Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1943 (30.1.1962)
- Date
- 1962-01-30
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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2 — Muries. 3(1 tí* Enero de 1962 JÜDISCHE WOCHENSCiTÀÎÎ Aft», XXIH. — No. 1943 |K, Yon der ertraeumfen Freiheit (Sfhiuss von Seite 1) liifcd. wie ein einfacher Mensch seinem Nebenmenscherj gegenuberiritt. Und gerade in den südamerikanisclien Ländern mit ihrer beinahe ausschliesslich katholischen Bevölkerung gewinnt die=e Frage eine gewaltige Bedeutung, besonders für uns. Der Einfluss der Kirche isi im nationalen, gesellschaftlichen und geistigen Leben aller lateinamerikanischen Völker sehr stark. Bisher hat man diesen hier erzogenen Generationen immer die Legende aufgetischt. dass es die -luden gewesen wären, die Christus gekreuzigt haben wrüden. Diese wie manche anderen Doktrinen, die Jahrhundert um Jahrhundert jedem Geschlecht auf der Erde, wo der Einfluss der katholischen Kirche hinreichte, eingeimpft worden sind, haben ternehmen nichts, um die- | gewissheit, was der Morgen sen gefährlichen Strom zu wohl bringen möge, ungeriämmen. j ahnte und von ihnen auch Koch nicht verstanden niemals erhoffte Vorteile zu hat man in den entscheiden- 1 ergattern. Das ist die Atmosphäre für alle Hasardspieden Kreisen, dass es nie- ■ mais beim Brand von Synagogen bleibl. Wo Gotteshäuser in Flammen aufgej heil, schleudern die ruchlosen Hände d.e Fackeln des Brandes auch in andere. Tempel. Als in einer kal- [ ten Novembernacht des ' Jahres l‘J38 die Nazis alle ler, die möglichst gleichzeitig auf mehrer Karten setzen. nur um Macht. Geld und Einfluss zu gewinnen. Wir haben es doch schon mindestens einmal erlebt, welche Klasse von Menschen in solchen Zeiten aus dem Morast zur Oberfläche Deutschland anzündeten, ha- | ben auch die meisten katho- ' iischen Priester nicht den I Ernst ihrer eigenen Situa-' tion begriffen, obwohl bereits zahlreiche Schaupvozesse von den Nazis gegen I Mönche und Nonnen mit ' den widerlichsten Vorwiir- len geführt worden sind. Nur wenige grosse katholi- I [ sehe Persönlichkeiten, Faul- I j haber, Galen und andere, erkannten im ersten Augenin einem ganz entscheiden- ( blick die Geiahr. die allen I oen Masse zum Judenhass droht, die Glaubens sind. 1 beigetragen, sie haben die , Die breite Schicht des nie- Abneigung gegen die Juden* geschürt und ein Vorurteil gegen Juden selbst bei de- 1 n:n, die niemals einen Juden gesehen haben, hoch ge-; züchtet, das beinahe unausi jettbai ist. Selbst die gross- , ien ..Pniiosemiten-’ bestimmen ihr Verhältnis zum -Ju- ' den aus einer völlig abwe-! gigen Sicht und gehen gej nau von den gleichen Präj missen w ie die Antisemiten i aus, nur dass sie zu ande-! jüdischen Gotteshäuser in i gespült werden. Gestrandete Existenzen, bemitleidenswerde Phantasten, rücksichtslose Abenteurer, Aussenseiter der Gesellschaft aller Art, unter ihnen auch weltfremde Idealisten, haben es verstanden, aus der Not der Zeit und dem Elend der Massen ihr eigenes politisches Kapital zu schlagen. Warum sollte sich ein solch trauriges Schauspiel nicht wiederholen? Diese Keise lernen mehr von ihren Vorgängern, als die anderen, einschliesslich wir selbst, geneigt sind, aus der Vergangenheit zu lernen. Sie sehen, dass man nur alte Parolen aufwärmen muss, denn der Sündenbock is tderselbe geblieben: die Auszeichnung für die Hadassa Jerusalem. — Die zionistische Frauen-Organisation Nordamerikas erhielt anlässlich der Feier ihres 50jährigen Bestehens eine seltene Auszeichnung von der israelischen Regierung. Im Namen der Regierung übergab Oberst Josef Navo der Hadassa die „Fahne des Unabhängigkeitskrieges”. Diese Auszeichnung ist bisher noch keiner Organisation, sondern nur den Grenzkolonien verliehen worden, deren Bewohner an den Kämpfen teilgenommen und aussergewöhnlichen Mut bewiesen haben. Zusammen mit dieser Auszeichnung wurde der Hadassa ein Diplom ausgehändigt, das von Ministerpräsident Ben Gurion in seiner Eigenschaft als Verteidigungsminister unterschrieben ist. Wie es darin heisst, wurde der Hadassa diese Ehrung für ihren Anteil an der Verteidigung Jerusalems erwiesen, als ihre Repräsentanten einen ..bewundernswerten Heroismus” unter dem feindlichen Feuer an den Tag legten. (ITA) Von der Streikfront 1 Friedhofsschaendung deren Klerus aller, aufgewachsen in einem Hassbewusstsein gegen Juden, war geneigt, soiange in der nazistischen Zerstörungswut die Geissel Gottes zu erblicken,! Juden. Das war schon vor Erren Erkenntnissen und gebnissen gelangen. I Dass die antisemitische Bewegung in verschiedenen! südamerikanisehen Staaten, ■ vor allem auch in Argentinien. in einem alarmieren- | den Umfang im Wachsen begriffen ist, dürfte wesentlich; von der Haltung der Kirche 1 »bhängen. Hätte die Kirche > gewollt, aass die Banden j der Radar. - Antisemiten schweigen, dann hafte sie j — wahrscheinlich als die i einzige Kraft — die Macht hierzu gehabt. Aber selbst die Kirche, nicht nur ande- bis es ihr auch an den Kragen ging: dann, aber erst dann erkannten sie das Verbrechen. j nr. Die Konsequenzen ' Dass die chaotischen Zustände der internationalen Politik in einer verhängnisvollen Wechselwirkung mit der inneren Entwicklung aller Völker und ihrer Allianzen stehen, dürfte unzweifelhaft sein. Der südamerikanische Kontinent, bisher ein Hort der Sicherheit, ist durch den Weltkonflikt, in den er hineingezogen wurde. zu einem neuen Unruheherd für die Weltpolitik geworden. Die ungeheure Spannung. die aut der Aussenministerkonferenz herrscht, ist nur ein kleiner Reflex der ic zur Wahrung der Ordtatsächlichen“ Kr nung berufene Organe, un < ABOGADO FREY Die Nöte einer ganzen Welt, die auch die Nöte des Kontinentes wie aller seiner Menschen sind, werden von skrupellosen Politikern ausgenutzt. um aus dieser Un- MOHEL N. PLAKSIM 190 PUEYRREDON 1* iz<jnachin. 16—19 Uhr Superi 2719 T. E. 76-6784 u. 76-2 512 Î Jaime Liebling: S. 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Vielleicht j kann man selbst etwas j werden, sobald die jüdische Konkurrenz ausgeschaltet , wird, die man sofort zu ei-! ner schmutzigen erklärt, — dabei ist die Verleumdung , der Juden die schmutzigste Konkurrenz, die von den Antisemiten stets praktiziert wird. — Schon erscheinen wieder antijüdische Spruchbänder in den Strassen, Schmierereien auf Häuserwänden, beleidigende Plakate und Pamphlete. Mit einer unerhörten Schamlosigkeit, die auf eine ebenso grenzenlose Verwirrung wie dreiste Unverfrorenheit hinweist, wer den wüste Drohungen ausgestossen, die zugleich eine Sympathie-Erklärung für einen Verbrecher vom Range Eichmanns enthalten. Was geschieht hiergegen? IV o bleiben die staatlichen Aufsichtsorgane, die gegen diese Verwilderung entschreiten? Sind Juden schon wieder vogel frei? Es besteht kein Grund, diese Vorgänge zu bagatellisieren. Alle fühlen plötzlich, P~" ür. : B. Schwanz j J ZAHNARZT 1 4 ESTOMBA 2283 52 8214 t 1$ RAYOS X t ♦ PÄRADENTOSE $ 4 TELEF. ♦ i * VORANMELDUNG 1 Jerusalem. — Finanzminister Levi Eshkoi setzt seine Bemühungen um die Beilegung des Streiks der Ingenieure fort. Wie man glaubt, könnte es zu einem Kompromiss kommen. indem eine Erhöhung der Gehälter von 7 Prozent: statt, der geforderten 15 Prozent angenommen W'erden dürfte. Inzwischen ist die Möglichkeit eines Streiks der Aerzte aufgetaucht. Die Aerzte fordern eine 18prozentige Erhöhung ihrer Bezüge. <ITA) sehr plötzlich, was sie nicht glauben woiten, dass die Gefahr des Fidelismus uns alle und uns aile unmittelbar bedroht! Jetzt zittern sie. Die Gefahr wird noch einmal Vorbeigehen, wenn die internationale Konferenz keinen ganz unerwarteten Ausgang nehmen sollte. Aber die Tatsache allein, dass man von dieser Gefahr überhaupt spricht, ist doch völlig überraschend, wenigstens für die, welche sieh immer sicher fühlen, weil sie nicht der Wahrheit ins Gesicht sehen wollen. Dieselbe Gefahr besteht in ihrer Unmittelbarkeit auch für uns luden und gegen uns Juden. Wir durchleben einen Augenblick, in dem die Extreme aufeinanderstossen. Die Wahl, vom Kommunismus zermalmt oder vom Faschismus totgeschlagen zu werden, bietet dieselben Perspektiven: Verfolgung uö Tod. Die Juden sind aufgefordert. die Situation, vor allem ihre eigene Lage zu erkennen. Sie sollten den Mut zur Konsequenz haben, damit sieh dieses Mal die Geschichte nicht wiederholen kann. Porto Alegro. — Der jüdische Friedhot in Porto Alegre. wo die drittgrösste jüdische Gemeinde Brasiliens lebt, ist vor kurzem von bisher unbekannten Tätern geschändet worden. Zahlreiche Garbsteine wurden mit Hakenkreuzen und nationalsozialistischen Parolen beschmiert. andere umgestürzt und beschädigt. (ITA) Unerwünschte Reklame Tel Aviv. — Die israelische Industrie protestierte im Wege der Presse gegen die Massnahme der Regierung. den Staatssender Kol Israel für Reklamezweeke zu gebrauchen. In einer Versammlung der Zeitungsherausgeber wurden Beschlüsse angenommen, in denen die neue Politik des israelischen Rundfunks, die seit einem Jahr befolgt wird, scharf kritisiert wurde. (ITA) LA SEMANA ISRAELITA Bisemanario — aparece los Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Verantwortlich: Dr. Hardi Swarsensky Pueyrredón 2190, 1? izq. T. E. 83-2613 80-6930 Abono-Preise: Argentinien: 4 100.— pro Quartal Ausland ï 600 — jährl. Abkommen mit Israel Rio de Janeiro. — In Rio de Janeiro ist kürzlich zwischen Israel und Brasilien ein Abkommen über gegenseitige technische Unterstützung unterzeichnet worden. Israel hat bereits seit mehreren Jahren die brasi- | lianische Regierung in Fra- I gen der Landwirtschaft. Eri Ziehung und Behandlung i von Tropenkrankheiten beraten. (ITA) | „Sabras” für Mexiko j Haifa. — Unter Zustimmung der beiden Regierungen hat die Israelische Gej Seilschaft für Autofabrikation in Haifa einen Kontrakt j mit mexikanischen Induj striellen abgeschlossen. Danach sollen in Mexiko jährlich 2.000 Sabra-Wagen montiert werden. 60 Prozent des Wertes kommen aus Israel, die restlichen 40 Prozent steilen Einzeiteile und Arbeit in Mexik*. dar. Bereits sind zehn mexikanische Techniker in Haifa eingetroffen, um den Fabrikationsvorgang kennenzulernen. Einige Ingenieure aus Israel werden die Arbeit in Mexiko einleiten. * -x * -:s * * -:<■ -x- -x- * -:<- * * -x- * -x- -x -x- -x * s -x- * * -x- * -:4:- * i! MALERARBEITEN J * x * FACHMAENNISCHE AUSFUEHRUNG, SAUBER, £ T PREISWERT, SCHNELLSTENS * X ALFREDO STERN Yirrey del Pino 2639 * * T. 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