Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 22 (1961)
- Issue
- 1933 (19.12.1961)
- Date
- 1961-12-19
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/9616703-9612115-9612918--1804-9612926- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
offl o 3 £ 73 - FRANQUEO PAGADO Concesión 908 £ s 2 fe * £ S w e W I« 4) TARIFA REDUCIDA < Concesión 1629 SEMANA MITA Año XXII. BUENOS AIRES, MARTES 1» DE DICIEMBRE DE 19«! No. 193Í jaBaHHaoKaitw. ■L ZJIMFLAI i M teda la República PUEYRREDON 2IM lf fe«. T. E. 83 2613 Buenos Aires Israel und die Flüchtlinge Israels Einstellung zum arabischen Flüchtlingsproblem ist in der Knesset wie in Beschlüssen und Aeusse. rungen von Regierungskreisen Ausdruck verliehen und von der überwiegenden Majorität der öffentlichen Meinung und Israels politischen Parteien formuliert worden. Ir Anbetracht der historischen Umstände, die durch den arabischen Angriff auf den Staat Israel im Jahre 1948 geschaffen wurde, in Anbetracht des Bevölkerungsaustausches, der im Mittelesten stattgefunden hat, und angesichts der Hetze, die von den arabischen Staaten gegen Israel geführt wird, ist die Rückkehr der arabischen Flüchtlinge nach Israel unmöglich geworden. Eine Lösung dieses Problems kann nur durch Ansiedlung in den arabischen Ländern gefunden werden. Israel würde bereit sein, zu solch einer allgemeinen Lösung seinen Anteil beizutragen. Israel erkennt die Forderung zur Rückkehr der Flüchtlinge nicht an, denn sie entbehrt jeder moralischen Grundlage und historischen Rechtfertigung. Es gibt kein Beispiel in der Geschichte internationaler Beziehungen, dass ein Staat, der einen militärischen Angriff unternommen und dabei eine Niederlage erlitten hat, später von dem angegriffenen Staat entschädigt worden wäre. Es gibt aueh kein Beispiel dafür, dass ein Staat, der in das Gebiet eines Nachbarn unter Verletzung internationaler Rechtsprinzipien und Moral einfällt, nach seiner Niederlage Entschädigung für diejenigen verlangt, die mit dem Angreifer Hand in Hand gearbeitet haben. Nicht Israel hat den Krieg am 39. November 1947 begonnen, um einen Beschluss der Vereinten Nationen zu sabotieren. Dieser Krieg war es, der das Flüchtlingsproblem geschaffen hat. Der Versuch der Israelis, den Flücbtlingsstrem aufz«halten, wurde von der fanatischen arabischen Politik vereitelt, die ihn leitete und aaspornte. VERANTWORTUNG DER ARABISCHEN STAATEN Die moralische Verantwortung für die Schaffung dieses Problems ruht einzig von einem Sonderkorrespondenten und allein auf der. arabischen Staaten. Der Staat Lsrael ging siegreich aus dem für sein Bestehen entscheidenden Kampf mit den fünf arabischen Angreiferstaaten hervor. Sicherlich gibt es kein Beispiel in den Geschichtsbüchern, dass ein besiegtes Land dem Sieger seine Forderungen und Bedingungen diktiert. Doch lohnt es sich, eine historische Parallele zu ziehen, die einige grundlegende Züge mit unserem Gegenstand gemeinsam hat. Zur Zeit des amerikanischen Unabhängigkeitskrie ges gab es in einigen Kolonien eine beträchtliche Minderheit, die der britischen Krone treu blieb und unter dem Namen „Loyalisten” oder „Tories” bekannt wurde. Während des Krieges und besonders nach seiner Beendigung verliessen viele von ihnen Amerika (die Historiker schätzen ihre Zahl auf fast 100.000). Später wurden hauptsächlich von den Engländern Versuche gemacht, die Loyalisten zu repatriieren, aber die Amelikaner weigerten sich, sie aufzunehmen. Am 26. November 1782 schrieb Benjamin Franklin an den englischen Gesandten wie folgt: „Ihre Minister fordern, dass wir diejenigen wieder aufl-ehmea, die unsere bittersten Feinde waren und ihnen ihren Besitz zurückgeben, nachdem sie den unse ren zerstört haben, und all das zu einer Zeit, da die Wunden, die sie uns geschlagen haben, noch nicht geschlossen sind.” Das einzige Zugeständnis, das die Amerikaner den Engländern im Vertrag von Paris vom 1, September 1783 machte«, war, dass sie sieh bereit erklärten, Entschädigung für das beschlagnahmte Eigentum der Loy allsten zu zahlen. Dafür musste England sich verpflichten, die Sorge für die Zukunft der Flüchtlinge zu übernehmen. Die nach England Geflohenen erhielten dort Arbeit oder finanzielle Hilfe, die sieh jährlich auf 49.000 Pfund belief. 45.000 Loyalsten Kessen sieh in Kanada und Westindien nieder, wo sie Land und Werkzeug und während dreier Jahre eine Ansiedlungsbeihilfe erhielten . Die Historiker schätzen Antisemitische Definitionen Rio de Janeiro. — Das brasilianische Kabinett beschloss, eine Entscheidung über den Vorschlag, ein portugiesisches Wörterbuch, das eine Anzahl antisemitischer Definitionen enthält, aus dem Schulgebrauch zu ziehen, für weitere zwei Jahre zu vertagen. Zu Beginn dieses Jahres hatte der frühere Präsident Brasiliens, Jarno Quadros, eine Sonderkommission eingesetzt, die den Auftrag erhielt, dieses Lexikon zu prüfen und darüber zu befinden, ob seine Entfernung aus dem Schulgebrauch angezeigt sei. Nunmehr hat diese Kommission mitgeteilt, dass sie zur Durchführung der ihr übertragenen Aufgabe noch einige Zeit gebrauche. Hierauf fasste das Kabinett dann den Beschluss, die oben erwähnte Vertagung zu verfügen. Das Wörterbuch enthält u. a. folgende Definitionen: Jude — Wucherer, Rabbiner —- Teufel, Synagoge — ein Ort, an dem die Juden Schwarzhandel treiben. (ITA) die Ausgaben Englands für die Einordnung der Flüchtlinge auf fast 15 Millionen Pfund. Es lässt sich daher weder eine historische noch eine logische Begründung finden, Israel die Verantwortung für die Lösung eines Problems, das es nicht geschaffen und dessen Fortbestand es nicht gefördert hat, aufzubürden. GEFAHR FUER ISRAELS SICHERHEIT Aber Israels Einstellung wird nicht nur durch moralische, historische und politische Faktoren bestimmt. Die Bedrohung durch seine Nachbarn wird zu einer wirklichen Gefahr werden, wenn man den arabischen Flüchtlingen die Erlaubnis zur Rückkehr gehen sollte. Grössere und mächtigere Staaten als Israel betrachten eine starke nationale Minderheit ihrem Gebiet als eine Gefahr, besonders wenn diese geographisch, politisch und kulturell mit benachbarten Ländern verbunden ist. Die Tschechen erinnern sich noch an ihre bösen Erfahrungen mit der deutschen Minderheit im Sudetenland, die einen starken irredentistischen Faktor darstellte. Zweifellos trug diese Erfahrung zur Formulierung der offiziellen Erklärung des tschechischen Aussenministeriums vom 14. Oktober 1958 bei: „Indem sie sich zuerst bemüht, die umgesiedelten Personen zu einem rachsüchtigen Nährboden für Rachegefühle Zu machen und um die abenteuerlichen Pläne der rachsüchtigen Hetzer zu fördern, verkündet die Bundesregierung das angebliche Recht der Flüchtlinge, in das Gebiet, aus dem sie ausgewiesen wurden, zurückzukehren; sie gibt einer beträchtlichen Anzahl von ihnen eine gesetzlich, sozial und in anderer Beziehung benachteiligte Stellung, sie bestärkt sie in ihren Illusionen, dass die gegenwärtige Situation nur zeitweilig sei und, wie sie versichert, dureh Erfüllung ihrer Entschädigungsforderuag beendet werden würde. Diese Versicherungen sind umso verwerflicher, als die Mehrheit der umgesiedelten Personen bereits alle Illusionen betreffs einer möglichen Rückkehr verloren haben. Daher haben die Bemühungen, diese Hoffnungen künstlich am Leben zu erhalten, den offensichtlichen Zweck, die Feindschaft gegen die Bevölkerung der sozialistischen Länder anzufachen und gleichzeitig die „psychologischen Vorbedingungen” für neue militärische Eroberungen des deutsehen Imperialismus zu schaffen.” Die Polen, die durch ihren Sieg über die deutschen Angreifer das Gebiet östlich der Oder-Neisse-Linie erhielten, wissen, dass das Gerede der Deutschen über eine „Rückkehr” den Ver such eines Uebergriffs auf das polnische Gebiet bedeutet. Die polnische Presse beschuldigt politische, kulturelle und religiöse Vereinigen in der Bundesrepublik, dass sie sich durch organisierte Tätigkeit und Propaganda bemühen, „durch die Forderung der Rückkehr Rachegefühle zu erwecken.” (Argumenty Nr. 42, 16. Oktober 1960). EINE FUENFTE KOLONNE Es ist offensichtlich, dass die Gefahr, dis das winzige Israel bedroht, das einer Gesamtzahl von 40 Millionen Arabern gegenübersteht, deren natürlicher Bevölkerungszuwachs jährlich etwa 800.000 beträgt, imendlich grösser ist, besonders da seine Nachbarn ihre kriegerischen Absichten öffentlich verkünden, Angriffsreehte beanspruchen und mit den besten und modernsten Waffen ausgerüstet sind. Daher würde das Einverständnis, die arabische Minderheit von den gegenwärtigen 10 Prozent auf 50 Prozent der Gesamtbevölkerung zu vergr össern, wissentlichen Selbstmord bedeuten. Die Zulassung einer Million oder auch nur einer halben Million verbitterter Flüchtlinge, die aus dem produktiven Arbeitsprozess ausgesehieden und von Hass gegen Israel erfüllt sind, der seit dreizehn Jahren in ihnen genährt wurde, die durch nationale und religiöse Bande und politische Bestrebungen den arabischen Ländern näher stehen als dem Land, dessen Bürger sie formell sein würden, die nur einige Meter von der Grenze entfernt leben lind ständig die Ankunft der „Befreiungsheere” erwarten würden, die zum Teil selbst in Fedajin-Einheiten in Spionage und Sabotageakte geschult wurden — kann man sich einen besseren Plan zur Vernichtung Israels vorstellen? Bischof James A. Pike schreibt mit Recht in seinem Artikel in der „New York Times” vom 14. Mai 1957: „Israels Bevölkerung beträgt jetzt 1 900.000. Kein Land... kann mit der Zulassung einer fünften Kolonne solchen Umfangs <800.000 Flüchtlinge) einverstanden sein .. Man stelle sich für einen Augenblick vor, dass die Vereinigten Staaten sich bereit erklärten, 71 Millionen ihrer geschworenen Feinde Einlass zu gewähren.” Senator H. H. Humphrey, Mitglied des Senatsausschusses für Aussenpolitik, sagte in seinem Bericht über eine Studienreise durch den Mittelosten am 1. Juli 1967: „Die Rückkehr aller oder eines beträchtlichen Teils der arabischen Flüchtlinge nach Israel ist nicht mehr möglich. Es würde für Israel, das von allen Seiten von Ländern, die kriegerische Angriffsrechte gegen es geltend machen, umgeben ist, wissentliche Se1 bst Vernichtung bedeuten, wenn es sich bereit erklärte, Flüchtlinge aufzunehmen und einzuordnen, deren Erziehung während des letzten Jahrzehnts gänzlich auf Hass gegründet war. Dies würde die Zulassung einer fünften Kolonne in Israels Mitte bedeuten.” Um die Memoiren Eichmanns Jerusalem. — Da« Justizministerium wurde um die Konfiszierung des Manuskripts ersucht, das Eichmann in den 18 Monaten, welche er in Israel im Gefängnis verbrachte, verfasst hat. Eichmann hat erklärt, dass seine Memoiren, die von der Judenpolitik des Hitlerregimes handeln, im Ausland veröffentlicht werden würden. In diesem Sinne äusserte sich auch sein Verteidiger, Dr. Robert Servatius, in seinem letzten Plädoyer, in dem er um Gnade für seinen Mandanten bat. Das Ersuchen um Konfiszierung wurde von dem Abgeordneten Rabbiner Mordechai Nurock in Form einer Anfrage an das Justizministerium gestellt. Die Antwort hierauf wird in dieser Woche ergehen. Rab biner Nurock vertrat den Standpunkt, dass alles, was I Eichmann während seiner Haft in Israel geschrieben I hat, Staatseigentum ist. j Ein ähnliches Varlangen wurde von Tuvia Fried-’ man, der dem Dokumer.tenzentrum Jad Waschern i angehört, in einem Schreiben an den Ministerpräsidenten David Ben Gurion ausgesprochen. Friedman bittet den Ministerpräsidenten dringend, die Veröffentlichung des Eichmann-Buches zu verhindern. Die Einkünfte aus diesem Buch sollen, wie es heisst, die Kosten des Prozesses und die geplante Berufung dekken, und der Rest soli der Familie Eichmann zukommen. Friedman fordert, dass das Geld, das der 'Verkauf des Buches einträgt, dem Werk des Jad Waschern zufliessen müsse. (ITA) Nichts als schoene Worte Vereinte Nationen. — Der Sowjetunion hot rieh nunmehr die Gelegenheit, sich zum Problem der arabischen Flüchtlinge in Palästina zu äussern, über das seit fast zwei Wochen in der Politischen Sonderkommission der UN - Generalversammlung debattiert wird. Der sowjetische Delegierte setzte sich offen für eine proarabische Politik in dieser Frage ein. Diese Stellungnahme wurde treffend vom Sprecher der USA-Deiegation charakterisiert, der be aierkte, „Russland vergiesse Krokodilstränen über das Schicksal der arabischen Flüchtlinge.” Der Delegierte der Sowjetunion ergriff das Wort nach einer zweistündigen Debatte zwischen den arabischen Delegierten, die ihre Angriffe gegen Israel richteten, und den afrikanischen Delegierten, die den Standpunkt vertraten, dass die Araber und Israelis direkte Verhandlungen aufnehmen sollten. Der Sowjetdelegierte „bedauerte das traurige Schicksal der arabischen Flüchtlinge, die durch Gewalt aus ihren Heimstätten vertrieben wurden.” Er beschuldigte Israel. die Resolutionen der Vereinten Nationen nicht zu erfüllen. „Die arabischen Flüchtlinge haben das Recht, an ihre Wohnorte znrückzukehren”, führte er aus. „Der einzige Grund, aus dem sie das bisher nicht taten, liegt darin, dass Israel sich geweigert hat, den UN-Resolutionen Folge zu leisten, wobei es von den Westmächten unterstützt wird.” Der Delegierte der USA, Francis Plimpton, erhob sich sofort und antwortete: „Die wirklich rührende Besorgnis Sowjetrusslands um cas Schicksal der Flüchtlinge klingt hohl, wenn man bedenkt, dass weder Russland noch irgendein Mitglied des Sowjetblocks jemals eine einzige Kopeke für das Wohl der Flüchtlinge beigesteuert hat. Wenn sie es ehr lieh meinen und nicht nur daran interessiert sind, im Trüben zu fischen, so sollen sie ankündigen, welchen Beitrag die für die UNRWA, aas Büro für Hilfe und Rehabilitierung der Flüchtlinge, zu leisten bereit sind.” Hierauf entgegnete der Sowjetdelegierte, dass die Flüchtlinge „nicht von Almosen leben” wollten, da sie in Israel über Besitz verfügen, dessen Wert sich auf zwei Milliarden Dollar beläuft und dessen jährlicher Zinsertrag 134 Millionen Dollar entswicht. (ITA) Neues Todesurteil in Russland London. — Ein 52jähriger orthodoxer Jude wurde von einem sowjetischen Gericht in Tiflis, der Hauptstadt Georgiens, zum Tode verurteilt. Er war angeklagt worden, mit Devisen spekuliert zu haben. Obwohl nicht ausdrücklich gesagt wurde, dass der Angeklagte, Mordechai Kakaishvili, Jude ist, machte doch die Presse klare Andeutungen in diesem Sinne. Dieses Urteil erging nach verschiedenen anderen Todesurteilen gegen Juden in Leningrad, die unter ähnlichen Anklagen prozessiert wurden. Die Beobachter sind der Meinung, dass die Verurteilungen eine neue sowjetische Methode darstellen können, um sich der jüdischen Führer zu entledigen, indem sie diese „unter Anklagen stellen, die mit, dem wahren Ziel der Regierung nichts zu tun haben.” (ITA) Registro de la Propiedad Intelectual No. «56.635 i faMoroM «o 1« Imprenta POLIGLOTA — Ri rada ría SU