Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1946 (9.2.1962)
- Date
- 1962-02-09
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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VienfW, 9 de Febrerode J962 LA SEMANA ISRAELITA A fifi XXim. — No. 19 iß — 7 Die Veitei Bei der Lektüre des Buches von Heinrich Schnee, „Die Hoffininz und der Moderne Staat“ ist mir noch stärker zum Bewusstsein gekommen, wie viele jüdische Familien durch Misch- : ehen und durch Taute in , den letzten einhundertfünfzig Jahren dem Judentum | verloren geangen sind. Da es sich fast ausschliesslich , um arrivierte Juden hani delte, die durch eigenen , Fleiss und begünstigt durch glückliche Wirtschaftsbe- ' dingungen zu Ansehen, Einfluss und Vermögen gekom- | men waren, so sind mit ihren Nachkommen auch ihre leicht oder schwer erworbenen Güter der jüdischen Gemeinschaft verloren gegangen. Ein kleiner Prozentsatz ist jedoch erhalten geblieben. Denn soweit die erste oder zweite Generation noch jüdisch lebte, sah sie es als Ehrenpflicht an, die jüdische Gemeinde te-1 stamentarisch zu bedenken. | Hierbei mag schon bei manchem das unbehagliche Gefühl mitgesp’-ochen haben, i dass die Nachkommen viel-! leicht dem Judentum verlo- I jen gehen könnten. Andere sahen es ganz einfach als j jüdische Pflicht an, die Gej meinschaft zu bedenken und manchmal kann wohl auch | das Bestreben mitgesproj eben haben, wenigstens den; von Rabbiner Dr. IS RI FELD Neue Methoden der i Stahlproduktion Haifa. — Ein bedeutender : Fortschritt in der S*ahlj Produktion, der wahrscheinj lieh eine radikale Abänderung gewisser Herstellungsi methoden im Gefolge ha- ’ ben wird, ist von einem Wissenschaftler des Haifaer : Technions, Professor Ariel ■ Taub, nach zehnjährigen , Forschungsarbeiten erzielt worden. Der nach seiner Methode hergestellte Stahl besitzt aussergewöhnliehe Vorteile gegenüber dem herkömmlichen Produkt. Stahlproduzenfen aus der Schweiz, Frankreich und der deutschen Bundesrepublik haben bereits um Lizenz ersucht. Professor Taub leitet das Metallurgische Institut des Technions find ist Professor für Bergbau und Metallurgie. (JTA) Namen innerhalb der Gemeinschaft zu erhalten. So lässt sich erklären, dass in kleineren und grösseren Gemeinden kulturelle und wohltätige Stiftungen entstanden, die den Gemeinden die Erfüllung ihrer religiösen. kulturellen, sozialen Pflichten erleichterten. Dasselbe ist übrigens auch in anderen Religionsgemeinschaften der Fall, wobei die erwähnten Motive ganz oder teilweise fortfallen. Man binterliess zur höheren Ehre Gottes einen Teil des Vermögens der Kirche, und manche begüterten Leute, die keine Erben hatten, hinterliessen ihr gesamtes Vermögen der Kirche. Wenn man in kleinen und kleinsten Dörfern des Schwarzwalds kostoare Gemälde und Schnitzereien in Kirchen bewundern kann, so hat dies seine Ursache in der Sprendefreudigkeit frommer kinderloser Bauern. Je grösser eine jüdische Gemeinde wrar, umsomehr flössen ihr Spenden zu: man kann wohl von der grössten deutschen Gemeinde Berlin, behaupten, dass der ganze Reichtum der nach Berlin zusammengeströmten jüdischen Massen zu einem Teil als mildtätige oder kulturelle Stiftungen der berliner jüdischen Gemeinde zuflossen. Der Bau von Krankenhäusern, Altersheimen, Waisenhäusern in Berlin und in kleineren Massen in anderen Gemeinden wurde wesentlich durch diese Stiftungen ermöglicht. Eine der ältesten kulturellen Einrichtungen, vor nunmehr 175 Jahren errichtet, ist die Veitei Heine Ephraim - Lehranstalt. Sie stammte von dem Hofjuwelier Friedrichs des Grossen, Ephraim, dessen Nachkommen leider sehr bald dem Judentum vtrloren gingen und als Ebers und Ebert.y untertauchten. Veitei Heine Ephraim, der Hofbankier Friedrichs des Grossen, der wegen Prägung minderwertigen Kriegsgeldes beim Volke viel Unwillen erregte, behielt gleichwohl bis tu seinem Tode 1775 seine Macht und sein grosses Vermögen. Das von ihm erbaute Ephraim’sche Palais, Mein geliebter Mann, unser lieber Vater, Schwiegervater, Opa, Schwager und Onkel, Herr Leo Wasserreich haf uns nach schwerer Krankheit für immer verlassen. Lim W ASSERREICH geh. GRAF RUDI GLAS und Frau HERTA, eeb. WASSERREICH LUIS WASSERREICH uml Frau INGE, gsb. KROJANKER RONNV. DANNY. EVELYN und DANIEL und Anverwandte tfi Die Beisetzung hat bereits stattgefunden. ‘fr Man bittet, von Beileidsbesuchen Abstand zu nehmen. El Cano 3068 1. P. Dept. 2. Jüdische Wochenschau in Montevideo/Uruguay Einzelnummer 50 Centesimos Jahres&bono 45-— $ urug. 'ABONOS — AVISOS — COBRANZA Sra. L Löblowitz Paraguay 1164, piso 2, apt. 9 Distribuidor: KIOSK TUREK Constituyentes 1757 Tel. 42-640 { Poststrasse 16. Ecke Molj ken-Markt. dürfte wohl noch; heute bestehen. | Veitel Heine hatte 1774 in seinem Testament bestimmt, i; dass ein von ihm zu grünj i dendes Bet Hamidrasch das I i Studium des Talmud im j Geiste der jüdischen Tradi-! lion pflegen solle. Bis diese ‘ Lehrstätte errichtet war ’ vergingen fast zehn Jahre. In den ungefähr 70 Jahren, in denen sie im Sinne des Stifters geratet wurde, wirkj ten an ihr hervorragende Talmud - Gelehrte. Wenn man bedenkt dass in jenen 1 Zeiten noen keine modernen jüdischen Bildungsstätten bestanden. so war diese i Stiftung von Veitel Heine eine LeisL.nf, die von weitem Blick zeugte. Freilich : i war es nötig, dem Fort-! ' schritt der Zeit Rechnung zu tragen. Als 1855 das jü-.| disch-fcheologische Seminar j in Breslau;eine Tätigkeit j begann, sahen die damaligen Kuratoren der Veitel' Heine-Stiftung ein, dass eine Reorganisation nötig war. Sie bescnlossen daher I 1856. dass hie rabbinische : Literatur wissenschaftlich j erforscht uml gelehrt wer- I den solle. Zu diesem Zweck 1 wurden zwei Lehrstühle errichtet. einer für jüdische, hauptsächlich talmudische Wissenschaft, der andere für arabische und aramäische Sprach-Wissenschaft. Unter den Gelehrten, die in den folgenden 75 Jahren an der Anstait wirkten, befanden sich die bedeutendsten Vertreter der Wissenschaft des Juden*ums, so Leopold Zunz und Moritz Steinschneider. Auch die berliner Rabbiner Josef Aub und Abraham Geiger hielten Vorlesungen an ihr. In späterer Zeit v.iikten hier Jakob Barth. Eugen Mittwoch und der spätere Direktor der Jerusaiemer National- Biblothek Golthold Weil, der jetzt .m Ruhestand in Jerusalem lebt. Mit der Gründung des Breslauer Seminars und erst recht zwar.? g Jahre später der beiden orthodoxen und liberalen R.mbiner Bildungs- Anstalten in Berlin, verlor die Anstait freilich viel an Geltung. Si? führte nunmehr ein recht bescheidenes Dasein in der Stille. Der genannte Jakob Barlh, Dozent am orthodoxen Rabbiner- Seminar urd ordentlicher Honorar-Protessor an der Berliner Universität, hatte die Vorlesungen auch im Vorlesungsverzeichnis der Universtiät angekündigt. Ich entschloss ‘¡lieh daher im Sommer 1910 zur Teilnahme. Der Voriesungsraum war freilich dies andere als imponierend, ln der Oranienburgersirasse. dicht neben dem Verwaltungsgebäude der grossen Berliner Gemeinde, war im Seitengebäude eines grossen Wohnhauses ein möbliertes Zimmer gemietet worden. Der Eingang war vom Hof, und man musste durch die Küche in den Lehrraum gehen. In diesem konnte man es sich in 'mmodernen weichen Sesseln recht bequem machen. Etwa ein Minjan Studen- 4 *•*♦♦* * **»*♦•***♦*♦ lifg i Die neue Luftpostmarke, weh-h’ den Abschluss der I.tifi-! pcst-Seri» bildet, stellt den Hafen von Elat dar, Israels I Hafen am Roten Meer. — Jeder Bogen enthält 9 Mari l tn. Platlennummer 20. — Der Ausgabetag ist der 21. ’ Februar 1902. Die Zeichnung stammt von Friedei Stern, | Tel Aviv; Druck auf Wasserzeichenpapier von Lewin- I ’ Epstein in Bat Yam. ten. aber grö stenteils Nichtjuden, hörte Woche für Woche zwei eienden am Mittj wochnachmiitag die Vorlesungen und nahm recht aktiv Anteil. Professor Barth : und die wenigen jüdischen Hörer lernten mit Kopfbedeckung. Der Professor las über die Tavgumim. die drei aramäischen Uebertragungen der Thora, Onkelos. Jonathan Ben Uziel und Yerushalmi. Er cerstand es. seij Wissensgut mit dem Rüst-' nen Hörern altes jüdisches j zeug moderner wissenj schaftlicher Genauigkeit zu § erklären, ich darf heute. : nach fast 5*1 Jahren, dank-, bar bekennen, d<;ss ich in dieser Vorlesung bei Profesj sor Barth viel Anregungen J erhalten habe. Israel Cohen gestorben London. — Im Alter von 82 Jahren starb der Schriftsteller, Histoiiker und ehemalige Sekretär der Zionistischen Oiganisation Israel Cohen. Er wurde in Manchester geboren. Im Jahre 1910 ging er als Sekretär der ZO nach Köln. Als der Erste Weltkrieg ausbrach, wurde er Interniert, durfte aber 1916 nach England zurückkehren. Seit Beginn des Jahrhunderts war Cohen aufs engste mit der Zionistischen Weltorganisation verbunden und gehörte zu den Mitarbeitern von David Wolffsohn xmd Chaim Weizmann. — (ITA) Wir wollen unsere Arbeit schnell abschliessen «BS£Sil“SSSS!i!S!SigHSIi!Sä8SiME3-SaifiSSis»*BäsiSBSi*t!ii§ä3-5SäS3!a**SäBSSlIiIt£iil=Si*3i5ä*tSSi5BiSBliääiä2- S Deswegen erledigt SOFORT Eure Beisteuerung für die Einheitskampagne für ISRAEL DIE DREI GROSSEN AUFGABEN DIESES JAHRES: HILFE FUER DIE NEUEINWANDERER AUFBAU NEUER WOHNSIEDLUNGEN - ERSCHLIESSUNG NEUER BOEDEH ANNAHMESTELLEN: CAMP ANA UNIDA PRO ISRAEL, COMITÉ CENTROEURCPEO Saimiento 2376, 39, T. E, 47-3820 und saemtliche Sekretariate der angeschlossenen Organisationen und Gemeinden