Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1937 (9.1.1962)
- Date
- 1962-01-09
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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fc a 2 *5 « £ o Sf a W fc, < w FRANQUEO PAGADO Concesión 908 TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 SEMANA ISRAELITA Ano XXIII. BUENOS AIRES, MARTES 9 DE ENERO DE 1962 No. 1937 EL EJEMPLAR J en toda la República *1 PUEYRREDON 2190 19 fcq. T. E. 83 2613 Buenos Aires Nasser beutete Syrien aus ¡Zwischen Ost und West Das Ausscheiden Syriens aus dem Verbi nd der Vereinigten Arabischen Republik (VAR), eine ,,Vereinigung“. die heute nur noch aus Aegypten allein besteht war vielleicht noch mehr wirtschi ttlicn als rein politisch bedingt. Der starke Gegensatz, der in ler Wirtschaft Syriens zu der Aegyptens bestanden hatte, konnte nicht überbrückt werden. und der Ver geh Kairos, die Angleichuug zwangsmässig herbeiz'.führen löste die Gegenbewegung aus. Syrien ist ein viel reicheres Lind ab Aegypten. Auf ,ie einen Quadratkilometer landwirtschaftlich ausgenuizter Fläche kommen in Syrien 40 Einwohner, in Aegypten aber 600 je Qua.vrtkilometer. Schon diese Ziffer allein zeigt das Wchlstandsgefälle zwischen dem Land am Nil und Serien, der enemaligen französische!. Levante. Diese 7iffer i:-t aber auch de; wegen sa besonders bedeutungsvoll da in beiden Ländern eieiehmässig etwa zweidrute) des Volkveinknmmes aus rer Landwirtschaft füessL Während in Svrien der duch'ctn ittliche Anteil am Natien ->'.einkorr men sich auf 1R0 Dollar pro Kopf de:- Bevölkerung beläuft, sind es in Aegv'oten cur 120 Dollar. Bei der Vereinigung der beiden Staaten im Jahre 1958 wa,- vereinbart und von Na^:er zugesagt worden. dass „für den Augenblick“ eine Aerderung der syrischen Wirtsehaftsstruktur nicht beabsichtigt sei. Diese Zusage wurde aber bald vo*. Nasser gebrochen, der we“gehende Eingriffe in die Wirtschaftsorganisation Sy:->ns vornahm und auch die Verstaatlichungsgesetzte die von ihm im letzten Jahr durchgeführt wurden, auf Syrien erst reck t.-- Bei dieser VersL.atlichungspolitik .n der Vereinigten Arabischen Republik die im etzten Sommer weiter vorangelrieben wurde, war von einer Rücksicht auf die nördliche Provinz, d. h. Syrien keinerlei Spur mehr zu sehor, trotz der dort viel stärkeren privatwirtschaftlichen Tendenzen. Schon im Anfang der Vereinigung der beiden Länder war die Agrarreform in Syrien genauso wie in Aegypten gehandhabt worden. Und die Obergrenze de* zulässigen Landbesitzes wurde von ursprünglich 80 auf 40 Hektor heruntergesetzt. Das Regime Nassers zielte auf einen noch schärferen von Dr. KURT 0TTENS00SER (Israel) staatssozialistischen Kurs anlässlich des neuen Jahrestags der ägyptischen Revolution ab. Wie früher bei der Bodenreform wurden nicht länger Ausnahmen von diesem sogenannten „arabischen Sozialismus“ für Syrien vorgesehen. EINE KOKURRENZ FUER AEGYPTEN Syrien hatte im letzten Jahr vor dem Anschluss Baumwolle auf über zweieinhalb Millionen Dur, am angebau’ und 40 Prozent des Exports Syriens stellte diese Baumwolle dar, die der ägyptischen Baumwolle an den europäischen Märkten ernste Konkurrenz machen konnte. Dann v ar von Kairo Anweisung gegeben wnJtden, dass die syrische Baumwolle in die Länder des Ostblockallein geliefert werden dürfte wodurch diese Konkurrenz für die ägyptische Baumwolle vom europäischen Markt fern gehalten werden sollte. Die Handelsbeziehungen zwischen Syrien und Aegypten waren früher nur unbedeute) d gewesen. So hatte der Expor; Aegyptens nach Svrien nur knapp 1,8 Prozent des Gesamtexports betragen undumgekehrt ging sogar nur 1,6 Prozent der sy"Lehen Exportwaren nach Aegypten. Die Textilindustrie nimmt in Syrien einen wichtigen Platz ein. Von den 4u 000 Industriearbeitern Syriens sind 24.000 ,n der Textilindustrie beschäftigt, die nicht nur den lokalen Markt versorgt, ^ordern auch in die benach*-irten Länder exportier* Nun wurde ihr der lokale Markt von der ägyptischen Textilindustrie, die ihre Produkte zu Schleuderpreisen nach Syrien absetzte und Le Märkte dort damit überschwemmte, strittig gemacht. Es wa" ursprünglich ein umfang; eiches Industrie- Entwickiungs Programm für Syrien nach dem Zusammenschluss ausgearbeitet worden. Aber es blieb nur auf dem Papier bestehen, nachdem sich gezeigt hatte, dass Syrien selbst nicht das dafür nötige Kapital aufbringer, konnte. Dies war nicht zuletzt auch eine Folge davon, dass weite Kreise in Industrie und Handel, aber auch die Grossgrundbesitzer beträchtlicne Summen ins Ausland verschoben, als sich zeigte, da s Kairo auch die Vereinheitlichung der Dementi des Finanzministers Jerusalem. — Finanzminister Levi Eshkol stellte energisch in Abrede, dass eine Entwertung der israelischen Währung beabsichtigt sei. Diese Erklärung gab er vor seiner Abreise nach USA ab. Er nannte die Nachricht ein blosses Gerücht. Eshkol betonte, er unternehme die Reise, um mit Beamten der USA-Regierung über ökonomische und finanzielle Probleme zu beraten und sich mit führenden Kapitalisten zu unterhalten. Den Finanzminister begleitet der Gouverneur der Israel-Bank, David Horowitz. Wie verlautet, sind Verhandlungen mit der Weltbank über die Erteilung eines Kredits von 30 Millionen Dollar zur Erweiterung des israelische« Wegenetzes geplant, (ITA) Währung durchzuführen gedenke. Diese Massnahme wurde dann im Juni 1959 getroffen die syrische Währung wurde in das ägyptische Püind umgetauscht, und die syrischen Kapitalisten, die ihr Geld nicht rechtzeitig ausserhalb des Lardes gebracht hatten, erlitten einen Verlust von 30 Prozent bei dieser Transaktion. WENIGER BUDGETMITTEL FUrR SYRIEN Im Budget Syriens 1950— 60 tra, eine grundlegende Aenderung ein. Während die Militärausgaben sich um 63 Prozent erhöhten, wurden die Ausgaben für wirtschaftliche und soziale Staatsaurgaben um 6 Prozent gekürzt. Aber in Aegypten wurden in der gleichen Zeit diese Ausgaben nicht nur nicht gekürzt, sondern um 26 Prozent erhöht. Die Importe nach Syrien wurden beschränkt, und die Preise stiegen ununterbrochen. Der Versuch, diesen Preissteigerungen durch Zollsenk.mgen entgegenzuwirken, hatten keinen Erfolg. Dazu wuchs der Schmuggelhandel besonders aus Syrien stär.dig, und die Behörden waren machtlos dagegen Alle Versuche des Generals Amer, der mit weitgehenden Vollmachten nach Syrien gesandt worden war, der Lage Herr zu werden, schlugen fehl. Die scharfen Massnahmen die gegen Handel und Industrie ergriffen wurden, entfremdeten nur noch weitere Kreise dem System Nassers. Je stärker der Privathandel und die Privatwirtschaft eingeschränkt wurde, umso fühlbarer und offener wurde der Widerstand der wirtschaftlichen Kreise, die es mehr und mehr dbiehnten, mit den Behörden zusammenzuarbeiten. Aber gerade dies zwang dann Nasser noch mehr, diese Kreise mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln zu unterdrücken und vom Wirtschaftsleben auszuschidten da er mit Recht hier den Keim einer Bewegung ge een das Verbleiben Syrier s im Verband d«°r VAR erblicken musste. ZENTRALE STEUERUNG DER WIRTSCHAFT Im Rehmen der völligen Zen*rali-ierung der Wirtschaft durch den Staat wurde auch die Wirtschaftsplanung fü- Syrien von Kairo übemorrmen. Die Militärbehörden erhielten das Recht der letzten Entscheidung in allen industriellen Fragen zur „Ausnützung des industriellen und wirtschaftlichen Potentials". Nun trat der bisherige Handels- und Industrieminister für die Provinz Syrien, Ch dil el Chalas, aus Protest zurück und, wie schon o^en erwähnt, übernahm Marschall Amer die Leitung. Mit ihm kamen mehrere tausend ägyptische Beamte, die nun die Leitung der Wirtschaft Syriens fest und rücksichtslos in die Hände nahmen. Die Folge war, dass der syrische Aussenhandel schnell ein beträchtliches Defizit auswies. Belief sich dieses Defizit im Jahre 1957 nu; auf 68 Millionen syrische Pfunde, so stieg es im Jahve 1959 auf 318 Mil lionen Pfund und betrug im Jahre 1960 trotz drastischer Einfuhrverkür'ungen immer no.’h 259 Millionen syrische Pfunde. Aber auch das Nationaleinkommen S\riens ging in der Zer: des Zusammenschlusses zurück. Es belief sien im Jahre 1957 auf 2.514 Millionen syrischer Pfunde, mit einer deutlichen Tendenz zu einem weiteren Anstieg. Aber im Jahre 1959 als eine Folge der verheerenden Bevormundung Syriens durch Kairo war das Nationalen kommer. auf 2.276 I’Lllioncp syrischer Pfur.de zu-ückgegangeir. Man kann euch diesen Rückschlag keineswegs nur auf die Dürre, von der in diesen. Ja.ve die Landwirtschaft Syriens betroffen war, zurückführen, sondern dieser Rückgang drückt sieh aurh in den anderen Wirtsehaftszweigen. wie Industrie Handel und Verkehr deutlich aus, SCHUMMER ALS DIE KOMMUNISTEN Die Vorkämpfer für den Zusammenschluss mit Ae-1 gypten waren seinerzeit die kapitalistischen Kreise gewesen, ebenso wie auch die sozialistisch eingestellte Baat (Volks)-Partei, der besonders die Landwirtschaft und der Mittelstand angehörte. Sie alle hatten Angst vor dem schnellen Anwachsen der kommunistischen Partei. Der Führer der Baat-Partei Hurani, der zu den stärksten Befürwortern des Anschlusses gehörte, hatte gehofft, mit Hilfe Nassers das sozialistische Programm seiner Partei durchsetzen zu können. Aber Nasser hatte seinen eigenen Sozialismus und zeigte für den aus Syrien kommenden Sozialismus kein Interesse. Deswegen opferte er diese Partei leicht den Wünschen der Handels- und Industriekreise Syriens, die er mit diesem, ihnen so genehmen Opfer befriedigen zu können hoffte. Dies aber gelang ihm nicht, und darüber hinaus schaffte er sich in Hurani, der in den Untergrund ging und von dort aus hetzte, einen gefährlichen und erfahrenen Gegner, hatte Hurani doch an der Spitze zahlreicher Umsturzbewegungen in Syrien gestanden. So kam eg, wie es kommen musste: Die Widerstände des Grossgrundbesitzes und der überaus rührigen Händlerkreise in Syrien, die sich infolge der diktatorischen Massnahmen Kairos in ihrer Existenz bedroht sahen, wurden stärker und stärker, bis sie in der Trennung Syriens von der VAR ihren letzten Ausdruck fanden. Dass dieser Umschwung so ruhig und nahezu unblutig vor sich ging — trotz der Anwesenheit eines grossen Beamtenstabs aus Kairo Die chinesisch: Mauer in Berlin WOHNUNGEN FÜR EINWANDERER Im allgemeinen ist es üb-. lieh, dass Einwanderer zuerst eine Wohnung und spä ter Arbeit in ihrem neuen Wohnort zugeteilt erhalten. Bei den Akademikern jedoch ist es umgekehrt. Sie müssen eine Wohnung in einem Ort erhalten, wo Aussicht j für Arbeit besteht, und meist werden sie in städtischer Umgebung angesiedelt. In diesen Bezirken werden jedoch Wohnungen nur mit finanzieller Beteiligung der Einwanderer gebaut, und die Menschen, die heute ins Land kommen, haben keine eigenen Mittel. Daher hat. das Arbeitsministerium zusammen mit der Absorptions-Abteilung einen Plan ausgearbeitet, nach dem 600 Wohnungen für Akademiker erstellt werden sollen, die zu höheren als den üblichen Miete« abgege- und einer Durchsetzung des syrischen Heeres mit ägyptischen Offizieren, kann und muss als Beweis angesehen werden, dass praktisch das j ganze syrische Volk der j Ausnutzung des Landes j durch Kairo überdrüssig: war. Aber eine wie grosse Rolle auch wirtschaftliche Entwicklungen dabei spielten, so darf doch nicht übersehen werden, dass auch die nationalen Gefühle und die demokratische Tradition Syriens von den kairoer Machthabern mit1 Füssen getreten worden waren. was sich das syrische Volk nicht mehr länger gefallen lassen wollte. Nasser mit seinen diktatorischen Gelüsten und imperialistischen Träumen hatte die Rechnung ohne den Wirt gemacht. ben werden sollen, mit der Möglichkeit, die Wohnung innerhalb von zwei Jahren zu erwerben. Das Wohnungsproblem der Akademiker wird ständig akuter, und man fürchtet, dass einige von ihnen in provisorischen Asbest - Häusern untergebracht werden müssen. Es besteht kein Zweifel, dass wenn die Regierung und öffentliche Instanz bei der Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze mitwirken werden, das Problem der Einordnung der Akademiker in naher Zukunft gelöst wer den kann. Das Wohnungsproblem kann zum grossen Teil durch den neuerlichen Beschluss der Regierung und der Jewish Agency, das Wohnbau-Budget zu erhöhen, seine Lösung finden. D«r Kurs des IsnwI-PfHnäs Jerusalem. — Während die Zahl der Israel besuchenden Touristen im Jahre 1961 um 30 Prozent stieg, war der von ihnen verausgabte Geldbetrag nur um 9 Prozent höher, wie Theodor Koltek, der Generaidirektor des Büros des Ministerpräsidenten und Präsident des israelischen Büros für Tourismus bekannt gab. Kollek machte diese Mitteilung auf einer Konferenz, die das von ihm geleitete Büro gemeinsam mit der SchiffaUrgesellschaft. Z1M und der Fluglinie El Al veranstaltete. Er führte die oben erwähnte Diskrepanz darauf zurück, dass die meisten Touristen ihre Devisen bei nichtoffiziellen Stelle« eintauschen und eine» Dollar für 2,18 IL eipwechüela. (ITA) Registro de la Propiedad Intelectual No. 656.63S Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rivadavia 85R w