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Jüdische Wochenschau · 1961-12-08 · 1930 (8.12.1961) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
22 (1961)
Issue
1930 (8.12.1961)
Date
1961-12-08
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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O CÛ o « FRANQUEO PAGADO Concesión 908 t* « «s S Si 2 ÿ a TARIFA REDUCIDA < U Concesión 1629 Afio XXII. BUENOS AIRES, VIERNES 8 DE DICIEMBRE DE 1961 UMITA No. 1930 EL EJEMPLAR J en toda la República PUEYRREDON 2190 1? fcq. T. E. 83 - 2613 Buenos Aires i------- srael sucht Staatskontrolleur ¡Jahresende 1961 Jetzt geht der erste, langjährige, ausgezeichnete Staatskontrolleur Israels, Dr. Sigfried Moses trotz a! Ier Bitten, sein Ausscheiden noch aufzuschieoAp. in Pension, und da kein Vakuum eiatreten soll, ist der neue Staatskontrolleur zu ernennen. Diese Ernennung erfolgt laut Gesetz durch den Staatspräsidenten aufgrund der Empfehlung der Knesse :-Kommission. In der Knesset-Kommission, deren Vorsitzender Chaim Zadok (Mapai) ist, •sitzen insgesamt 19 Vertreter de,- Parteien: Mapai 6, Cherut 3, Liberale 3. Religiös-Nationale 2, Mapam, Achdut Awoda, Kommunisten, Agudat Jisrael und die arabische Fraktion .Fortschritt und Entwicklung" je I. Da sieh die Front der Koalition nicht ohne weiteres auf die Abstimmung in der Kommission übertragen lässt, muss die Mapai mit Schwierigkeiten rechnen, wenn sie ihren Kandidaten ohne vorheriges interfraktionelles Uebereinkommen vorschlägt. Ueberdies werden d:e beiden Haupt-Kandidaten fiir die Neubesetzung der Stelle des Staatskontro.leurs gerade von den beiden Hauptpartnern der Koalition lanciert, nämlich Seew Schärf, der bis vor kurzem der .verantwortliche Beamte für die Staatseinnahmen im Finanzministerium war, von der Mapai, und Dr. Nebenzahl von den Religiös-Nationalen. Schon deshalb gibt es keinen Koalitions - Kandidaten, ausser wenn die RN ihren Vorschlag gegen eine ent sprechende Revanche der Mapai — fallen lassen würden, was bisher aber noch nicht geschehen ist. Erstünde für diese Wahl eine Front aller Arbeitsparteien gegen die anderen, also Mapai, Mapam, Achdut Awoda und Maki, so wäre das Stimmenverhältnis 10:9, und es würde einen schlechten Eindruck machen, wenn der Staatskontrolleur, zu dem alle Bevölkerungsschichten und öffentlichen Faktoren des Landes volles Vertrauen haben sollen, mit der knappen Mehrheit von nur einer Stimme gewählt von MEIR FAERBER würde. Auch wenn sich die I Koaiitionsparteien einigen j sollten, hätten sie den andei ren gegenüber nur eine i Mehrheit von einer Simj me. Die Wahl des Staats- I kentrolleurs sollte aber nicht; in Kampfabstimmung son-; riern möglichst einstimmig erfolgen. j Dip Zeit drängt, und man | ist immer noch weit von eij ner Einigung entfernt. Ne- I ben den beiden ,Hauptkandidaten Seew Schärf und i Dr. Nebenzahl ist auch von mehreren anderen Kandidaten die Rede. So wird z. B.! davon gesprochen, dass ein j Richter fiir diese Stellung | in Betracht käme! und man I hört die Namen von Ober-; richtet- Vitkon und von Be- I zirksrichter Dr. Lamm, von dem ehemaligen Beamten | des Finanzministeriums Artur Bergmann, vom Genej raldirektor des Staatskontrollamtes M. B. Meiry, ■ vom Generaldirektor des , Entwicklungs - Ministeriums . Menachem Bader, des Vize- | Vorsitzenden der Knesset Dr. Chanan Rubin und auch ’ des Juristen und Nationalj Ökonomen Dr. Jochanan Ba- I der, der der zweite Mann der Oppositionsfraktion Che- I rut ist. i Da es im Kampf zwischen ' den Anhängern von Schärf ’ und Nebenzahl hart auf hart j geht, ist die Möglichkeit keineswegs von der Hand zu S weisen, dass ein Kandidat, der ein Aussenseiter zu sein scheint, oder der im Laufe der monatelangen Verhandlungen in den Gängen und Fraktions - Besprechungen überhaupt nicht genannt worden war, im letzten Augenblick die Kompromisslösung bilden könnte. Solche Ueberraschungen sind in der Politik keine Seltenheit. Die Mapai sieht ein, dass sie gerade in dieser Sache nichts erzwingen kann, nicht nur, weil der Kandidat ein entsprechendes Stimmen- Uebergewicht braucht, sondern auch, weil der Kontrolleur der Geschäftsgebahrung der Regierung auf volles Vertrauen weitester Kreise des Volkes rechnen muss, damit sich die Bürger Ein Friedhof wird geschaende! Jerusalem. — In einem Aufruf an das Weltgewissen verweist Israels Oberrabbiner Jizchak Nissim erneut auf den beklagenswerten Zustand, in dem sich der alte Friedhof befindet, wo seit undenklichen Zeiten die frommen Juden bestattet wurden. Dieser Friedhof liegt im Josafat-Tal unterhalb der Mauern von Jerusalem, die seit dem arabisch-israelischen Krieg vom Jahre 1948 in Händen der Transjordanier sind. Der Besucher, d. h. wenn die Transjordanier ihm den Zutritt zum Friedhof gestatten, könnte glauben, das Letzte Gericht habe sich hier abgespielt. Die Gräber sind in einem so schlechten Zustand, dass sie nur noch wirre Steinhaufen am Fuss des Oelbergs bilden. Unter der, tausenden Grabstätten gibt es nur einige wenige, auf denen die kleinen Sleinehen angehäuft liegen, welche nach uralter Tradition der Wüste, in der keine Blumen wachsen, die Lebenden zum Andenken an die Toten niederlegten. Der Friednof liegt durch die Waffenstillstands- Linie abgetrennt in zwei Kilometer Entfernung von der israelischen Grenze. Wie bekannt wurde, haben sich die Transjordanier, die dies natürlich leugnen, sogar der Grabsteine bedient, um einen Teil der Landstrasse zu bauen, die von Jerusalem nach Bethlehem führt. (ITA) und Steuerzahler auf seine Integrität und seine unbedingte Bereitschaft verlassen sollen, Misstände im Staats- und öffentlichen Verwaltungsapparat auch wirklich rücksichtslos aufzudekken. SEEW SCHAERF Niemand bezweifelt, dass Seew Schärf die Fähigkeiten für diesen bedeutenden Posten hat, die Dinge versteht und auch seinem Charakter nach geeignet wäre. Aber sein Vorteil, dass er der Kandidat der herrschenden Partei ist, ist auch gleichzeitig sein Nachteil, denn in erster Linie wird vom Staatskontrolleur verlangt, dass er imstande sein muss, sich von der herrschenden Partei zu distanzieren. Schärf ist in einem Städtchen der Bukowina (Oesterreich, dann Rumänien) am 21. 4. 1908 geboren, lernte das Goldschmiedehandwerk, war Zionist und Mitglied der sozialdemokiati. schen Jugendzentrale. Er kam 1925 nach Erez Israel, war drei Jahre lang Beamter, dann zwei Jahre im Kibbuz Schfajim und fünf Jahre „Schaliach" im Ausland 1935—40 war er Sekretär des Hapoel, 3940—44 in der Administration der Hagana, 1945—47 Sekretär der Politische« Abteilung der Jewish Agency, dann Sekretär der gemeinsamen Comités der Zionistischen Exekutive und des Waad Leumi, das die Vorbereitungen für den Staatsbeamtenstab traf und von Oktober 1947 bis zur Errichtung der Provisorischen Regierung und auch nach der Staatsgründung ihr Sekretär. Später war er der für die Staatseinnahmen zuständige Beamte des Finanz - Ministeriums, und von dieser Steile trat er kürzlich zurück. Dr. NEBENZAHL Dr. Ernst J. Nebenzahl ist am 24. 10. 1907 in Frankfurt am Main geboren, studierte Jus in Frankfurt/M. Berlin und Freiburg, kam 1933 ins Land, war 1948—50 Direktor der Jerusalem-Entwicklungsabteilung der Jewish Agencÿ und hat eine grosse Zahl von Positionen der Wirtschaft und der Oeffentliehkeit inne. Er ist schwedischer Honorar - Korsul,; Vorsitzender des Aufsichtsrates der Staatsbank, Vorsitzender der Postbank, Partner des BanK- und Ge- | schäftskonzerns Holländer & Co. Ltd., Mitdirektor der Nationalbank, der Union Bank of Israel Ltd., der Canada Israel Central Bank Ltd., der Jerusalem Economic Corp. Ltd., der Binja-I nej Ha’umah Ltd., aktives ' Mitglied einer langen Reihe von öffentlichen und offiziösen Institutionen, darunter des Treuhandschaftsrates der Bar Ilan-Universität, — aber bei all dem ist er po* pulär doch nur in den religiösen Kreisen. Seine Kandidatur wird, wie es bisher scheint, von Cherut und den sozialistischen Parteien abgelehnt, so dass er kaum Aussicht haben dürfte, so seinen vielen anderen Positionen auch noch diese hinzuzufiigen, die ja doch den ganzen Mann erfordert. M. B. MEIRY Meir Benzion Meiry, der am 15. 11. 1905 in Briansk (Russland! geboren ist, eine Handelshochschule absolvierte und 1925 nach Erez Israel kam. hat eine glänzende Beamten-Karriere hinter sich, ist als Buchhalter und Auditor zweifellos ein Fachmann und für die Position schon deshalb qualifiziert, weil er der Generaldirektor des Staatskontrollamtes ist. Er kommt aber nur in Betracht, wenn keine politische, sondern eine reine Experten-Ernennung erfolgen sollte, was bei der natürlicherweise politischen Zusammensetzung der Knesset-Kommission noch sehifraglich ist. ARTUR BERGMANN Auch Artur Bergmann, seinerzeit hoher Beamter im Finanzministerium und dann u. a. in Köln bei der Israel- Mission für Angelegenheiten der westdeutschen Reparationen beschäftigt, gehört in die gleiche Kategorie, hat aber noch weit weniger Chancen, als Meiry. ALFRED WITKON Richter am Obersten Gerichtshof Dr. jur. Alfred Witkon ist ixF Berlin am 23. 2. 1910 geboren, studierte in Freiburg und Berlin, kam 1935 ins Land, hatte 1937 bis 1948 eine private Anwaltspraxis, wurde 1948 Richter, ist Lektor für Steuerrecht an der Hebräischen Universität und hat juristische Schriften veröffentlicht. Dr. JOSEPH LAMM Dr. Joseph Michael Lamm hat den Vorteil, dass er einer der populärsten Männer des Landes ist, momentan Bezirksrichter in Tel Aviv und Landespräsident des Bne Brit-Ordens, seit 1956 Lektor an der Tel Aviver Universität. Er ist am 1. 12. 1899 geboren, hat in Wien die Universität und Hochschule für Welthandel absolviert, wo er bis 1959 als Anwalt praktizierte. seit 1939 im Lande. 1949—1951 Knesset-Mitglied der Mapai, dann Bezirksrichter. Früher war er Mitglied der Mapai- Zentrale und Exekutive, Exekutiv-Mitglied des Irgun Olej Merkas Europa, Mitglied des Landespräsidiums der Freimaurer, ist erst vor einiger Zeit als Präsident des israelischen Fussballerverbandes zurückgetreten. Er vereinigt vielseitige juristische und na,;onalökonomische Kenntnisse in sich, war und ist Vorsitzender verschiedener öffentlicher Ausschüsse in Wirtschaftsfragen etc. Dr. CHANAN RUBIN Der Vizevorsltzende der Knesset Dr. jur. Chanan Rubin ist am 10. 8. 1908 in Berlin geboren, studierte an den Universitäten seiner Geburtsstadt, in Fveiburg und Genf, kam 1933 ins Land, war Exekutiv-Mitglied des Haschomer Hazair, Delegierter bei Zionistenkongressen, Mitglied des Kongress- Gerichtes, der Juristischen und Verfassungs - Kommission und der Finanzkommission der Knesset, ist sowohl HUMOR IN ISRAEL: Begegnung zwischen Kennedy und Krutschew. — „Geben Sie sich keiner Täuschung hin — ich bin auch eine Friedenstaube.” Jurist wie auch Volkswirt und erfreut sich allgemeiner Achtung seiner Abgeordtie- I ten-Kollegen. Da er aber I «in Funktionär der Mapam : ist, wird gegen ihn geltend | gemacht, dass er dem gro- | säen Wirtschaftssektor der Arbeitergewerksehaft gegenüber nicht unvoreingenommen sein kann, und zwischen diesem und der Staatswirtschaft gibt cs so vielfältige Verknüpfungen, dass der Staatskontrolleur auch diesbezüglich rein objektiv sein müsste. MENACHEM BADER Auch Menachem Bader, der Generaldirektor des Entwicklungs- Ministeriums, ist ein Parteimar.n der Mapam. Er ist am 20. 9. 1895 geboren, Jurist, 1920 eingewandert, Mitbegründer der Hagana, Mitglied des Kib- | buz Misra, war 1949—1951 j Mitglied der ersten Knesset, : zu verschiedenen Zeiten leij tender Beamter des Arbeits- | ministeriums, der Nir Ltd., | und hat sich als fähiger! Kaufmann, nicht in priva-! ten sondern in öffentlichen I Interessen, einen Namen ge-; macht-. Die Hemmungen eij rem Exekutiv-Mitglied der! Mapam gegenüber, die für j Dr. Rubin gelten, wirken I sich gegen Menachem Bader noch schärfer aus. j Dr. JOCHANAN BADER , Sollte die Wahl aus den oben angeführten Gründen auf einen Oppositionellen fallen, so wäre Dr Jochanan Bader, ein Humanist von aiaserordentlicher Allgemeinbildung und erstklassiger Jurist wie Nationalökonom, der Passendste. Er ist vor wenigen Wochen 60 Jahre alt geworden, ist als Mitglied der Finanzkommission der Knesset seit der Staatsgründung mit der Materie bestens vertraut, und es kann von ihm erwartet werden, dass er sich auf sein Amt, wenn er es übernimmt, voll einsielien würde. — Aber, wie gesagt, vorläufig weiss niemand, zu welchem Ergebnis die Verhandlungen gelangen werden und alles ist noch in Schwebe. Auf meine Frage-, ob nicht der Jemeniten-Vertreter Jisrael Jeschajahu in Betracht käme, erwiderte mir einer c-er Eingeweihten: „Gleichgültig, welcher Stammesgemeinschaft, welcher Landsmannschaft der neue Staatskontrolleur angehören wird, eines ist sicher: es kommt nur ein ,Jecke’ in Betracht.” Diese Antwort darf wohl als Anerkennung der Verdienste des bisherigen Staatskontrolleurs Dr. S. Moses betrachtet werden. Wieder im Bundestag Bonn. ~ Im neuen Bundestag wird au^piädcder ein jüdischer Al^srord-eter sitzen. Fs ist der Sozialdemokrat ); kob ATtmaier der im hessischen . Bezirk Hanau wiedergewählt wur-de. (AWZ) Eichmann und sein Verteidiger Haifa. — Dr. Robert Servatius, der Verteidiger Adolf Eichmanns, besuchte seinen „-Bipndanten im Gefängnis von Jalame in der Nähe-Haifas, in dem der Angeklagte den Beginn $6r. Verkündung des gegen ihn gefällten Urteils erwartet. Inzwischen ist Dr. Servatius wieder nach Jerusalem zurückgekehrt, wo er eine Besprechung mit Generalstaatsanwalt Dr. Hausner hatte. (ITA) Registro de la Propiedad Intelectual No. 656J535 impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Rlvadavia 831 Í-TV -.A -'Mi ,.J

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