Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1935 (29.12.1961)
- Date
- 1961-12-29
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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\ ' * ' v * V ‘¿ — TiWiiKi, 29 r.« Di<-i* n> hr« df mt JÍBISfKE WOCHE K g C H A U Afi« XXII. _ Ne. 1935 Ein Friedensengel im Krieg (Schluss von Seite 1) bezeichnen mussten: den Küssen oder dem Osten die Trümpfe hinzuwerfen. Moskau hat es in den meisten Fallen so unerhört einfach, die Früchte zu ernten, die ihm durch das westliche Va banque-Spiel reif in den Schoss fallen. Man denke nur an den Mittleren Osten. I Die Amerikaner haben alles . getan, um den Russen den ’Weg zu ebnen. Sie haben nicht einmal, sondern des öfteren Herrn Nassers wackelnden Thron gehalten der sofort, wenn er sich wieder fest im Sattel fühlte den Amerikanern die kalte , Schulter zeigte und die Rus-j sen ins Land rief. Der Konflikt auf dem indischen Subkontinent war überflüssig. Die Niederla-! ge Portugals hätte vermieden werden können. Wenn man in Lissabon nicht die! erforderliche Einsicht in die : tatsächlichen Machtverhält | nisse gehabt hätte, in Washington musste man ihnen 1 /echtzeitig Rechnung tra-! gen. Die Amerikaner hat- I ten zwar den traurigen Mut, gegen Israel aufzutrumpfen. als es sich dem angriffsiustigen Nasser entgegenwarf, um seiner Zerstörung zu entgehen. Gegen die Portugiesen sagten sie} nichts. Vielleicht liegt es auch daran, dass Dulles energischer und reaktionä- I ler als Dean Rusk gewesen 1 ist. Vielleicht ... . Der Streit um Goa gab j der östlichen Erdhälfte wie- | der einmal eine unnötige Gelegenheit, gegen den Westen einheitlich aufzutreten, ten sie Weltweisheit aus. obwohl diese östliche Ge-1 Jedenfalls verstanden sie es Dr. FREY! « ABOGADO l 4 PUEYRREDON 21ÎW ♦ 1' iz<4. « ♦ nachm. 18—19 Uhr ♦ ♦ schiossenheit immer aufgelockert wird. Alle die Freiheit Hebenden Völker, so jubelte man in Moskau. Peking und den anderen Ostblock - Metropolen, stehen auf seiten Indiens, das um seine Unabhängigkeit, um sein von Fremden besetztes Territorium ringt .. Wirklich. ist das. so? Das kann man heute mit einem Schein von Wahrheit infolge einer einfältigen amerikanischen Politik in die Welt hinausposaunen. Und schon wieder sind sie alle da: die wirklichen Kriegstreiber, die Vöiker-Unterdriicker, die Hassprediger, die Rebellen aus. Profession. Noch ist es nicht so weit, dass Moskau die Völker repräsentiert, die um ihre Freiheit kämpfen. Im Gegenteil! Die europäischen Satelliten der Sowjets, Polen, Ungarn, Tschechen, sie alle sehnen sich nach Freiheit. vielleicht nicht nach der Freiheit des Westens, sicher aber nach der Freiheit und Unabhängigkeit von den Fesseln und aus den Krallen Moskaus. Aus welchem Grunde fliehen diejenigen sonst, die hierzu eine Möglichkeit haben, ins westliche Gebiet? Der Westen aber versteht nicht seine Chancen, seine politischen und psychologischen Vorteile auszuniitzen. Wie lange noch wird er ungestraft diese leichtsinnige, von Irrtiimern durchsetzte, nur auf einem grosser. Selbstvertrauen beruhende Politik betreiben können? IV. Friedensengel im Krieg Der Frieden ist eine heilige Sache, und Nehru war sein Prophet. Ueberall, W'o die Inder auftraten, strahl- REAL PEHI Füllhalter * REPARATUREN ♦ Spezialgeschäft ♦ CORRIENTES 569 l T. E. 49-5850 l ► 4-4-4 4-4 ♦■♦f Í Jaime Liebling*:? OPTICA DIPL. OPTIKER ♦! Sarmiento 829 j 1 T. E. 35 - 7356 i jüdith J SCHENKOLEWSK! } \ KULTUSSTICKEREIEN f Schabbosdecken - Ta!lis-J* beutel - Käppchen - Maz-.J ¡* zot-Taschen - Hand- und \ «* Maschinenstickere-i von ,* *1 Bett- und Tischwäsche «J V BEBEDERO '585 f T. E. 73-9155 ¡* der grossen Oeffentiiehkeit einen ehrlichen Respekt vor ihren politischen Konzeptionen einzuflössen. Die Reden Nehrus ©der Krisehna Menons wurden mit Aufmerksamkeit. von vielen mit Ehrfurcht gehört. IVenn Krutschew in den UN sprach, waten alle Tribünen überfüllt, weil man Sensationen erwartete. Die Zuschauer wurden auch nicht enttäuscht. denn Krutschew zog sich einmal sogar seinen Schuh aus und schlug damit auf den Tisch! Wenn aber die Inder sprechen, kommen die Menschen, um ihren Worten zu lauschen und sich an ihren Gedanken aufzurichten. Nehru vertrat die These des unbedingten Friedens. Der Krieg muss als Mittel politischer Auseinandersetzung oder Lösung von Streitfragen zwischen den Menschen verschwinden. Nicht zuletzt auch aus diesem Grunde müssten Kolonialismus und Imperialismus aufhören. Die Menschen sollten sieh zu der erforderlichen Reife erbeben, um mit anderen Mitteln und Methoden ihre divergierenden Interessen auszugleichen als durch Krieg, durch das Schw'ert, den Kampf oder die Atombomben. Solche Reden, die sich an die Herzen und die Hirne wandten. hörte die Menschheit gern. Sie w'aren Balsam in einer aufgewühlten Zeit, in der wie eh und je die Leidenschaften hoch schlugen, die hemmungslosen Drohungen gegeneinander das Zusammenleben gefährdeten und der Hassgesang schrill aufklang. Nehru galt als der . gegebene Friedensstifter in den Konflikten, die un- : lösbar erschienen. Er wur- | de als der Friedensapostel j unserer Zeit betrachtet, ver-l ehrt und geschätzt.! Natürlich gab es da manchen Schönheitsfehler. Als | die permanenten und alten j Zw'istigkeiten zwischen In- : dien und Pakistan undurchdringlicher w'urden, Hess Nehru plötzlich ein Schwert aus seiner w'eissen Gewandung aufblitzen. Das Säbeigerassei des indischen Friedensapostels klang unwirklich und w>ar doch sehr realistisch... Und nun hat Nehru das Schw'ert gezückt, um die kleinen Enklaven den widerspenstigen Portugiesen zu entreissen. Nach den Arabisches Bemühen scheitert Stockholm. — Die arabischen Delegierten, di« auf einer Tagung des AVeltrats für den Frieden, der unter kommunistischem Einfluss steht, den Versuch unternahmen. die Annahme einer antiisraeiischen Resolution durchzusetzen, scheiterten in ihrem Bemühen. Die Araber griffen Israel an und wurden von Cheng Chi, dem chinesischen Delegierten unterstützt. Dieser hatte kurz zuvor den Gazastreifen besucht und dort an einer Veranstaltung teilgenommen. In seiner Rede bezog er sich auf ein« angebliche ..Erklärung von Gaza", in der behauptet wird. Israel sei ein .typisch imperialistischer Staat". Die Delegierten der Sowjetunion und der zum Sowjetblock gehörenden Länder, beteiligten sich nicht an dieser Debatte. Die zwei israelischen Delegierten. Eliezer Halevy von der Achdut Awoda Und Jaacow Machus von der Mapam. verwiesen auf Israels Ziel, mit den arabischen Ländern zu einer friedlichen Regelung zu gelangen. Sie gaben ihrem Bedauern über das Vorhandensein des Flüchtlingsproblems Ausdruck, das sie als ..ein Erbe aus dem Kriege von 1948" bezeichneten, und <üe bedauerten ferner, dass die Araber nicht bereit seien, mit Israel über den Frieden zu verhandeln. Unter den jüdischen Delegierten befand sich Ilja Ehrenburg. Der israelischen Delegation gehörten der arabische AV geordnete Tewfik Toubi und ein kommunistischer arabischer Delegirter an. 'ITA' LA SEMANA Bisemanario — aparece ios Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Verantwortlich: Dr. H»rdi Swarsensky Pueynedón 2190. V izq. T. E. 83-2613 80 6930 Abono-Preise: Argentinien: * 100.— pro Quartal Ausland J 600 — jährl. üblichen Begriffen, die bis gestern (oder noch immer heute?' als politische Regel das Völkerieben bestimmten, war der kriegerische Akt Indiens eine „normale“, wenn auch keine erfreuliche Erscheinung. Der Stärkere holt sich sein Recht, wenn man es ihm vorenthält. Indien war der Stärkere. Indien hätte sicherlich auch roch viele Jahre existieren können, wenn diese drei Enklaven bei Portugal geblieben wären. Eine Lebensfrage war es nicht. Es ging noch nicht einmal um das Prestige. Warum hat Nehru nicht versucht, weiter auf dem Verhandlungswege vorzugehen? Eine Antwort, die befriedigt, gibt es auf diese Frage nicht. Indien hat durch diesen kurzen kriegerischen Akt mehr verloren, als es gewann. Der Sieg über Portugal ist in Wahrheit eine Niederlage Nehrus. Denn die Weltöffentlichkeit wurde enttäuscht. Also predigt selbst ein Nehru nur den anderen Völkern Frieden, während er selbst um Goas willen das höchste Prinzip im internationalen Zusammenleben der Völker verletzt: den .Frieden. Jetzt worden manche, die in Nehru die grosse Hoffnung der Menschheit erblickten, vielleicht eher verstehen. dass auch dieser Mann nur ein Politiker ist, der sich nicht von den üblichen Wegen losiösen kann. Nehru ist ein geschickter Opportunist, er ist nicht der Mann der grossen Prinzipien, die er ihrer selbst wollen vertritt, woil er erkannt hat. dass die Menschheit andere, als die bisherigen Wege einschlagen muss, um weiter zu leben. Nehru ist auch nicht neutral. Wäre er ein Mann, der über den Dingen steht. — gibt es einen solchen Menschen überhaupt? —. dann w'ürde er sich nicht immer stärker mit einem Diktator und Kriegstreiber wie Nasser einlassen. Gerade hierauf wurde an dieser Stelle immer wieder aufmerksam gemacht. Durchlöcherte Prinzipien, wie sie Nehru Bedenkfeier für Pater Retk München. — Ehemalige Häftlinge des Dachauer Konzentrationslagers stell, ten kürzlich in BrazTVoraL berg am Grabe ihres früt heres Lagergeistlichen, Pa- | ter Leonhard Roth ein Ge- | denkireuz auf. Der als 1 „HäLlingspater” bekannte i Geistliche W'ar im August : vergangenen Jahres tödlich j verunglückt. (AWZ) vertritt, sind keine Grundlagen für ein friedliches Völkerieben. Indien hat sein Recht durch einen siegreichen Krieg durchgesetzt. Nehru hat eine Niederlage erlitten, die ihn unter normalen Bedingungen als einen ernst zu nehmenden Politiker ausschaiten müsste. Denn es gibt keinen Friedensengel. der das Kriegsschwert zückt. Und es gibt keinen Friedensapostel, der Frieden predigt und Krieg führt. An diesem Zwiespalt muss Nehrus moralischer Kredit, der bisher unbegrenzt war. zugrunde gehen. vielleicht noch nicht heute, aber in einer nicht allzu weiten Zukunft. Das indische Beispiel ist lehrreich. Werden die Völker die ihnen erteilte Lektion verstehen? I VON DER REISE ZURUECK- Dr. BERNARDO GOLDSTEIN! MEDICO ♦ 4 Oardieiegia — Hospital Fernandez ♦ 4 Radi« X — Durchleuchtung — Electroeardiogramme « S. A. SPERRHOELZER H O E L Z E Rf .- DIAZ VELEZ 5224 : -------- Tel.: 89 -9349, 33-9305 J! MARTHA "■■■■■■» I ■: M0HEL N. PLAKSIN a* ¡; Superí 2719 ÿ T. E. 76-6784 u. 76-2312 JACOB LAPIDUS dipl. Mohel Dr. B. Schwartz t ♦ i l ZAHNARZT î ♦ ESTOMBA 2283 ■ 52-8214 t t RAYOS X $ t PARADENTOSE $ I TELEF. t ORANMELDUNG J CUBA 2141 T. 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