Regierung kündigte einen neuen Kurt von 3 Israel-Pfund pro Dollar und 2.16 für Touristen an. Das Kabinett trat am vergangenen Wochenende zusammen, und Finanz minister Levi Eshkol setzte auseinander, dass die neuen Massnahmen ergriffen wurden. um dem Land die Konkurrenzfähigkeit auf dem Auslandsmarkt zu gestatten. Der neue Kurs findet auf die Ausfuhr von Gütern und Diensten. Kapitaleinfuhr und Transferierungen Anwendung. Der Import von Ausrüstungen sowie die teilweise Einfuhr von Rohmaterial ist völlig zollfrei, während der Tarif fiir andere Waren erheblich gesenkt wird. Für verschiedene Kategorien von Artikeln ist ferner die Notwendigkeit von Einfuhrbewilligungen abgeschafft worden, und die Regierung gedenkt, in Uebereinstimmung mit den Syndikaten die notwendigen Schritte zu tun, um zu vermeiden, dass irgendeine Erhöhung der Gehälter sich in einer Steigerung des Beitrags der Arbeiter zur Slaatsrente auswirkt. Einer der hauptsächlichsten Gründe für die Abwertung ist der Wunsch Israels, wirtschaftlich konkurrieren zu können. Der Sprecher des Schatzamtes gab zu, dass die Massnahme die Erleichterung von Israels ISRAEL-WIRTS Abwertung des Israel-Pfundes Beitritt zum Europamarkt bezwecke. Vor ihrer Bekanntmachung sei der Internationale Währungsfonds befragt worden, welcher diesen Schritt gebilligt hat. Die Finanz- und Bankkreise äusserten, die neue Verfügung dürfte bis zu einem gewissen Grad die Unsicherheit beheben, die sich in den letzten Wochen fühlbar gemacht hat. Doch andere Resultate der Abwertung, welche Eshkol erwähnt hat, würden von der Reaktion des israelischen Publikums abhängen. Wenn eine allgemeine Steigerung der Preise vermieden oder zumindest aufgeschoben werden könne, oder wenn diese Steigerung nur gering wäre, so würde der Plan seinen Zweck erreichen und die israelische Wirtschaft könne als solide betrachtet werden, Um sich die Zusfim-1 mung des Publikums zu sichern, setzten der Minister i und seine nächsten Helfer; der Bevölkerung die Bedeu- . tung des Plans auseinander : und ersuchten darum, keine j höheren Preise zu verlangen und eine übertriebene E; hö-! hung der Vorräte zu vermeiden. REAKTION DER BEVOELKERUNG Jerusalem. — Der Handel im Lande war am Wochenj beginn völlig normal. Die Israelis zeigten keine Eile, sich einzudecken, und die ’ Preise für die lebensnotwendigen Artikel blieben stabil. Finanzminister Eshkol bezeichnete die Tendenz als „gutes Zeichen für die Reife des israelischen Volkes.” Er sprach die Hoffnung aus, dass diese Tendenz anhalten Die Banken haben verdient von Dr. KÜRT OTTENSOOSER (Israel) In den letzten zwei Jahren sind die Bankfilialen und Depositenkassen wie die Pilze im Wald aus dem Boden geschossen, und die lsraeKBank saH sich genötigt, die Gründung weiterer Bankfilialen von der Erteilung einer besonderen Lizenz abhängig zu machen. Diese Ausweitung der Geschäfte der Banken in Israel fand auch seinen Ausdruck in der beträchtlichen Steigerung der eingesetzten Kapitalien und der Umsätze. Die Gesamtkapitalien der Banken stiegen von 1.242 Millionen IL im Jahre 1958 auf 1.864 Millionen IL im Jahre 1960. Gleichzeitig stiegen die Depositengelder der Banken, die sich im Jahre 1959 auf über 903 Millionen IL belaufen hatten auf 1.099 Millionen an und die Kredite, die die Banken dem Publikum zur Verfügung stellten, von rund 576 Millionen IL auf etwa 682 Millionen IL an. Dementsprechend stiegen auch die Gewinne und der Netto - Reingewinn stellte sich im Jahre 1960 auf 11.6 Millionen gegen nur 5.4 Millionen IL im Jahre 1958. Es kann aber als bezeichnend angesehen werden,dass die Gewinne ai*s der laufenden Tätigkeit der Banken im Jahre 1960 nur um 24 Pronicht unbeträchtliche Steigerung der Gewinne wie wir sie obenstehend ziffernmässig darstellten, lassen zwar erkennen, dass die Nettogewinne der Banken sich von 1958 bis 1960 um rund 100 Prozent erhöhten, aber auch das Eigenkapital der Banken stieg beträchtlich. Daran gemessen ist die Gewinnquote der Banken eher zurückgegangen als gestiegen. Die Kapitalausstattung der Banken Israels ist an ihren Umsätzen gemessen, noch ungenügend und stellt nur etw a ein Drittel dessen dar, was man in den USA dafür als üblich ansieht. Mit weiteren Kapitalerhöhungen der Banken ist daher zu rechnen. Es ist richtig, dass die Gewinnquote der Banken die der Industrieunternehmungen im Durchschnitt übersteigt; aber dies ist weniger auf eine Ueberseizung der Gebühren zurückzuführen, die von den Banken für ihre Dienste gefordert wird, als auf die im Verhältnis zum Eigenkapital sehr grossen Umsätze. Den Banken sind in Israel bezüglich der Zinssätze, die sie in Ansatz bringen dürfen, durch das Gesetz Grenzen gezogen, die von ihnen nicht überschritten werden. zent die des Vorjahres überschritten, die Ausgaben! während an dem_sogenannsieh aber gegenüber dem Vorjahr um 27 Prozent erhölq haben. legten Beschränkungen sowohl hinsichtlich der Zinsen, die sie in Ansatz bringen dürfen, als auch der ihnen gesteckten Kreditgrenzen, führten vielfach dazu, dass nicht unbeträchtliche Kreditbeträge ausserhalb des Bankenapparats mit Hilfe privater Kapitalisten ihre Deckung finden. Die Kommerzbanken kämpfen zwar energisch um ihre Stellung im Kreditgeschäft, damit sie ihrer ausgedehnten Kundschaft in der gewünschten und nötigen Weise dienen können, müssen sich aber natürlich der monetären und Fiskalpolitik, wie sie von oben vorgesehrieben wird, letzten Endes beugen. INVESTITIONEN UND EMISSIONEN Ein bedeutendes Geschäft erwachs den Banken aus dem wiedererwachten Börsengeschäft. Die Banken Israels sind weide. Eine kurze Prüfung der Märkte ergab, dass die Reaktion der Oeffentiichkeit ruhig war. Die Börse von Tel Aviv öffnete wie gewöhnlich, die Transaktionen wickelten sich normal ab. und es wurde kein Antrag auf Zurückziehung von Depots gestellt. Allerdings war ein leichtes Ansteigen der Preise für Benzin, schwere Oele Automobile, Kaffee. Tee, Kakao, Leder, chemische Produkte, Metalle und importierte Bücher. sowie für Eisschränke und Baumwolle zu verzeichnen. Die Passagen für den Luft- und Schiffstransport stiegen um 20 Prozent. Für Lebensmittel wie Zucker, Speisefette. Brot. Eier, Milch und sc-haftliche keine Erhöhung ein. Die Preise für Gas und Strom waren unverändert, ebenso wie die Posttarife und die Preise der Fahrkarten für den Inlandstransport. Die Sonntagssitzung des Kabinetts beschäftigte sich auschiiesslich mit der neuen Wirtschaftspolitik. Levi Eshkol wurde bevollmächtigt, am folgenden Tage der Knesset die neuen Massnahmen zu erklären. Der Kabinetfsdebatte wohnten David Horowitz, der Gouverneur der Staatsbank, sowie hohe Beamte des Schatzamtes bei. Das Kabinett beschloss, ein Comité aus Beamten . der verschiedenen . Ministerien zu ernennen, um die Details der neuen Politk zu koordinieren. Industrie- und Handelsmi-! nister Pinchas Sapir kündigte an, der Verband der , israelischen Fabrikanten ha-! be sich bereit gefunden, alle seine Mitglieder um Einfrie- , rung der Preise zu e:su-' chen. Er fügte hinzu, das . gleiche Versprechen habe er j von den Kooperativen, Kon-! sum-Genossenschaften und dem Verband der Händler i Unternehmen erhalten. Der Generaldirektor des Schatzamtes sagte voraus, es sei eine Steigerung zu erwarten, die hauptsächlich durch „eingeführte andere landwirt-i Waren" bedingt sei, doch Produkte trat werde s>e die Erhöhung der lokalen Kosten um höchstens 4 Prozent belasten. Der Preis für Luxusartikel, die zu einem hohen Wechselkurs importiert würden, dürften um diese Differenz steigen. Die allgemeine Polilik zielt darauf hin. die Zölle auf Maschinen. Ausrüstungen und die Mehrzahl der Rohmaterialien, die bis z.,i 45 Prozent zahlen, zu senken. Unter den von Zöllen befreiten Materialien sind chemische Produkte, unlerligc Metalle, Rohfasern und Farbstoffe. I EVI ESHKOL VOR DER. KNESSET Jerusalem. — fmanzminister Levi Eshkol erklärte in der Knesset, die neue Wirtschafts - Politik Israels werde mit. den „geringsten UnannehmiiehkePen” für die Bevölkerung des Landes befolgt werden. Den Nutzniessern von Anleihsn und Hypotheken, die an den Dollarkurs gebunden sind, würde der Vorteil einer Verlängerung der Amortisationsfrist von einem Drittel der Zeit eingeräumt werden. um die Erhöhung dieser Verpflichtungen in israelischen Pfunden zu kompensieren. Gleichzeitig werden andere Konzessionen erwogen, um die Umstellung für die Bevölkerung zu erleichtern. Wie Eshkol ausführte, werden die autorisierten ihre jetzigen Privilegien beibehaiten. die die Befreiung von Zollgebühren auf importierte Ausrüstungen und Rohmaterialien während der Anlaufszeit und von Inlandssteu^rn während der ersten fünf Jahre einschliessen. Die ausländischen Investoren sind sichtlich begünstigt, da der Wert der transferierten Kapitalien beträchtlich gestiegen ist. Die Budgets der Jewish Agnecy und anderer Institutionen, weiche Gelder aus dem Ausland erhalten, werden gegenwärtig nach oben angepasst. sionsbanken, tätig sein, wie auch ihre Kunden bei der Anlage in Wertpapieren beraten und für sie Börse auftreten. Aus diesen Geschäften \ konnten sie recht beträcht-' liehe Gewinne erzielen, wenn , auch in den letzten Monaten ten schwarzen Geldmarkt j na£h ei.ne.m s‘®.rkeren Kursdie Zinssätze um etwa 50 \ einbruch das Börsengeschäft bis 100 Prozent höher sind. hen von geeigneten Beamten. Bei der starken Vermehj rung der Bankfilialen macht sich bereits ein ausgesprochener Mangel an Angestellj ten, die auf gehobene Posten'gestellt werden können,, spürbar. : In den wenigsten Filialen! sind Beamte vorhanden, die das Publikum bei der Anlage ihrer Gelder in Wertpapieren richtig beraten können. Für grössere Transaktionen, Eröffnung von Auslandsakkreditiven und ähnlichen Geschäften müssen die Kunden an die Zentrale verwiesen werden. Versuche, ständige Ausbildungsmöglichkeiten fiir . .,_ „ , ... ..... . . . Bankbeamte durch die Er- . Ge^haftstahg^t j ricbtlmg von Sonderkursen mcht beschrankt und kon- : zu schaffen, stecken noch im nen daher sowohl als Emis-; Anfang Für junge Men. sehen, die über die nötige Bildung und Kenntnisse ver- I fiiSen' ergibt sich daher hier a 0 r eine gute Existenzmöglich- Dr. MAX FLESCH I ♦ ♦ ♦ Berater fiir Investitionen und Finanz- * geschaefte in Israel — Lang- und kurzt fristige Anlagen — Auskünfte jeder Art t ♦ TEL AVIV, Israel — 18, George Elliot Str. * HOTEL ARMON ISRAELS BEKANNTESTES TOURISTENHOTEL ELEGANTE ZIMMER — Ai .LE MIT KUEHLLUFT ANLAGE — ERSTKLASSIGE KUE< BE — ANGE¬ NEHMER AUFENTHALT — LUFTIGE TERRASSE AM MEER — ZIMMER AUCH MIT VOLLPENSION Tel Aviv, Jarkonstr. 90 Tel. 237II (Vorherige Zimmerbest»* lung ist unbedingt erforderlich) keit. KRITIK AN DER BANKPOLITIK So befriedigt man natürlich auch von dieser günstigen Entwicklung der israelischen Banken ist, denen es gelang, sich überall im lnwie im Ausland einen guten Namen zu machen, so wird ihre Politik doch von zwei Seiten her angegriffen. Auf der einen Seite wird den Banken vorgeworfen, class sie zuviel zu Lasten des Publikums verdienen und dadurch die Kreditinlauf-end^n. Jahre bereits auf anspruchnahme zu teuer | über 2 MiUionen IL machen, und auf der ande- ■ f€n Dies veranlasste einen Bankdirektor zu der launischen Bemerkung, die Depositen seien wie die Chanwkkaloerzen: wir dürfen sie sehen und uns daran erfreuen. aber nicht benützen. Die den Banken aulei- Der durchschnittliche Zinssatz, der von den Banken im Jahre 1960 in Ansatz gebracht wurde, stellte sich auf 9 Prozent (1958 8.7 Prozent) und bei den Kreditgenossenschaften auf 9,1 Prozent. während am schwär- \ zen Markt für Kredite 15 j bis 18 Prozent und mehr ge-1 zahlt wurden. j Die Banken sind an sehr! scharfe Liquiditätsätze seitens der Israel-Bank gebunj den und müssen bei deren i Ueberschreitung hohe Straf-1 zinsen zahlen, die sich im I ren Seite wird gesagt, dass «ie dem Publikum zuviel Kredit zur Verfügung ¿teilen und so beitragen, den Inflationären Druck zu verstärken. Beide Vorwürfe sind nur *«hr bedingt richtig. Die an sich wieder etwas ruhij ger geworden ist. Nachdem ] das Kursniveau für Aktien I sieh in den letzten zwei | Jahren nahezu verdreifacht hatte, trat im Mai v. J.. ein Umschlag ein. der bis Ende Oktober das Kursniveau um etwa 16 Prozent herabdrückte und von dem sich die Börse erst langsam wieder erholt. Neben dieser direkten Börsentätigkeit haben aber auch die meisten Banken „Investment Trusts” gegründet, und die Papiere dieser Gesellschaften haben sich sehr gut eingeführt und erfreuen sich einer grossen Popularität. Wir nennen hier nur die Investment - Gesellschaften der Bank Leumi, der Israel Diskont-Bank, der Eilern's Bank und der Feuchtwanger Bank. DIE PERSONALFRAGE Ernste Sorge bereitet den Bankleitungen das Heranzie- Industrial & Comercial Bank (ISRAEL-LATIN AMERICA) Ltd. T E L A V I V 65, Allenby Road NEUE BUEROS IN BUENOS AIRES Av. CORRIENTES 1145 (GALERIA DEL OBELISCO) T. E. 35-3463 IN COBA INVESTMENT & TRUST Cia. Av. CORRIENTES 1(45 T. E. 35-3463

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